Die Leica Q3 43 verändert ein Konzept, das die Leica Q seit ihrer Einführung geprägt hat. Statt des klassischen 28-mm-Objektivs besitzt sie ein fest eingebautes APO-Summicron 1:2/43 ASPH. Damit rückt die Q3 43 deutlich näher an die klassische Normalbrennweite und vermittelt eine wesentlich natürlichere, engere Bildwirkung.

Genau diese 43 mm sind für mich der entscheidende Punkt der Kamera. Die Leica Q3 43 ist nicht einfach eine Q3 mit einem anderen Objektiv, sondern fühlt sich in der fotografischen Praxis tatsächlich anders an. Wer mit 28 mm häufig das Gefühl hat, zu viel Umgebung im Bild zu haben, findet hier eine interessante Alternative.

Leica Q3 43 mit APO-Summicron 1:2/43 ASPH.
Leica Q3 43 mit fest eingebautem APO-Summicron 1:2/43 ASPH.

Was macht die Leica Q3 43 besonders?

Technisch basiert die Leica Q3 43 weitgehend auf der Leica Q3. Sie arbeitet mit einem BSI-CMOS-Vollformatsensor mit Triple Resolution Technology und ermöglicht Aufnahmen mit 60, 36 oder 18 Megapixeln. Hinzu kommen unter anderem Hybrid-Autofokus, optische Bildstabilisierung, elektronischer OLED-Sucher und ein neigbares Touchdisplay.

Der entscheidende Unterschied befindet sich jedoch vor dem Sensor: Leica hat für die Q3 43 das APO-Summicron 1:2/43 ASPH. entwickelt. Die Brennweite von 43 mm liegt nahe an der Diagonale des Kleinbildformats und erzeugt einen Bildwinkel, der deutlich natürlicher wirkt als das 28-mm-Weitwinkel der klassischen Q-Modelle.

Das macht die Kamera besonders interessant für Street Photography, Reportage, Reise, Alltag und Porträt. Gleichzeitig bleibt das Grundprinzip der Q erhalten: eine kompakte Vollformatkamera, ein fest eingebautes hochwertiges Objektiv und die Konzentration auf eine einzige Brennweite.

Meine Einschätzung: Die eigentliche Frage bei der Leica Q3 43 lautet nicht, ob 43 mm „besser“ als 28 mm sind. Entscheidend ist, welcher Bildwinkel zur eigenen Art zu fotografieren passt. Wer sich mit 28 mm regelmäßig näher an sein Motiv wünscht, sollte sich die Q3 43 besonders genau ansehen.

Keine Sonderedition, sondern eine eigenständige Q3

Die Leica Q3 43 wird gelegentlich als Sondermodell oder Sonderedition bezeichnet. Das ist irreführend. Sie ist ein reguläres Modell innerhalb der Q3-Familie und unterscheidet sich von der Leica Q3 vor allem durch das 43-mm-APO-Summicron und ihre graue Belederung.

Wer sich zunächst einen Überblick über die gesamte Baureihe verschaffen möchte, findet auf unserer Leica-Q-Übersichtsseite die verschiedenen Generationen und Modelle von der ersten Leica Q bis zu den aktuellen Q3-Varianten im Vergleich.

Warum 43 mm? Die besondere Brennweite der Leica Q3 43

Die Zahl 43 im Namen der Leica Q3 43 ist weit mehr als eine Modellbezeichnung. Sie beschreibt den wesentlichen Unterschied zur klassischen Leica Q mit 28 mm. Mit dem APO-Summicron 1:2/43 ASPH. entscheidet man sich für einen deutlich engeren und natürlicher wirkenden Bildwinkel.

43 mm sind dabei keineswegs zufällig gewählt. Die Brennweite liegt sehr nahe an der Diagonale des Kleinbildformats von rund 43,3 mm. Vereinfacht gesagt entsteht dadurch eine Perspektive, die unserer natürlichen Wahrnehmung sehr nahekommt – ohne die deutlichere Weitwinkelwirkung von 28 mm und ohne die stärkere Verdichtung längerer Brennweiten.

43 mm statt 28 mm verändert die Bildgestaltung

Wer lange mit einer klassischen Leica Q fotografiert hat, bemerkt den Unterschied unmittelbar. Bei 28 mm befindet sich vergleichsweise viel Umgebung im Bild. Das ist ideal für Reportage, Architektur, Landschaft und Situationen, in denen der räumliche Zusammenhang wichtig ist.

Mit 43 mm rückt das eigentliche Motiv stärker in den Mittelpunkt. Gleichzeitig bleibt genügend Umgebung erhalten, um eine Situation nicht völlig aus ihrem Zusammenhang zu lösen. Genau diese Balance empfinde ich als eine der größten Stärken der Q3 43.

Bahnhof mit Bahnsteig und Gleisen
Aufnahme mit der Leica Q3 43: Die 43-mm-Brennweite lässt genügend Umgebung im Bild, ohne die ausgeprägte Weitwinkelwirkung von 28 mm.

Eine interessante Brennweite für Menschen und Alltag

Besonders angenehm finde ich 43 mm bei der Fotografie von Menschen. Man muss nicht so nah an eine Person herangehen wie mit 28 mm, um sie größer im Bild darzustellen. Gleichzeitig ist die Brennweite noch nicht so lang, dass die Umgebung ihre Bedeutung verliert.

Auch für Street Photography und alltägliche Situationen ist das interessant. Die Q3 43 zwingt weniger dazu, sehr nah an das Geschehen heranzugehen. Dadurch kann eine etwas ruhigere Art der Bildgestaltung entstehen.

43 mm sind weder 35 noch 50 mm – und genau das ist interessant

Auf den ersten Blick erscheint 43 mm ungewöhnlich. Viele Fotografen kennen 35 mm als moderate Weitwinkelbrennweite und 50 mm als klassische Normalbrennweite. Die Leica Q3 43 liegt genau dazwischen.

In der Praxis empfinde ich das weniger als Kompromiss, sondern als eigenständigen Bildwinkel. 43 mm sind enger als 35 mm, ohne bereits deutlich in Richtung eines klassischen 50-mm-Looks zu gehen. Dadurch eignet sich die Brennweite für erstaunlich unterschiedliche Motive.

Aus meiner Praxis: Wer bei einer 28-mm-Leica Q häufig nachträglich beschneidet, sollte die Q3 43 unbedingt ausprobieren. Wer dagegen gerade den weiten Bildwinkel und die Nähe zum Geschehen einer klassischen Q liebt, wird mit 28 mm wahrscheinlich weiterhin glücklicher sein. Die Wahl zwischen beiden Kameras ist deshalb vor allem eine Entscheidung über die eigene Bildsprache.

Leica Q3 43 oder Leica Q3 – 43 mm oder 28 mm?

Wer sich für eine aktuelle Leica Q interessiert, steht vor einer grundlegenden Entscheidung: Leica Q3 43 oder Leica Q3? Technisch sind sich beide Kameras sehr ähnlich. Der entscheidende Unterschied liegt im fest eingebauten Objektiv – und damit in der Art, wie man Motive sieht und fotografiert.

Die klassische Leica Q3 arbeitet mit dem lichtstarken Summilux 1:1,7/28 mm ASPH. Die Leica Q3 43 besitzt dagegen das speziell entwickelte APO-Summicron 1:2/43 ASPH. Damit stehen sich nicht einfach zwei Brennweiten gegenüber, sondern zwei unterschiedliche fotografische Konzepte.

Einen Überblick über die verschiedenen Generationen und Varianten finden Sie auf meiner Seite zum Leica Q System.

Merkmal Leica Q3 Leica Q3 43
Objektiv Summilux 1:1,7/28 mm ASPH. APO-Summicron 1:2/43 ASPH.
Brennweite 28 mm 43 mm
Lichtstärke f/1,7 f/2
Sensor Vollformat, bis 60 MP Vollformat, bis 60 MP
Digitale Brennweiten 28 / 35 / 50 / 75 / 90 mm 43 / 60 / 75 / 90 / 120 / 150 mm
Typische Stärke Umgebung und Motiv gemeinsam zeigen Motiv stärker isolieren und natürlicher abbilden
Besonders interessant für Reportage, Street, Reise, Landschaft, Architektur Street, Menschen, Porträt, Reise, Alltag und Details

Wann ist die Leica Q3 mit 28 mm die bessere Wahl?

Die 28 mm der Leica Q3 sind besonders stark, wenn das Umfeld Bestandteil des Bildes sein soll. Bei Reportagen, Architektur, Landschaft oder engeren Innenräumen lässt sich mit der Q3 viel Umgebung erfassen.

28 mm verlangen allerdings häufig, näher an das Motiv heranzugehen. Genau das kann bei Street- und Reportagefotografie gewünscht sein: Man befindet sich mitten im Geschehen und erhält Bilder mit einer ausgeprägteren räumlichen Wirkung.

Wann spricht mehr für die Leica Q3 43?

Die Leica Q3 43 spielt ihre Stärke aus, wenn das Motiv stärker im Mittelpunkt stehen soll. Bei Menschen, Details und vielen Alltagssituationen empfinde ich den 43-mm-Bildwinkel als ausgesprochen angenehm, weil weniger störende Umgebung ins Bild gelangt.

Gleichzeitig bleibt die Brennweite vielseitiger als ein klassisches kurzes Teleobjektiv. Man kann mit ihr Menschen fotografieren, ohne vollständig auf deren Umgebung zu verzichten, und ebenso gut Street-, Reise- oder Detailaufnahmen erstellen.

Der Digitalzoom erweitert beide Konzepte

Durch die hohe Sensorauflösung können beide Q3-Modelle zusätzliche Bildwinkel über digitale Ausschnitte simulieren. Bei der Q3 stehen neben 28 mm die Bildausschnitte 35, 50, 75 und 90 mm zur Verfügung. Die Q3 43 bietet entsprechend 43, 60, 75, 90, 120 und 150 mm.

Dabei sollte man im Hinterkopf behalten, dass diese Einstellungen keinen optischen Zoom ersetzen. Es handelt sich um Ausschnitte aus dem Sensorbild, wodurch mit zunehmendem Crop weniger Bildinformation beziehungsweise Auflösung zur Verfügung steht. Die hohe Ausgangsauflösung macht diese Funktion dennoch praktisch, wenn gelegentlich ein engerer Bildausschnitt benötigt wird.

Meine Empfehlung: Die Entscheidung zwischen Q3 und Q3 43 würde ich nicht anhand technischer Daten treffen. Die Brennweite sollte entscheiden. Wer 28 mm liebt und gern nah am Geschehen fotografiert, sollte bei der klassischen Q3 bleiben. Wer häufig beschneidet, sich einen ruhigeren Bildwinkel wünscht oder überwiegend Menschen und einzelne Motive fotografiert, findet in der Q3 43 wahrscheinlich das passendere Werkzeug.

APO-Summicron 1:2/43 ASPH. – das Herzstück der Leica Q3 43

Für mich ist das APO-Summicron 1:2/43 ASPH. der eigentliche Grund, sich näher mit der Leica Q3 43 zu beschäftigen. Während ein großer Teil der Technik von der Leica Q3 bekannt ist, wurde dieses Objektiv speziell für die 43-mm-Variante entwickelt.

Leica kombiniert eine Lichtstärke von f/2 mit einer apochromatischen Korrektur. Ziel dieser aufwendigen optischen Konstruktion ist es unter anderem, chromatische Aberrationen möglichst gering zu halten und eine hohe Abbildungsleistung zu erreichen.

Leica Q3 43 Seitenansicht mit APO-Summicron 1:2/43 ASPH.
Das fest eingebaute APO-Summicron 1:2/43 ASPH. ist das zentrale Unterscheidungsmerkmal der Leica Q3 43.

Warum ein APO-Summicron?

Die Bezeichnung APO steht bei Leica für eine besonders aufwendige Korrektur von Farbfehlern. Unterschiedliche Wellenlängen des sichtbaren Lichts sollen möglichst präzise auf derselben Bildebene zusammengeführt werden. Gerade an kontrastreichen Kanten können dadurch störende Farbsäume reduziert werden.

Bei einem fest eingebauten Objektiv kommt ein weiterer Vorteil hinzu: Objektiv und Kamera können sehr genau aufeinander abgestimmt werden. Das passt zum Grundgedanken der Q-Serie, bei der man bewusst auf Wechselobjektive verzichtet und dafür ein komplettes Kamerasystem aus einem Guss erhält.

Bildwirkung bei Blende 2

Mit einer maximalen Öffnung von f/2 ist das APO-Summicron etwas weniger lichtstark als das 28-mm-Summilux der klassischen Q3 mit f/1,7. In der fotografischen Praxis halte ich diesen Unterschied jedoch für wesentlich weniger entscheidend als den Unterschied der Brennweiten.

Durch die längeren 43 mm lassen sich Motive trotz f/2 gut vom Hintergrund lösen. Besonders bei Menschen, Details und Aufnahmen aus kürzerer Entfernung entsteht eine angenehme Staffelung zwischen Motiv und Hintergrund, ohne dass die Bildwirkung übertrieben erscheint.

Makromodus der Leica Q3 43

Wie die klassische Q besitzt auch die Leica Q3 43 einen integrierten Makromodus. Durch Drehen des entsprechenden Rings am Objektiv wird auf den Nahbereich umgeschaltet. Die Naheinstellgrenze reduziert sich dabei auf 26,5 cm.

Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten der fest eingebauten 43-mm-Brennweite deutlich. Blumen, kleinere Gegenstände, Details oder Strukturen lassen sich fotografieren, ohne dafür ein zusätzliches Makroobjektiv mitnehmen zu müssen.

Nahaufnahme einer Rose
Von mir mit der Leica Q3 43 im Nahbereich fotografiert: Die Makrofunktion erweitert die Einsatzmöglichkeiten des APO-Summicron 43 mm deutlich.

Schärfe ist nicht alles

Bei einem Objektiv dieser Klasse lässt sich schnell nur über maximale Schärfe sprechen. Für die fotografische Praxis finde ich jedoch mindestens ebenso wichtig, wie ein Objektiv Motive zeichnet und wie gut sich mit seiner Brennweite gestalten lässt.

Gerade darin liegt für mich die Stärke des 43-mm-Objektivs. Es verbindet eine sehr hohe Detailwiedergabe mit einem Bildwinkel, der für Menschen, Alltag, Street Photography und Details gleichermaßen interessant sein kann. Man muss seine Fotografie weniger stark an ein Weitwinkel anpassen als bei 28 mm.

Mein Eindruck aus der Praxis: Das APO-Summicron 43 mm ist für mich nicht einfach eine alternative Brennweite zum 28-mm-Summilux. Es verändert den Charakter der Leica Q. Gerade die Kombination aus 43 mm, hoher Sensorauflösung und Nahbereich macht die Q3 43 zu einer Kamera, mit der ich sehr unterschiedliche Motive fotografieren kann, ohne ein Objektiv wechseln zu müssen.

60-MP-Sensor der Leica Q3 43 – Bildqualität und Reserven

Die Leica Q3 43 arbeitet mit einem BSI-CMOS-Vollformatsensor und einer maximalen Auflösung von 60,3 Megapixeln. Durch die Triple Resolution Technology können Fotos außerdem mit 36 oder 18 Megapixeln aufgenommen werden.

Die hohe Auflösung passt besonders gut zum APO-Summicron 1:2/43 ASPH.. Für mich liegt der praktische Vorteil dabei nicht allein in möglichst großen Dateien. Interessanter sind die Detailreserven und die Möglichkeit, einen Bildausschnitt nachträglich stärker zu verändern, ohne sofort auf sehr kleine Dateien angewiesen zu sein.

60, 36 oder 18 Megapixel?

Nicht jede Aufnahme muss mit 60 Megapixeln fotografiert werden. Die Leica Q3 43 bietet deshalb drei Auflösungsstufen: 60, 36 und 18 MP. Dabei wird jeweils die gesamte Sensorfläche genutzt.

60 MP bieten die größten Reserven für feine Details, große Ausdrucke und Ausschnittvergrößerungen. 36 oder 18 MP können dagegen sinnvoll sein, wenn kleinere Dateien gewünscht werden und die maximale Auflösung für die jeweilige Aufnahme nicht benötigt wird.

Regnerische Szene am Wannsee in Berlin
Eigene Aufnahme mit der Leica Q3 43 am Wannsee in Berlin. Auch bei zurückhaltendem Licht zeigt sich die Kombination aus Vollformatsensor und APO-Summicron in der Praxis.

Crop-Modi – aus 43 mm werden bis zu 150 mm

Besonders interessant ist die hohe Sensorauflösung in Verbindung mit den digitalen Crop-Modi. Neben dem vollen Bildwinkel von 43 mm stehen bei der Leica Q3 43 die Ausschnitte 60, 75, 90, 120 und 150 mm zur Verfügung.

Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen optischen Zoom. Das APO-Summicron bleibt immer ein 43-mm-Objektiv. Die Kamera verwendet lediglich einen entsprechend kleineren Ausschnitt des Sensorbildes. Je stärker der Ausschnitt, desto geringer ist folglich die verbleibende Auflösung.

Bildwinkel Auflösung bei 60-MP-Ausgangsauflösung
43 mm60,3 MP
60 mmca. 31 MP
75 mmca. 20 MP
90 mmca. 14 MP
120 mmca. 8 MP
150 mmca. 5 MP

Wie sinnvoll sind 120 und 150 mm?

Die längsten Crop-Einstellungen würde ich nicht mit einem echten 120- oder 150-mm-Objektiv gleichsetzen. Dafür sinkt die verfügbare Auflösung zu deutlich. Für gelegentliche Aufnahmen oder eine spätere Verwendung in kleineren Formaten können sie trotzdem praktisch sein.

Wesentlich interessanter finde ich die moderateren Ausschnitte. Gerade 60 und 75 mm erweitern den Einsatzbereich der Q3 43, ohne die Reserven des 60-MP-Sensors sofort sehr stark zu reduzieren. Für Menschen und Details kann das im Alltag ausgesprochen nützlich sein.

Hohe Auflösung stellt auch hohe Anforderungen

60 Megapixel zeigen nicht nur viele Details, sondern machen auch Aufnahmefehler deutlicher sichtbar. Präzise Fokussierung und eine ausreichend kurze Verschlusszeit können deshalb wichtiger werden, wenn die maximale Detailauflösung tatsächlich genutzt werden soll.

Die integrierte optische Bildstabilisierung hilft bei statischen Motiven. Bewegungen des Motivs kann sie selbstverständlich nicht ausgleichen. Gerade bei Menschen oder Street Photography sollte deshalb weiterhin auf eine passende Verschlusszeit geachtet werden.

Aus meiner Praxis: Die 60 Megapixel sind für mich vor allem eine Reserve. Ich muss beim Fotografieren nicht ständig an maximale Auflösung denken, habe aber anschließend genügend Spielraum für Ausschnitte. Gerade bei einer Kamera mit fest eingebautem Objektiv ist das ein sinnvoller Vorteil.

Autofokus, Sucher und Bedienung der Leica Q3 43

Die Leica Q3 43 übernimmt das moderne Bedienkonzept der Leica Q3. Trotz ihrer umfangreichen digitalen Technik bleibt sie dabei eine vergleichsweise übersichtlich aufgebaute Kamera. Blende, Verschlusszeit und weitere zentrale Einstellungen lassen sich direkt bedienen, ohne für jede Änderung in das Menü wechseln zu müssen.

Gerade diese Verbindung aus moderner Technik und einer auf das Wesentliche reduzierten Bedienung gehört für mich zu den Stärken der Q-Serie. Wer von einer Leica M kommt, erhält deutlich mehr Automatik und Komfort, ohne dass sich die Kamera wie ein mit Funktionen überladenes System anfühlt.

Rückseite der Leica Q3 43 mit neigbarem Display und Sucher
Rückseite der Leica Q3 43 mit elektronischem Sucher und neigbarem Touchdisplay.

Hybrid-Autofokus mit Motiverkennung

Die Q3 43 arbeitet mit einem Hybrid-Autofokussystem, das verschiedene Verfahren zur Scharfstellung miteinander kombiniert. Hinzu kommt eine Motiverkennung, die unter anderem Menschen und deren Augen erkennen kann.

Das ist besonders bei Street Photography, Reportage und der Fotografie von Menschen hilfreich. Bei weit geöffneter Blende und kürzerer Aufnahmedistanz kann der Fokus gezielt auf dem Auge liegen, ohne dass jede Aufnahme manuell scharfgestellt werden muss.

Gleichzeitig bleibt die manuelle Fokussierung möglich. Der Fokusring am Objektiv erlaubt damit weiterhin eine bewusst klassische Arbeitsweise, wenn man die Schärfe lieber selbst festlegt.

Elektronischer Sucher mit hoher Auflösung

Der elektronische OLED-Sucher bietet eine Auflösung von 5,76 Millionen Bildpunkten. Er zeigt bereits vor der Aufnahme sehr genau, wie Bildausschnitt, Belichtung und viele Einstellungen wirken.

Für eine Kamera mit fest eingebauter Brennweite finde ich das besonders angenehm: Nach einiger Zeit kennt man den 43-mm-Bildwinkel sehr genau und kann sich beim Fotografieren stark auf Motiv und Bildaufbau konzentrieren.

Neigbares Display – praktisch, aber weiterhin dezent

Das 3-Zoll-Touchdisplay lässt sich nach oben und unten neigen. Damit sind Aufnahmen aus niedriger oder erhöhter Perspektive deutlich einfacher als mit einem fest eingebauten Monitor.

Gerade bei Street Photography kann das hilfreich sein. Die Kamera muss nicht immer bis vor das Auge genommen werden, sondern lässt sich beispielsweise auf Bauch- oder Hüfthöhe verwenden. Auch bei bodennahen Aufnahmen und im Makromodus ist das bewegliche Display praktisch.

Bedienung: weniger ist bei Leica oft mehr

Die Leica Q3 43 besitzt zahlreiche Einstellmöglichkeiten, versucht aber nicht, jede Funktion über eine eigene Taste zugänglich zu machen. Einige Bedienelemente können individuell belegt werden, sodass sich die Kamera an die eigene Arbeitsweise anpassen lässt.

Wer zum ersten Mal von einer Kamera mit sehr vielen Direktwahltasten auf eine Leica Q wechselt, benötigt möglicherweise etwas Eingewöhnung. Hat man die Kamera einmal passend eingerichtet, empfinde ich die reduzierte Bedienung jedoch eher als Vorteil.

Nur ein SD-Kartensteckplatz

Einen Punkt sehe ich kritischer: Die Q3 43 besitzt nur einen SD-Kartensteckplatz. Für die meisten Anwendungen ist das unproblematisch. Bei professionellen Aufträgen, bei denen eine unmittelbare Sicherung auf eine zweite Speicherkarte gewünscht wird, fehlt diese Möglichkeit jedoch.

Für mich ist das kein grundsätzliches Argument gegen die Kamera, sollte aber gerade von professionellen Fotografen vor dem Kauf berücksichtigt werden.

Mein Eindruck: Die Q3 43 bietet erheblich mehr technische Unterstützung als eine Leica M, ohne den Fotografen mit Bedienelementen zu erschlagen. Autofokus, hochauflösender Sucher und neigbares Display machen sie schnell und unkompliziert. Gleichzeitig kann man Blende und Fokus weiterhin ganz klassisch direkt am Objektiv kontrollieren.

Video – leistungsfähig, aber nicht der Schwerpunkt

Auch Video gehört zur Ausstattung der Leica Q3 43. Sie ermöglicht Videoaufnahmen bis hin zu 8K und unterstützt unter anderem professionelle Formate wie Apple ProRes sowie H.265. Bildstabilisierung und Autofokus stehen auch beim Filmen zur Verfügung.

Für Fotografen, die gelegentlich hochwertige Videos aufnehmen möchten, ist das eine interessante Ergänzung. Ich würde die Q3 43 dennoch in erster Linie als Fotokamera betrachten. Ihr besonderer Reiz liegt für mich in der Kombination aus Vollformatsensor und APO-Summicron 43 mm – nicht darin, eine spezialisierte Videokamera ersetzen zu wollen.

Leica Q3 43 in der Praxis – meine Erfahrungen

Technische Daten waren für mich bei der Leica Q3 43 nicht das eigentlich Spannende. Entscheidend war die Frage, wie sich eine Leica Q mit 43 mm im fotografischen Alltag anfühlt. Ich habe selbst mit der Kamera in unterschiedlichen Situationen fotografiert – von Menschen und Details bis zu Street- und Reportageaufnahmen.

Dabei bestätigt sich für mich vor allem eines: Die 43-mm-Brennweite verändert den Charakter der Leica Q deutlich. Ich muss weniger nah an mein Motiv herangehen als mit 28 mm und habe gleichzeitig nicht das Gefühl, mit einem klassischen Teleobjektiv zu fotografieren.

Menschen fotografieren mit 43 mm

Bei Menschen gefällt mir die Q3 43 besonders gut. Mit 28 mm muss man vergleichsweise nah herangehen, wenn eine Person einen größeren Teil des Bildes einnehmen soll. Dabei kann die Perspektive bereits deutlich weitwinklig wirken.

Mit 43 mm entsteht für mich eine natürlichere Distanz. Menschen lassen sich stärker in den Mittelpunkt stellen, ohne dass ihre Umgebung vollständig verschwindet. Gleichzeitig ermöglicht die Kombination aus 43 mm und Blende 2 eine angenehme Trennung zwischen Motiv und Hintergrund.

Frau bei einer Porträtaufnahme
Eigene Aufnahme mit der Leica Q3 43: Bei Menschen empfinde ich den natürlichen Bildwinkel des 43-mm-APO-Summicron als besonders angenehm.

Street und Reportage – etwas mehr Abstand zum Geschehen

Eine klassische Leica Q mit 28 mm fordert häufig dazu auf, sehr nah an eine Situation heranzugehen. Das kann großartige Reportagebilder erzeugen, ist aber nicht für jeden Fotografen und jedes Motiv ideal.

Mit der Q3 43 kann ich etwas mehr Abstand halten. Einzelne Personen, Gruppen oder Details lassen sich dadurch gezielter aus einer Szene herausarbeiten. Trotzdem bleibt noch genügend Umgebung erhalten, um den Zusammenhang der Aufnahme zu zeigen.

Menschen bei einer Reportageszene in Potsdam
Mit der Leica Q3 43 in Potsdam fotografiert: Das Motiv bleibt Teil seiner Umgebung, ohne dass der Bildwinkel ausgeprägt weitwinklig wirkt.

Eine Kamera für den fotografischen Alltag

Eine Festbrennweite muss für mich nicht bedeuten, dass eine Kamera nur für eine bestimmte Art der Fotografie geeignet ist. Gerade die 43 mm empfinde ich als erstaunlich universell.

Menschen, Straßenszenen, Reise, Details oder ein spontanes Motiv im Café – vieles lässt sich fotografieren, ohne dass ich ständig über eine andere Brennweite nachdenke. Natürlich gibt es Situationen, in denen ein echtes Weitwinkel oder Teleobjektiv geeigneter wäre. Das gehört zum Konzept einer Kamera mit fest eingebautem Objektiv.

Café-Szene in Braunfels
Alltagsszene in Braunfels, aufgenommen mit der Leica Q3 43. Für solche Motive empfinde ich 43 mm als sehr vielseitige Brennweite.

Als Leica-M-Fotograf ist mir die Arbeitsweise vertraut

Ich fotografiere seit vielen Jahren mit Leica M Kameras und Messsuchersystemen. Eine Kamera mit einer bewusst gewählten Festbrennweite empfinde ich deshalb nicht als Einschränkung. Im Gegenteil: Wenn ich mich auf einen Bildwinkel einlasse, denke ich beim Fotografieren weniger über die Ausrüstung und stärker über das eigentliche Bild nach.

Die Q3 43 verbindet diese Reduktion allerdings mit dem Komfort einer modernen Digitalkamera. Autofokus, elektronischer Sucher, Bildstabilisierung und neigbares Display machen sie wesentlich unkomplizierter als eine Leica M, ohne das Grundprinzip einer konzentrierten Arbeitsweise völlig aufzugeben.

Wo die Q3 43 an ihre Grenzen kommt

Die 43-mm-Brennweite ist vielseitig, aber natürlich nicht universell. In engen Innenräumen, bei Architektur oder weiten Landschaften können 28 mm deutlich geeigneter sein. Umgekehrt ersetzt auch der digitale Crop der Q3 43 kein echtes Teleobjektiv, wenn regelmäßig größere Distanzen überbrückt werden müssen.

Genau deshalb sollte die Entscheidung für die Q3 43 bewusst getroffen werden. Wer versucht, mit einer Festbrennweitenkamera jede denkbare fotografische Situation abzudecken, wird zwangsläufig Kompromisse eingehen. Wer dagegen 43 mm als seinen bevorzugten Bildwinkel entdeckt, erhält ein sehr geschlossenes Kamerakonzept.

Meine persönliche Erfahrung: Für mich liegt der Reiz der Leica Q3 43 nicht darin, möglichst viele Funktionen in einer Kamera zu besitzen. Entscheidend ist das APO-Summicron 43 mm. Die Brennweite entspricht meiner Art zu fotografieren sehr gut und macht die Q3 43 für mich zu einer interessanteren Alternative als eine klassische Q mit 28 mm.

Stärken und Schwächen der Leica Q3 43

Die Leica Q3 43 ist eine außergewöhnlich hochwertige Kamera, aber nicht automatisch die richtige Wahl für jeden Fotografen. Gerade das konsequente Konzept aus Vollformatsensor und fest eingebautem 43-mm-Objektiv ist gleichzeitig ihre größte Stärke und ihre wichtigste Einschränkung.

Stärken Schwächen
APO-Summicron 1:2/43 ASPH. mit sehr hoher Abbildungsleistung Fest eingebautes Objektiv – kein Brennweitenwechsel möglich
Natürlicher 43-mm-Bildwinkel 43 mm können für Architektur, enge Räume und weite Landschaften zu eng sein
60-MP-Vollformatsensor mit großen Reserven für Ausschnitte Große 60-MP-Dateien benötigen entsprechend Speicherplatz
Praktische Crop-Modi bis 150 mm Starke Crops reduzieren die verbleibende Auflösung deutlich
Integrierter Makromodus Kein Ersatz für ein spezialisiertes Makroobjektiv
Autofokus, Bildstabilisierung und hochauflösender Sucher Nur ein SD-Kartensteckplatz
Neigbares Display und reduzierte Leica-Bedienung Hoher Anschaffungspreis

Die größte Stärke ist gleichzeitig die wichtigste Entscheidung

Für mich lässt sich die Q3 43 deshalb nicht allein anhand ihrer technischen Daten beurteilen. Der 60-MP-Sensor, der hochauflösende Sucher oder der moderne Autofokus sind zweifellos wichtig. Entscheidend sind aber die 43 mm.

Wer diesen Bildwinkel mag, bekommt ein sehr geschlossenes System aus Kamera und Objektiv. Wer dagegen regelmäßig zwischen Weitwinkel, Normal- und Telebrennweiten wechseln möchte, wird mit einer Kamera mit Wechselobjektiven wahrscheinlich besser bedient sein.

Auch der hohe Preis gehört zur Bewertung

Eine Leica Q3 43 ist eine erhebliche Investition. Der Preis relativiert sich etwas, wenn man berücksichtigt, dass Kamera und hochwertiges APO-Summicron eine fest aufeinander abgestimmte Einheit bilden. Trotzdem bleibt sie eine hochpreisige Kamera.

Deshalb würde ich vor dem Kauf nicht allein danach entscheiden, ob die Q3 43 technisch überzeugt. Viel wichtiger ist die Frage, ob man sich dauerhaft auf 43 mm als Ausgangsbrennweite einlassen möchte. Wer diese Frage mit Ja beantworten kann, nutzt wesentlich mehr von dem, was die Kamera besonders macht.

Kurz zusammengefasst: Die Q3 43 überzeugt mich vor allem durch ihr APO-Summicron, den natürlichen Bildwinkel und die Kombination aus hoher Bildqualität und unkomplizierter Bedienung. Ihre Nachteile entstehen überwiegend aus demselben konsequenten Konzept: 43 mm sind festgelegt – und genau dazu muss die eigene Fotografie passen.

Für wen lohnt sich die Leica Q3 43?

Die Leica Q3 43 ist besonders interessant für Fotografen, die bewusst mit einer festen Brennweite arbeiten möchten und denen die klassischen 28 mm der Leica Q zu weit sind. Wer häufig mit 35 oder 50 mm fotografiert, dürfte sich mit dem Bildwinkel von 43 mm schnell vertraut fühlen.

Besonders gut passt die Q3 43 aus meiner Sicht zu Fotografen, die Menschen, Street, Reportage, Reise, Alltag und Details fotografieren. Hier bietet die Brennweite eine gute Balance zwischen Nähe zum Motiv und Einbeziehung der Umgebung.

Die Leica Q3 43 passt besonders gut, wenn Sie …

  • eine hochwertige Vollformatkamera mit festem Objektiv suchen,
  • 43 mm als natürliche und vielseitige Brennweite empfinden,
  • häufig Menschen, Street, Reise oder Details fotografieren,
  • eine hohe Auflösung und Reserven für Ausschnitte wünschen,
  • Autofokus und moderne Technik mit einer reduzierten Bedienung verbinden möchten,
  • bewusst auf den regelmäßigen Objektivwechsel verzichten können.

Für wen ist die Q3 43 eher nicht die richtige Kamera?

Weniger geeignet ist sie, wenn regelmäßig ein echtes Weitwinkel benötigt wird. Für Architektur, Innenräume oder weitläufige Landschaften bietet die Leica Q3 mit 28 mm deutlich mehr Spielraum.

Auch Fotografen, die häufig starke Telebrennweiten benötigen oder unterschiedliche Objektivcharaktere einsetzen möchten, sollten überlegen, ob ein System mit Wechselobjektiven nicht die bessere Wahl ist. Die digitalen Crop-Modi erweitern die Möglichkeiten der Q3 43, ersetzen aber kein echtes Teleobjektiv.

Q3 43 als Ergänzung zu einer Leica M?

Gerade für Fotografen des Leica M Systems kann die Q3 43 eine interessante Ergänzung sein. Sie bietet eine ähnliche Konzentration auf eine bewusst gewählte Brennweite, ergänzt diese Arbeitsweise aber um Autofokus, elektronischen Sucher, Bildstabilisierung und ein neigbares Display.

Für mich liegt darin ein besonderer Reiz: Die Q3 43 ersetzt eine Leica M nicht – und versucht das auch nicht. Sie bietet vielmehr eine andere, deutlich schnellere Arbeitsweise, ohne dass man auf eine hochwertige Festbrennweite verzichten muss.

Meine Empfehlung: Vor dem Kauf würde ich weniger über 60 Megapixel, Autofokus oder einzelne Ausstattungsmerkmale nachdenken. Fotografieren Sie gedanklich einige Tage ausschließlich mit 43 mm. Wenn dieser Bildwinkel zu Ihrer Fotografie passt, ist die Leica Q3 43 ein außergewöhnlich geschlossenes und vielseitiges Kamerakonzept.

Leica Q3 43 neu oder gebraucht kaufen?

Wer sich für eine Leica Q3 43 entschieden hat, steht irgendwann vor der Frage: neu kaufen oder nach einem guten gebrauchten Exemplar suchen? Gerade bei einer hochwertigen Leica kann der Gebrauchtkauf interessant sein – vorausgesetzt, Zustand und Funktion der Kamera werden sorgfältig geprüft.

Da die Q3 43 noch zu den jüngeren Modellen der Q-Serie gehört, können gebrauchte Exemplare eine interessante Alternative zum Neukauf sein. Entscheidend ist für mich dabei nicht allein ein möglichst niedriger Preis. Eine nachvollziehbare Vorgeschichte und ein technisch einwandfreier Zustand sind bei einer Kamera dieser Preisklasse mindestens ebenso wichtig.

Worauf sollte man bei einer gebrauchten Leica Q3 43 achten?

  • APO-Summicron 43 mm: Front- und Hinterlinse auf Kratzer oder Beschädigungen prüfen sowie Fokus- und Makromechanik kontrollieren.
  • Autofokus: Die Scharfstellung sollte zuverlässig und ohne Auffälligkeiten arbeiten.
  • Sensor: Eine Testaufnahme bei geschlossener Blende kann helfen, auffällige Verschmutzungen zu erkennen.
  • Sucher und Display: Elektronischen Sucher, Touchfunktion und den Mechanismus des neigbaren Displays kontrollieren.
  • Bedienelemente: Einstellräder, Tasten, Blendenring und Verschlusszeitenrad sollten sauber funktionieren.
  • Gehäuse: Gebrauchsspuren sind nicht automatisch problematisch. Stärkere Stoßstellen können dagegen auf einen Sturz oder unsachgemäße Behandlung hinweisen.
  • Lieferumfang: Originalakku, Ladezubehör, Gegenlichtblende, Deckel, Verpackung und vorhandene Kaufunterlagen können bei einem späteren Wiederverkauf von Vorteil sein.

Zustand ist wichtiger als minimale Gebrauchsspuren

Eine gebrauchte Leica muss für mich nicht vollkommen frei von Gebrauchsspuren sein. Eine Kamera, die tatsächlich zum Fotografieren benutzt wurde, darf das auch zeigen. Wichtiger ist, dass Objektiv, Mechanik und Elektronik zuverlässig funktionieren.

Bei der Q3 43 würde ich dem fest eingebauten APO-Summicron besondere Aufmerksamkeit schenken. Anders als bei einer Systemkamera lässt sich das Objektiv nicht einfach gegen ein anderes Exemplar austauschen. Kamera und Objektiv bilden eine feste Einheit.

Mein Rat beim Gebrauchtkauf: Nicht das optisch schönste oder billigste Angebot ist automatisch das beste. Bei einer Leica Q3 43 würde ich einen nachvollziehbaren Zustand und eine sorgfältige technische Prüfung höher bewerten als einige hundert Euro Preisunterschied.

Leica Q3 43 Pre-Owned bei Roter Punkt Kamera

Bei Roter Punkt Kamera finden Sie regelmäßig gebrauchte Leica Kameras aus der Q-Serie. Verfügbare Exemplare wechseln naturgemäß, da wir ausschließlich tatsächlich vorhandene Pre-Owned-Kameras anbieten.

Mein Fazit zur Leica Q3 43

Die Leica Q3 43 ist für mich eine der interessantesten Varianten innerhalb der Q-Serie. Nicht, weil sie grundsätzlich die bessere Leica Q wäre, sondern weil sie mit ihren 43 mm eine andere fotografische Arbeitsweise ermöglicht.

Als Fotograf, der seit vielen Jahren mit Leica M Kameras und Festbrennweiten arbeitet, liegt mir dieses Konzept. Ich möchte beim Fotografieren nicht ständig zwischen verschiedenen Objektiven wählen müssen. Eine Kamera, deren Bildwinkel man irgendwann intuitiv kennt, kann die Konzentration auf das eigentliche Motiv erheblich erleichtern.

Genau hier überzeugt mich die Q3 43. Das APO-Summicron 1:2/43 ASPH. ist für mich das Herzstück der Kamera. 43 mm empfinde ich bei Menschen, Street Photography, Reportage und vielen Alltagssituationen als sehr angenehm. Das Motiv erhält mehr Gewicht als bei 28 mm, ohne dass die Umgebung vollständig verloren geht.

Trotzdem würde ich die Q3 43 nicht jedem empfehlen. Wer den weiten Bildwinkel einer klassischen Leica Q liebt, häufig Architektur oder Landschaft fotografiert oder bewusst sehr nah am Geschehen arbeitet, kann mit der Leica Q3 und ihren 28 mm besser bedient sein. Und wer regelmäßig völlig unterschiedliche Brennweiten benötigt, sollte ohnehin über ein System mit Wechselobjektiven nachdenken.

Für mich entscheidet deshalb nicht die Technik zwischen Q3 und Q3 43, sondern der Bildwinkel. Wenn 43 mm zur eigenen Art zu fotografieren passen, ist die Leica Q3 43 ein außergewöhnlich stimmiges Gesamtkonzept aus Kamera, Sensor und Objektiv.

Häufige Fragen zur Leica Q3 43

Die Leica Q3 43 unterscheidet sich vor allem durch ihre besondere 43-mm-Brennweite von der klassischen Leica Q3. Hier beantworte ich die wichtigsten Fragen zu Objektiv, Bildqualität, Brennweite, Praxiseinsatz und Gebrauchtkauf.

1. Was ist der Unterschied zwischen Leica Q3 und Leica Q3 43?

Der wichtigste Unterschied ist das fest eingebaute Objektiv. Die Leica Q3 besitzt ein Summilux 1:1,7/28 mm ASPH., während die Leica Q3 43 mit einem APO-Summicron 1:2/43 ASPH. ausgestattet ist. Sensor, grundlegendes Bedienkonzept und viele technische Funktionen sind sehr ähnlich. Die Entscheidung zwischen beiden Kameras ist deshalb vor allem eine Entscheidung zwischen 28 und 43 mm.

2. Warum hat die Leica Q3 43 eine Brennweite von 43 mm?

43 mm liegen sehr nahe an der Diagonale des Kleinbildformats. Dadurch entsteht ein natürlicher Bildwinkel zwischen den klassischen Brennweiten 35 und 50 mm. Im Vergleich zu 28 mm rückt das Motiv stärker in den Mittelpunkt, ohne die Wirkung eines Teleobjektivs zu erzeugen.

3. Welches Objektiv hat die Leica Q3 43?

Die Leica Q3 43 besitzt ein fest eingebautes APO-Summicron 1:2/43 ASPH. Das speziell für diese Kamera entwickelte Objektiv bietet eine maximale Lichtstärke von f/2, eine apochromatische Korrektur, optische Bildstabilisierung und einen integrierten Makromodus.

4. Kann man bei der Leica Q3 43 das Objektiv wechseln?

Nein. Das APO-Summicron 43 mm ist fest mit der Kamera verbunden. Kamera, Sensor und Objektiv bilden eine aufeinander abgestimmte Einheit. Wer regelmäßig unterschiedliche Objektive verwenden möchte, sollte eher ein System wie Leica M oder Leica SL in Betracht ziehen.

5. Ist die Leica Q3 43 für Porträts geeignet?

Ja. Die 43-mm-Brennweite eignet sich sehr gut für Menschen und umgebungsbezogene Porträts. Gegenüber 28 mm kann mit etwas mehr Abstand fotografiert werden. Gleichzeitig ermöglicht Blende 2 eine angenehme Trennung zwischen Motiv und Hintergrund. Für sehr enge Kopfporträts können längere Brennweiten allerdings geeigneter sein.

6. Eignet sich die Leica Q3 43 für Street Photography?

Ja. Für Street Photography ist der 43-mm-Bildwinkel interessant, weil man nicht so nah an das Motiv herangehen muss wie mit 28 mm. Personen und Details lassen sich stärker hervorheben, während noch genügend Umgebung erhalten bleibt, um den Zusammenhang einer Szene zu zeigen.

7. Hat die Leica Q3 43 einen Makromodus?

Ja. Das APO-Summicron 1:2/43 ASPH. besitzt einen integrierten Makromodus. Im Makrobereich beträgt die Naheinstellgrenze 26,5 cm. Dadurch eignet sich die Kamera auch für Blumen, kleinere Gegenstände und Detailaufnahmen.

8. Wie viele Megapixel hat die Leica Q3 43?

Der BSI-CMOS-Vollformatsensor der Leica Q3 43 bietet effektiv 60,3 Megapixel. Mit der Triple Resolution Technology kann außerdem mit 36,5 beziehungsweise 18,6 Megapixeln fotografiert werden. Dabei wird jeweils die gesamte Sensorfläche genutzt.

9. Welche digitalen Brennweiten bietet die Leica Q3 43?

Neben dem vollständigen 43-mm-Bildwinkel bietet die Leica Q3 43 digitale Ausschnitte entsprechend 60, 75, 90, 120 und 150 mm. Dabei handelt es sich nicht um einen optischen Zoom, sondern um Ausschnitte des Sensorbildes. Mit zunehmendem Crop reduziert sich deshalb die verbleibende Auflösung.

10. Hat die Leica Q3 43 einen Bildstabilisator?

Ja. Die Leica Q3 43 verfügt über eine optische Bildstabilisierung. Sie hilft dabei, Verwacklungen der Kamera zu reduzieren. Bewegungen des Motivs kann sie jedoch nicht ausgleichen, weshalb insbesondere bei Menschen und bewegten Motiven weiterhin auf eine ausreichend kurze Verschlusszeit geachtet werden sollte.

11. Lohnt sich eine gebrauchte Leica Q3 43?

Eine gut erhaltene gebrauchte Leica Q3 43 kann eine interessante Alternative zum Neukauf sein. Wichtig sind insbesondere der Zustand des fest eingebauten APO-Summicron, Autofokus, Sensor, Sucher, Display, Makromechanik und Bedienelemente. Ein technisch einwandfreies Exemplar ist wichtiger als minimale Gebrauchsspuren am Gehäuse.

12. Leica Q3 oder Q3 43 – welche sollte man kaufen?

Entscheidend ist vor allem die bevorzugte Brennweite. Wer gern weitwinklig fotografiert, viel Umgebung einbezieht und häufig Architektur, Landschaft oder klassische Reportage fotografiert, ist mit den 28 mm der Leica Q3 meist besser bedient. Wer einen natürlicheren und etwas engeren Bildwinkel für Menschen, Street, Reise und Alltag bevorzugt, sollte sich die Leica Q3 43 genauer ansehen.

Fotos:

  • Titelfoto HKB
  • Kamerafotos und weitere: © Leica Camera AG
  • Horst K. Berghäuser

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