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Leica MDa 1966-1976: Kamera für Wissenschaft und Technik

Leica MDa

Die Leica MDa ist eine Kamera ohne Sucher und ohne Entfernungsmesser. Allerdings kann man mit ihr völlig normal fotografieren, zwar analog, aber extrem spannend mit einem gewissen Überraschungseffekt.

Die MDa ist das direkte Nachfolgemodell der Leica MD auf Basis der Leica M4 (obwohl sie ein Jahr früher in Produktion ging). Sie hatte die Rückspulkurbel und das Schnellladesystem der M4. Ansonsten bestehen keine Unterschiede zur MD. Von der Leica MDa wurden in zehn Produktionsjahren insgesamt rund 15.000 Stück mit hell verchromtem Gehäuse gebaut.

Erste Seriennummer einer Leica MDa: 1.159.001, letzte Nummer: 1.412.550. Alle Kameras hatten ein verchromtes Gehäuse.

Wenn ich mit einer Kamera beispielsweise Landschaften fotografieren möchte, geht das mit der unendlich Einstellung an der Entfernungseinstellung. Dazu kurzbrennweitige Weitwinkelobjektive der Brennweiten 16, 18 oder 21 mm. Zur Not, wenn man sich unsicher fühlt, kann man einen Aufstecksucher verwenden. Ich benutze diesen meist nur bei einem 50mm Objektiv. Sie das Foto.

Leica MDa: Kamera für Wissenschaft und Technik

Das Leica Kameragehäuse der MDa ist eine Spezialausführung für die fotografische Dokumentation im Bereich der Wissenschaft, Technik und Verwaltung.

Die Hauptanwendungsgebiete waren:
Reproduktionen, Nah-, Makro- und Mikroaufnahmen, technische und medizinische Aufnahmen.

Die Leica MDa bot ein sehr schnelles, spulenloses Filmeinlegen und -wechseln für alle handelsüblichen Kleinbildpatronen sowie für Leica-Kassetten.

Blitzkontakte auf der Rückseite der Leica MDa
Blitzkontakte auf der Rückseite der Leica MDa

Das Schnellwechselbajonett ermöglicht noch heute, fast 60 Jahre später, die Verwendung aller wichtigen Zusatzgeräte, Spiegelreflexansatz Visoflex, Universalreproduktionsgerät Reprovit IIa, Mikrofotoansatz oder die Nahgeräte DIN A4, A5, A6 und 1:1 bis 1:3. An der Rückseite des Kameragehäuses liegen zwei Blitzkontakte für die Synchronisation mit Lampen- und Elektronenblitzgeräten.

Produktionszahlen der Leica MDa nach Jahr und Bildgröße

Jahr

MDA24×3624×27Motor

1966

1800000

1967

07500

1968

17360100

1969

120050200

1970

1350000

1971

21007540

1972

6720183200

1973

1500000

1974

1000000

1975

400000

1976

2550000

Gesamt

14308200217200

Spezielles zur MDa

Das Leica Kameragehäuse der MDa ist ein Ganzmetellgehäuse mit Trageösen, schwarzem, griffigem Gummibezug und verchromten Metallteilen. Schlitzverschluss von 1 bis 1/1000 sec. und B für Dauerbelichtung. Schnellschalthebel für Verschlussaufzug und Filmtransport. Automatisches Bildzählwerk mit Lupenablesung. Filmschnellwechselsystem für alle handelsüblichen Kleinbildpatronen. Abklappbare Rückwand und eine Bajonettfassung sowie einer Blitz-Synchronisation.

Weiterhin konnte man zusätzliche erwerben eine Registrierungseinrichtung, bestehend aus ansetzbarem Spezialbodendeckel und 10 Schriftträgern. Das ist ein zum Kameragehäuse der MDa passender Bodendeckel mit lichtdichtem Schlitz der das Einführen von Registrierstreifen für das fotografische Kennzeichnen der Aufnahmen unmittelbar auf dem Negativ bzw. Positiv ermöglicht. Die 5,5 mm breiten Schriftträger werden mit den Zahlen und Zeichen beschriftet, die die Aufnahme kennzeichnen (zweckmäßig Tusche). Der Streifen wird in die Kamera eingeführt und bedeckt auf der Längsseite des Aufnahmeformates 24 x 36 mm ein etwa 3,5 mm breites Feld, in dem nach der Aufnahme die kennzeichnende Beschriftung erscheint.

Meine eigene Leica MDa von 1968

Leica MDa mit 50mm Sucher
Leica MDa mit 50mm Sucher
Leica MDa mit Ansicht von oben links
Leica MDa mit Ansicht von oben links
Leica MDa mit Ansicht von oben rechts
Leica MDa mit Ansicht von oben rechts

Fotos mit der MDa aufgenommen

Leica MDa: Landschaftsaufnahme in Potsdam
Leica MDa: Landschaftsaufnahme in Potsdam

Ratgeber & FAQ zur Leica MDa

Welche Kamera liegt der MDa zugrunde?

Die Leica MDa ist der Nachfolger der Leica MD, auf der Grundlage der Leica M4. Sie besitzt eine Rückspulkurbel sowie das Schnellladesystem der M4.

Ist die MDa nur für wissenschaftliche Zwecke geeignet?

Nein, man kann auch ohne Sucher (dafür gibt es Aufstecksucher), Belichtungsmesser und Entfernungsmesser gute Fotos machen. Am einfachsten Landschaft auf unendlich und ab Blende 8 kann eigentlich nichts schief gehen.

Quellen, Literatur und weitere Verweise

  • pacificrimcamera.com
  • Ernst Leitz GmbH Wetzlar

Bildnachweis

  • HKB

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