Die Leica M6 gehört zu den bekanntesten und begehrtesten analogen Messsucherkameras überhaupt. Vorgestellt wurde sie 1984. Sie verbindet das klassische, weitgehend mechanische Leica-M-Konzept mit einer TTL-Belichtungsmessung – und genau diese Kombination macht sie bis heute für viele Fotografen besonders interessant.
Für mich ist die Leica M6 allerdings weit mehr als ein Klassiker der Kamerageschichte. 1987 kaufte ich meine eigene M6. Während meiner Jahre als Berufsfotograf war sie über lange Zeit ein ständiger Begleiter und wurde nicht geschont: Reportagen, Reisen, Veranstaltungen, Porträts und zahlreiche berufliche Einsätze gehörten zu ihrem Alltag.
Diese M6 befindet sich noch heute in meinem Besitz. Deshalb möchte ich auf dieser Seite nicht nur technische Daten und Modellvarianten erklären, sondern auch zeigen, wie sich eine Leica M6 über viele Jahre im praktischen fotografischen Einsatz bewährt.
Meine Leica M6
Meine eigene Leica M6 begleitet mich seit 1987. Viele der Fotografien weiter unten auf dieser Seite entstanden während meiner beruflichen Tätigkeit mit genau dieser Kamera. Sie zeigen für mich besser als jede technische Beschreibung, wofür eine Leica M6 ursprünglich gebaut wurde: zum Fotografieren.
Warum ist die Leica M6 bis heute so beliebt?
Die M6 verbindet zwei Eigenschaften, die bei einer analogen Messsucherkamera hervorragend zusammenpassen: Ihre wesentlichen Kamerafunktionen arbeiten mechanisch, gleichzeitig besitzt sie einen integrierten Belichtungsmesser. Für die Belichtung selbst ist deshalb keine Batterie erforderlich; die Stromversorgung wird für die Belichtungsmessung benötigt.
Fotografiert wird bewusst und unmittelbar. Blende und Verschlusszeit werden von Hand eingestellt, fokussiert wird über den Messsucher und nach der Aufnahme gibt es selbstverständlich kein Display zur Kontrolle. Das klingt heute nach Reduktion – und genau darin liegt ein großer Teil der Faszination.
Hinzu kommt das Leica M-Bajonett. Dadurch steht eine außergewöhnlich große Auswahl an Leica M-Objektiven aus unterschiedlichen Generationen zur Verfügung. Eine M6 kann mit einem historischen Summicron ebenso reizvoll sein wie mit einem deutlich jüngeren M-Objektiv.
Von der Leica M6 Classic bis zur Neuauflage von 2022
Die Geschichte der M6 besteht inzwischen aus mehreren Generationen. Die klassische Leica M6 wurde 1984 vorgestellt. 1998 folgte die Leica M6 TTL, die unter anderem eine TTL-Blitzbelichtungsmessung, ein größeres Verschlusszeitenrad und Änderungen bei der Sucheranzeige erhielt.
2022 brachte Leica die M6 erneut auf den Markt. Die aktuelle Ausführung greift das Konzept und Erscheinungsbild der klassischen M6 auf, verbindet es aber mit einer modernisierten Fertigung und einem überarbeiteten Messsucher.
Wer heute eine Leica M6 kaufen möchte, steht deshalb vor einer interessanten Entscheidung: klassische M6, M6 TTL oder die Neuauflage. Welche davon die richtige ist, hängt nicht allein vom Preis ab. Baujahr, Sucher, Bedienung, technischer Zustand und die persönlichen fotografischen Vorlieben spielen eine ebenso große Rolle.

Die Leica M6 von 2022 – die Rückkehr eines Klassikers
Im Jahr 2022 brachte Leica die Leica M6 erneut auf den Markt. Fast vier Jahrzehnte nach der Vorstellung der ursprünglichen M6 griff Leica damit eines der bekanntesten Modelle der eigenen Kamerageschichte wieder auf.
Auf den ersten Blick orientiert sich die Neuauflage sehr eng an der klassischen M6. Das vertraute Gehäusekonzept, der Messsucher, der mechanische Verschluss und die TTL-Belichtungsmessung entsprechen weiterhin genau der Idee, die die M6 für viele Fotografen so interessant macht.
Trotzdem handelt es sich nicht einfach um eine unveränderte Kopie einer M6 aus den 1980er- oder 1990er-Jahren. Leica hat die Kamera technisch und bei einzelnen Bauteilen weiterentwickelt. Dazu gehört insbesondere der modernisierte Messsucher mit 0,72-facher Vergrößerung und vergüteten optischen Flächen.
Auch äußerlich orientiert sich die Neuauflage bewusst an der klassischen M6. Dazu gehört unter anderem das historische Leitz-Logo auf der Vorderseite – ein Detail, das die Verbindung zur ursprünglichen M6 zusätzlich unterstreicht.

Klassische M6 oder M6 von 2022?
Die Neuauflage macht die klassische M6 nicht überflüssig. Für mich sind es zwei unterschiedliche Möglichkeiten, das M6-Konzept zu erleben: auf der einen Seite eine historische Leica mit ihrer eigenen Geschichte und auf der anderen eine neu gefertigte M6 mit modernisiertem Messsucher und der Sicherheit einer aktuellen Kamera.
Leica M6 – Geschichte einer analogen Legende
Als Leica die Leica M6 im Jahr 1984 vorstellte, verband die Kamera das klassische Konzept der Leica M mit einer integrierten TTL-Belichtungsmessung. Damit blieb die unmittelbare, weitgehend mechanische Bedienung erhalten, während der Fotograf bei der Einstellung der richtigen Belichtung direkt im Sucher unterstützt wurde.
Verschlusszeit und Blende werden weiterhin von Hand eingestellt. Der mechanische Verschluss funktioniert auch ohne Batterie – die Stromversorgung wird für die Belichtungsmessung benötigt. Gerade diese Verbindung aus Mechanik, Messsucher und integrierter Lichtmessung gehört bis heute zu den besonderen Eigenschaften der M6.
Die klassische Leica M6 wurde von 1984 bis 1998 produziert. Anschließend folgte die Leica M6 TTL, die bis 2002 gebaut wurde. Sie behielt das grundsätzliche Konzept der M6 bei, brachte aber unter anderem die TTL-Blitzmessung und ein größeres Verschlusszeitenrad mit.
Über die lange Produktionszeit entstanden verschiedene Ausführungen und Sondermodelle. Heute ist die M6 deshalb nicht nur eine interessante Kamera für die analoge Fotografie, sondern je nach Ausführung und Zustand auch für Sammler von Bedeutung.

Entscheidend ist für mich jedoch etwas anderes: Die Leica M6 wurde nicht als Sammlerstück entwickelt, sondern als Werkzeug zum Fotografieren. Genau darin liegt ein wesentlicher Teil ihrer Faszination – und auch der Grund, warum sie Jahrzehnte nach ihrer Vorstellung noch immer aktiv genutzt wird.
Was macht die Leica M6 so beliebt?
Die anhaltende Beliebtheit der Leica M6 lässt sich nicht auf eine einzelne Eigenschaft reduzieren. Sie verbindet die klassische, mechanische Arbeitsweise einer Leica M mit einem integrierten Belichtungsmesser und bleibt dabei kompakt, übersichtlich und auf das Wesentliche konzentriert.
Für die Aufnahme selbst benötigt die M6 keine Batterie. Filmtransport, Verschluss und die Einstellung der Belichtungszeit funktionieren mechanisch. Die Batterien versorgen lediglich die Belichtungsmessung. Auch mit leerer Batterie kann deshalb weiter fotografiert werden – die Belichtung muss dann allerdings ohne die interne Messung bestimmt werden.
Fotografieren mit Zeit, Blende und Entfernung
Eine Leica M6 nimmt dem Fotografen nur wenig ab. Es gibt keinen Autofokus, keine Programmautomatik und kein Display. Verschlusszeit und Blende werden bewusst gewählt, die Entfernung wird über den Messsucher eingestellt und der Film nach jeder Aufnahme von Hand weitertransportiert.
Gerade diese Reduktion ist ein wesentlicher Teil ihres Reizes. Man beschäftigt sich stärker mit Motiv, Licht, Bildaufbau und dem richtigen Moment. Die Kamera tritt dabei in den Hintergrund und wird mit zunehmender Erfahrung sehr unmittelbar bedienbar.
Der Messsucher als Teil des M6-Erlebnisses
Anders als bei einer Spiegelreflexkamera blickt man bei der Leica M6 nicht durch das aufgenommene Objektiv, sondern durch einen separaten Messsucher. Die Scharfstellung erfolgt durch das Zusammenführen der beiden Bilder im Messfeld.
Gleichzeitig bleibt im Sucher auch ein Bereich außerhalb des eigentlichen Leuchtrahmens sichtbar. Gerade bei Reportage- und Straßenfotografie kann das hilfreich sein: Man sieht nicht nur das spätere Bild, sondern kann auch beobachten, was unmittelbar außerhalb des Bildausschnitts geschieht.
Eine Leica M6 kann Jahrzehnte genutzt werden
Ein weiterer Grund für die Faszination ist die Langlebigkeit des Konzepts. Viele klassische M6 werden heute noch regelmäßig fotografisch eingesetzt. Entscheidend ist dabei allerdings der technische Zustand – insbesondere bei Kameras, die inzwischen mehrere Jahrzehnte alt sind.
Eine gut erhaltene und fachgerecht gewartete M6 kann auch heute ein hervorragendes Werkzeug für die analoge Fotografie sein. Beim Gebrauchtkauf sollte deshalb nicht allein auf das äußere Erscheinungsbild oder das Baujahr geachtet werden. Eine ausführliche Übersicht der wichtigsten Prüfpunkte finden Sie in meinem Ratgeber Leica M6 gebraucht kaufen . Auf die wichtigsten Prüfpunkte beim Kauf einer gebrauchten Leica M6 gehe ich weiter unten ausführlich ein.
Was die M6 für mich ausmacht
Eine Leica M6 zwingt nicht zur langsamen Fotografie – sie kann durchaus schnell und intuitiv eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass man ihre Bedienung kennt. Nach vielen Jahren mit der Kamera werden Entfernung, Blende und Verschlusszeit zu Handgriffen, über die man beim Fotografieren kaum noch nachdenken muss.
Leica M6 oder M6 TTL – wo liegen die Unterschiede?
Die Leica M6 Classic und die Leica M6 TTL sehen sich auf den ersten Blick sehr ähnlich. Beide sind manuell fokussierende Messsucherkameras mit mechanischem Verschluss und integrierter TTL-Belichtungsmessung. Trotzdem gibt es einige Unterschiede, die bei der Entscheidung zwischen beiden Modellen eine Rolle spielen können.
Leica M6 Classic – gebaut von 1984 bis 1998
Die klassische Leica M6 besitzt eine TTL-Belichtungsmessung für das vorhandene Licht. Zwei rote LED-Pfeile im Sucher zeigen an, ob die gewählte Kombination aus Verschlusszeit und Blende zu einer korrekten Belichtung führt.
Das Verschlusszeitenrad ist vergleichsweise klein. Wer eine klassische M6 gewohnt ist, kommt damit problemlos zurecht. Beim Fotografieren mit dem Auge am Sucher lässt es sich jedoch weniger komfortabel bedienen als das größere Rad der späteren M6 TTL.
Leica M6 TTL – gebaut von 1998 bis 2002
Mit der M6 TTL entwickelte Leica das Konzept weiter. Der auffälligste Unterschied in der Bedienung ist das deutlich größere Verschlusszeitenrad. Es lässt sich leichter mit einem Finger bedienen, während man durch den Sucher schaut.
Hinzu kommt die namensgebende TTL-Blitzbelichtungsmessung. Die M6 TTL kann bei kompatiblen Blitzgeräten die Blitzbelichtung durch das Objektiv messen. Auch die Anzeigen im Sucher wurden gegenüber der klassischen M6 erweitert.
M6 Classic und M6 TTL im direkten Vergleich
| Merkmal | Leica M6 Classic | Leica M6 TTL |
|---|---|---|
| Bauzeit | 1984–1998 | 1998–2002 |
| Belichtungsmessung | TTL | TTL |
| TTL-Blitzmessung | Nein | Ja |
| Verschlusszeitenrad | Kleiner | Größer |
| Verschluss | Mechanisch | Mechanisch |
| Fotografieren ohne Batterie | Ja, ohne Belichtungsmessung | Ja, ohne Belichtungsmessung |
Welche ist die bessere Leica M6?
Eine pauschal bessere Variante gibt es für mich nicht. Wer möglichst nah an der ursprünglichen M6 von 1984 bleiben möchte, findet in der M6 Classic die klassische Ausführung. Wer das größere Verschlusszeitenrad bevorzugt oder tatsächlich mit TTL-Blitzmessung arbeiten möchte, findet bei der M6 TTL praktische Vorteile.
Beim Kauf einer gebrauchten M6 würde ich die Entscheidung allerdings nicht allein von der Modellvariante abhängig machen. Bei Kameras dieses Alters sind Zustand, Funktion und eine nachvollziehbare Servicehistorie häufig wichtiger als die Frage, ob auf dem Blitzschuh „TTL“ steht.
Meine Leica M6 – verschiedene Kameras und Objektivkombinationen
Die Leica M6 lässt sich mit M-Objektiven aus ganz unterschiedlichen Generationen kombinieren. Die folgenden Aufnahmen zeigen einige meiner eigenen M6-Kameras mit verschiedenen Leica Objektiven – von klassischen Summicron-Konstruktionen bis zu jüngeren Summilux-Versionen.
Gerade diese Verbindung aus einem über Jahrzehnte bewährten M-Bajonett und einer großen Auswahl unterschiedlicher Objektivcharaktere gehört für mich zu den besonderen Reizen des Leica M-Systems.









Leica M6 – Belichtungsmessung, Sucher und Bedienung
Eine der wichtigsten Neuerungen der Leica M6 war die integrierte TTL-Belichtungsmessung. Damit konnte Leica das klassische, kompakte M-Gehäuse weitgehend beibehalten und trotzdem eine interne Lichtmessung integrieren.
Das durch das Objektiv einfallende Licht wird dabei nicht von einem Sensor im Sucher gemessen. Stattdessen befindet sich auf dem ersten Verschlussvorhang ein heller Messfleck, von dem das Licht zu einer im Gehäuse sitzenden Silizium-Fotodiode reflektiert wird.
Belichtungsanzeige über LEDs im Sucher
Bei der klassischen M6 wird die Belichtung über zwei rote LED-Pfeile im Sucher angezeigt. Durch leichten Druck auf den Auslöser wird die Belichtungsmessung aktiviert.
Zeigen beide LEDs eine ausgewogene Belichtung an, stimmen Verschlusszeit und Blende mit der gemessenen Helligkeit überein. Ist die Aufnahme über- oder unterbelichtet, weist die entsprechende LED darauf hin, in welche Richtung korrigiert werden sollte.

Typisch Leica M6
Die Elektronik unterstützt nur bei der Belichtungsmessung. Filmtransport, Verschluss und eigentliche Aufnahme bleiben mechanisch. Auch mit leeren Batterien kann deshalb weiter fotografiert werden – lediglich die interne Belichtungsmessung steht dann nicht zur Verfügung.
ISO beziehungsweise ASA einstellen
Die Filmempfindlichkeit wird bei der klassischen M6 über die Einstellscheibe auf der Rückseite der Kamera vorgegeben. Der Belichtungsmesser berücksichtigt diesen Wert anschließend bei der Messung.

Gerade bei Film ist dieser Punkt wichtig: Anders als bei einer Digitalkamera wird der ISO-Wert normalerweise nicht von Aufnahme zu Aufnahme verändert. Die eingestellte Empfindlichkeit orientiert sich am eingelegten Film.
Der Messsucher der Leica M6
Die klassische Leica M6 besitzt einen Messsucher mit 0,72-facher Vergrößerung. Je nach angesetztem Objektiv werden unterschiedliche Leuchtrahmen eingeblendet.
Das Messsucherprinzip ermöglicht eine sehr direkte Arbeitsweise: Während innerhalb des Leuchtrahmens der spätere Bildausschnitt sichtbar ist, bleibt auch ein Teil der Umgebung außerhalb des eigentlichen Bildfeldes im Blick. Gerade bei Reportage und Streetfotografie kann das ein großer Vorteil sein.
Blitzen mit der Leica M6
Die klassische M6 besitzt einen Blitzschuh mit Mittenkontakt sowie einen zusätzlichen Synchronanschluss an der Rückseite. Elektronische Blitzgeräte können mit einer Synchronzeit von bis zu 1/50 Sekunde verwendet werden.
Die spätere M6 TTL erweitert dieses Konzept um eine TTL-Blitzbelichtungsmessung. Für viele Fotografen spielt diese Funktion nur eine untergeordnete Rolle – in meinem beruflichen Einsatz gehörte ein Blitz auf der M6 allerdings durchaus dazu, wenn die Situation es erforderte.
Mechanik als Stärke
Genau diese Kombination macht die M6 bis heute interessant: mechanischer Verschluss, manueller Filmtransport und manueller Fokus auf der einen Seite – integrierte Belichtungsmessung auf der anderen.
Für mich ist das einer der Gründe, weshalb sich die M6 auch nach Jahrzehnten noch so selbstverständlich bedienen lässt. Die Kamera übernimmt wenig, unterstützt aber genau dort, wo es im Alltag sinnvoll ist.
Leica M6 – Gravuren und äußere Merkmale
Auch an den Beschriftungen und Gravuren einer klassischen Leica M6 lassen sich interessante Details erkennen. Im Laufe der Produktionszeit änderten sich einzelne Beschriftungen und äußere Merkmale. Gerade bei älteren M6 können diese Details deshalb bei der Einordnung einer Kamera interessant sein.
Gravur auf der Gehäuseoberseite
Bei frühen Ausführungen findet sich auf der Oberseite des Gehäuses unter anderem die Gravur „ERNST LEITZ WETZLAR GMBH“. Solche Details gehören heute zu den Merkmalen, auf die insbesondere Sammler und Liebhaber früher Leica M6 achten.

Der rote Leitz-Punkt der Leica M6
Ein weiteres charakteristisches Detail früher M6-Kameras ist der rote Punkt auf der Vorderseite. Bei entsprechenden Exemplaren trägt er noch den geschwungenen Leitz-Schriftzug. Zusammen mit dem weißen „LEICA M6“-Schriftzug prägt er das Erscheinungsbild dieser Kameras.

Für Sammler können Ausführung, Beschriftung, Gravur und Produktionszeitraum eine zusätzliche Rolle spielen. Wer eine Leica M6 in erster Linie zum Fotografieren kauft, sollte meiner Erfahrung nach jedoch stärker auf den technischen Zustand achten: Ein sauberer Messsucher, korrekt arbeitende Verschlusszeiten und eine einwandfreie Mechanik sind wichtiger als eine bestimmte Gravur oder Logo-Variante.
Leica M6 in der Praxis – Bedienung und Ergonomie
Die Leica M6 ist eine vergleichsweise kompakte und übersichtlich aufgebaute Kamera. Verschlusszeitenrad, Auslöser und Filmtransporthebel liegen auf der Oberseite, die Blende wird direkt am Objektiv eingestellt. Mehr Bedienelemente braucht man beim Fotografieren im Grunde nicht.
Gerade diese Reduktion habe ich im beruflichen Einsatz immer geschätzt. Nach einiger Zeit lassen sich Verschlusszeit, Blende und Entfernung sehr intuitiv einstellen. Man muss die Kamera dafür nicht vom Auge nehmen und kann sich stärker auf das konzentrieren, was vor der Kamera passiert.
Kompakt und unauffällig
Ein großer Vorteil der M6 ist für mich ihre Größe. Zusammen mit einem kompakten M-Objektiv bleibt sie deutlich zurückhaltender als viele professionelle Spiegelreflexkameras. Gerade bei Reportagen oder Porträts kann das entscheidend sein: Die Kamera drängt sich weniger zwischen Fotograf und Motiv.
Gleichzeitig liegt die M6 trotz ihres relativ kleinen Gehäuses gut in der Hand. Einen ausgeprägten Handgriff gibt es nicht. Wer moderne Digitalkameras gewohnt ist, muss sich daran möglicherweise zunächst gewöhnen. Für mich gehört genau diese klassische Gehäuseform jedoch zum direkten Bediengefühl einer Leica M.
Filmtransport und Auslösen
Nach jeder Aufnahme wird der Film mit dem Transporthebel manuell weitertransportiert und gleichzeitig der Verschluss gespannt. Dieser Vorgang wird mit zunehmender Erfahrung zu einer vollkommen selbstverständlichen Bewegung.
Auch der Auslöser trägt zum charakteristischen Bediengefühl bei. Es gibt keine Menüs, keine Einschaltprozedur und keine Aufnahmeprogramme. Ist ein Film eingelegt und der Verschluss gespannt, ist die M6 unmittelbar aufnahmebereit.
Die M6 kann auch schnell sein
Analoge Fotografie mit einer Leica M6 wird heute häufig mit entschleunigtem oder besonders langsamem Fotografieren verbunden. Aus meiner Erfahrung trifft das nur bedingt zu. Wer die Kamera beherrscht und Entfernung, Belichtung und Bildausschnitt sicher einschätzen kann, kann mit einer M6 durchaus sehr schnell arbeiten.
In meiner Zeit als Berufsfotograf war genau das wichtig. Bei Reportagen, Veranstaltungen und Porträts wartet der entscheidende Moment nicht darauf, dass der Fotograf seine Kamera eingestellt hat. Die einfache Bedienung der M6 war deshalb für mich kein Hindernis, sondern ein Vorteil.
Meine Erfahrung
Die Stärke der Leica M6 liegt für mich nicht darin, möglichst viele Funktionen anzubieten. Ihre Stärke besteht darin, dass die wenigen wichtigen Funktionen nach einiger Erfahrung nahezu selbstverständlich bedient werden können. Genau deshalb konnte ich mich bei meiner Arbeit auf das Bild und den richtigen Moment konzentrieren – und nicht auf die Kamera.
Mit der Leica M6 im professionellen Einsatz – Fotografien aus meinem Archiv
1987 kaufte ich meine Leica M6, die über viele Jahre zu meinen wichtigsten Kameras im beruflichen Einsatz gehörte. Als Berufsfotograf war sie bei Reportagen, Porträts und zahlreichen Terminen für unterschiedliche Printmedien dabei.
In dieser Zeit musste eine Kamera vor allem eines sein: zuverlässig, schnell und unmittelbar bedienbar. Oft gab es nur einen kurzen Moment für eine Aufnahme. Genau hier zeigte sich für mich eine der großen Stärken der Leica M6: Nach entsprechender Erfahrung ließen sich Entfernung, Blende und Verschlusszeit nahezu intuitiv einstellen.
Einige der damals entstandenen Aufnahmen sind bis heute in meinem Archiv erhalten. Die folgenden Bilder zeigen deshalb keine nachträglich inszenierten Testaufnahmen, sondern Fotografien aus dem tatsächlichen Einsatz meiner Leica M6 – darunter Reportagen, Reisen und Begegnungen mit bekannten Persönlichkeiten.
Aus meinem persönlichen Archiv
Diese Fotografien sind für mich zugleich ein Stück meiner eigenen fotografischen Geschichte. Sie zeigen besser als jede technische Beschreibung, wofür die Leica M6 ursprünglich gedacht war: als Werkzeug zum Fotografieren.
Mit der Leica M6 in Moskau
Diese Aufnahme entstand während einer Reise nach Moskau. Die Basilius-Kathedrale gehört zu den Motiven, bei denen sich die kompakte M6 sehr angenehm einsetzen ließ: unauffällig, schnell griffbereit und ohne umfangreiche Ausrüstung.

Streetfotografie mit der Leica M6 in New York
Auch auf Reisen war die M6 für mich eine ideale Kamera. In New York entstanden zahlreiche Aufnahmen direkt aus dem Straßenleben heraus. Gerade hier spielte die unauffällige Arbeitsweise der Messsucherkamera ihre Stärke aus.

Richard von Weizsäcker und Antonio Samaranch
Bei offiziellen Terminen musste häufig innerhalb weniger Sekunden eine technisch saubere und gleichzeitig aussagekräftige Aufnahme entstehen. Die Leica M6 war dafür für mich ein verlässliches Werkzeug.
Diese Aufnahme zeigt Bundespräsident Richard von Weizsäcker gemeinsam mit Juan Antonio Samaranch, dem damaligen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees.

Richard von Weizsäcker und Roman Herzog
Auch Begegnungen aus dem politischen Alltag gehörten zu meinen beruflichen Terminen. Dieses Bild zeigt Richard von Weizsäcker gemeinsam mit Roman Herzog.

Walter Scheel – Porträt mit der Leica M6
Dieses Porträt von Walter Scheel entstand bei einer Veranstaltung. Gerade bei solchen Situationen war die M6 angenehm unauffällig. Die Kamera trat in den Hintergrund und ließ den Kontakt zur fotografierten Person bestehen.

Hildegard Knef – ein besonderer Moment mit der Leica M6
1993 fand in Berlin die erste Deutsche Aidsgala statt. Ich durfte an diesem Abend am Tisch mit Hildegard Knef sitzen. Später kam ein junger Mann an unseren Tisch. Mir war vorher mitgeteilt worden, dass der Mann an AIDS erkrankt und ein großer Fan von Hilde Knef sei.
An unserem Tisch angekommen, wurde ihm ein Stuhl neben dem Star angeboten. Ganz unvermittelt zog Hilde Knef ihn an sich heran und küsste ihn. Ich hatte meine M6 bereits in der Hand und konnte so diesen Schnappschuss aufnehmen.

Günter Pfitzmann bei den Dreharbeiten zu „Praxis Bülowbogen“
Mein Auftrag war, zu den Dreharbeiten von „Praxis Bülowbogen“ in die Studios in einer Kleinstadt nördlich von Berlin zu fahren. Fotos vom Drehort, von einigen anwesenden Schauspielern und einige Szenen während der Dreharbeiten waren die Aufgabe. Durch das Studiolicht gab es hervorragende Bedingungen und Günter Pfitzmann bat mich noch, ein Motiv für seine neuen Autogrammkarten aufzunehmen.
Vorher musste ich knapp zwei Stunden warten, weil er die Angewohnheit hatte, gegen Mittag immer ein kurzes „Nickerchen“ zu machen. Dafür war er danach sehr entspannt und ausgeruht.

Sahra Wagenknecht – eine Homestory Anfang der 1990er Jahre
Anfang der 1990er Jahre bat mich die Redaktion eines bekannten Verlages, Fotos bei Sahra Wagenknecht in ihrer Wohnung zu machen. Man kann sich vorstellen, dass Frau Wagenknecht davon nicht unbedingt begeistert war. Aber sie stimmte zu, dass ich sie besuche.
Was ich bei der Terminvereinbarung am Telefon verschwiegen hatte, war, dass die Redaktion von mir verschiedene Motive in der Wohnung und unterwegs erwartete. Zuhause bei ihr sollte unter anderem ein Foto entstehen, bei dem sie in ihrem Bett liegt, die Arme hinter dem Kopf verschränkt und um sie herum ausschließlich Literatur von Karl Marx.
Ich will es nicht weiter ausführen, aber ich möchte es einmal als „schwierige Geburt“ bezeichnen. Sie war allerdings damals noch zurückhaltender als heute, sehr freundlich, aber distanziert – und es gab Nescafé-Pulverkaffee.

Mel Brooks bei der Verleihung der „Goldenen Kamera“
Verleihung der „Goldenen Kamera“ in Berlin. Gesetztes Essen am Tisch mit Mel Brooks. Meine Erfahrung: Komiker sind privat nicht immer und ständig komisch, sondern oftmals eher zurückhaltend.
Das allerdings änderte sich bei Mel Brooks blitzartig, sobald man um ein Foto bat. Zehn Sekunden später war dann wieder alles normal.

Inge Meysel – unterwegs mit meiner Leica M6
Der bekannte Berliner Prominentenfriseur Udo Walz hatte mich gebeten, ihn und Inge Meysel zum Essen zu begleiten. Dazu war es notwendig, dass ich Inge bei ihr zu Hause abholen sollte.
Das Problem war, dass Inge ungern in Autos ihr unbekannter Personen einstieg. Daher konnte man weder einen Fahrer noch ein Taxi schicken. Da sie mich kannte, wurde ich also kurzerhand zum Chauffeur verdonnert – was aber wirklich Spaß machte, denn Inge war auch eine sehr ängstliche Beifahrerin.
An diesem Tag ging dann einiges schief. Zuerst dachte Inge überhaupt nicht daran, dass wir sofort losfahren würden. Sie musste oder wollte noch dies und das und jenes erledigen und bat mich, Fotos von ihr in ihrer Wohnung zu machen: auf der Couch, in der Küche, am Schreibtisch, im offenen Fenster sitzend und an verschiedenen anderen Stellen.

Inge Meysel lebte „preußisch“
Dann kam der nächste Schock: Ich musste Inge erklären, dass wir in ein Sushi-Restaurant gehen würden. Ihr allerbester Freund Udo Walz hatte ihr das verheimlicht.
Und als wäre das nicht schon genug gewesen, ging das Theater beim Bezahlen der Rechnung weiter. Udo hatte Geld und Karten vergessen, Inge hatte nichts dabei, weil sie sich eingeladen fühlte. So blieb die Rechnung an mir hängen – und anschließend durfte ich Inge auch noch nach Hause kutschieren.

Inge Meysel lebte, wie sie es selbst formulierte, „preußisch“, daher auch ihre Vorliebe für die Farbe Blau. Sie stand morgens gegen 6 Uhr auf, ging gegen 22 Uhr schlafen und hatte immer einen sehr geordneten Tagesablauf.
Einmal in der Woche gönnte sie sich ein Glas Sekt und ebenfalls einmal in der Woche eine Zigarette. Sie mochte keinen Knoblauch und hat dies dem Koch an diesem Abend sicherlich 200-mal mitgeteilt. 😉
Eine persönliche Begegnung mit Inge Meysel
Zwischen Inge Meysel und mir gab es so etwas wie ein freundschaftliches Verhältnis. Immer wieder trafen wir uns bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen, wie hier bei einer Dinner-Gala im Jahr 1990.
Inge hatte immer etwas Lustiges zu erzählen. Hier fragte sie mich, warum ich im Smoking und nicht in Jeans gekommen sei.

Johannes Heesters und Simone Rethel am Kurfürstendamm
Johannes Heesters gastierte in Berlin am Theater am Kurfürstendamm. Der damalige Direktor Jürgen Wölffer, den ich über Harald Juhnke kannte, bat mich, einige Porträtaufnahmen von „Joopi“ zu machen.
Ich nahm das gern an, weil ich wusste, dass Heesters mich mochte und sich dann immer gleich zu einem gemeinsamen Abendessen bei „Kalle uff’m Bahnhof“, dem Restaurant meines Freundes Kalle Gaffkus, verabredete.
Nach den Aufnahmen im Theater gingen wir alle raus auf den Kurfürstendamm zum gemeinsamen Eisessen.

Bill Clinton und Helmut Kohl am Brandenburger Tor
Der erste Berlin-Besuch des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton im Juli 1994 bedeutete für mich einen sehr frühen Arbeitsbeginn. Gegen 4 Uhr morgens war ich bereits unterwegs, denn Clinton wollte zwischen 5 und 6 Uhr zum Joggen aufbrechen.
Natürlich wollte ich diese Gelegenheit nutzen und versuchen, ihn dabei zu fotografieren. Nur lief es zunächst nicht ganz nach Plan: Ich verpasste Clinton am frühen Morgen.
Dafür ergab sich eine Begegnung mit einem Berliner Polizisten, der an diesem Morgen ebenfalls im Einsatz war. Später ging es für mich weiter zum eigentlichen politischen Termin am Brandenburger Tor.
Dort traf Bill Clinton gemeinsam mit Bundeskanzler Helmut Kohl auf die Berliner Öffentlichkeit. Am 12. Juli 1994 hielt der amerikanische Präsident am Brandenburger Tor seine viel beachtete Rede. Für mich war es einer jener Termine, bei denen die Leica M6 als kompakte und schnell einsetzbare Kamera ihre Stärken ausspielen konnte.

Die Originalrede von Clinton kann man hier in Deutscher Sprache nachlesen: Klick
Brigitte Mira und Wilhelm Wieben
Jeden Sommer, meist in der ersten Juli-Woche, veranstaltet der örtlich ansässige Bundespräsident ein Fest in seinem Berliner Amtssitz. Ich durfte es von 2003 bis vermutlich einige Jahre später mit der Schauspielerin Brigitte Mira und dem Nachrichtensprecher Wilhelm Wieben, die beide sehr eng befreundet waren, besuchen.
Beide waren sehr angenehme Leute, und „Jopi“ Mira konnte mich an diesem Tag gut gebrauchen.

Rolf Shimon Eden
In all den Jahren, die ich mit Rolf Eden zu tun hatte, habe ich ihn als sehr freundlichen, herzlichen und charmanten Menschen kennengelernt. Mit viel Witz und Intelligenz hatte er immer einen flotten Spruch auf den Lippen.
Besuche in seinem Berliner Haus in Dahlem haben mir daher immer sehr große Freude gemacht. Denn es gab viel zu reden und immer spielte er an seinem Flügel. Auf diesem Foto ist Rolf etwa 65 Jahre alt und wir hatten eine „Jam-Session“ in seinem Haus produziert.

Univ.-Prof. Dr. med. Hermann Werner Eichstädt
Mein lieber Freund Hermann Eichstädt ist Kardiologieprofessor. In der Charité Berlin, seinem weltweiten wissenschaftlichen Werdegang treu verpflichtet, wurde der Kardiologe ausgewogen, besonnen und kritisch.
Eichstädt studierte in den USA und war einer der ersten Herzkatheter-Spezialisten in Deutschland. Er wurde Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie und beschäftigte sich intensiv mit der Herz-Kreislauf-Medizin.

Dr. med. Djawad Moschiry
Dr. Djawad Moschiry, zu dem ich eine freundschaftliche Beziehung unterhalte, gehört zu den prominentesten Ärzten Berlins. Seine Freunde nennen ihn „Moschy“, und auch als er 2003 mit 66 Jahren in den Ruhestand ging, praktizierte er privat weiter.
Vorher war er 36 Jahre als leitender Oberarzt im Martin-Luther-Krankenhaus tätig. Er war der „Leibarzt“ von Helmut Kohl und von Harald Juhnke. Als Facharzt für Innere Medizin konnte er beiden sehr gut helfen.
Mit Kohl war Moschy sehr eng befreundet. Kohl war es auch, der Moschy über den Verlust seiner Lebensgefährtin Regina half. Zu seinen weiteren Patienten gehörten Hilde Knef, Horst Buchholz, Udo Walz, Rolf Eden und viele weitere deutsche Prominente.

Leica M6 und M6 TTL – Kompatibilität mit Leica M Objektiven
Die Leica M6 und die spätere Leica M6 TTL verwenden das Leica M-Bajonett und sind mit einer sehr großen Auswahl an Leica M-Objektiven kompatibel. Auch zahlreiche ältere Leica-Schraubobjektive lassen sich mit einem passenden M-Bajonett-Adapter verwenden.
Gerade diese über Jahrzehnte reichende Objektivkompatibilität ist eine der großen Stärken des Leica M-Systems. An einer M6 lassen sich sowohl klassische ältere Leica Objektive als auch viele moderne M-Objektive verwenden.
Ausnahmen bei einzelnen älteren Leica Objektiven
Bei einigen speziellen älteren Objektiven gibt es allerdings Einschränkungen. Dazu gehören beispielsweise das Hologon 15 mm f/8, das Super-Angulon 21 mm f/4 und f/3,4 sowie das Elmarit-M 28 mm f/2,8 bis zu bestimmten frühen Seriennummern.
Bei diesen Konstruktionen kann die interne Belichtungsmessung der Leica M6 nicht oder nicht zuverlässig genutzt werden. Die Objektive selbst können grundsätzlich funktionieren, für die Belichtungsmessung kann jedoch ein externer Belichtungsmesser erforderlich sein.
Klappobjektive und ältere M-Objektive
Auch zahlreiche ältere Leica Objektive und Konstruktionen mit versenkbarem Tubus können an der Leica M6 verwendet werden. Bei solchen Objektiven sollte jedoch immer geprüft werden, ob und wie weit sie an der jeweiligen Kamera eingefahren werden dürfen.
Objektive mit zusätzlicher Sucheroptik, wie sie beispielsweise für bestimmte Brennweiten an der Leica M3 verwendet wurde, können ebenfalls mit der M6 genutzt werden.
Besonderheit bei der Leica M6 TTL
Eine Besonderheit betrifft den Nahbereichsaufsatz des klassischen Summicron 50 mm f/2. Der sogenannte Nah-Summicron- Aufsatz verfügt über einen hinteren Stift, der verhindern soll, dass das Objektiv mit aufgesetztem Nahbereichssucher aus der Kamera entfernt wird.
Bei der Leica M6 TTL kann es aufgrund der gegenüber der klassischen M6 etwas höheren oberen Gehäuseplatte zu einer mechanischen Einschränkung kommen. Der Nahbereichsaufsatz kann dadurch unter Umständen nicht vollständig aufgesetzt beziehungsweise verriegelt werden.
Das Handbuch der Leica M6 TTL weist deshalb auf eine besondere Vorgehensweise beim Ein- und Ausbau dieses Objektivs hin. Wer ein solches älteres Spezialobjektiv an einer M6 oder M6 TTL verwenden möchte, sollte die jeweilige Kombination vor dem Kauf konkret prüfen.
Wichtig: Die Leica M6 von 2022 hat teilweise andere Einschränkungen
Die oben genannten Angaben beziehen sich auf die klassische Leica M6 und Leica M6 TTL. Bei der seit 2022 angebotenen Leica M6 gelten für einige ältere Leica M-Objektive andere Einschränkungen.
Leica nennt für die aktuelle M6 unter anderem das Hologon 15 mm f/8, das Summicron 50 mm f/2 mit Naheinstellung sowie das ältere versenkbare Elmar 90 mm f/4 als nicht verwendbar. Auch bei einzelnen älteren Summilux-M 35 mm f/1,4 kann es Einschränkungen geben.
Wer ein älteres oder ungewöhnliches Leica M-Objektiv an einer M6 von 2022 verwenden möchte, sollte deshalb vorab die Kompatibilität der konkreten Objektivversion prüfen.
Leica M6 FAQ – häufige Fragen zur analogen Leica M
Zum Abschluss beantworte ich die wichtigsten Fragen zur Leica M6, zur M6 TTL, zur Neuauflage von 2022 und zum Kauf einer gebrauchten M6.
1. Was ist das Besondere an der Leica M6?
Die Leica M6 verbindet das klassische Leica-M-Konzept mit einer integrierten TTL-Belichtungsmessung. Verschluss, Filmtransport und Fokussierung arbeiten weiterhin weitgehend mechanisch und manuell. Die Batterie wird für die Belichtungsmessung benötigt, nicht für die eigentliche Funktion des Verschlusses.
2. Wann wurde die Leica M6 gebaut?
Die klassische Leica M6 wurde 1984 vorgestellt und bis 1998 produziert. Anschließend folgte die Leica M6 TTL. Seit 2022 produziert Leica erneut eine Kamera mit der Bezeichnung Leica M6, die sich am klassischen Modell orientiert, technisch aber nicht in allen Details mit ihm identisch ist.
3. Was ist der Unterschied zwischen Leica M6 und M6 TTL?
Die Leica M6 TTL besitzt zusätzlich eine TTL-Blitzbelichtungsmessung. Außerdem hat sie ein größeres Verschlusszeitenrad und Änderungen bei der Sucheranzeige. Das grundsätzliche Konzept bleibt bei beiden Kameras gleich: manueller Fokus, mechanischer Verschluss und integrierte Belichtungsmessung.
4. Welche Leica M6 ist die richtige – Classic, TTL oder M6 von 2022?
Das hängt von den persönlichen Anforderungen ab. Die klassische M6 bietet das ursprüngliche Bedienkonzept und ist in vielen Ausführungen auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich. Die M6 TTL bietet unter anderem das größere Verschlusszeitenrad und TTL-Blitzmessung. Die M6 von 2022 verbindet das klassische Konzept mit aktueller Fertigung und einem modernisierten Messsucher.
5. Funktioniert die Leica M6 auch ohne Batterie?
Ja. Der mechanische Verschluss funktioniert auch ohne Batterie. Ebenso können Filmtransport und Fokussierung normal verwendet werden. Ohne Batterie steht lediglich die integrierte Belichtungsmessung nicht zur Verfügung.
6. Welche Batterien benötigt die klassische Leica M6?
Für die Belichtungsmessung können zwei Silberoxid-Knopfzellen vom Typ SR44 beziehungsweise eine entsprechende Lithiumbatterie vom Typ 1/3N verwendet werden.
7. Welche Verschlusszeiten bietet die Leica M6?
Die klassische Leica M6 bietet mechanische Verschlusszeiten von 1 Sekunde bis 1/1000 Sekunde sowie die Stellung B für Langzeitbelichtungen. Die Blitzsynchronzeit der klassischen M6 beträgt 1/50 Sekunde.
8. Hat die Leica M6 einen eingebauten Belichtungsmesser?
Ja. Die Leica M6 besitzt eine TTL-Belichtungsmessung durch das angesetzte Objektiv. Bei der klassischen M6 zeigen rote LEDs im Sucher an, ob die gewählte Kombination aus Verschlusszeit und Blende zur gemessenen Belichtung passt.
9. Hat die Leica M6 Autofokus?
Nein. Die Leica M6 ist eine manuell fokussierende Messsucherkamera. Die Entfernung wird über das Messfeld im optischen Sucher eingestellt. Das Zusammenführen der beiden Sucherbilder zeigt den korrekten Fokus an.
10. Welche Suchervergrößerungen gibt es bei der Leica M6?
Die klassische Leica M6 ist vor allem mit dem 0,72-fachen Sucher bekannt. Später wurden auch Varianten mit 0,58- und 0,85-facher Suchervergrößerung angeboten. Welche Ausführung besonders gut passt, hängt unter anderem von den bevorzugten Brennweiten und den persönlichen Sehgewohnheiten ab.
11. Welche Objektive passen an die Leica M6?
Die Leica M6 verwendet das Leica M-Bajonett und kann mit einer sehr großen Auswahl an M-Objektiven aus unterschiedlichen Generationen verwendet werden. Auch zahlreiche ältere Leica-Schraubobjektive lassen sich mit einem geeigneten Adapter einsetzen. Bei einigen speziellen oder sehr alten Objektiven bestehen allerdings Einschränkungen.
12. Passen alle alten Leica M-Objektive auch an die M6 von 2022?
Nein, nicht uneingeschränkt. Bei der M6 von 2022 nennt Leica für einzelne historische Objektive besondere Einschränkungen oder schließt deren Verwendung aus. Wer ein ungewöhnliches oder sehr altes Leica M-Objektiv einsetzen möchte, sollte deshalb die konkrete Objektivversion vorher prüfen.
13. Worauf sollte man beim Kauf einer gebrauchten Leica M6 achten?
Besonders wichtig sind ein klarer und korrekt justierter Messsucher, zuverlässig arbeitende Verschlusszeiten, der Zustand der Verschlusstücher, die Funktion des Belichtungsmessers sowie Filmtransport und Rückspulung. Auch Stoßspuren, Korrosion und Hinweise auf unsachgemäße Reparaturen sollten geprüft werden.
14. Wie wichtig ist eine CLA bei einer gebrauchten Leica M6?
Eine fachgerecht durchgeführte CLA kann bei einer mehrere Jahrzehnte alten M6 ein wichtiger Vorteil sein. Entscheidend ist, dass die Wartung von einem erfahrenen Leica Techniker oder einer entsprechend spezialisierten Fachwerkstatt nach einem definierten Prüf- und Arbeitsablauf durchgeführt wurde. Eine CLA muss nicht zwingend direkt bei Leica erfolgen.
15. Ist die Leica M6 heute noch reparierbar?
Viele mechanische Komponenten der M6 können weiterhin gewartet und instand gesetzt werden. Bei bestimmten elektronischen Komponenten kann die Ersatzteilsituation schwieriger sein. Gerade deshalb sollte beim Gebrauchtkauf der technische Zustand stärker gewichtet werden als ein lediglich sehr schönes Gehäuse.
16. Ist die Leica M6 für Einsteiger geeignet?
Ja, wenn man bewusst manuell fotografieren möchte. Blende, Verschlusszeit und Entfernung werden von Hand eingestellt. Der eingebaute Belichtungsmesser unterstützt dabei, nimmt dem Fotografen die Entscheidung aber nicht ab. Dadurch eignet sich die M6 auch sehr gut, um die Grundlagen der Fotografie unmittelbar kennenzulernen.
17. Für welche Fotografie eignet sich die Leica M6 besonders?
Ihre kompakte Bauweise, der Messsucher und die direkte Bedienung machen die M6 besonders interessant für Reportage-, Street-, Reise- und Dokumentarfotografie. Meine eigene M6 habe ich über viele Jahre auch professionell für Porträts, Veranstaltungen und journalistische Termine eingesetzt.
18. Warum ist die Leica M6 heute noch so beliebt?
Die M6 verbindet mechanische Fotografie mit einem integrierten Belichtungsmesser, einem kompakten Gehäuse und dem umfangreichen Leica M-Objektivsystem. Hinzu kommen ihre lange Geschichte und die Tatsache, dass viele Exemplare auch Jahrzehnte nach ihrer Herstellung noch aktiv zum Fotografieren genutzt werden.
19. Was kostet eine gebrauchte Leica M6?
Der Preis hängt stark von Modell, Baujahr, Suchervergrößerung, Farbe, technischem und optischem Zustand, Wartungshistorie und Lieferumfang ab. Sondermodelle können erheblich höhere Preise erreichen. Deshalb sollte eine gebrauchte M6 nicht allein anhand des niedrigsten Angebotspreises beurteilt werden.
20. Ist eine Leica M6 eine gute Wertanlage?
Eine Leica M6 kann ihren Wert vergleichsweise gut erhalten, insbesondere bei gefragten Ausführungen und sehr gutem Zustand. Trotzdem würde ich eine M6 in erster Linie als Kamera betrachten. Marktpreise können sich verändern, und eine sichere zukünftige Wertsteigerung lässt sich nicht garantieren.
21. Was ist beim Kauf wichtiger – Zustand oder Baujahr?
Für eine M6, die tatsächlich zum Fotografieren gekauft wird, ist für mich der technische Zustand wichtiger als ein bestimmtes Baujahr. Ein sauberer Sucher, korrekt arbeitende Verschlusszeiten und eine zuverlässig funktionierende Mechanik sind entscheidender als kleine Unterschiede bei Alter oder äußerer Ausführung.
Sie möchten eine Leica M6 verkaufen?
Sie besitzen eine Leica M6 und möchten Ihre Kamera verkaufen? Gerne können Sie mir Ihre M6 unverbindlich zum Ankauf anbieten.
Als Leica Spezialist beschäftige ich mich täglich mit gebrauchten Leica Kameras und Objektiven. Jede angebotene M6 wird von mir persönlich beurteilt. Dabei spielen nicht nur Modell und Baujahr, sondern insbesondere der technische und optische Zustand, die Ausführung sowie eventuell vorhandenes Zubehör eine Rolle.
Füllen Sie einfach das folgende Formular aus und beschreiben Sie Ihre Leica M6 möglichst genau. Fotos der Kamera helfen mir bei einer ersten Einschätzung.
Auch komplette Leica Ausrüstungen und Sammlungen können Sie mir gerne anbieten.