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Elsie Kühn-Leitz (1903 – 1985)

Elsie Kühn-Leitz

Elsie Leitz kam als Tochter des Industriellen Ernst Leitz II zur Welt. Ihr Großvater, Ernst Leitz I, hatte die Optische Werke Ernst Leitz (Leica) in Wetzlar 1849 gegründet, deren Leitung ihr Vater übernahm. Ihre Mutter verstarb, als sie selbst sechs Jahre alt war. Sie besuchte die Höhere Töchterschule in Wetzlar und die reformpädagogische Freie Schulgemeinde Wickersdorf. Da in Wickersdorf das Ablegen des Abiturs nicht möglich war, wechselte sie an die Oberrealschule in Berlin-Mariendorf und erlangte dort 1921 das Abitur im Alter von 17 Jahren.

Elsie Kühn-Leitz – ihr Werdegang

  • Besuch der Höheren Töchterschule in Wetzlar (vier Jahre) und der reformpädagogischen Freien Schulgemeinde Wickersdorf (Thüringer Wald)
  • Abitur an der Oberrealschule in Berlin-Marienfelde
  • Studium an der Handelshochschule in München
  • Studium der Rechtswissenschaften in München, Berlin und Frankfurt am Main
  • während des Zweiten Weltkrieges Betreuerin des „Ostarbeiterlagers“ der Firma Leitz in Wetzlar
  • gründete 1945 die Wetzlarer Kulturgemeinschaft, später Mitbegründerin der Goethe-Gesellschaft Wetzlar und der Wetzlarer Singakademie
  • 1954 Gründungsmitglied der Deutsch-Französischern Gesellschaft Wetzlar wie 1957 der Vereinigung Deutsch-Französischer Gesellschaften in Deutschland und Frankreich (VDFG) und ab 1969 Ehrenpräsidentin der Vereinigung
  • befreundet mit Albert Schweitzer, dessen Hospital sie in Lambarene nachhaltig unterstützt
  • Ehrenbürgerin von Wetzlar und Avignon
  • erhielt die Palmes Academiques der Französischen Republik, Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
  • 1984 Goethe-Plakette des Landes Hessen

Darauffolgend begann Elsie Leitz an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Volkswirtschaftslehre und Sprachen zu studieren. Sie wechselte an die Handelshochschule München und schloss ihr Studium mit 19 Jahren als Diplom-Kauffrau ab. Anschließend studierte sie an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie später an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin Rechtswissenschaft. Das Rechtsreferendariat absolvierte sie am Oberlandesgericht Frankfurt am Main mit Stage am Amtsgericht Bad Vilbel.

An der Frankfurter Universität promovierte sie 1936 „cum laude“ zur Dr. iur. mit einer Schrift Zur Frage der rechtsgeschäftlichen Mitgestaltung der ehelichen Lebensgemeinschaft durch die Ehegatten. Die Dissertation war bereits in den Jahren 1931/1932 entstanden. Ein Jahr zuvor, im Jahr 1935, hatte Leitz den promovierten Diplom-Volkswirt Kurt Kühn geheiratet. Aus der Ehe gingen die drei Kinder Knut († 2020), Cornelia und Karin hervor. Sie wurde 1948 wieder geschieden.

Zu Lebzeiten pflegte sie Freundschaften mit Albert Schweitzer und Konrad Adenauer. So besuchte Kühn-Leitz im Juni 1959 Schweitzers Urwaldhospital in Lambaréné. Mit Adenauer sind allein 86 Briefe dokumentiert.

Elsie Kühn-Leitz wird zur Romanfigur

In Form eines Romans hat sich die Spiegel Bestseller Autorin Sandra Lüpkes dem Leben von Elsie Kühn-Leitz und ihrer Familie gewidmet („Das Licht im Rücken“, Verlag Kindler, 490 S., 2023). Darin geht es in der Zeitspanne von 1914 bis 1945 um den Aufstieg des Kameraherstellers Leitz und das Aufwachsen der Tochter Elsie, die sich nach der Machtübernahme der Nazis 1933 für Verfolgte in ihrer Heimatstadt Wetzlar eingesetzt hat.

Sandra Lüpkes bei einer Lesung in Berlin zum Leitz/Leica Buch
Sandra Lüpkes bei einer Lesung in Berlin zum Leitz/Leica Buch

Quellen, Literatur, Fotos und Verweise

  • Infos von Wikipedia
  • Leitz-Leica Archiv
  • Foto von Elsie-Kühn-Leitz: © Dr. Knut Kühn-Leitz
  • Foto Lüpkes: HKB
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Letzte Aktualisierung am 28.02.2024 um 16:44 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API