Die Leica Q gehört zu den eigenständigsten und erfolgreichsten Kamerakonzepten von Leica. Seit der ersten Leica Q (Typ 116) von 2015 verbindet die Q-Baureihe einen Vollformatsensor mit einem fest eingebauten hochwertigen Leica Objektiv, elektronischem Sucher und Autofokus in einer vergleichsweise kompakten Kamera.
Leica hat dieses Konzept über mehrere Generationen konsequent weiterentwickelt. Auf die ursprüngliche Leica Q folgten unter anderem Q-P, Q2, Q2 Monochrom und Q2 Reporter sowie später Q3, Q3 43 und Q3 Monochrom. Aus einer einzelnen Kamera ist damit eine ganze Leica Q-Familie entstanden.
Auf dieser Seite finden Sie einen umfassenden Überblick über die Leica Q Modelle, ihre Entwicklung und die wichtigsten Unterschiede zwischen den Generationen. Außerdem geht es um die Frage, welche Leica Q für welchen fotografischen Einsatz interessant ist und worauf beim Kauf einer gebrauchten Leica Q zu achten ist.
Was macht die Leica Q besonders?
Das Grundkonzept der Leica Q ist ungewöhnlich konsequent: Vollformatsensor und fest eingebautes Leica Objektiv bilden eine aufeinander abgestimmte Einheit. Anders als beim Leica M- oder SL-System kann das Objektiv nicht gewechselt werden.
Die Leica Q, Q2 und Q3 setzen dabei auf das lichtstarke Summilux 1:1,7/28 mm ASPH. Die Kombination aus 28-mm-Brennweite und hoher Lichtstärke eignet sich besonders für Reportage, Street Photography, Reisen, Landschaft, Architektur und den fotografischen Alltag.

Eine wesentliche Besonderheit gegenüber dem Leica M-System ist der Autofokus. Gleichzeitig lässt sich eine Leica Q sehr direkt und klassisch bedienen. Blende und Belichtungszeit können manuell eingestellt werden, ebenso ist eine manuelle Fokussierung möglich. Wer möchte, kann die Kamera aber auch weitgehend automatisch arbeiten lassen.
Gerade diese Verbindung aus klassischer Leica Bedienung und moderner Kameratechnik macht für mich einen großen Teil des Reizes der Leica Q aus. Sie verlangt nicht zwingend die Arbeitsweise einer Messsucherkamera, behält aber vieles von der Reduktion und direkten Bedienbarkeit bei, die Leica Kameras auszeichnet.
Das Prinzip der Leica Q: Vollformatsensor, hochwertiges fest eingebautes Leica Objektiv, Autofokus und eine direkte Bedienung in einem vergleichsweise kompakten Kamerakonzept. Die feste Brennweite ist dabei keine Notlösung, sondern ein wesentlicher Bestandteil der Idee hinter der Leica Q.
Die Entwicklung der Leica Q – von 2015 bis heute
Seit der Vorstellung der ersten Leica Q im Jahr 2015 hat Leica das ursprüngliche Konzept Schritt für Schritt weiterentwickelt. Dabei blieb die Grundidee erstaunlich konstant: Vollformatsensor, lichtstarke Festbrennweite, Autofokus und eine möglichst direkte Bedienung.
Die einzelnen Generationen unterscheiden sich dennoch deutlich. Sensorauflösung, elektronischer Sucher, Autofokus, Display, Wetterschutz und digitale Funktionen wurden über die Jahre verbessert. Hinzu kamen besondere Varianten wie die Q-P, die Monochrom-Modelle und die Reporter-Ausführungen.
2015 – Leica Q (Typ 116): der Anfang
Mit der Leica Q (Typ 116) begann 2015 die Q-Baureihe. Sie kombiniert einen 24-Megapixel-Vollformatsensor mit dem fest eingebauten Summilux 1:1,7/28 mm ASPH.
Die erste Q legte damit bereits das Konzept fest, das die Baureihe bis heute prägt. Gerade die Verbindung aus Vollformat, einem hochwertigen und sehr lichtstarken 28-mm-Objektiv, Autofokus und kompaktem Gehäuse machte die Kamera innerhalb des Leica Programms zu etwas Eigenständigem.
2018 – Leica Q-P: technisch vertraut, optisch dezenter
Die Leica Q-P ist keine neue Q-Generation, sondern eine besondere Ausführung der ursprünglichen Leica Q. Technisch entspricht sie weitgehend dem Serienmodell, optisch setzt sie jedoch bewusst auf Zurückhaltung.
Leica verzichtete auf den roten Punkt auf der Vorderseite und setzte stattdessen auf einen dezenten Leica Schriftzug auf der Deckkappe. Hinzu kamen eine besonders widerstandsfähige mattschwarze Lackierung und ein veränderter Auslöseknopf. Gerade diese zurückhaltende Gestaltung macht die Q-P heute auch für Liebhaber interessant.
2019 – Leica Q2: der große Entwicklungsschritt
Mit der Leica Q2 folgte 2019 die zweite Generation. Die Auflösung stieg auf 47,3 Megapixel, während Leica am bewährten Summilux 1:1,7/28 mm ASPH. festhielt.
Gleichzeitig erhielt die Q2 einen verbesserten elektronischen Sucher und einen Schutz gegen Staub und Spritzwasser. Durch die deutlich höhere Sensorauflösung wurden auch digitale Ausschnitte interessanter: Die feste 28-mm-Brennweite ließ sich damit flexibler einsetzen.
2020 – Leica Q2 Monochrom: konsequent Schwarzweiß
2020 übertrug Leica das aus dem M-System bekannte Monochrom-Konzept erstmals auf die Q-Baureihe. Die Leica Q2 Monochrom besitzt einen speziell für Schwarzweißaufnahmen entwickelten 47,3-Megapixel-Vollformatsensor.
Sie ist damit nicht einfach eine Q2 mit einem Schwarzweißmodus. Da der Sensor keine Farbinformationen erfassen muss, ist das gesamte Kamerakonzept konsequent auf die Schwarzweißfotografie ausgerichtet. Auch äußerlich tritt die Q2 Monochrom bewusst zurückhaltend auf.
2021 – Leica Q2 Reporter: für den robusten Einsatz
Mit der Leica Q2 Reporter präsentierte Leica eine besonders robuste und unauffällige Variante der Q2. Statt der traditionellen Belederung besitzt sie eine Armierung aus Aramid-Fasern. Dazu kommt eine widerstandsfähige Lackierung in mattem Dunkelgrün.
Auf den roten Leica Punkt wurde bewusst verzichtet. Technisch basiert die Reporter auf der Q2 – ihr besonderer Charakter entsteht vor allem durch Material, Gestaltung und die Ausrichtung auf den Reportageeinsatz.

2023 – Leica Q3: die dritte Generation
Mit der Leica Q3 erreichte die Baureihe 2023 ihre dritte Generation. Der Vollformatsensor bietet nun rund 60 Megapixel und kann dank Triple Resolution Technology Aufnahmen mit unterschiedlichen Auflösungen erzeugen.
Leica modernisierte außerdem Autofokus, elektronischen Sucher und Konnektivität. Besonders auffällig ist das erstmals bei einer Q verwendete neigbare Display. Das charakteristische Summilux 1:1,7/28 mm ASPH. blieb erhalten.
2024 – Leica Q3 43: die Q bekommt eine zweite Brennweite
Mit der Leica Q3 43 änderte Leica 2024 erstmals einen der Grundpfeiler des bisherigen Q-Konzepts: die Brennweite. Statt des 28-mm-Summilux besitzt sie ein APO-Summicron 1:2/43 ASPH.
Die Technik basiert weitgehend auf der Q3, fotografisch unterscheiden sich beide Kameras jedoch erheblich. 43 mm entsprechen wesentlich stärker einem natürlichen Blickwinkel und verändern Bildgestaltung, Abstand zum Motiv und Einsatzmöglichkeiten der Leica Q.


Leica Q3 Monochrom – die aktuelle Schwarzweiß-Q
Mit der Leica Q3 Monochrom führt Leica die Schwarzweiß-Tradition der Q2 Monochrom innerhalb der aktuellen Q3-Generation fort. Auch hier geht es nicht um einen digitalen Schwarzweißfilter, sondern um eine Kamera, deren Sensor ausschließlich Schwarzweißbilder aufzeichnet.
Damit richtet sich die Q3 Monochrom an Fotografen, die sich bewusst vollständig auf Schwarzweiß konzentrieren möchten. Innerhalb der aktuellen Q-Familie nimmt sie deshalb eine besondere Stellung ein.

Vom Einzelmodell zur Kamerafamilie: Aus der Leica Q von 2015 ist eine eigenständige Baureihe geworden. Das Grundkonzept blieb erhalten, während Leica Auflösung, Ausstattung und Modellvielfalt kontinuierlich erweitert hat. Mit 28 mm, 43 mm und den Monochrom-Ausführungen lässt sich heute wesentlich gezielter auswählen, welche Leica Q zur eigenen Fotografie passt.
Leica Q Modelle im Vergleich – die wichtigsten Unterschiede
Welche Leica Q die richtige ist, hängt nicht allein davon ab, welche Generation die neueste ist. Bereits die ursprüngliche Leica Q bietet das grundlegende Konzept der Baureihe, während Q2 und Q3 vor allem bei Auflösung und Ausstattung deutlich weiterentwickelt wurden.
Eine besondere Stellung nimmt die Leica Q3 43 ein. Während Leica Q, Q2 und Q3 mit 28 mm arbeiten, besitzt sie ein 43-mm-Objektiv. Damit verändert sich nicht nur eine technische Angabe, sondern die gesamte fotografische Wirkung der Kamera.
| Merkmal | Leica Q | Leica Q2 | Leica Q3 | Leica Q3 43 |
|---|---|---|---|---|
| Vorstellung | 2015 | 2019 | 2023 | 2024 |
| Sensor | 24,2 MP Vollformat | 47,3 MP Vollformat | 60,3 MP Vollformat | 60,3 MP Vollformat |
| Objektiv | Summilux 28 mm f/1,7 | Summilux 28 mm f/1,7 | Summilux 28 mm f/1,7 | APO-Summicron 43 mm f/2 |
| Digitaler Crop | 35 / 50 mm | 35 / 50 / 75 mm | 35 / 50 / 75 / 90 mm | 60 / 75 / 90 / 120 / 150 mm |
| Display | fest | fest | neigbar | neigbar |
| Objektivwechsel | nein | nein | nein | nein |
| Charakter | klassischer Einstieg | hohe Auflösung & ausgereift | modernste 28-mm-Q | natürlicherer 43-mm-Bildwinkel |
Leica Q (Typ 116) – der Einstieg in die Q-Familie
Die erste Leica Q ist trotz ihres Alters keineswegs uninteressant. 24,2 Megapixel reichen für viele Anwendungen weiterhin aus und das Summilux 1:1,7/28 mm ASPH. bietet bereits das Objektivkonzept, das Leica über mehrere Generationen beibehalten hat.
Besonders auf dem Gebrauchtmarkt kann die Q (Typ 116) deshalb ein interessanter Einstieg sein. Bei einer inzwischen über zehn Jahre alten Digitalkamera spielen allerdings Zustand, Nutzung und technische Prüfung eine entsprechend wichtige Rolle.
Leica Q2 – heute besonders interessant auf dem Gebrauchtmarkt
Die Leica Q2 brachte mit 47,3 Megapixeln einen erheblichen Auflösungssprung. Dadurch stehen wesentlich größere Reserven für Ausschnitte zur Verfügung. Der digitale Bildfeldwähler wurde gegenüber der ersten Q um 75 mm erweitert.
Für mich ist die Q2 heute besonders interessant, weil sie bereits sehr viel von dem bietet, was das moderne Q-System auszeichnet, auf dem Gebrauchtmarkt aber deutlich anders positioniert sein kann als eine aktuelle Q3. Wer nicht zwingend die neueste Technik benötigt, sollte die Q2 deshalb in einen Vergleich einbeziehen.
Leica Q3 – die aktuelle 28-mm-Generation
Die Leica Q3 führt das klassische 28-mm-Konzept mit moderner Technik weiter. Ihr 60,3-Megapixel-Sensor bietet nochmals deutlich mehr Reserven für Ausschnitte. Der digitale Bildfeldwähler reicht jetzt bis zu einer 90-mm-Entsprechung.
Dazu kommen unter anderem der weiterentwickelte Autofokus und das neigbare Display. Gerade letzteres verändert die praktische Arbeit bei bodennahen Perspektiven, Aufnahmen über Kopf oder diskreter Street Photography stärker, als die reine technische Datenliste zunächst vermuten lässt.
Leica Q3 43 – nicht einfach nur eine Q3 mit anderem Objektiv
Technisch liegen Leica Q3 und Q3 43 eng beieinander. Fotografisch sind sie jedoch zwei deutlich unterschiedliche Kameras. Das APO-Summicron 1:2/43 ASPH. der Q3 43 bietet einen engeren und natürlicher wirkenden Bildwinkel als das 28-mm-Summilux.
Deshalb würde ich die Entscheidung zwischen Q3 und Q3 43 nicht primär anhand technischer Daten treffen. Entscheidend ist vielmehr, wie man fotografiert und welche Brennweite dem eigenen Blick entspricht.
Meine Einschätzung: Die neueste Leica Q ist nicht automatisch für jeden Fotografen die beste Wahl. Die ursprüngliche Q kann einen interessanten Einstieg bieten, die Q2 ist als gebrauchte Kamera besonders spannend und Q3 sowie Q3 43 bieten die modernste Technik. Zwischen den beiden Q3-Modellen ist für mich vor allem die bevorzugte Brennweite entscheidend.
Leica Q mit 28 mm oder 43 mm – welche Brennweite passt zu mir?
Mit der Leica Q3 43 gibt es erstmals eine grundsätzliche Entscheidung, die es bei der Leica Q zuvor nicht gab: 28 mm oder 43 mm? Technische Daten allein helfen bei dieser Frage nur wenig. Die beiden Brennweiten führen zu einer deutlich unterschiedlichen Art zu fotografieren.
Leica Q, Q2 und Q3 sind mit einem Summilux 1:1,7/28 mm ASPH. ausgestattet. Die Q3 43 verwendet dagegen ein APO-Summicron 1:2/43 ASPH. Der Unterschied von 15 mm klingt zunächst überschaubar, in der Praxis verändert er Bildwinkel, Abstand zum Motiv und Bildgestaltung jedoch erheblich.
28 mm – mitten im Geschehen
Die klassischen 28 mm der Leica Q bieten einen relativ weiten Bildwinkel. Das ist ideal, wenn nicht nur das Hauptmotiv, sondern auch dessen Umgebung Teil des Bildes sein soll. Gerade bei Reportage, Street Photography, Reisen, Landschaft und Architektur ist das ein großer Vorteil.
28 mm verlangen allerdings eine bestimmte Arbeitsweise. Bei Menschen muss man häufig näher herangehen, wenn die Person das Bild deutlich bestimmen soll. Dadurch entsteht eine unmittelbare Bildwirkung, die gerade in der Reportage sehr reizvoll sein kann.
Wer seit Jahren mit 28 oder 35 mm fotografiert und gerne nah am Geschehen arbeitet, wird sich mit der klassischen Leica Q meist sehr schnell zurechtfinden.

43 mm – ruhiger und näher am natürlichen Seheindruck
Die 43 mm der Leica Q3 43 liegen wesentlich näher an einer klassischen Normalbrennweite. Der Bildwinkel ist enger, Motive lassen sich stärker isolieren und störende Elemente am Bildrand geraten weniger schnell mit ins Bild.
Das macht die Q3 43 besonders interessant für Porträts, Menschen, Details, Reise- und Alltagsfotografie. Man muss für denselben Bildausschnitt nicht so nah an eine Person herangehen wie mit 28 mm.
Wer bei einer 28-mm-Q häufig das Gefühl hat, anschließend beschneiden zu müssen, könnte sich mit 43 mm von Anfang an wohler fühlen.

Ist 43 mm eine ungewöhnliche Brennweite?
Auf den ersten Blick wirkt die Bezeichnung 43 mm ungewöhnlicher als die klassischen Brennweiten 35 oder 50 mm. Tatsächlich liegt sie aber sehr nahe an der Diagonale des Kleinbildformats und damit im Bereich einer natürlichen Normalbrennweite.
In der Praxis empfinde ich 43 mm deshalb weniger als exotische Zwischenlösung, sondern vielmehr als einen sehr universellen Bildwinkel zwischen 35 und 50 mm.
Der digitale Crop erweitert beide Konzepte
Die feste Brennweite bedeutet bei modernen Leica-Q-Modellen nicht, dass ausschließlich mit einem einzigen Bildwinkel gearbeitet werden kann. Über den digitalen Bildfeldwähler lassen sich Ausschnitte längerer Brennweiten simulieren.
Bei der Leica Q3 stehen neben den tatsächlichen 28 mm Bildfelder entsprechend 35, 50, 75 und 90 mm zur Verfügung. Die Q3 43 beginnt mit ihren tatsächlichen 43 mm und bietet Crop-Stufen entsprechend 60, 75, 90, 120 und 150 mm.
Dabei sollte man allerdings nicht vergessen: Ein digitaler Crop verändert nicht die optische Brennweite des Objektivs. Es wird ein kleinerer Ausschnitt des Sensors verwendet, wodurch entsprechend weniger Bildpunkte für die fertige Aufnahme zur Verfügung stehen.
| Fotografischer Einsatz | 28 mm | 43 mm |
|---|---|---|
| Street / Reportage | sehr gut, nah am Geschehen | gut, etwas mehr Distanz |
| Reise | sehr vielseitig | sehr natürlich |
| Porträt | mit Umgebung | meist angenehmer |
| Landschaft | größerer Bildwinkel | stärker verdichteter Ausschnitt |
| Architektur / Innenräume | klarer Vorteil | häufig zu eng |
| Menschen / Alltag | unmittelbarer | ruhiger und natürlicher |
Meine Empfehlung: Wer gerne nah am Geschehen arbeitet, viel Reportage, Street, Landschaft oder Architektur fotografiert, sollte sich die klassische Leica Q mit 28 mm genauer ansehen. Wer dagegen Menschen, Details und Alltagssituationen bevorzugt und einen natürlicheren Bildwinkel schätzt, findet in der Q3 43 eine sehr interessante Alternative. Die Brennweite würde ich bei dieser Entscheidung höher gewichten als kleine Unterschiede bei technischen Ausstattungsmerkmalen.
Bildqualität der Leica Q – Sensor und Objektiv als abgestimmte Einheit
Ein wesentlicher Teil der Bildqualität einer Leica Q entsteht durch das Zusammenspiel von Sensor und fest eingebautem Objektiv. Anders als bei einem Kamerasystem mit Wechselobjektiven kann Leica beide Komponenten gezielt aufeinander abstimmen.
Das fest verbaute Objektiv ist deshalb nicht einfach eine Einschränkung. Es gehört zum Grundkonzept der Q-Baureihe und ist einer der Gründe dafür, warum die Kameras trotz ihres vergleichsweise kompakten Gehäuses eine sehr hohe optische Leistung bieten.
Summilux 1:1,7/28 mm ASPH. – das klassische Leica-Q-Objektiv
Die ursprüngliche Leica Q, die Q2 und die Q3 verwenden ein Summilux 1:1,7/28 mm ASPH. Damit hat Leica über mehrere Generationen an derselben grundlegenden Objektividee festgehalten.
Die hohe Lichtstärke von f/1,7 ermöglicht nicht nur Aufnahmen bei wenig Licht. Sie erlaubt auch bei einer eher weitwinkligen Brennweite eine gezielte Freistellung, wenn Motivabstand und Hintergrund entsprechend gewählt werden.
28 mm bieten gleichzeitig genug Bildwinkel für Reportage, Street, Landschaft und Architektur. Damit erklärt sich auch, warum Leica diese Brennweite so lange als festen Bestandteil der Q-Baureihe beibehalten hat.
APO-Summicron 1:2/43 ASPH. – der neue Ansatz der Q3 43
Bei der Leica Q3 43 verfolgt Leica einen anderen Weg. Ihr fest eingebautes APO-Summicron 1:2/43 ASPH. wurde speziell für diese Kamera entwickelt.
Die APO-Korrektur ist darauf ausgelegt, Farbfehler besonders wirkungsvoll zu minimieren. Zusammen mit dem hochauflösenden Sensor der Q3 43 entsteht damit ein Objektiv-Sensor-System, das auf sehr hohe Detailwiedergabe und eine präzise Zeichnung ausgelegt ist.
Gleichzeitig verändert die 43-mm-Brennweite den Charakter der Bilder. Während das 28-mm-Summilux stärker die Umgebung einbezieht, konzentriert sich das 43-mm-APO-Summicron stärker auf das eigentliche Motiv.
Makrofunktion – ein unterschätzter Vorteil der Leica Q
Eine Besonderheit des Leica-Q-Konzepts ist die integrierte Makrofunktion. Beim 28-mm-Summilux der aktuellen Q3 wird der Makromodus direkt am Objektiv aktiviert. Damit sind Aufnahmen aus einer Entfernung von bis zu etwa 17 cm möglich.
Dadurch lässt sich eine Leica Q nicht nur für klassische Reportage- oder Landschaftsaufnahmen einsetzen. Auch Details, Gegenstände, Speisen, Pflanzen oder kleinere Motive können aus kurzer Distanz fotografiert werden.
Gerade auf Reisen ist das praktisch: Man benötigt kein zusätzliches Makroobjektiv und kann trotzdem sehr nah an kleinere Motive herangehen.
Hohe Auflösung macht digitale Ausschnitte sinnvoll
Mit steigender Sensorauflösung hat Leica den digitalen Bildfeldwähler zunehmend stärker in das Q-Konzept integriert. Besonders bei Q2, Q3 und Q3 43 stehen genügend Pixel zur Verfügung, um auch aus einem Ausschnitt noch eine hohe Bildqualität zu erhalten.
Das ersetzt zwar kein echtes Wechselobjektiv, erweitert aber die fotografischen Möglichkeiten erheblich. Wer beispielsweise mit einer Q3 bei 28 mm fotografiert, kann bereits bei der Aufnahme einen engeren Bildausschnitt wählen und später trotzdem auf die vollständige Sensoraufnahme zurückgreifen.
Festes Objektiv – Vorteil oder Nachteil?
Ob das fest eingebaute Objektiv als Vorteil oder Nachteil empfunden wird, hängt stark von der eigenen Fotografie ab. Wer regelmäßig zwischen Ultraweitwinkel, Tele und unterschiedlichen Spezialobjektiven wechseln möchte, wird mit einem klassischen Wechselobjektivsystem flexibler sein.
Wer dagegen bewusst mit einer festen Brennweite arbeiten möchte, bekommt mit der Leica Q ein sehr kompaktes Gesamtsystem. Es muss kein zusätzliches Objektiv transportiert und kein Sensor beim Objektivwechsel freigelegt werden.
Für mich gehört diese Reduktion wesentlich zum Charakter der Leica Q: Man entscheidet sich vor dem Fotografieren nicht für ein Objektiv, sondern für eine Art zu sehen.
28 mm oder 43 mm? Beide Objektive sind nicht einfach unterschiedliche Varianten derselben Kamera. Das 28-mm-Summilux und das 43-mm-APO-Summicron führen zu unterschiedlichen Bildsprachen. Deshalb würde ich beim Kauf einer aktuellen Leica Q zuerst die bevorzugte Brennweite wählen – und erst danach über einzelne Ausstattungsdetails entscheiden.
Leica Q in der Praxis – Autofokus, Sucher und Bedienung
Die Leica Q verbindet eine vergleichsweise reduzierte Bedienung mit moderner Kameratechnik. Anders als bei einer Leica M muss nicht grundsätzlich manuell fokussiert werden. Der Autofokus macht die Q besonders im Alltag, auf Reisen und bei spontanen Situationen schnell und unkompliziert einsetzbar.
Gleichzeitig hat Leica darauf geachtet, die Zahl der Bedienelemente überschaubar zu halten. Blende, Verschlusszeit und Belichtungskorrektur lassen sich direkt kontrollieren, während viele weitere Einstellungen über das Menü beziehungsweise die individuell belegbaren Funktionen erreichbar sind.
Autofokus – ein wesentlicher Unterschied zur Leica M
Für viele Fotografen ist der Autofokus einer der entscheidenden Unterschiede zwischen Leica Q und Leica M. Während das M-System konsequent auf manuelle Entfernungseinstellung setzt, kann die Leica Q auch in spontanen Situationen sehr schnell eingesetzt werden.
Besonders bei Street Photography, Reportage, Reisen, Familienaufnahmen oder bewegten Alltagssituationen ist das praktisch. Die Kamera kann unmittelbar reagieren, ohne dass auf das klassische Leica Bediengefühl vollständig verzichtet werden muss.
Bei den jüngeren Generationen wurde das Autofokussystem zunehmend weiterentwickelt. Die Leica Q3 bietet gegenüber den älteren Q-Modellen ein moderneres Autofokussystem und zusätzliche Möglichkeiten bei der Motiverkennung.
Manuell fokussieren bleibt möglich
Wer lieber selbst fokussiert, kann auch mit einer Leica Q manuell scharfstellen. Der Fokusring am Objektiv vermittelt dabei ein deutlich klassischeres Bediengefühl als bei vielen rein elektronisch ausgelegten Kompaktkameras.
Unterstützende Funktionen im elektronischen Sucher beziehungsweise auf dem Display erleichtern die präzise Scharfstellung. Gerade bei ruhigen Motiven oder wenn sehr gezielt auf einen bestimmten Bereich fokussiert werden soll, kann die manuelle Arbeitsweise eine interessante Alternative zum Autofokus sein.
Elektronischer Sucher statt Messsucher
Die Leica Q besitzt keinen optischen Messsucher wie eine Leica M, sondern einen elektronischen Sucher. Der Fotograf sieht dadurch bereits vor der Aufnahme sehr genau, wie Belichtung, Bildausschnitt und viele Kameraeinstellungen das spätere Bild beeinflussen.
Das erleichtert insbesondere den Einstieg in die Leica Fotografie. Gleichzeitig lassen sich Belichtungskorrekturen, digitale Bildfelder und weitere Informationen direkt im Sucher kontrollieren.
Das Display der Leica Q3
Eine wichtige Neuerung der Leica Q3 gegenüber Q und Q2 ist das neigbare rückseitige Display. Damit lässt sich die Kamera auch aus Perspektiven verwenden, bei denen ein Blick durch den Sucher unbequem oder gar nicht möglich wäre.
Das ist beispielsweise bei bodennahen Aufnahmen, bei der Fotografie aus Hüfthöhe oder bei Aufnahmen über Kopf hilfreich. Gerade bei Street Photography kann das Display außerdem eine unauffälligere Arbeitsweise ermöglichen.

Direkter Zugriff auf die wichtigen Einstellungen
Trotz der umfangreichen digitalen Möglichkeiten wirkt die Leica Q im täglichen Gebrauch vergleichsweise übersichtlich. Blende und Entfernung werden direkt am Objektiv kontrolliert, die Verschlusszeit beziehungsweise weitere Belichtungseinstellungen über die Bedienelemente am Gehäuse.
Für mich liegt darin ein wesentlicher Unterschied zu Kameras, bei denen viele grundlegende Funktionen erst über umfangreiche Menüstrukturen erreichbar sind. Eine Leica Q kann sehr modern eingesetzt werden, zwingt den Fotografen aber nicht dazu, ständig im Menü zu arbeiten.
Makromodus direkt am Objektiv
Auch der Makromodus passt zu dieser direkten Bedienphilosophie. Er wird über einen eigenen Einstellring am Objektiv aktiviert. Dadurch wechselt die Kamera ohne zusätzlichen Menüweg in den Nahbereich.
Das ist eine kleine, aber im fotografischen Alltag sehr angenehme Lösung. Gerade auf Reisen oder beim Fotografieren von Details kann zwischen normalen Aufnahmen und Nahaufnahmen schnell gewechselt werden.
Meine Einschätzung: Die Leica Q ist deutlich moderner und unkomplizierter zu bedienen als eine klassische Leica M, ohne beliebig zu wirken. Autofokus, elektronischer Sucher und Display erleichtern das Fotografieren, während Blendenring, Fokusring und die überschaubare Bedienung weiterhin ein sehr direktes Arbeiten ermöglichen.
Welche Leica Q passt zu wem?
Bei der Wahl einer Leica Q würde ich nicht allein auf Alter, Auflösung oder technische Ausstattung schauen. Viel wichtiger ist die Frage, wie und was man tatsächlich fotografiert. Die verschiedenen Generationen verfolgen zwar dasselbe Grundkonzept, unterscheiden sich inzwischen aber deutlich genug, um unterschiedliche Fotografen anzusprechen.
Hinzu kommt der Gebrauchtmarkt: Eine Leica Q oder Q2 kann heute eine interessante Alternative zu den aktuellen Modellen sein. Wer dagegen möglichst moderne Technik oder die 43-mm-Brennweite möchte, landet zwangsläufig bei der jüngeren Q3-Generation.
Leica Q (Typ 116) – für den Einstieg in die Q-Welt
Die ursprüngliche Leica Q (Typ 116) ist besonders für Fotografen interessant, die das Q-Konzept kennenlernen möchten und nicht zwingend eine sehr hohe Sensorauflösung oder die neuesten digitalen Funktionen benötigen.
Ihr 24-Megapixel-Sensor reicht für viele Anwendungen weiterhin vollkommen aus. Gleichzeitig bekommt man bereits das lichtstarke Summilux 1:1,7/28 mm ASPH., den elektronischen Sucher und den Autofokus, die den Charakter der Q-Baureihe wesentlich bestimmen.
Beim Gebrauchtkauf sollte allerdings berücksichtigt werden, dass die ältesten Exemplare inzwischen mehr als zehn Jahre alt sind. Der tatsächliche Zustand der Kamera ist deshalb wichtiger als ein besonders niedriger Kaufpreis.
Leica Q2 – für preisbewusste Käufer mit hohem Anspruch
Die Leica Q2 halte ich auf dem Gebrauchtmarkt für eine besonders interessante Leica Q. Mit 47,3 Megapixeln bietet sie bereits eine hohe Auflösung und damit deutlich größere Reserven für Ausschnitte als die erste Generation.
Wer auf ein neigbares Display und einige Funktionen der Q3 verzichten kann, bekommt mit einer gut erhaltenen Q2 eine sehr leistungsfähige Vollformatkamera. Gerade das Verhältnis zwischen fotografischer Leistung und Gebrauchtpreis kann sie attraktiv machen.
Leica Q2 Monochrom – für konsequente Schwarzweißfotografie
Die Leica Q2 Monochrom ist eine wesentlich speziellere Entscheidung. Sie richtet sich an Fotografen, die nicht gelegentlich, sondern bewusst und dauerhaft in Schwarzweiß fotografieren möchten.
Gerade für Street Photography und Reportage kann diese Beschränkung ausgesprochen reizvoll sein. Farbe spielt bei der Aufnahme keine Rolle mehr – Licht, Schatten, Kontrast, Formen und der entscheidende Moment rücken stärker in den Mittelpunkt.

Leica Q3 – für 28-mm-Fotografen mit aktueller Technik
Wer das klassische 28-mm-Konzept der Leica Q bevorzugt und gleichzeitig möglichst moderne Technik möchte, findet in der Leica Q3 die konsequente Weiterentwicklung der Baureihe.
Die hohe Sensorauflösung bietet große Reserven für Ausschnitte, das neigbare Display erweitert die Möglichkeiten bei ungewöhnlichen Perspektiven und der weiterentwickelte Autofokus erleichtert die Arbeit bei spontanen Situationen.
Die Q3 ist deshalb besonders interessant für Fotografen, die eine hochwertige Kamera für Reise, Reportage, Street, Landschaft und Alltag suchen und bewusst mit einer einzigen 28-mm-Festbrennweite arbeiten möchten.
Leica Q3 43 – für Fotografen mit natürlicherem Bildwinkel
Die Leica Q3 43 würde ich vor allem Fotografen empfehlen, denen 28 mm dauerhaft zu weit sind. Das APO-Summicron 1:2/43 ASPH. liegt mit seinem Bildwinkel wesentlich näher an einer klassischen Normalbrennweite.
Für Menschen, Porträts, Details, Reisen und Alltag kann das sehr angenehm sein. Wer mit einer 28-mm-Q häufig nachträglich beschneidet oder sich beim Fotografieren einen engeren Bildausschnitt wünscht, sollte die Q3 43 unbedingt ausprobieren.
Leica Q3 Monochrom – moderne Technik ohne Farbe
Die Leica Q3 Monochrom verbindet das konsequente Schwarzweiß-Konzept mit der aktuellen Q3-Generation. Sie richtet sich damit an Fotografen, die bewusst auf Farbe verzichten möchten, gleichzeitig aber Wert auf die moderne Ausstattung der jüngsten Q-Generation legen.
Eine Monochrom würde ich allerdings nicht allein wegen ihrer technischen Besonderheit kaufen. Die Entscheidung sollte aus meiner Sicht vor allem fotografisch begründet sein: Wer sich nicht sicher ist, ob er dauerhaft ausschließlich Schwarzweiß fotografieren möchte, ist mit einer normalen Leica Q flexibler.
| Modell | Besonders interessant für |
|---|---|
| Leica Q | Einstieg, 28-mm-Fotografie, preisbewusster Gebrauchtkauf |
| Leica Q2 | hohe Bildqualität, 28 mm und attraktives Gebrauchtangebot |
| Leica Q2 Monochrom | konsequente Schwarzweiß-, Street- und Reportagefotografie |
| Leica Q3 | 28 mm, hohe Auflösung und moderne Ausstattung |
| Leica Q3 43 | Menschen, Porträt, Reise, Alltag und natürlicherer Bildwinkel |
| Leica Q3 Monochrom | konsequente Schwarzweißfotografie mit aktueller Q-Technik |
Meine Empfehlung: Wer eine Leica Q kaufen möchte, sollte zuerst drei Fragen beantworten: Möchte ich 28 oder 43 mm? Möchte ich Farbe oder ausschließlich Schwarzweiß? Und benötige ich wirklich die neueste Technik? Sind diese drei Punkte geklärt, wird die Auswahl innerhalb der Leica Q-Familie erheblich einfacher.
Leica Q gebraucht kaufen – worauf sollte man achten?
Eine Leica Q gebraucht zu kaufen kann sehr interessant sein, weil inzwischen mehrere Generationen auf dem Markt verfügbar sind. Gerade bei Q, Q-P und Q2 unterscheiden sich die Preise deutlich von aktuellen Modellen. Gleichzeitig sollte man bei gebrauchten Kameras genauer hinschauen, denn optischer und technischer Zustand sind nicht dasselbe.
Eine äußerlich sehr schöne Leica Q kann technisch Wartungsbedarf haben. Umgekehrt kann eine Kamera mit sichtbaren Gebrauchsspuren technisch einwandfrei funktionieren. Beim Gebrauchtkauf würde ich deshalb immer mehrere Punkte getrennt voneinander beurteilen.
Gehäusezustand und Gebrauchsspuren
Kratzer, Abrieb oder kleinere Gebrauchsspuren sind bei einer älteren Leica Q zunächst kein Grund, eine Kamera grundsätzlich auszuschließen. Entscheidend ist, ob es sich um normale Nutzungsspuren oder um Hinweise auf einen stärkeren Stoß beziehungsweise Sturz handelt.
Besonders an Gehäusekanten, Objektivfassung, Display und Bedienelementen lohnt sich ein genauer Blick. Verformungen oder ungewöhnliche Spaltmaße können darauf hindeuten, dass die Kamera mechanisch stärker belastet wurde.

Objektiv genau prüfen
Das fest eingebaute Objektiv ist einer der wichtigsten Bestandteile jeder Leica Q. Anders als bei einer Systemkamera kann ein problematisches Objektiv nicht einfach durch ein anderes ersetzt werden.
Deshalb sollte man Front- und Hinterbereich soweit möglich auf Beschädigungen und Auffälligkeiten kontrollieren. Ebenso wichtig sind Blendenring, Fokusring und die Mechanik des Makromodus. Alle Einstellringe sollten sauber und ohne ungewöhnliches Spiel arbeiten.
Auch der Autofokus sollte bei unterschiedlichen Entfernungen getestet werden. Auffällig langsames Verhalten, Fehlfokussierungen oder ungewöhnliche Geräusche verdienen eine genauere Prüfung.
Sensor auf Auffälligkeiten kontrollieren
Bei einer digitalen Leica Q gehört auch der Sensor zur Kaufprüfung. Eine Testaufnahme einer gleichmäßig hellen Fläche bei stärker geschlossener Blende kann Hinweise auf Verschmutzungen oder andere Auffälligkeiten geben.
Staub allein ist nicht zwangsläufig dramatisch. Da das Objektiv jedoch fest eingebaut ist, kann der Sensor nicht so unkompliziert zugänglich gemacht werden wie bei einer Kamera mit Wechselobjektiv. Bei deutlichen Problemen sollte deshalb geklärt werden, welcher Serviceaufwand erforderlich wäre.
Elektronischen Sucher und Display testen
Sowohl elektronischer Sucher als auch rückseitiges Display sollten vollständig funktionieren. Achten würde ich auf auffällige Pixel, flackernde Darstellungen, starke Verfärbungen oder Probleme beim Umschalten zwischen Sucher und Display.
Bei der Leica Q3 kommt zusätzlich die Mechanik des neigbaren Displays hinzu. Das Display sollte sich sauber bewegen und in den vorgesehenen Positionen stabil halten.
Bedienelemente und Auslöser prüfen
Sämtliche Tasten, Einstellräder und Schalter sollten zuverlässig reagieren. Auch der Auslöser sollte in seinen verschiedenen Druckpunkten sauber funktionieren.
Gerade bei intensiv genutzten Kameras lohnt sich die Prüfung der Einstellräder. Unzuverlässige Eingaben oder übersprungene Werte können im Alltag erheblich stören.
Autofokus und manuelle Fokussierung
Der Autofokus gehört zu den zentralen Funktionen der Leica Q und sollte deshalb nicht nur an einem einzelnen Motiv ausprobiert werden. Sinnvoll sind Tests bei unterschiedlichen Entfernungen und Lichtbedingungen.
Zusätzlich würde ich die manuelle Fokussierung testen. Der Übergang zwischen Autofokus und manueller Einstellung sowie der Fokusring selbst sollten sauber funktionieren.
Makromodus nicht vergessen
Die Makrofunktion ist eine Besonderheit der Leica Q und sollte beim Gebrauchtkauf ebenfalls geprüft werden. Der entsprechende Ring am Objektiv muss sich sauber betätigen lassen und die Kamera sollte zuverlässig in den Nahbereich wechseln.
Gerade wenn eine Kamera lange wenig benutzt wurde, kann eine Prüfung sämtlicher mechanischer Objektivfunktionen sinnvoll sein.
Akku und Ladefunktion
Bei älteren Leica Q spielt auch der Zustand des Akkus eine Rolle. Akkus sind Verschleißteile und verlieren mit zunehmendem Alter Kapazität. Eine deutlich verkürzte Laufzeit ist deshalb nicht automatisch ein Kameradefekt, sollte aber bei der Preisbewertung berücksichtigt werden.
Bei neueren Generationen sollten zusätzlich vorhandene Lade- und Anschlussmöglichkeiten geprüft werden.
Originalzubehör und Lieferumfang
Originalverpackung, Ladegerät, Akku, Gegenlichtblende, Deckel, Unterlagen und weiteres Zubehör können den Wert einer gebrauchten Leica Q beeinflussen. Für das Fotografieren sind sie nicht alle zwingend notwendig, bei einem späteren Wiederverkauf kann ein vollständiger Lieferumfang jedoch von Vorteil sein.
Mein Rat beim Gebrauchtkauf: Eine Leica Q würde ich nie allein nach Produktfotos oder Gehäusezustand beurteilen. Das fest eingebaute Objektiv, Autofokus, Sensor, Sucher, Display und sämtliche Bedienelemente gehören genauso zur Prüfung. Eine Kamera mit ehrlichen Gebrauchsspuren und zuverlässiger Technik kann die bessere Wahl sein als ein äußerlich nahezu perfektes Exemplar mit unbekannter Vorgeschichte.
Leica Q gebraucht oder neu kaufen?
Bei der Leica Q ist der Gebrauchtmarkt besonders interessant, weil inzwischen mehrere Generationen parallel angeboten werden. Eine ältere Q ist dabei nicht automatisch die schlechtere Kamera – entscheidend ist, welche Funktionen tatsächlich benötigt werden und in welchem Zustand sich das jeweilige Exemplar befindet.
Wer möglichst aktuelle Technik, lange zukünftige Unterstützung und die neuesten Funktionen möchte, wird eher zu einer aktuellen Q3, Q3 43 oder Q3 Monochrom greifen. Wer dagegen vor allem fotografieren möchte und auf einzelne Komfortfunktionen verzichten kann, findet bei Q und insbesondere Q2 interessante Alternativen.
Leica Q (Typ 116) gebraucht – der günstigste Einstieg
Die ursprüngliche Leica Q (Typ 116) bietet bereits viele Eigenschaften, die das Q-Konzept bis heute bestimmen: Vollformatsensor, 28-mm-Summilux, Autofokus und elektronischen Sucher.
Ihre 24,2 Megapixel sind für viele Anwendungen nach wie vor ausreichend. Dafür muss man beim Kauf berücksichtigen, dass die ersten Exemplare inzwischen mehr als zehn Jahre alt sind. Technischer Zustand, Akku, Sucher, Display, Autofokus und Objektivmechanik würde ich deshalb besonders sorgfältig prüfen.
Eine technisch gute Leica Q kann ein sehr interessanter Einstieg sein, wenn man das Q-Konzept kennenlernen möchte, ohne direkt in eine aktuelle Kamera zu investieren.
Leica Q2 gebraucht – für mich besonders interessant
Die Leica Q2 nimmt auf dem Gebrauchtmarkt eine interessante Position ein. Mit 47,3 Megapixeln bietet sie bereits eine hohe Auflösung und ausreichend Reserven für digitale Ausschnitte. Gleichzeitig ist sie inzwischen nicht mehr die aktuelle Generation.
Genau daraus kann sich ein attraktives Verhältnis zwischen Preis und fotografischer Leistung ergeben. Auf Funktionen wie das neigbare Display der Q3 muss man verzichten, das grundlegende fotografische Konzept bleibt aber sehr ähnlich.
Wer 28 mm mag und nicht zwingend die neueste Technik benötigt, sollte deshalb eine gute gebrauchte Q2 aus meiner Sicht unbedingt in die Kaufentscheidung einbeziehen.
Leica Q3 gebraucht – aktuelle Technik mit Preisvorteil
Inzwischen werden auch gebrauchte Leica Q3 angeboten. Hier kann der Preisvorteil gegenüber einer neuen Kamera interessant sein, obwohl man technisch weiterhin die aktuelle 28-mm-Q-Generation erhält.
Besonders wichtig sind bei jüngeren gebrauchten Kameras neben dem Zustand auch Kaufdatum, Lieferumfang und gegebenenfalls noch bestehende Garantie- oder Gewährleistungsansprüche.
Der Leica Classic Store führt beispielsweise gebrauchte Q3 mit dokumentiertem Zustand und Serviceprüfung; daran sieht man, dass auch aktuelle Q-Modelle inzwischen einen etablierten Pre-Owned-Markt haben.
Leica Q3 43 – die Brennweite entscheidet
Bei der Q3 43 würde ich die Entscheidung neu oder gebraucht weniger vom möglichen Preisvorteil als von der Brennweite abhängig machen. Das APO-Summicron 1:2/43 ASPH. verändert den Charakter der Kamera so stark, dass zunächst geklärt werden sollte, ob 43 mm überhaupt zum eigenen fotografischen Blick passen.
Leica positioniert die Q3 43 selbst besonders für Street-, Reise-, Event- und Porträtfotografie. Entscheidend bleibt aber die persönliche Arbeitsweise: Wer 28 mm liebt, wird nicht allein wegen eines guten Angebots mit 43 mm automatisch glücklicher.
Wann würde ich eine neue Leica Q kaufen?
Ein Neukauf ist besonders interessant, wenn man genau das aktuelle Modell möchte, größtmögliche Sicherheit bei der Vorgeschichte der Kamera bevorzugt und Wert auf den vollständigen neuen Lieferumfang legt.
Bei Q3, Q3 43 und Q3 Monochrom kommt hinzu, dass diese Modelle die aktuelle technische Plattform der Baureihe repräsentieren. Die Q3 Monochrom verbindet beispielsweise den 60-Megapixel-Monochrom-Sensor mit dem neigbaren Display und dem aktuellen elektronischen Sucher.
Wann würde ich eine Leica Q gebraucht kaufen?
Für mich spricht vieles für einen Gebrauchtkauf, wenn die Kamera technisch sorgfältig geprüft wurde und der Preisvorteil gegenüber einem Neugerät sinnvoll ist.
Besonders bei Q und Q2 kann man auf diese Weise sehr viel Leica Q für das eingesetzte Budget bekommen. Voraussetzung ist allerdings, dass Zustand und Funktion realistisch bewertet werden.
| Modell | Meine Einordnung beim Kauf |
|---|---|
| Leica Q | günstiger Einstieg – Zustand besonders sorgfältig prüfen |
| Leica Q2 | besonders interessante Pre-Owned-Wahl für 28-mm-Fotografen |
| Leica Q3 | aktuelle 28-mm-Technik – gebraucht zunehmend interessant |
| Leica Q3 43 | zuerst für 43 mm entscheiden, danach Preis und Zustand vergleichen |
| Monochrom-Modelle | nur wählen, wenn Schwarzweiß wirklich die bewusste fotografische Entscheidung ist |
Meine persönliche Preis-Leistungs-Empfehlung: Wer eine Leica Q mit 28 mm sucht und nicht unbedingt die neueste Technik benötigt, sollte sich eine sehr gute gebrauchte Leica Q2 besonders genau ansehen. Sie bietet hohe Auflösung, ein ausgereiftes Q-Konzept und kann preislich deutlich unter einer aktuellen Q3 liegen. Wer dagegen bewusst 43 mm möchte, kommt an der Q3 43 nicht vorbei.
Leica Q in der Praxis – warum die Kamera so vielseitig ist
Technische Daten erklären nur einen Teil des Erfolgs der Leica Q. Ihre eigentliche Stärke zeigt sich für mich beim Fotografieren: Kamera und Objektiv bilden eine feste Einheit, die schnell einsatzbereit ist und dazu führt, sich stärker auf Motiv, Licht und Bildgestaltung zu konzentrieren.
Gerade weil kein Objektivwechsel möglich ist, stellt sich während des Fotografierens nicht ständig die Frage, welche Brennweite vielleicht noch besser geeignet wäre. Man arbeitet mit dem vorhandenen Bildwinkel und bewegt sich entsprechend zum Motiv. Diese Beschränkung kann fotografisch ausgesprochen befreiend sein.
Reportage und Street Photography
Besonders zu Hause ist die klassische Leica Q mit 28 mm in der Reportage- und Streetfotografie. Der relativ weite Bildwinkel ermöglicht es, Menschen nicht isoliert, sondern in ihrem Umfeld zu zeigen.
Das kann einer Aufnahme mehr erzählen lassen. Straße, Gebäude, Gegenstände oder andere Menschen werden Teil der Bildkomposition und vermitteln etwas über die Situation, in der das eigentliche Motiv fotografiert wurde.
Gleichzeitig erlaubt der Autofokus eine schnelle Reaktion auf spontane Situationen. Gerade bei Momenten, die sich nicht wiederholen lassen, ist das ein wesentlicher Vorteil.
Menschen fotografieren – nicht nur klassische Porträts
28 mm werden zunächst selten mit Menschenfotografie in Verbindung gebracht. Für klassische enge Porträts gibt es geeignetere Brennweiten. Möchte man Menschen jedoch in ihrer Umgebung zeigen, kann gerade der weitere Bildwinkel sehr interessant sein.
Familie, Freunde, Alltag oder Reise lassen sich dadurch weniger inszeniert und stärker als Teil einer Situation fotografieren. Entscheidend ist dabei der eigene Abstand: Bei 28 mm sollte man bewusst darauf achten, Personen am Bildrand nicht unnötig durch die Perspektive zu verzerren.

Leica Q als Reisekamera
Für Reisen hat das Q-Konzept einen ganz praktischen Vorteil: Eine Kamera und ein fest eingebautes Objektiv können bereits die komplette fotografische Ausrüstung sein.
Es müssen keine zusätzlichen Objektive transportiert werden und auch der Objektivwechsel unterwegs entfällt. Landschaft, Architektur, Straßenszenen, Menschen und Details lassen sich mit derselben Kamera fotografieren.
Natürlich ersetzt eine Leica Q kein System mit Ultraweitwinkel und langen Teleobjektiven. Wer diese Brennweiten regelmäßig benötigt, wird mit einem Wechselobjektivsystem flexibler sein. Wer dagegen bewusst mit einer Festbrennweite reisen möchte, kann mit einer Q erstaunlich viele Situationen abdecken.
Alltagskamera statt Kamera für besondere Anlässe
Eine gute Kamera hilft wenig, wenn sie wegen Größe oder Umfang der Ausrüstung zu Hause bleibt. Genau hier liegt für mich eine weitere Stärke der Leica Q.
Sie ist zwar keine winzige Kompaktkamera, bleibt aber deutlich überschaubarer als ein Kamerasystem mit mehreren Objektiven. Dadurch eignet sie sich gut als Kamera, die man regelmäßig mitnimmt – nicht nur dann, wenn bereits vorher feststeht, dass fotografiert werden soll.
Viele interessante Bilder entstehen schließlich nicht bei geplanten Fototerminen, sondern in Situationen, die unerwartet auftauchen.
Eine feste Brennweite verändert die Art zu fotografieren
Wer längere Zeit ausschließlich mit einer Brennweite arbeitet, entwickelt häufig ein immer besseres Gefühl für deren Bildwinkel. Schon bevor die Kamera am Auge ist, lässt sich zunehmend einschätzen, was später im Bild zu sehen sein wird.
Gerade darin sehe ich eine Gemeinsamkeit zwischen der Leica Q und dem klassischen Leica-M-Gedanken: Reduktion kann die fotografische Konzentration fördern. Die technische Umsetzung ist mit Autofokus und elektronischem Sucher eine völlig andere, die Konzentration auf eine Brennweite kann aber ähnlich wirken.
Und wann ist die Q3 43 die bessere Wahl?
Nicht jeder Fotograf fühlt sich mit 28 mm wohl. Wer bei seinen Bildern regelmäßig einen engeren Ausschnitt bevorzugt, Menschen stärker hervorheben möchte oder sich mit einer Normalbrennweite wohler fühlt, sollte die Leica Q3 43 in Betracht ziehen.
Die grundsätzliche Idee bleibt dieselbe: eine Kamera, ein fest eingebautes hochwertiges Objektiv und die Konzentration auf einen bestimmten Bildwinkel. Nur die fotografische Perspektive ist eine andere.
Aus meiner fotografischen Erfahrung: Die Stärke einer Leica Q liegt für mich weniger darin, möglichst viele fotografische Möglichkeiten in einer Kamera zu vereinen. Interessant ist gerade die Reduktion. Wer sich auf die feste Brennweite einlässt, beschäftigt sich weniger mit der Ausrüstung und stärker mit dem Bild.
Leica Q oder Leica M – welches System passt besser?
Wer sich intensiver mit Leica beschäftigt, steht früher oder später vor der Frage: Leica Q oder Leica M? Beide Kamerakonzepte stehen für eine vergleichsweise reduzierte Art zu fotografieren, unterscheiden sich technisch und in der praktischen Arbeit jedoch grundlegend.
Die Leica Q kombiniert einen elektronischen Sucher, Autofokus und ein fest eingebautes Objektiv zu einer kompletten Einheit. Die Leica M arbeitet dagegen mit Messsucher, manueller Fokussierung und Wechselobjektiven. Welche Kamera besser passt, hängt deshalb weniger von der reinen Bildqualität als von der bevorzugten Arbeitsweise ab.

Leica Q – eine komplette Kamera mit festem Objektiv
Bei der Leica Q ist die Entscheidung für das Objektiv bereits mit dem Kauf der Kamera getroffen. Bei Q, Q2 und Q3 ist es das Summilux 1:1,7/28 mm ASPH., bei der Q3 43 das APO-Summicron 1:2/43 ASPH.
Das kann zunächst wie eine Einschränkung wirken, ist aber ein wesentlicher Bestandteil des Q-Konzepts. Kamera, Sensor und Objektiv bilden eine feste Einheit. Man nimmt die Kamera mit und muss sich unterwegs keine Gedanken darüber machen, welches Objektiv verwendet werden soll.
Hinzu kommen Autofokus und elektronischer Sucher. Dadurch ist die Leica Q schnell einsatzbereit und auch für Situationen geeignet, in denen spontan reagiert werden muss.
Leica M – Messsucher und manuelle Fokussierung
Das Leica M-System verfolgt einen anderen Ansatz. Fokussiert wird manuell über den Messsucher, und der Fotograf entscheidet selbst, welches M-Objektiv zur jeweiligen Situation und zur eigenen Bildsprache passt.
Das Fotografieren mit einer Leica M verlangt dadurch mehr aktive Beteiligung. Entfernung, Bildausschnitt und Aufnahmezeitpunkt werden sehr bewusst kontrolliert. Gerade darin liegt für viele Fotografen der besondere Reiz des M-Systems.
Einen ausführlichen Überblick über die verschiedenen Kameragenerationen und das Konzept finden Sie auf unserer Übersichtsseite zum Leica M-System .
Autofokus oder manuelle Entfernungseinstellung?
Einer der größten Unterschiede zwischen beiden Systemen ist die Fokussierung. Bei der Leica Q kann der Autofokus einen erheblichen praktischen Vorteil bieten, wenn Menschen, Bewegung oder spontane Situationen fotografiert werden.
Bei der Leica M wird dagegen grundsätzlich manuell fokussiert. Das kann langsamer sein, ermöglicht aber eine sehr bewusste Arbeitsweise. Mit etwas Erfahrung kann auch eine M ausgesprochen schnell eingesetzt werden – die Art des Fotografierens bleibt dennoch eine andere.
Elektronischer Sucher oder Messsucher?
Durch den elektronischen Sucher der Leica Q sieht man den tatsächlichen Bildausschnitt und kann bereits vor der Aufnahme beurteilen, wie sich viele Einstellungen auf das Bild auswirken.
Der Messsucher einer Leica M funktioniert grundsätzlich anders. Man schaut nicht durch das Aufnahmeobjektiv. Der Bildausschnitt wird über Leuchtrahmen dargestellt, während die Entfernung über das Messsucherbild eingestellt wird.
Das elektronische Sucherbild der Q ist damit zunächst leichter zugänglich. Der Messsucher der M verlangt Eingewöhnung, bietet dafür aber ein fotografisches Erlebnis, das sich deutlich von modernen elektronischen Kameras unterscheidet.
Festbrennweite oder Wechselobjektive?
Hier hat die Leica M den offensichtlichen Vorteil der Flexibilität. Vom Weitwinkel bis zu längeren Brennweiten stehen zahlreiche M-Objektive aus unterschiedlichen Generationen zur Verfügung.
Gleichzeitig bedeutet diese Auswahl aber auch mehr Ausrüstung. Mehrere Objektive müssen gekauft, transportiert und bei Bedarf gewechselt werden.
Die Leica Q dreht dieses Prinzip um: Eine Kamera, ein Objektiv, eine Brennweite. Die Einschränkung kann gerade dann angenehm sein, wenn man sich bewusst auf das Fotografieren konzentrieren möchte.
Welche Leica ist für Einsteiger leichter?
Wer bisher mit modernen Digitalkameras fotografiert hat, wird sich mit einer Leica Q meist schneller zurechtfinden. Autofokus, elektronischer Sucher und Display entsprechen grundsätzlich einer vertrauten digitalen Arbeitsweise.
Eine Leica M verlangt dagegen die Bereitschaft, sich mit dem Messsucher und der manuellen Entfernungseinstellung auseinanderzusetzen. Das ist kein Nachteil, sondern Teil ihres Konzepts. Man sollte sich jedoch bewusst dafür entscheiden.
Leica Q und Leica M müssen keine Konkurrenten sein
In der Praxis muss die Entscheidung nicht zwangsläufig Q oder M lauten. Beide Systeme können sich sehr gut ergänzen.
Eine Leica Q kann beispielsweise die unkomplizierte Kamera für Reise, Familie, Reportage und Alltag sein, während eine Leica M bewusst dann eingesetzt wird, wenn die Arbeit mit Messsucher und unterschiedlichen M-Objektiven gewünscht ist.
Für Fotografen, die bereits eine Leica M besitzen, kann eine Q deshalb durchaus eine interessante zweite Leica sein – und umgekehrt.
| Merkmal | Leica Q | Leica M |
|---|---|---|
| Fokussierung | Autofokus oder manuell | manuell |
| Sucher | elektronisch | optischer Messsucher |
| Objektiv | fest eingebaut | wechselbar |
| Arbeitsweise | schnell und direkt | bewusst und manuell |
| Ausrüstung | Kamera genügt | abhängig von den gewählten Objektiven |
| Flexibilität der Brennweiten | begrenzt durch Festbrennweite und Crop | große Auswahl an M-Objektiven |
Meine Einschätzung: Leica Q und Leica M würde ich nicht danach vergleichen, welche die „bessere“ Leica ist. Sie stehen für zwei unterschiedliche Arten zu fotografieren. Wer Autofokus, elektronischen Sucher und eine feste Brennweite schätzt, findet in der Q ein außergewöhnlich geschlossenes Konzept. Wer bewusst manuell fokussieren und unterschiedliche Leica M-Objektive verwenden möchte, findet diese Erfahrung nur im M-System.
Fazit – welche Leica Q ist die richtige?
Die Leica Q ist über die Jahre von einem einzelnen Kameramodell zu einer eigenständigen Leica Baureihe geworden. Das Grundprinzip ist dabei gleich geblieben: Vollformatsensor, hochwertiges fest eingebautes Leica Objektiv, Autofokus und eine bewusst reduzierte Bedienung.
Welche Leica Q die richtige ist, hängt für mich vor allem von der persönlichen Fotografie ab. Wer möglichst günstig in das Q-System einsteigen möchte, kann bereits mit einer gut erhaltenen Leica Q (Typ 116) viel Freude haben. Die Leica Q2 ist auf dem Gebrauchtmarkt besonders interessant, wenn hohe Auflösung und 28 mm gefragt sind, aber nicht zwingend die neueste Technik benötigt wird.
Die Leica Q3 ist die konsequente Wahl für Fotografen, die 28 mm mit der aktuellen Q-Technik verbinden möchten. Mit der Leica Q3 43 steht erstmals eine echte Alternative für diejenigen zur Verfügung, denen der klassische 28-mm-Bildwinkel zu weit ist. Die Monochrom-Modelle wiederum richten sich an Fotografen, die sich ganz bewusst für reine Schwarzweißfotografie entscheiden.
Mein Rat: Entscheiden Sie zuerst über die Brennweite, dann über Farbe oder Monochrom und erst danach über die Generation. Die neueste Leica Q ist nicht automatisch die beste Wahl für jeden Fotografen. Gerade bei einer gebrauchten Leica Q können Zustand, Preis und die eigenen fotografischen Anforderungen wichtiger sein als das Erscheinungsjahr.
Leica Q gebraucht bei Roter Punkt Kamera
Bei Roter Punkt Kamera finden Sie regelmäßig gebrauchte Leica Q Modelle. Da einzelne Kameras verkauft werden und neue Exemplare hinzukommen, verlinken wir hier bewusst nicht auf ein bestimmtes Angebot, sondern auf unsere aktuellen Leica Pre-Owned Kameras.
Sollte aktuell keine passende Leica Q angeboten werden, lohnt sich auch eine direkte Anfrage. Nicht jede neu eingetroffene Kamera ist sofort online, da gebrauchte Leica Kameras zunächst geprüft und gegebenenfalls für den Verkauf vorbereitet werden.
Das Angebot kann sich kurzfristig ändern. Neue Leica Q Modelle werden nach Eingang und Prüfung in den Verkauf aufgenommen.
Häufige Fragen zur Leica Q
Die Leica Q hat sich seit 2015 zu einer eigenständigen Kamerafamilie entwickelt. Hier beantworte ich die wichtigsten Fragen zu Modellen, Brennweiten, Autofokus, Schwarzweißfotografie und dem Kauf einer gebrauchten Leica Q.
1. Was ist die Leica Q?
Die Leica Q ist eine digitale Vollformatkamera mit fest eingebautem Leica Objektiv, Autofokus und elektronischem Sucher. Anders als bei Leica M oder Leica SL kann das Objektiv nicht gewechselt werden. Gerade diese Kombination aus hochwertigem Objektiv, Vollformatsensor und reduziertem Bedienkonzept macht den besonderen Charakter der Leica Q aus.
2. Welche Leica Q Modelle gibt es?
Die Baureihe begann 2015 mit der Leica Q (Typ 116). Es folgten unter anderem Q-P, Q2, Q2 Monochrom und Q2 Reporter. Die aktuelle Generation umfasst die Leica Q3 mit 28 mm, die Leica Q3 43 mit 43 mm sowie die Leica Q3 Monochrom für reine Schwarzweißfotografie.
3. Was ist der Unterschied zwischen Leica Q, Q2 und Q3?
Zu den wichtigsten Unterschieden gehören Sensorauflösung, Sucher, Autofokus, Display und weitere digitale Funktionen. Die ursprüngliche Leica Q besitzt 24,2 Megapixel, die Q2 47,3 Megapixel und die Q3 60,3 Megapixel. Die Q3 bietet außerdem unter anderem ein neigbares Display und ein weiterentwickeltes Autofokussystem.
4. Was ist besser – Leica Q3 oder Leica Q3 43?
Keine der beiden Kameras ist grundsätzlich besser. Entscheidend ist vor allem die bevorzugte Brennweite. Die Leica Q3 besitzt ein Summilux 1:1,7/28 mm ASPH. und eignet sich besonders für Reportage, Street, Landschaft und Architektur. Die Q3 43 arbeitet mit einem APO-Summicron 1:2/43 ASPH. und bietet einen natürlicheren, engeren Bildwinkel, der unter anderem für Menschen, Porträts und Details interessant ist.
5. Kann man bei einer Leica Q das Objektiv wechseln?
Nein. Das Objektiv ist bei allen Leica Q Modellen fest mit der Kamera verbunden. Kamera, Sensor und Objektiv bilden eine aufeinander abgestimmte Einheit. Wer unterschiedliche Wechselobjektive verwenden möchte, sollte sich beispielsweise das Leica M- oder SL-System ansehen.
6. Hat die Leica Q Autofokus?
Ja. Alle Leica Q Modelle verfügen über Autofokus. Das unterscheidet die Q grundlegend von einer Leica M, bei der ausschließlich manuell fokussiert wird. Eine Leica Q kann bei Bedarf ebenfalls manuell fokussiert werden.
7. Ist die Leica Q eine gute Reisekamera?
Ja, wenn man bewusst mit einer festen Brennweite fotografieren möchte. Kamera und Objektiv bilden ein kompaktes Gesamtsystem und zusätzliche Objektive müssen nicht transportiert werden. Besonders 28 mm eignen sich für viele Reise-, Street-, Landschafts- und Alltagssituationen.
8. Welche Leica Q eignet sich für Street Photography?
Besonders die Modelle mit 28-mm-Summilux eignen sich sehr gut für Street- und Reportagefotografie, weil sie das Motiv zusammen mit seiner Umgebung zeigen können. Wer einen engeren Bildwinkel und etwas mehr Abstand bevorzugt, kann dagegen die Leica Q3 43 interessant finden.
9. Was ist eine Leica Q Monochrom?
Eine Leica Q Monochrom besitzt einen Sensor, der ausschließlich Schwarzweißaufnahmen erzeugt. Es handelt sich nicht um einen normalen Farbsensor mit aktiviertem Schwarzweißmodus. Die Monochrom-Modelle richten sich deshalb an Fotografen, die sich bewusst vollständig auf Schwarzweißfotografie konzentrieren möchten.
10. Lohnt sich eine gebrauchte Leica Q2 noch?
Eine gut erhaltene Leica Q2 kann auf dem Gebrauchtmarkt besonders interessant sein. Ihr 47,3-Megapixel-Sensor bietet eine hohe Auflösung und das Summilux 1:1,7/28 mm ASPH. entspricht dem grundlegenden Objektivkonzept der klassischen Q-Reihe. Wer auf einige Funktionen der Q3 verzichten kann, erhält mit der Q2 eine sehr leistungsfähige Leica Q.
11. Worauf sollte man beim Kauf einer gebrauchten Leica Q achten?
Neben dem äußeren Zustand sollten insbesondere Objektiv, Autofokus, manuelle Fokussierung, Makromechanik, Sensor, elektronischer Sucher, Display und Bedienelemente geprüft werden. Bei älteren Kameras sollte außerdem der Zustand des Akkus berücksichtigt werden. Ein technisch geprüftes Exemplar kann wichtiger sein als eine äußerlich nahezu makellose Kamera mit unbekannter Vorgeschichte.
12. Leica Q oder Leica M – welche ist die bessere Wahl?
Das hängt von der gewünschten Arbeitsweise ab. Die Leica Q bietet Autofokus, elektronischen Sucher und ein fest eingebautes Objektiv. Die Leica M arbeitet mit optischem Messsucher, manueller Fokussierung und Wechselobjektiven. Beide Systeme verfolgen unterschiedliche fotografische Konzepte und können sich auch sehr gut ergänzen.
Fotografiert mit der Leica Q – Bilder aus der Praxis
Die Leica Q ist für mich nicht nur ein technisches Kamerakonzept. Ich habe selbst mit verschiedenen Modellen der Q-Reihe fotografiert. Die folgenden Aufnahmen zeigen einige Beispiele aus der Praxis – von Detailaufnahmen über Street Photography bis zu Architektur und Available-Light-Situationen.
Leica Q verkaufen – Ankauf bei Roter Punkt Kamera
Sie möchten Ihre Leica Q verkaufen? Wir kaufen regelmäßig Kameras der Leica Q-Reihe an – von der ursprünglichen Leica Q (Typ 116) über Q2 und Q2 Monochrom bis zu aktuellen Modellen wie Leica Q3 und Q3 43.
Entscheidend für ein seriöses Angebot sind nicht nur Modell und Alter, sondern vor allem der tatsächliche Zustand der Kamera, der Lieferumfang und die aktuelle Marktsituation. Deshalb bewerten wir jede Leica individuell.
Auch eine Leica Q mit normalen Gebrauchsspuren kann für uns interessant sein. Beschreiben Sie den Zustand Ihrer Kamera im Formular bitte möglichst genau und senden Sie, wenn möglich, einige aussagekräftige Fotos mit.
Unverbindlich anfragen: Über das Formular können Sie uns Ihre Leica Q direkt zum Ankauf anbieten. Nach Prüfung Ihrer Angaben melden wir uns mit einer persönlichen Einschätzung bei Ihnen.
Möchten Sie neben einer Leica Q auch weitere Leica Kameras, Objektive oder eine komplette Sammlung verkaufen, finden Sie weitere Informationen auf unserer Leica Ankauf-Seite .
© Fotos:
Horst K. Berghäuser
Leica Camera



