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Leica Summicron-M 1:2/35 mm ASPH. #11879 (1997 – 2014)

35mm Summicron ASPH. #11879

Summicron-M 1:2/35 mm ASPH, plus: 35 mm Vergleich
Am 19. Juni 1997 kündigte Leica offiziell das neue Summicron-M ASPH (35 mm) an. Es ist ein super Objektiv, dass Sie eigentlich immer an Ihrer Leica M belassen können. Das Objektiv ist nahe an der Perfektion, im Gegensatz zum #11673 aber in der Darstellung etwas flach.

  • Mechanik: *****
  • Optik: *****
  • Darstellung: ****
  • Schärfe: ****
  • Gesamt: 4,5 von 5 Sternen

Leica Summicron-M 1:2/35 mm ASPH.: Die Kunst der Perfektion

Leica praktiziert mit der neuen Generation von Objektiven für die M-Linie eindeutig die Kunst der Perfektion. Die neuen Summicron ASPH. Vitalmessungen finden Sie auf der Leica Website.

Das neue Objektiv hat die jetzt bekannten konkaven Außenflächen der vorderen und hinteren Elemente wie das Summilux ASPH. Die Gewichtszunahme von 100 g ist auf schwereres Glas zurückzuführen, das bei der Konstruktion verwendet wurde. Besonders die beiden hintersten Linsenelemente sind richtig kräftig.

Hoher Kontrast und gestochen scharfe, sehr feine Details bei voller Blendenöffnung

Im Test zeigte das neue Objektiv bei voller Öffnung ein kontrastreiches Bild mit hervorragender Wiedergabe sehr feiner Details in der Mitte (ein Kreis mit einem Durchmesser von ± 12 mm). Ein sehr hoher Mikrokontrast schärfte die Ränder der sehr kleinen Details. Nach außen hin wird das Bild an den Rändern weicher und verliert allmählich seine sehr feinen Details, wenn man sich den äußersten Ecken nähert. Lichtabfall war in den äußersten Ecken zu sehen, ist aber beim praktischen Fotografieren zu vernachlässigen. Das aktuelle Summicron-M hat den gleichen Gesamtkontrast), verliert aber beim Mikrokontrast ganz leicht. 

Die Wiedergabe sehr feiner Details ist etwas weicher und die Abstufung kleiner Texturen etwas verwaschener. Der Lichtabfall ist etwas ausgeprägter, aber immer noch uninteressant. Am spektakulärsten ist die Ebenheit des Bildfeldes des ASPH. Hier haben wir ein Objektiv, das bei voller Öffnung ein völlig flaches Bild liefert! Das aktuelle Summicron ist sichtbar „gekrümmter“. Sie müssen die Vergleichsbilder sehen, um den erstaunlichen Vorteil zu glauben.

Gegenüberstellung der beiden aktuellen 35mm Summicron
Gegenüberstellung der beiden aktuellen 35mm Summicron

Bei der oben gezeigten Gegenüberstellung wurden beide Fotos mit offener ƒ2 durchgeführt. Das etwas ältere Modell #11879 ist in der Darstellung „flacher“ und zeichnet auch nicht so scharf wie das neuere Modell #11673.

Optimal bereits bei Blende 4,0

Von Blende 2,8 bis Blende 5,6 gibt das ASPH. die Details immer schärfer wieder und erreicht bei Blende 5,6 sein Optimum. Dann werden die Qualitäten bis in die langen Ecken verlängert und wir haben einen extrem leistungsstarken über den gesamten negativen Bereich. Das aktuelle Summicron folgt genau dem gleichen Verhalten, erreicht aber in den Kurven nie die Qualitäten des ASPH. In der Mitte bei f/5,6 wird die Behauptung von Leica bestätigt, dass das ASPH. eine bessere Auflösung sehr feiner Texturdetails hat als das aktuelle.

Allerdings tun die deutschen Wörter („deutlich überlegen“) übersetzt „deutlich überlegen“ dem aktuellen einen Nachteil. Der Unterschied ist zu sehen, aber nicht so deutlich, wie diese Beschreibung vermuten lässt. Ab f/8,0 sinkt die Qualität etwas, da die Ränder kleiner Details weicher werden. Aber aus praktischen Gründen können beide Objektive von 2,8 bis 16,0 ohne Einschränkung verwendet werden.

Die Ebenheit des Feldes ist atemberaubend

Kurz gesagt: Das neue Objektiv gewinnt in den Ecken und hat einen besseren Mikrokontrast, der ihm die Nase vorn in der Auflösung feinster Details hat, die auch klarer und schärfer wiedergegeben werden. Die Ebenheit des Bildfeldes bei voller Blendenöffnung ist atemberaubend. Die Flare-Unterdrückung ist exzellent, aber der ASPH ist nicht perfekt: In den Ecken und manchmal (unter sehr ungünstigen Umständen bis weit in die äußeren Zonen hinein) erkennt man noch Komaspuren.

Ab f/4,0 sind die Unterschiede allerdings etwas akademisch. Sie sind sicherlich da, aber ist es in der Praxis wichtig?

Der Vergleich zwischen Summicron-M 35mm, Summicron-M ASPH 35mm und Summilux-M ASPH 35mm.

Die Testbilder habe ich nun in drei verschiedenen Entfernungen gemacht: 1,2 Meter, 4 Meter und 10 Meter. Wie gewöhnlich. Alle Bilder wurden in sehr kontrastarmen Situationen aufgenommen, um eine bessere Vorstellung vom Gesamtkontrast und dem Mikrokontrast zu geben. Ich habe auch eine Reihe von Bildern einer Straßenszene aufgenommen, bei der die Sonne knapp über dem Horizont steht und direkt in das Objektiv scheint. Das Bild der Sonne wurde jedoch durch ein Objekt verdeckt. Die Sonne selbst war also nicht im Bild. Dieser Test wird verwendet, um zu sehen, wie gut Streulicht reduziert wird und wie gut das Objektiv die feinen Details der Szene wiedergibt und wie gut die Trennung von Spitzlichtdetails ist.

Alle drei Objektive schnitten sehr gut ab und können im Vergleich zu anderen Fabrikaten alle als hervorragend bezeichnet werden. Es gibt eine Reihe bemerkenswerter Unterschiede. Sie müssen sich daran erinnern, dass die festgestellten Unterschiede nur sichtbar sind, wenn Sie beim Fotografieren äußerste Sorgfalt walten lassen. Beachten Sie auch, dass Leica bei der Einführung neuer Objektive mit sich selbst konkurriert.

Leica Summicron-M 1:2/35 mm ASPH. #11879 mit Sonnenblende, OVP und Leder-Köcher
Leica Summicron-M 1:2/35 mm ASPH. #11879 mit Sonnenblende, OVP und Leder-Köcher

Zuerst die Objektive bei f/2,0.

Das Summicron-M ASPH 35 mm liefert ein kontrastreiches Bild mit hervorragendem Mikrokontrast und einer gestochen scharfen Wiedergabe extrem feiner Details von der Mitte bis weit in die äußeren Zonen hinein. Lichtabfall ist wahrnehmbar, aber auf eine sehr kleine Zone beschränkt. Die Bildfeldebenheit ist ebenso hervorragend wie die Schärfe über den gesamten Bildbereich.

Auch das Summilux-M ASPH 35 mm bietet die gleiche Leistung, aber die feinsten Details werden an den Rändern etwas weicher wiedergegeben. Der Unterschied zum Summicron-M ASPH 35mm liegt in der Abdeckung des Bildfeldes. Mit dem Summilux-M ASPH 35 mm ist die Mittenschärfe etwas besser, aber dieses Objektiv verliert mehr Details, wenn es in die äußeren Zonen geht. Dies ist bei 30-facher Vergrößerung sichtbar. Es ist also nicht einfach zu sagen, welches Objektiv besser ist. Ich würde es lieber einen Unterschied im Fingerabdruck oder eine Eigenschaft der Bildwiedergabe nennen.

Summilux-M ASPH 35 mm folgt dem klassischen Muster einer extrem hohen Mittenqualität, die nach außen hin weniger wird. Summicron-M ASPH 35 mm ist ein neues Muster, das sich auf eine gleichmäßige Abdeckung des größten Teils des Feldes konzentriert. Der Unterschied zwischen der Mittenleistung von Summicron-M ASPH 35 mm und Summilux-M ASPH 35 mm ist meiner Meinung nach etwas akademisch, aber sie sind zu beachten.

Mikrokontrast

Das Summicron-M 35mm folgt dem Muster des Summilux-M ASPH 35mm: sehr hohe Mittenschärfe und eine allmähliche Abflachung zu den Ecken hin. Das Summilux-M ASPH 35 mm hat einen etwas besseren Mikrokontrast und eine schärfere Abgrenzung sehr feiner Details als das Summicron-M 35. Zumindest in der Mitte. Die äußeren Zonen zeigen weniger Vorteile. Das Summilux-M ASPH 35 mm hat bei f/2.0 weniger Lichtabfall und ein viel flacheres Bildfeld und ist in dieser Hinsicht dem Summicron-M ASPH 35 mm ebenbürtig.

Lichtabfall

Bei f/1,4 gibt das Summilux-M ASPH 35 mm mehr Lichtabfall ab als das Summicron-M 35 mm bei f/2,0 und weist jetzt auch eine stärkere Bildfeldkrümmung auf, etwas weniger als das Summicron-M 35 mm bei f/2,0. Das Summicron-M ASPH 35 mm ist definitiv besser bei f/2,0 als das Summilux-M ASPH 35 mm bei f/1,4 und das Summicron-M 35 mm bei f/2,0 ist fast identisch mit dem Summilux-M ASPH 35 mm bei f/1,4 . 

Die Gesamteigenschaften des Summicron-M 35mm ähneln denen des Summilux-M ASPH 35mm. Es scheint, als wäre das Summilux-M ASPH 35mm ein Summicron-M 35mm mit einer Stufe mehr. Außerdem hat das Summilux-M ASPH 35mm einen etwas höheren Mikrokontrast, weniger Vignettierung, eine bessere Trennung von Spitzlichtdetails und das flachere Bildfeld als das Summicron-M 35mm. Aber seine Farbwiedergabe ist wärmer als die des relativ neutralen Summicron-M 35mm. Summicron-M ASPH 35mm ist auch ein wenig auf der warmen Seite.

Die Vignettierung ist bei f/2,8 mit beiden ASPH. und sichtbar in den äußersten Ecken des Summicron-M. Dieses Objektiv hat ein hinteres Linsenelement mit einem größeren Durchmesser als die ASPH-Versionen, früher ein Argument für ein Design mit inhärent weniger Lichtabfall.

Die Leistung im Nahbereich (±1 Meter)

ist für alle drei Objektive gut. Die f/1,4-Blende des Summilux-M ASPH 35mm zeigt jedoch Bildfeldwölbung und Vignettierung. Hier würde ich nicht auf einen detaillierten Vergleich eingehen. Alle drei sind in diesem Bereich sehr kompetent, mit Summicron-M ASPH 35mm knapp vorne.

Flackern

Bei f/2,0 werden Streulicht und Streulicht mit dem Summicron-M ASPH 35 mm extrem gut unterdrückt, es bietet eine hervorragende Trennung von Spitzlichtdetails, praktisch geisterfreie Bilder und die feinen Details sind klar definiert mit sehr guter Abstufung und Farbnuancen. Es zeigt auch ein sehr scharfes Bild von brillanter Klarheit. Das Bild des Summilux-M ASPH 35mm bei dieser Blende ist zumindest in dieser Situation störanfälliger. Die größere Frontlinse fängt nur mehr schräge Lichtstrahlen ein, die das Bild etwas weicher machen können.

Das Summicron-M 35 liegt in dieser Hinsicht auf dem gleichen Niveau wie das Summilux-M ASPH 35mm. Die kleinere Frontlinse trägt dazu bei, Streulicht und Lichtreflexe etwas mehr zu unterdrücken.

Interessanterweise ist das Summilux-M ASPH 35mm bei f/1,4 besser als bei f/2,0, da das Fehlen von Blendenlamellen einen Teil des Lichts nicht reflektiert, das bei f/2,0 wie die Blende wirkt etwas weiter geschlossen und die Lichtstrahlen werden in die Linse reflektiert.
In einer anderen Situation (Porträts, die bei sehr starkem Gegenlicht, aber ohne interne Reflexionen oder Streulicht aufgenommen wurden) konnten beide ASPH¹s den besseren Mikrokontrast nutzen und erzeugten Bilder mit etwas besserer Beibehaltung feiner Details in den Lichtern. Die Unterschiede sind jedoch recht gering.

Unendlichkeit

Hier haben wir Nachtaufnahmen bei 1,4 und 2,0 und Tageslichtaufnahmen bei 5,6 bis 8,0 gemacht. Ich würde die Leistungen als gleichwertig ansehen. In einer Serie ging das Summicron-M mit knappem Vorsprung als Sieger hervor, in der anderen übernahm das Summicron-M ASPH die Führung.

Bilder bei Unendlich-Einstellung sind meiner Meinung nach scharf. Einige Korrespondenten stellten die Fähigkeit moderner Objektive in Frage, im Unendlichen kritisch scharf zu sein. Hier trifft jedoch der Ausdruck zu, dass das schwächste Glied für die Stärke der Kette verantwortlich ist. Das Stativ muss von schweren Gewichten getragen werden, nicht nur von seinen eigenen. Der Film muss extrem feinkörnig sein, und die geringste Überbelichtung zerstört die Bildqualität. Jeder Naturfotograf kann Ihnen die zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen nennen, die für eine stabile Plattform erforderlich sind.

Leica Summicron-M 1:2/35 mm ASPH. #11879 mit 8 Lamellen
Leica Summicron-M 1:2/35 mm ASPH. #11879 mit 8 Lamellen

Die Objektive bei 4,0 und 5,6.

Bei diesen Blenden sind alle drei Objektive auf Hochtouren. Alle Vorzüge des Designs sind nun deutlich sichtbar. Extrem feine Details von der Mitte bis in die Ecken, sehr weiche Farbtöne in kleinen Objektbereichen, scharfe Wiedergabe von Objektumrissen, sowohl groß als auch klein, sehr gute Unterdrückung von Streulicht um starke Lichtpunkte (Sonnenreflexionen in Wassertropfen) und die berühmte Klarheit und Eindruck der 3-Dimensionalität von Leica-Objektiven. Generell konnte ich bei diesen Blenden keine nennenswerten oder signifikanten Unterschiede zwischen den drei Objektiven feststellen.

Theoretisch sollte der bessere Mikrokontrast der ASPH-Gläser in der Definition der feinen Details sichtbar werden. Aber das Fotografieren aus der Hand und die Körnigkeitsgrenze der verwendeten Filme (Kodak Ektachrome 100 SW und Fuji Provia 100) unterdrückten möglicherweise diesen potenziellen Vorteil.

Fazit:

Summicron-M ASPH 35mm und Summilux-M ASPH 35mm sind die moderneren Designs und haben eine bessere Bildqualität als das Summicron-M 35mm.

Die Unterschiede sind sichtbar, aber Sie müssen die Bilder nebeneinander vergleichen, um sie zu sehen. Das Summicron-M ASPH 35 mm ist ein hervorragendes Allround-Objektiv mit einer sehr gleichmäßigen und hervorragenden Leistung. Seine Bilder haben die besondere Leica-Eigenschaft, die in den meisten modernen Leica-Designs der dritten Generation zu sehen ist: Bildschärfe auf sehr hohem Niveau. Summilux-M ASPH 35 mm ist ein Objektiv, das Summicron-Qualität in ein f/1,4-Design bringt, aber diese überlegene Leistung bei voller Blende zwingt den Designer, die optischen Parameter auf andere Weise auszugleichen.

Summicron-M ASPH 35mm und Summilux-M ASPH 35mm haben einen anderen Fingerabdruck und daher ein anderes Publikum und fotografische Fähigkeiten.

Wenn Sie F/1,4 benötigen, gibt es keine Alternative. Wenn Ihnen F/2,0 ausreicht, sind der Geschmack des Summicron-M ASPH 35mm und sein Preis-/Volumenverhältnis sehr attraktiv. In der Leistung spielen es und sein Bruder Summilux-M ASPH 35mm in der gleichen Liga.
Das Summicron-M 35 war und ist ein hervorragendes Objektiv. Es ist eine Hommage an die Designer dieses Objektivs, dass Leica 20 Jahre und modernste Design- und Produktionstechnologie gebraucht hat, um die optische Qualität auf ein höheres Niveau zu bringen. Der Fotograf, der bereit ist, die überlegenen Qualitäten der ASPH-Objektive auszunutzen, muss auch bereit sein, seine Technik zu verbessern.

Quellen, Literatur und weitere Verweise

  • Foto: HKB
  • kennrockwell
  • Leica Webseite
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