Die Leica M12 ist die nächste große digitale Messsucherkamera von Leica. Offiziell angekündigt ist sie noch nicht. Was es gibt, sind einige belastbare Fakten, eine Kundenumfrage von Leica, die viel verrät, und eine Reihe von Gerüchten. Auf dieser Seite trenne ich beides sauber und erkläre, was die M12 für alle bedeutet, die heute eine gebrauchte M11, M10 oder eine analoge M kaufen oder verkaufen möchten.

Die Leica M12 auf einen Blick

ThemaStand September 2026Wie sicher?
Vorstellungerwartet 2027Gerücht nicht von Leica bestätigt
Eigener Leica-SensorLeica entwickelt wieder einen eigenen Sensor, Partner ist der Sensorhersteller Gpixeloffiziell Pressemitteilung April 2026
Sensor in der M12dass genau dieser Sensor in der M12 steckt, gilt als wahrscheinlichSchlussfolgerung nicht bestätigt
Neue BodenplatteLeica hat Kunden ausführlich zur Unterseite künftiger M-Kameras befragtUmfrage von Leica kein Produktversprechen
„Heritage Edition“ mit klassischer abnehmbarer Bodenplattein derselben Umfrage abgefragtUmfrage von Leica kein Produktversprechen
Größerer Rückbildschirm, Hybrid-Sucher, etwas kleineres Gehäuseberichtet von Leica RumorsGerücht
Bildstabilisator im Gehäuse (IBIS)soll getestet worden sein, Einsatz unklarGerücht
Auflösung, Preiskeine belastbaren Angabenoffen
ObjektivanschlussLeica M-Bajonettsehr wahrscheinlich das M-Bajonett gibt es seit 1954

Roter Punkt Kamera ist ein unabhängiger Händler für gebrauchte Leica und nicht mit der Leica Camera AG verbunden. Alle Angaben stammen aus den unten genannten öffentlichen Quellen.

Wann kommt die Leica M12?

Nach heutigem Stand wird die Leica M12 für 2027 erwartet. Das ist ein Gerücht, kein Termin von Leica.

Noch 2025 war in der Gerüchteküche von 2026 die Rede. Im Mai 2026 hieß es dann, für 2026 seien bei der M nur noch Sondereditionen zu erwarten, und seit dem Update vom September 2026 führt Leica Rumors die M12 als „rumored for 2027“.

Der Zeitplan würde zum bisherigen Rhythmus passen. Die M11 kam im Januar 2022, danach folgten Varianten wie M11 Monochrom, M11-P, M11-D und 2025 die M EV1 mit elektronischem Sucher. Ein neues Grundmodell nach fünf Jahren wäre bei Leica normal.

Mein Rat: Solange Leica nichts ankündigt, ist jedes genaue Datum Spekulation. Wer eine M braucht, sollte nicht auf ein Gerücht warten.

Der Sensor: wieder ein eigener Leica-Sensor

Das Wichtigste an der M12 dürfte der Sensor werden. Hier gibt es erstmals eine offizielle Grundlage.

Was Leica offiziell gesagt hat:

  • Ende Dezember 2025 sagte Dr. Andreas Kaufmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Leica Camera AG, in einem Podcast, Leica entwickle wieder einen eigenen Sensor und habe dabei „deutliche Fortschritte“ gemacht.
  • Im April 2026 gaben Leica und der Sensorhersteller Gpixel eine strategische Partnerschaft zur Entwicklung von Bildsensoren der nächsten Generation bekannt. Kaufmann sprach von einem „true Leica sensor“, einem echten Leica-Sensor.

Was Leica nicht gesagt hat: in welcher Kamera dieser Sensor zuerst kommt, welche Auflösung er hat und wann er fertig ist. Dass die M12 die erste Kamera mit dem neuen Sensor wird, ist eine naheliegende, aber unbestätigte Schlussfolgerung.

Warum das für die M so wichtig ist: Der Sensor prägt den Bildcharakter einer Leica M stärker als fast alles andere. Die M9 mit ihrem CCD-Sensor hat bis heute eine treue Anhängerschaft, gerade wegen ihrer Farben. Die M (Typ 240) und die M10 arbeiteten mit CMOS-Sensoren, die Leica mit spezialisierten Partnern entwickelt hat. Bei der M11 nannte Leica keinen Hersteller; allgemein wird ein Sony-Sensor angenommen. Ein eigener Sensor wäre also eine Rückkehr zu dem, was Leica-Fotografen an der M9 und der M10 so schätzen: ein unverwechselbarer eigener Bildlook.

Gehäuse, Bodenplatte und „Heritage Edition“

Zum Gehäuse gibt es den bisher aufschlussreichsten Hinweis, und er stammt von Leica selbst. Anfang 2026 hat Leica Kunden in einer Umfrage ausführlich zur Unterseite künftiger M-Kameras befragt. Berichten zufolge ging es in 17 Fragen allein um die Bodenplatte.

Was die Umfrage andeutet:

  • Neue Unterseite: Gezeigt wurde ein Entwurf mit Kontakten für Zubehör, ähnlich wie bei der Leica Q3.
  • Laden und Akku: Es ging auch um kabelloses Laden und einen einfacheren Akkuwechsel.
  • „Heritage Edition“: Leica fragte, ob Interesse an einer limitierten Ausführung mit klassischer, abnehmbarer Bodenplatte besteht, so wie Leica-Fotografen sie von der M3 bis zur M10 kennen.

Eine Umfrage ist kein Produktversprechen. Sie zeigt aber, dass Leica die Unterseite der M grundsätzlich überdenkt, und dass die abnehmbare Bodenplatte für viele Kunden mehr ist als ein technisches Detail.

Bildschirm, Sucher und Bildstabilisator: die Gerüchte

Die folgenden Punkte stammen aus der Gerüchteküche, vor allem von Leica Rumors. Keiner ist bestätigt.

  • Größerer Rückbildschirm: Die Rede ist von 3,9 Zoll statt knapp 3 Zoll bei der M11.
  • Hybrid-Sucher: ein optischer Messsucher mit elektronischen Einblendungen, ähnlich dem Prinzip mancher Fujifilm-Kameras. Das wäre eine Brücke zwischen klassischer M und der M EV1 mit rein elektronischem Sucher.
  • Etwas kompakteres Gehäuse: genannt werden rund 3 mm weniger.
  • Geänderte Bedienelemente: unter anderem ein möglicher Wegfall des ISO-Rads.
  • Bildstabilisator im Gehäuse (IBIS): soll getestet worden sein. Ob er kommt, ist offen. Leica hatte früher betont, dass IBIS im flachen M-Gehäuse schwer unterzubringen ist.

Was noch offen ist

  • Auflösung: keine belastbaren Angaben. Die M11 bietet 60 Megapixel mit wählbar niedrigeren Auflösungen; ob die M12 höher, gleich oder bewusst niedriger auflöst, ist unbekannt.
  • Preis: keine Angaben. Neue M-Grundmodelle lagen zuletzt jeweils über ihrem Vorgänger.
  • Termin: 2027 ist die aktuelle Erwartung, nicht mehr.
  • Varianten: Ob es wieder Monochrom-, P- oder D-Varianten geben wird, ist offen.

Sicher ist dagegen, was für die meisten M-Fotografen am meisten zählt: Die M12 wird mit großer Wahrscheinlichkeit das M-Bajonett behalten. Vorhandene M-Objektive, auch jahrzehntealte, werden also weiter passen.

Einordnung: die digitalen Leica M von der M8 bis zur M11

Die M12 wäre das fünfte große Grundmodell der digitalen M. Jede Generation hat einen eigenen Charakter, und jede hat auf dem Gebrauchtmarkt ihre eigenen Liebhaber.

ModellVorgestelltSensorWas sie ausmacht
Leica M8200610 MP CCD, Crop-Faktor 1,33die erste digitale M
Leica M9200918 MP CCD, Vollformatder berühmte CCD-Farbcharakter
Leica M (Typ 240)201224 MP CMOSerste M mit Live-View und Video
Leica M10201724 MP CMOS, später 40 MP (M10-R, M10 Monochrom)wieder so schlank wie eine analoge M
Leica M11202260 MP BSI-CMOShöchste Auflösung, keine abnehmbare Bodenplatte mehr
Leica M EV12025wie M11erste M mit elektronischem statt optischem Sucher
Leica M12erwartet 2027neuer Sensor erwartetoffen

Wer sich für die Unterschiede im Detail interessiert: In den verlinkten Ratgebern beschreibe ich jedes Modell ausführlich, und in der Übersicht aller Leica-Modelle finden Sie alle M-Kameras seit 1954.

Was die M12 für gebrauchte Leica M bedeutet

Eine neue M verändert immer auch den Gebrauchtmarkt. Das heißt nicht, dass man jetzt nichts mehr kaufen oder verkaufen sollte. Es heißt, dass man wissen sollte, welche Modelle betroffen sind und welche kaum.

Wenn Sie kaufen möchten

  • Leica M11 und Varianten: Sie sind am direktesten betroffen. Wenn ein Nachfolger erscheint, kommen erfahrungsgemäß mehr Vorgängermodelle auf den Gebrauchtmarkt. Wer eine M11 möchte und keine Eile hat, kann die Vorstellung der M12 abwarten. Wer jetzt fotografieren will, verliert mit einer geprüften M11 nichts: Sie bleibt eine der auflösungsstärksten Kleinbildkameras.
  • Leica M10 und M (Typ 240): Diese Kameras haben ihre größte Preisbewegung hinter sich. Für viele sind sie heute der vernünftigste Einstieg in die digitale M.
  • Leica M9 und M Monochrom (CCD): Hier zählt der Charakter des CCD-Sensors, nicht die Technik. Eine M12 ändert daran nichts. Wichtig ist bei diesen Modellen der Zustand des Sensors.
  • Analoge M wie M3, M6 oder MP: praktisch unberührt. Sie werden nach Zustand, Seltenheit und Service gehandelt, nicht nach dem neuesten Digitalmodell. Wer sich für eine analoge M interessiert, findet in meinem Ratgeber Leica M6 gebraucht kaufen die wichtigsten Prüfpunkte.
  • M-Objektive: Da die M12 sehr wahrscheinlich beim M-Bajonett bleibt, passen alle M-Objektive weiter. Ein Objektivkauf lohnt sich deshalb unabhängig vom Kameragehäuse.

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Wenn Sie verkaufen möchten

Wer mit dem Gedanken spielt, eine M11 oder M10 abzugeben, um später auf die M12 umzusteigen, sollte die Entwicklung im Blick behalten. Rund um die Vorstellung eines Nachfolgers kommen oft viele Kameras gleichzeitig auf den Markt. Eine ehrliche Einschätzung Ihrer Kamera bekommen Sie bei mir jederzeit und unverbindlich. → Leica verkaufen

Meine Einschätzung

Für mich ist die spannendste Nachricht nicht ein bestimmtes Feature, sondern der Sensor. Wenn Leica wieder einen eigenen Sensor baut, kann die M12 an das anknüpfen, was viele an der M9 und der M10 so mögen: Bilder, die man als Leica-Bilder erkennt.

Bei der Bodenplatte bin ich gespannt. Die abnehmbare Bodenplatte gehört für viele meiner Kunden zur M wie der Messsucher. Dass Leica gezielt nach einer „Heritage Edition“ fragt, zeigt, dass man das in Wetzlar weiß.

Und eines gilt unabhängig von der M12: Eine gut erhaltene, geprüfte M aus früheren Generationen macht heute genauso gute Bilder wie am ersten Tag. Die beste Kamera ist die, mit der man tatsächlich fotografiert.

Sobald Leica die M12 offiziell vorstellt, aktualisiere ich diese Seite mit allen Daten und meiner ersten Einschätzung aus der Praxis.

Häufige Fragen zur Leica M12

Wann erscheint die Leica M12?

Leica hat keinen Termin genannt. Nach aktuellen Gerüchten wird die Vorstellung 2027 erwartet.

Hat die Leica M12 einen eigenen Leica-Sensor?

Leica entwickelt offiziell wieder einen eigenen Sensor, gemeinsam mit dem Hersteller Gpixel. In welcher Kamera er zuerst eingesetzt wird, hat Leica nicht gesagt. Die M12 gilt als wahrscheinlichster Kandidat.

Passen meine M-Objektive an die Leica M12?

Sehr wahrscheinlich ja. Leica hält seit 1954 am M-Bajonett fest, und nichts deutet auf eine Änderung hin.

Bekommt die M12 wieder eine abnehmbare Bodenplatte?

Offen. Leica hat Kunden ausführlich zur Unterseite befragt und dabei auch eine limitierte „Heritage Edition“ mit klassischer Bodenplatte abgefragt. Eine Zusage ist das nicht.

Soll ich jetzt eine gebrauchte M11 kaufen oder auf die M12 warten?

Wer jetzt fotografieren möchte, macht mit einer geprüften M11 nichts falsch. Wer keine Eile hat, kann die Vorstellung der M12 abwarten, weil dann erfahrungsgemäß mehr M11 auf den Gebrauchtmarkt kommen.

Was kostet die Leica M12?

Dazu gibt es keine belastbaren Angaben.

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