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Mit der Leica IIIf, die zu den kleinsten und leichtesten Leica Kameras gehört, bekommen Sie Fotos in ultrahoher Qualität. Damals wurden davon ca. 180.000 Stück gebaut, eine davon gehört mir dem Autor dieser Zeilen. Durch die hohe Stückzahl bietet sie heute einen kostengünstigen Einstieg in die analoge Fotografie. Die Kamera kostete 1954, so wie oben dargestellt mit einem Objektiv ƒ2.0 50mm genau 990,– DM bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von ca. 4.200 DM. Das war ein Vermögen. Ähnlich wie heute, denn aktuell kostet eine Leica M10-R mit einem entsprechenden Objektiv ca. 12.000 Euro bei einem durchschnittlichen Einkommen von 58.785 EUR (in 2020).

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Im Vergleich zu den heutigen digitalen Kameras sieht die Leica IIIf schon sehr urig aus mit den Knöpfen und Rädern.

Die LEICA IIIf, mit Schraubgewinde für die Objektive, ist deutlich kleiner und leichter als jede Leica M-Kamera. Sie ist so leicht, dass ich oft vergesse, dass ich sie dabei habe.

Die Leica IIIf ist oft leiser als die modernen LEICA M-Kameras. Mit anderen Worten, sie macht das, was sie am besten kann, aber noch besser. Sie ist um ein Vielfaches leiser als die digitale LEICA M 240 .

Die Leica IIIf wiegt nur zwei Drittel so viel wie eine typische LEICA M. Sie wiegt nur halb so viel wie die meisten DSLRs und weniger als ein Drittel wie eine Pro-DSLR und liefert eine bessere Bildqualität.

Sie hat die gleiche Form wie LEICA M-Kameras, ist jedoch in jeder Dimension etwas kleiner. LEICA M-Kameras sind größer als die älteren Schraubkameras, und digitale M-Kameras sind noch etwas größer geworden. Erst die M10-R kehrt wieder langsam zu den alten Maßen zurück.

Die Leica IIIf ist eine hervorragende über 60 Jahre alte Kamera. Diese Kamera wurde von 1950 bis 1957 gebaut und verkauft. 1957 dann abgelöst von der IIIg. Mit schwarzem Zifferblatt wurden von 1950 bis 1953 70.000 Stück gefertigt. 1952-1953 wurden dann 53.000 Stück mit rotem Zifferblatt. gebaut. Und von 1954 bis 1957 immerhin noch 55.733 Stück mit Selbstauslöser. In Midland (Kanada) wurden zwischen 1952 und 1956 insgesamt 5.367 Stück gebaut. Und das alles, obwohl schon 1954 der Verkauf und die Produktion der M3 begonnen hatte.

Eine Leica IIIf komplett mit Elmar Objektiv, Aufsatzfilter (FIGRO), Streulichtblende, Lederhülle und originalem Karton
Eine Leica IIIf komplett mit Elmar Objektiv, Aufsatzfilter (FIGRO), Streulichtblende, Lederhülle und originalem Karton

Meine persönliche Leica IIIf

Das ist meine persönliche Leica IIIf, Baujahr 1953
Das ist meine persönliche Leica IIIf, Baujahr 1953

Meine eigene Leica IIIf stammt aus dem Jahr 1953 und wurde damals von meinem Großvater gekauft. Sein Schwager Fritz arbeitete bei Ernst Leitz Wetzlar und dieser konnte die Kamera etwas günstiger kaufen und dann an meinen Großvater weitergeben. Das alles geschah vier Jahre vor meiner Geburt.

Im gleichen Jahr (1953) fotografierte mein Großvater die Goldene Hochzeit seiner Eltern. Es wurden weniger als 30 Fotos geschossen, woran man erkennen kann, wie wertvoll ein Foto damals war und mit welchen Argusaugen auf die wertvolle Kamera aufgepasst wurde.

Leica IIIf 1953 fotografiert
goldene Hochzeit meines Urgroßvaters, von seinem Sohn, meinem Großvater mit der Leica IIIf 1953 fotografiert. Meine Mutter hintere Reihe zweite von links. Ganz rechts meine Tante Irmgard siehe auch nächstes Foto.

Im nächsten Jahr war meine Tante Irmgard soweit um in der Dorfschule eingeschult zu werden. Es gab, wie man mir irgendwann erzählte ein großes Fest und die Verwandten kamen zu Besuch um die neue Schülerin zu beglückwünschen. Meines Wissens wurden davon gerade mal 5 Fotos belichtet. Großvater war ein sparsamer Mann.

Foto mit der IIIf aufgenommen 1953
Tante Irmgard an ihrem ersten Schultag, fotografiert von Großvater mit seiner IIIf

Auch meine Leica IIIf begleitete mich noch während meiner Zeit als Fotograf hin und wieder. Meist nahm ich sie mit zu Menschen, die sich für die Fotografie interessierten. Unser ehemaliger Bundeskanzler Helmut Schmidt war solch ein Mensch. Er interessierte sich sehr für alles, was mit der Fotografie zu tun hatte. Ich erinnere mich noch bei einem unserer ersten Termine war ich sehr aufgeregt, als er das merkte brachte er das Gespräch auf meine Leica M6 die ich dabei hatte. Ganz neben her sagte er dann, dass es sinnvoller sei, wenn ich die Blendeneinstellung noch verändere bevor ich die Porträts mit ihm schoss. Er hatte recht, durch meine Aufregung war an der Kamera alles falsch eingestellt. Hier ein Foto aus späterer Zeit aufgenommen mit der Leica IIIf, über die wir uns dann auch unterhielten.

Foto mit der Leica IIIf von Helmut Schmidt
© Horst K. Berghäuser – Helmut Schmidt 1991 aufgenommen mit meiner Leica IIIf von 1953

Das Fotografieren mit der Leica IIIf

Fakten wie „1 / 1.000 Sekunden Verschlusszeit“ oder „Basislänge des längeren Entfernungsmessers“ sind Fakten, aber subjektive Beobachtungen wie „einfach zu bedienen“ müssen aus Ihrer eigenen Sicht betrachtet werden.

Die Leica IIIf ist wirklich sehr leise und dezent beim Auslösen, allerdings muss man schon eine ganze Reihe an Hebeln und Rädern bedienen, bevor man zum ersten mal Abdrücken kann.

Sie ist eine wundervolle Kamera für die Natur- und Reisefotografie, sowie Landschaftsfotografie und Reportage. Allerdings nicht so gut wie die Leica M3.

Wer auf retro und analoge Fotografie steht, der weiß, dass diese Kameras einige Vorteile gegenüber den digitalen Nachfolgern hat. Aber leider ist die analoge Fotografie recht teuer geworden. Für einen normalen Kodak Film muss ich ca. 7 Euro zahlen, dazu kommt die Entwicklung. Ein nicht billiger Spaß im Vergleich zu den Digitalkameras. Aber auch eine tolle Entschleunigung und Reduzierung auf das Wesentliche bei der Fotografie. Die Spannung bleibt bis der Film entwickelt wurde.

Leica IIIf
Meine Leica IIIf

Die Leica IIIf in den 1950er Jahre

Der größte Teil dieses Beitrags geht auf die 1950er Jahre zurück, als die Leica IIIf die außergewöhnlichste Kamera war, die jemals entwickelt wurde, und die unglaublich teuerste Traumkamera, die jeder haben wollte. Den Preis für Deutschland habe ich oben schon genannt. In den USA kostete die Kamera mit Standard-Objektiv 50mm damals satte 3.500 Dollar.

Es gibt viele „orthodoxe Leica-Anhänger“ die glauben, dass eine Leica immer noch so aufgebaut sein sollte, wie der „Prophet“ Oskar Barnack sie entwickelt hätte.

Was auch immer sich die Entwickler später noch ausgedacht haben – Parallaxenkorrektur hier, Hebel statt Knopf dort – für Puristen ist das alles nur überflüssiges Technik-Geschwurbel. Solcher Schnickschnack bringt sie aus dem Gleichgewicht ihrer fotografischen Meditation und gilt unter Eingeweihten als finstere Versuchung des Kamera-Luzifers.

Für diese eingeschworene Gemeinde ist die Leica IIIf das heilige Gralglas, die letzte wahre Manifestation des großen Fotopropheten. Denn sie ist genau so gebaut, wie der Schöpfer der Messsucherwelt sie sich in seiner Weisheit gedacht hat.

Fotos der Kamera Legende Leica IIIf

Leica IIIf von 1953
Leica IIIf von 1953
Leica IIIf von hinten
Leica IIIf von hinten
Leica IIIf von unten mit Objektiv
Leica IIIf von unten mit Objektiv
Leica IIIf Blick von oben
Leica IIIf Blick von oben

Die Leica IIIf gilt – wie bereits angedeutet – als das beliebteste Schraubgewinde-Modell aus dem Hause Ernst Leitz Wetzlar. Rund 180.000 Exemplare wurden produziert, wobei ein kleiner Teil davon sogar im kanadischen Midland gefertigt wurde.

Bis zum Sommer 1950 war die IIIf noch ein wohlgehütetes Gerücht. Potenzielle Käufer wurden ermutigt, zur Leica IIIc zu greifen, da offiziell keine neue Kamera in Aussicht stand. Doch pünktlich zur Weihnachtssaison 1950 lüftete Leica das Geheimnis und präsentierte das neue Highlight der Schraubleica-Serie: die Leica IIIf.

Was ihre Geräuschkulisse betrifft, übertrifft sie viele spätere Leica M-Modelle in Sachen Lautstärkereduktion – insbesondere im Vergleich zu den digitalen Vertretern der M-Serie. (Anmerkung: Seit März 2021 ist bekannt, dass die Leica M10-R nochmals deutlich leiser arbeitet.)

Ein besonderes technisches Merkmal der IIIf ist ihr 1,5-fach vergrößerter Entfernungsmesser, der durch eine größere effektive Messbasis eine besonders präzise Scharfeinstellung ermöglicht – sogar präziser als bei vielen Leica M-Kameras.

Tatsächlich bietet der Entfernungsmesser der IIIf eine messbar längere effektive Basis als etwa die digitale Leica M9 – was sich spürbar in der Fokussiergenauigkeit niederschlägt.

Wie bei klassischen Modellen üblich, sind Sucher und Entfernungsmesser getrennt: Man blickt zunächst durch das eine Fenster, um die Entfernung korrekt einzustellen, und wechselt dann zum zweiten Okular, um das Bild zu komponieren und auszulösen.

Sucher bei der IIIf
Leica IIIf Sucherfenster

LEICA IIIf Entfernungsmesser und Sucherfenster

Das 1,5-fach vergrößerte Entfernungsmesserteleskop der Leica IIIf benötigt in vielen Fällen eine eigene Dioptrieneinstellung. Dieser Fokus kann individuell angepasst werden, um das Messbild optimal sichtbar zu machen – was wiederum eine präzise Scharfeinstellung der Kamera selbst ermöglicht. Die entsprechende Justierung erfolgt über einen kleinen Hebel rund um den Rückspulknopf.

Der Sucher der Leica IIIf ist im Vergleich zu späteren Leica M-Modellen zwar etwas kleiner, aber dafür deutlich heller. Das liegt daran, dass Sucher und Entfernungsmesser bei der IIIf getrennt sind. Anders als bei neueren Kameras muss der Sucher nicht abgedunkelt werden, um die Kontrastlinie des Messfelds sichtbar zu machen – ein Vorteil in puncto Klarheit und natürlicher Bildkomposition. Der eigentliche Entfernungsmesser befindet sich in einem separaten, vergrößerten Fenster.

Rückblickend hätten sich im Jahr 1950 sicher viele Fotografen gewünscht, dieses Modell unterm Weihnachtsbaum vorzufinden – so groß war der Reiz der damals neuen IIIf.

Die Leica IIIf gilt als das technisch ausgereifteste Modell innerhalb der Schraubleica-Reihe. Sie vereint über drei Jahrzehnte Ingenieurskunst, die ihren Ursprung im ersten Prototyp von Oskar Barnack aus dem Jahr 1913 hat.

Eine der nennenswerten Neuerungen ist die integrierte Filmanzeige im Filmtransportknopf. Sie zeigt sowohl den verwendeten Filmtyp (Farb- oder Schwarzweißfilm) als auch die empfindlichkeitsrelevanten Werte in ASA und Weston. Optional war auch eine Variante erhältlich, bei der zusätzlich DIN-Werte anstelle von Weston integriert waren – was besonders für europäische Fotografen relevant war.

ISO Einstellrad bei der Leica IIIf
Leica IIIf ISO Einstellung und ASA

Die Leica IIIg, produziert zwischen 1957 und 1960, wurde kurioserweise erst nach dem Erscheinen der modernen Leica M3 (1954) eingeführt. Sie übernahm einige Komfortfunktionen aus der M-Serie – wie Parallaxenausgleich und Mehrfach-Sucherrahmen – was unter Leica-Puristen als unnötiger Kompromiss gilt. Traditionelle Fans lehnen solche Features meist ab, da sie in ihren Augen die Ursprünglichkeit der klassischen Schraubleicas verwässern.

Bei der Leica IIIf hingegen ist für Objektive außerhalb der Standardbrennweite von 50 mm in der Regel entsprechendes Zubehör notwendig – etwa separate Sucheraufsätze. Das stellt jedoch kaum eine Einschränkung dar, denn viele erfahrene Fotografen nutzen ohnehin ausschließlich ein 50-mm-Objektiv – und das ganz bewusst.

Zubehörteile gelten unter Puristen oft als störend, sowohl in der Handhabung als auch in der Ästhetik. Manche eingefleischte Leica-Anhänger vertreten die Meinung, dass Leica die Mehrfachrahmen-Sucher der M-Serie nicht aus praktischen Gründen einführte, sondern um den Absatz zusätzlicher Objektive zu steigern – nicht unbedingt, um bessere Bilder zu ermöglichen.

Trotz ihres Alters von fast 70 Jahren beeindruckt die Leica IIIf nach wie vor durch ihre Qualität. Der Sucher ist hell und klar – zwar nicht so groß wie der der M3, aber für die damalige Zeit überdurchschnittlich gut und dem vieler Mitbewerber überlegen.

Diejenigen, die der IIIf heute noch den Vorzug gegenüber modernen Digitalkameras geben, sind häufig Menschen, die der Überzeugung sind, dass „früher alles besser war“. Manchmal vergessen sie dabei den Nachsatz: …aber nicht alles.

Für statische Motive wie Natur- oder Landschaftsaufnahmen ist die Leica IIIf hervorragend geeignet. Wenn es jedoch um Bewegung oder dynamische Situationen geht – etwa in der Street- oder Reportagefotografie –, sind moderne Kameras wie die Leica M8, M9 oder M10 deutlich im Vorteil. Im Vergleich fällt die manuelle Handhabung der IIIf spürbar langsamer aus.

Ein kleines, aber typisches Detail: Der Bildzähler der IIIf muss bei jedem Filmwechsel manuell auf Null gestellt werden. Positiv fällt dabei jedoch auf, dass die Anzeige deutlich größer und übersichtlicher ist als bei vielen späteren Leica-Modellen. Da die komplette Skala gut ablesbar bleibt, erkennt man den aktuellen Stand der Filmrolle auf einen Blick.

Ein weiteres klassisches Merkmal: Vor dem Einlegen des Films muss man die ersten ca. 10 cm der Filmlasche mit einer Schere anschneiden. Andernfalls kann es vorkommen, dass die Perforation nicht korrekt greift und der Film nicht zuverlässig transportiert wird.

Für den Blitzanschluss, dafür steht das „f“ der IIIf

Ein herausragendes Merkmal der Leica IIIf, das insbesondere in den späten 1950er-Jahren von Bedeutung war, ist ihre außergewöhnlich flexible Blitzsynchronisation. Die Kamera ermöglicht eine präzise Synchronisation mit nahezu allen gängigen Blitzsystemen – und das bei Verschlusszeiten bis zu 1/1000 Sekunde.

Dabei unterstützt die IIIf sowohl klassische Blitzlampen (Typ FP und M) als auch elektronische Blitzgeräte in beiden Betriebsarten – also verzögert (M-Sync) und unverzögert (X-Sync). Diese Vielseitigkeit machte sie damals zu einer der technisch fortschrittlichsten Schraubleicas.

Allerdings gilt ein physikalisch bedingter Kompromiss bei der Nutzung elektronischer Blitze: Selbst bei korrekter Synchronzeit kommt es ab etwa 1/50 Sekunde zu einer teilweisen Abschattung des Bildes – ein Effekt, der durch die begrenzte Abbrennzeit des Blitzes in Verbindung mit dem Schlitzverschluss entsteht.

Anders verhält es sich bei der Verwendung von FP-Blitzlampen (Focal Plane): Diese speziell entwickelten Blitzbirnen brennen deutlich länger und ermöglichen dadurch vollständig ausgeleuchtete Aufnahmen selbst bei den kürzesten Verschlusszeiten, bis hin zu 1/1000 Sekunde – eine Eigenschaft, die die IIIf besonders für anspruchsvolle Blitzfotografie attraktiv machte.

Blitzanschluss bei der Leica IIIf
Blitzsynchronisationsanschluss der IIIf

Blitzsynchronisation bei der Leica IIIf – auf einen Blick

Optimierte Synchronmechanik in Modellen ab ca. 1959, ideal für Blitzfotografie im Studio oder bei Reportagen

Vollständige Synchronisation mit:

  • Blitzlampen (M- & FP-Typ)
  • Elektronischen Blitzen (X- und M-Sync)

Verschlusszeiten:

  • Mit elektronischem Blitz: sicher bis 1/50 s, darüber kommt es zu Abschattung
  • Mit FP-Blitzlampen: durchgehende Ausleuchtung bis 1/1000 s

Zwei Sync-Modi wählbar:

  • X-Sync (unverzögert) – für moderne elektronische Blitze
  • M-Sync (verzögert) – für klassische Blitzbirnen

Blitzanschluss:

  • Standard-Synchronbuchse (Leica-spezifisch, kompatibel mit Adaptern)

Technische Besonderheit (späte Baujahre):

  • Optimierte Synchronmechanik in Modellen ab ca. 1959, ideal für Blitzfotografie im Studio oder bei Reportagen

Tipp: Wer mit FP-Blitzlampen arbeitet, kann mit der IIIf auch bei schnellen Bewegungen oder hellem Umgebungslicht mit voller Kontrolle über die Belichtung arbeiten – ein echtes Highlight unter den Schraubleicas.

Die Versionen der Leica IIIf

1950–1952: Leica IIIf mit schwarzen Verschlusszeitenzahlen

Die frühe Ausführung der Leica IIIf, produziert zwischen 1950 und 1952, zeichnet sich unter anderem durch schwarz bedruckte Verschlusszeiten auf dem Zeitenrad aus. Im Vergleich zu späteren Versionen wichen die verfügbaren Zeiten geringfügig ab.

In den frühen 1950er-Jahren war es noch nicht üblich, einheitliche Verschlusszeiten über alle Kameramodelle hinweg zu verwenden – Unterschiede von Modell zu Modell waren durchaus üblich und technisch bedingt.

Leica-IIIf-Verschlusszeiten - Einstellrad
Hier das Verschlusszeiten Rad meiner Leica IIIf

Der nachträgliche Einbau eines Selbstauslösers war bei Leica-Kameras schon früh möglich – und dieser Eingriff kann, nach aktuellem Kenntnisstand, auch heute noch durch spezialisierte Werkstätten oder direkt bei Leica durchgeführt werden.

Die erste Produktionsserie der Leica IIIf ist an den durchgehend schwarzen Ziffern erkennbar – inklusive der Synchronisierkontaktnummern auf dem Ring um das Verschlusszeitenrad.

Die korrekte Bezeichnung für diese Variante lautet:
Leica IIIf mit schwarzen Kontaktnummern.

Im Sammlerkreis wird sie häufig fälschlich als „Black Dial“ (BD) bezeichnet – dabei sind die Einstellräder selbst, wie bei allen IIIf-Modellen, silberfarben.

1952–1953: Leica IIIf mit roten Kontaktnummern

Ab etwa Mitte 1952 wurden die Synchronisierkontakte um den Auslöser in roter Farbe markiert. Auch hier blieben die eigentlichen Einstellräder silberfarben – eine optische Aufwertung, aber kein Materialwechsel.

Die korrekte Bezeichnung ist:
Leica IIIf mit roten Kontaktnummern.

Der verbreitete Ausdruck „Red Dial“ (RD) ist technisch ungenau, aber unter Laien geläufig.

1954–1957: Leica IIIf mit Selbstauslöser

Die letzte Entwicklungsstufe der Leica IIIf brachte eine funktionale Neuerung: den integrierten Selbstauslöser. Auch diese Version verfügte weiterhin über rote Kontaktnummern rund um den Auslöser.

Zwar taucht in Sammlerkreisen gelegentlich die Bezeichnung „ST“ (für Selbstauslöser) auf, doch zur eindeutigen Identifikation genügt in der Regel die Angabe des Baujahres.

Ein interessanter Aspekt: Leica bot – und bietet nach wie vor – die Möglichkeit, ältere IIIf-Modelle nachträglich mit einem Selbstauslöser auszustatten. Dieser Service war schon in den 1950er-Jahren verfügbar und kann, soweit bekannt, auch heute noch über spezialisierte Werkstätten oder direkt über Leica realisiert werden.

Leica IIIf mit Selbstauslöser
Leica IIIf mit Selbstauslöser

Warum wurde die Leica IIIf weiterproduziert, obwohl es ab 1954 bereits die moderne Leica M3 gab?

Tatsächlich war die Leica M3 technisch ihrer Zeit weit voraus – dennoch lief die Produktion der Leica IIIf noch bis 1957 weiter. Der Hauptgrund: Preis und Kompatibilität.

Die M3 war rund 50 % teurer als die IIIf. Viele Fotografen besaßen bereits ein umfangreiches Sortiment an Leica Schraubobjektiven (LTM 39) und Zubehörteilen, die sie weiterhin nutzen wollten. Der Umstieg auf das neue M-Bajonett war mit zusätzlichen Investitionen verbunden – für viele nicht unmittelbar attraktiv.

Leica löste dieses Problem mit beeindruckender Systemkompatibilität:
Mit einem einfachen Adapterring lassen sich nahezu alle LTM-Schraubobjektive problemlos auch auf modernen Leica M-Kameras verwenden – selbst auf Modellen wie der M9 oder M10. Die mechanische und optische Qualität bleibt dabei voll erhalten.

Ein gelungener Kontrast zum Beispiel Canon, das mit Einführung des EF-Bajonetts (1987) die komplette FD-Objektivreihe obsolet machte. Hier zeigt sich: Langfristige Systemtreue war bei Leica schon immer gelebte Philosophie.

Produktionsstandorte: Wetzlar & Midland (Kanada)

Von den rund 180.000 gefertigten Leica IIIf-Kameras entstanden etwa 5.000 Exemplare im kanadischen Leica-Werk in Midland (Ontario). Der Großteil wurde wie gewohnt in der Leica-Stadt Wetzlar in Hessen produziert.

Objektivkompatibilität der Leica IIIf

Die Leica IIIf ist mit allen Leica Schraubobjektiven im LTM-39-Gewinde (Leica Thread Mount) voll kompatibel. Diese Objektive wurden seit den 1930er-Jahren gefertigt und ermöglichen eine perfekte mechanische Kupplung mit dem Entfernungsmesser der Kamera.

Wichtig zu wissen:

Umgekehrt können nahezu alle LTM-Schraubobjektive mithilfe eines Adapters auch an modernen Leica M-Kameras verwendet werden – inklusive automatischer Entfernungsmesserkupplung.

Moderne M-Mount-Objektive (mit Bajonettanschluss) passen nicht auf die IIIf.

Wer mit anderen Brennweiten als 50 mm arbeitet, benötigt einen externen Aufstecksucher, der in den Zubehörschuh eingesetzt wird – etwa für 35, 85 oder 135 mm.

Schraubobjektive für Leica und Objektive mit M Bajonett Anschluss
Hier einige meiner persönlichen 50mm Objektive mit Schraub- und Bajonettverschluss von 1938 bis 2016 v.l.n.r.

Schraubobjektive – bis heute kompatibel mit modernen Leica M-Kameras

Es mag erstaunen, doch selbst ein Leica Schraubobjektiv aus dem Jahr 1931 lässt sich mithilfe eines einfachen M39-zu-M-Adapters nicht nur mechanisch, sondern auch funktional perfekt an modernen Leica M-Kameras verwenden – etwa an der M7, M9, M10 oder Leica M (Typ 240).

Die Entfernungsmesserkupplung bleibt vollständig erhalten, und bei elektronischen Modellen wird die Belichtungsmessung automatisch aktiviert – exakt so, als hätte man ein aktuelles M-Objektiv montiert.

Viele Namen, ein Standard: das Leica Schraubgewinde

Das von Leica eingeführte 39 mm Schraubgewinde ist unter mehreren Bezeichnungen bekannt:

  • M39
  • LTM (Leica Thread Mount)
  • L-Mount
  • Leica-Gewinde
  • 39 mm × 1,0 mm Gewinde

Unabhängig vom Namen handelt es sich stets um denselben Standardanschluss, der seit den 1930er-Jahren verwendet wird und sich bis heute bewährt hat.

Auch im 21. Jahrhundert relevant

Der M39-Anschluss wird weiterhin aktiv genutzt – nicht nur im Bereich klassischer Leica-Kameras, sondern auch im Vergrößerungsgerätebau und bei spezialisierten Objektivherstellern.

Marken wie Voigtländer produzieren bis heute moderne Objektive mit Schraubfassung, da diese außerordentlich vielseitig und breit kompatibel ist – mit analogen wie digitalen Kameras.

Auch Leica selbst hat in begrenzten Stückzahlen moderne Objektive im Schraubgewindeformat gefertigt – darunter:

  • das legendäre Leica Summicron 50 mm f/2 (neu aufgelegt in M39)
  • das lichtstarke Leica Summilux 50 mm f/1.4
  • das hochpräzise Leica Summicron 35 mm f/2 ASPH.

Diese Linsen bieten die Möglichkeit, klassische Bauform mit modernster Abbildungsleistung zu kombinieren – für Sammler wie für Fotografen ein echtes Highlight.

FAQ und Ratgeber zur IIIf

1. Was ist der Unterschied zwischen Leica IIIf und IIIg?

Die Leica IIIg ist eine spätere Weiterentwicklung der IIIf mit größerem Sucherfenster und eingebauter Parallaxenkorrektur. Puristen bevorzugen oft die minimalistische IIIf.

2. Wofür steht das „f“ bei Leica IIIf?

Das „f“ steht für „Flash“ – die IIIf war die erste Leica Schraubleica mit integriertem Blitzsynchronanschluss.

3. Welche Versionen der Leica IIIf gibt es?

Es gibt drei Hauptversionen: mit schwarzen Kontaktnummern (1950–1952), mit roten Kontaktnummern (1952–1953) und mit zusätzlichem Selbstauslöser (1954–1957).

4. Kann man alte Schraubobjektive an modernen Leica M-Kameras verwenden?

Ja, über einen M39-zu-M-Adapter lassen sich alle LTM-Schraubobjektive auch an aktuellen M-Kameras wie M9 oder M10 nutzen – mit Entfernungsmesserkupplung und Belichtungsmessung.

5. Hat die Leica IIIf eine Belichtungsmessung?

Nein, die IIIf hat keine integrierte Belichtungsmessung. Viele nutzen dafür externe Belichtungsmesser wie das KEKS M-Meter.

6. Ist die Leica IIIf auch heute noch alltagstauglich?

Absolut. Die Kamera ist rein mechanisch, äußerst robust und kann – bei guter Wartung – auch heute noch zuverlässig für analoge Fotografie genutzt werden.

7. Wie wird der Film bei der IIIf geladen?

Der Film wird von unten eingefädelt. Dabei muss die Filmlasche (etwa 10 cm) mit einer Schere verlängert werden, damit der Filmtransport zuverlässig funktioniert.

8. Passt modernes Leica-Zubehör an die IIIf?

Nur bedingt. Zubehör wie Aufstecksucher, Belichtungsmesser oder Blitzadapter müssen für den Zubehörschuh bzw. die Schraubfassung geeignet sein.

9. Was kostet eine Leica IIIf heute?

Je nach Zustand, Jahrgang und Zubehör liegt der Preis meist zwischen 300 € und 900 €. Sondermodelle oder seltene Kombinationen können teurer sein.

10. Wurde die Leica IIIf auch außerhalb Deutschlands produziert?

Ja, rund 5.000 Exemplare wurden im kanadischen Midland (Ontario) gefertigt, der Rest in Wetzlar, Hessen.

11. Welche Objektive passen auf die Leica IIIf?

Alle Leica Schraubobjektive (M39 / LTM) ab 1931 sind voll kompatibel. M-Bajonett-Objektive passen nicht ohne Adapter.

12. Kann man den Selbstauslöser nachrüsten?

Ja. Leica bot diesen Service bereits in den 1950er-Jahren an, und spezialisierte Werkstätten können dies auch heute noch durchführen.

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