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A

APO (Apochromatisch)

Bezeichnet eine besonders aufwändige optische Konstruktion, bei der Farblängsfehler (chromatische Aberration) nahezu vollständig korrigiert werden. Leica verwendet diese Technologie vor allem bei High-End-Objektiven wie dem APO-Summicron-M 35 mm f/2 ASPH. oder dem APO-Summicron-SL 75 mm f/2 ASPH. Das Ergebnis: maximale Schärfe, hoher Mikrokontrast und eine außergewöhnliche Farbneutralität.

Abbildungsmaßstab

Der Abbildungsmaßstab beschreibt das Größenverhältnis zwischen dem Motiv in der Realität und seiner Projektion auf dem Kamerasensor.
Bei Leica-Kameras ist er vor allem bei Makroobjektiven wie dem Leica Macro-Elmar-M 90 mm f/4 relevant.
Ein Maßstab von 1:2 bedeutet, dass das Motiv halb so groß auf dem Sensor abgebildet wird wie in Wirklichkeit, 1:1 entspricht Lebensgröße.
Je größer der Abbildungsmaßstab, desto stärker die Vergrößerung – entscheidend für Detailaufnahmen und Nahfotografie.

ASPH. (Asphärisch)

„ASPH“ steht für asphärische Linsenelemente, die Verzerrungen und Randunschärfen minimieren. Leica war einer der ersten Hersteller, der asphärische Linsen in Kleinserienproduktion fertigte – eine optische Meisterleistung. Sie kommen heute in fast allen modernen Leica-Objektiven zum Einsatz.

Anamorphotisch

Optiktyp für Filmobjektive (z. B. Leitz Cine). Streckt das Bild für Breitwandformate.

Anschluss (Leica M-Bajonett)

Das M-Bajonett wurde 1954 mit der Leica M3 eingeführt und ist bis heute in Produktion. Es zeichnet sich durch Präzision, Langlebigkeit und vollständige Rückwärtskompatibilität aus. Jedes Objektiv rastet mit einem satten, mechanisch perfekten Klick ein – ein Markenzeichen von Leica.

Adapter (M-auf-L / M-auf-SL)

Adapter ermöglichen es, klassische M-Objektive an modernen spiegellosen Systemen (Leica SL, Panasonic, Sigma) zu verwenden. Die optische Qualität bleibt dabei vollständig erhalten, da die M-Objektive eine rein manuelle Mechanik besitzen. Leica fertigt originale Adapter mit präziser Auflagemaß-Korrektur.

Analogfotografie (Film statt Sensor)

Leica ist einer der wenigen Hersteller, die weiterhin neue analoge Kameras produzieren (z. B. Leica M-A und Leica M6 Neuauflage 2022). Das fotografische Erlebnis ist puristisch – kein Display, kein Autofokus, kein Menü. Nur Licht, Film und Handarbeit.

Akkulaufzeit (Digitale Leica Kameras)

Die Laufzeit einer Leica hängt stark vom Modell ab. Moderne Modelle wie die M11 schaffen bis zu 1.700 Aufnahmen (bei reinem optischem Sucherbetrieb), während kompakte Kameras wie die Q3 rund 350–450 Aufnahmen pro Akku ermöglichen.

Ablendtaste (SL-System)

Bei Kameras wie der Leica SL2 dient die Abblendtaste zur Kontrolle der Schärfentiefe. Sie simuliert im Sucher die eingestellte Blende und ermöglicht präzises Fokussieren bei offener Blende.

Auflagemaß

Das Auflagemaß beschreibt den Abstand zwischen Bajonett und Bildebene. Das Leica-M-System hat eines der kürzesten Auflagemaße (27,8 mm) aller Vollformatkameras – einer der Gründe, warum M-Objektive so kompakt und lichtstark gebaut werden können.

Auto-ISO (Automatische ISO-Steuerung)

Eine Funktion moderner digitaler Leicas. Die Kamera wählt automatisch den passenden ISO-Wert, um Belichtungszeit und Blende im idealen Verhältnis zu halten. Besonders praktisch für Street- oder Reportagefotografie.

Autofokus (Leica SL & Q System)

Während Leica-M-Kameras rein manuell fokussiert werden, verfügen die Leica SL-Modelle und Q-Kameras über hochpräzise Kontrast- bzw. Phasen-Hybrid-Autofokus-Systeme. Diese bieten hohe Geschwindigkeit, Gesichtserkennung und Augen-Tracking, ohne die charakteristische Leica-Ästhetik zu beeinträchtigen.


FAQ – Leica Lexikon A

1) Was bedeutet „APO“ bei Leica Objektiven?
APO steht für apochromatische Korrektur. Diese Objektive minimieren Farbsäume besonders effektiv und liefern maximale Schärfe und Mikrokontrast – sichtbar schon bei Offenblende.

2) Wofür steht „ASPH“?
ASPH kennzeichnet den Einsatz mindestens eines asphärischen Linsenelements. Dadurch werden Verzeichnung, sphärische Aberration und Randunschärfen deutlich reduziert.

3) Seit wann gibt es den Leica M-Anschluss und was zeichnet ihn aus?
Das M-Bajonett gibt es seit 1954 (M3). Es ist mechanisch extrem präzise, langlebig und mit einer großen Bandbreite an M-Objektiven über Generationen kompatibel.

4) Kann ich M-Objektive an SL oder L-Mount verwenden?
Ja, über Adapter. Ein hochwertiger M-auf-L-Adapter erhält Unendlichkeit, Fokuslage und Bildqualität. AF bleibt bei M-Objektiven manuell, EXIF hängt vom Adapter ab.

5) Warum setzen viele Fotografen weiterhin auf Analogfotografie mit Leica?
Wegen Haptik, reduzierter Arbeitsweise und des charakteristischen Filmlooks. Leica bietet mit M-A und M6 aktuelle, puristische Filmkameras mit Messsucher.

6) Wie fällt die Akkulaufzeit moderner Leica Kameras aus?
Sie variiert je nach Modell und Nutzung: Optischer Sucher spart Energie, Live-View/EVF und WLAN/BT reduzieren Laufzeit. Ein Zweitakku ist für lange Touren sinnvoll.

7) Wozu dient die Ablendtaste (z. B. an der SL2)?
Sie schließt die Blende auf den gewählten Wert, um Schärfentiefe und Beugungseffekte im Sucher zu beurteilen. Praktisch für präzises Fokussieren bei Studiolicht/Video.

8) Was ist das Auflagemaß und warum ist es wichtig?
Es ist der Abstand zwischen Bajonett und Sensorebene. Ein kurzes Auflagemaß (M-System) ermöglicht kompakte, lichtstarke Objektive und das Adaptieren vieler Fremdobjektive.

9) Wann ist Auto-ISO sinnvoll?
Immer wenn Licht schnell wechselt: Street, Reportage, Events. Du definierst Max-ISO und längste Zeit; die Kamera hält so Schärfe/Bewegung im gewünschten Rahmen.

10) Wie gut ist der Autofokus im Leica System?
M-Objektive fokussieren manuell. Q- und SL-Kameras bieten schnellen AF (je nach Generation Kontrast/Phasen-Hybrid) inkl. Gesichts-/Augenerkennung für verlässliche Treffer.

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