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Leica Sucher Test 2022: historische und aktuelle Modelle

Leica Sucher

Bei den sogenannten Schraubleicas, also die M-39 Modelle, wird beim Blick durch den eingebauten Sucher ein stark verkleinertes Bild angezeigt. Ähnlich der Verwendung eines Standard-Objektives von 50mm Brennweite. Außer bei der Leica IIIg, da ist es anders.

Jeder der mit diesen Kameras arbeitet und auch andere Objektive zum Wechseln verwendet, ist daher darauf angewiesen einen zusätzlichen Sucher zu verwenden. Bei den historischen Suchern gibt es eine Vielzahl an Modellen, die auch heute noch Anwendung finden. Leider sind diese auf dem Gebrauchtmarkt extrem teuer geworden.

Ich versuche hier eine kleine Auswahl aus meiner Sammlung zu zeigen und zu erklären.

Der Leica Sucher VIDOM

Leica Aufstecksucher: VIDOM schwarz
Leica Aufstecksucher: VIDOM schwarz

Der VIDOM wurde ab dem Jahr 1932 (da kam die Leica II raus) verkauft. Der Aufstecksucher war so ausgelegt, dass man ihn für verschiedene Brennweiten verwenden konnte. Diese wurden durch das Drehen eines Rings an der Vorderseite eingestellt. Mit einem kleinen Rädchen an der Rückseite, konnte die Sucherparallaxe manuell ausgeglichen werden. Das Bild wird seitenverkehrt angezeigt. Heute zahlt man auf dem Gebrauchtmarkt weit mehr als 200 Euro für diesen Sucher.

Der Leica Torpedosucher VISET

Der Leica VISET Sucher gehört zu den so genannten Torpedosuchern. Auch dieser Sucher ist individuell einstellbar und kann variabel auf die Brennweiten 35 mm, 50 mm, 90 mm sowie 135 mm eingestellt werden. Genau wie der VIDOM liefert der VISET ein seitenverkehrtes Bild. Spätere Modelle waren auch mit dem Parallaxenausgleich ausgestattet. Im Gebrauchtmarkt findet man VISET und VISAX sehr selten, daher Preise ab 700 Euro aufwärts.

Der Leica Torpedosucher VISAX

Auch ein Torpedosucher wie der VISET allerdings mit eingeschränkter Brennweiteneinstellung auf 35 mm, 50 mm und 90 mm.

Leitz / Leica Sucher SBLLO

Der SBLOO ist ein von Leitz als „Spiegelsucher“ genannter Aufstecksucher für Weitwinkelobjektive. Das 35mm Modell am in den 1950er-Jahren auf den Markt. Seine Existenzgrundlage liegt wie bei fast allen anderen Zusatzsuchern darin, dass im Sucher aller Schraubleicas von der Leica I bis zur IIIf lediglich das Bildfeld des Normalobjektivs angezeigt wird (erst bei der IIIg wird zusätzlich auch ein Rahmen für 90 mm Brennweite angezeigt). Solche heute meist als Leuchtrahmensucher bezeichneten Sucher gibt es in vielen Varianten, mit Ausnahme des SBKOO für Brennweite 21 mm alle mit charakteristischem runden Erscheinungsbild an Stelle des viereckigen Vorderteils beim SBKOO und dem hier gezeigten SBLOO. Runde Ausführungen gibt es demnach für die Brennweiten 28 (SLOOZ), 33 (OIDYO), 50 (SBOOI), 85 (SGOOD), 90 (SGVOO) und 135 mm (SHOOC). Faktisch jeden einzelnen davon gibt es jeweils in mehreren in Details unterschiedlichen Ausführungen.

Der Leica Sucher VIOOH

Leica Sucher VIOOH
Leica Sucher VIOOH

Ab dem Jahr 1939 gab es den Mehrfachsucher VIOOH der ein seitenrichtiges Bild lieferte. Damit war er eine wesentliche Verbesserung zum VIDOM. Ca. 9 oder 10 unterschiedliche Ausführungen gibt es vom VIOOH. Mal ein rundes Gehäuse, mal ein längliches Gehäuse, mal mehr in schwarz, mal mehr in chrom Farben. Von diesem Sucher wurden wegen der unterschiedlichen Ausführungen sehr viele hergestellt. Daher ist der Gebrauchtpreis bei ca. 150 Euro.

Der Leica Sucher SBOOI

Leica Sucher SBOOI
Leica Sucher SBOOI

Der SBOOI Sucher von Leica ist ein eher seltener Leuchtrahmensucher, der 1949 auf den Markt kam. Gedacht war er ursprünglich für die Leica Ic, die keinen eingebauten Sucher hatte, ebensowenig wie einen Entfernungsmesser. Die Leica Ic war für Fotografien zu wissenschaftlichen Zwecken gedacht. Ich habe diesen Sucher für 135mm, 90mm und 5 cm. 5 Jahre später kam die Leica M3 auf den Markt mit eingebautem Sucher. Die Gebrauchtpreise liegen bei 100 bis 150 Euro.

Eingeführt wurde er 1949 als Aufstecksucher für die Leica Ic (ohne eingebauten Sucher und Entfernungsmesser für wissenschaftliche Zwecke. Von Interesse war er aber auch für manche Besitzer von anderen Schraubleicas, die endlich einen Sucher mit einem größeren Abbildungsmaßstab verwenden konnten. Mit Einführung der Leica M3 mit ihrem 0,92x Sucher wurde er weitgehend uninteressant und die Produktion wurde eingestellt. Insofern kommt der Sucher, der aber für jeden Benützer einer Schraubleica auch heute noch von Interesse ist, nur selten – getrennt von der dazugehörigen Ic, If oder Ig – in den Handel.

Quellen, Literatur und weitere Verweise

  • Leica Camera
  • Lausch

Bildnachweis:

  • HKB
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