Die Leica M Modelle werden in analog und digital hergestellt
Einleitung – Die Geburt einer Legende

Als im Jahr 1954 auf der photokina in Köln die Leica M3 vorgestellt wurde, ahnte wohl niemand, dass hier die Grundlage für eine der langlebigsten und ikonischsten Kamerareihen der Fotografiegeschichte gelegt wurde. Bis dahin hatte Leica mit Schraubkameras (Leica IIIf, IIIg) Maßstäbe gesetzt, doch die Technik war an Grenzen gestoßen: Das Nachladen war umständlich, die Sucherfelder klein und das Handling nicht mehr zeitgemäß.
Inhaltsverzeichnis:
- 1 Die Leica M Modelle werden in analog und digital hergestellt
- 2 Die analogen Klassiker (1954–2002)
- 2.1 Leica M3 (1954–1966) – Die Ur-M
- 2.2 Leica MP (1956–1957) – Die Reportage-Variante der M3
- 2.3 Leica MP2 (1958–1959) – Die motorisierte Leica
- 2.4 Leica M2 (1958–1967) – Die Reportagekamera
- 2.5 Leica M1 (1959–1964) – Die Spezial-Leica
- 2.6 Leica MD (1964–1966) – M4 ohne Messsucher
- 2.7 Leica MDa (1966–1976) – MD auf Basis der M4
- 2.8 Leica M4 (1967–1975) – Eleganz und Perfektion
- 2.9 Leica M5 (1971–1975) – Der Außenseiter
- 2.10 Leica M4-2 (1977–1980) – Neustart in Kanada
- 2.11 Leica MD-2 (1980–1987) – Letzte Messsucherlose M
- 2.12 Leica M4-P (1980–1986) – Mehr Sucherrahmen
- 2.13 Leica M6 (1984–1998) – Die moderne Legende
- 2.14 Leica M6 TTL (1998–2002) – Mit TTL-Blitzmessung
- 2.15 Leica M7 (2002) – Elektronik hält Einzug
- 2.16 Leica M6 Neuauflage (2022) – Tradition lebt weiter
- 3 Fazit zu den analogen Klassikern
- 4 Die digitalen Leica M-Modelle von 2004 bis 2009
- 5 Fazit zum digitalen Übergang
- 6 Zeitreise: Die Leica M-Modelle von 2012 bis 2016
- 7 Fazit zur digitalen Reife
- 8 Die Leica M-Modelle von 2017 bis 2021
- 9 Fazit zu den modernen Ikonen
- 10 Die Leica M-Modelle von 2022 bis heute
- 11 FAQ
- 12 Entdecken Sie die Leica M-Kameras bei Roter Punkt Kamera
Die M3 änderte alles:
- Neuer Bajonettanschluss (M-Bajonett), der ein schnelles Wechseln der Objektive erlaubte.
- Großer, heller Messsucher mit automatischem Parallaxenausgleich und eingeblendeten Rahmen.
- Verbesserte Ergonomie mit Schnellspannhebel und Rückspulkurbel.
Damit wurde die M3 zur Blaupause für eine ganze Generation von Fotografen. Über die nächsten Jahrzehnte entwickelte sich die Leica M-Serie zu einem Synonym für journalistische Reportage, diskrete Street Photography und kompromisslose mechanische Präzision.
Die analogen Klassiker (1954–2002)
Leica M3 (1954–1966) – Die Ur-M

Die M3 gilt bis heute als eine der schönsten Kameras, die jemals gebaut wurden. Ihr Design, ihre Haptik und ihre mechanische Perfektion haben einen Standard gesetzt, der in Sammlerkreisen unübertroffen bleibt.
- Produktionszeitraum: 1954–1966
- Stückzahl: ca. 220.000
- Sucher: 0,91-fache Vergrößerung, Rahmen für 50, 90 und 135 mm
- Besonderheiten: Erstes M-Bajonett, Parallaxenausgleich, Schnellspannhebel
Die M3 war die Kamera vieler Magnum-Fotografen, darunter Henri Cartier-Bresson.
Leica MP (1956–1957) – Die Reportage-Variante der M3
Die Leica MP (nicht zu verwechseln mit der späteren MP ab 2003!) wurde speziell für Profifotografen wie die Magnum-Agentur entwickelt.
- Basierend auf der M3, aber robuster und für Motorantriebe vorbereitet.
- Sehr geringe Stückzahl (ca. 400 Exemplare).
- Heute extrem rar und sammelwürdig.
Leica MP2 (1958–1959) – Die motorisierte Leica
Die MP2 war ein Experiment: Leica entwickelte erstmals eine motorisierte Version der M3.
- Nur etwa 20 Stück gebaut!
- Heute eine der seltensten Leica M überhaupt.
- Deutlich erkennbar am modifizierten Gehäuse.
Leica M2 (1958–1967) – Die Reportagekamera

Die M2 war die „Volks-Leica“ für Fotojournalisten. Weniger luxuriös als die M3, dafür mit einem Sucher, der auf 35 mm, 50 mm und 90 mm optimiert war – die Lieblingsbrennweiten vieler Street- und Reportagefotografen.
- Produktionszeitraum: 1958–1967, hier gibt es Zeitzeugen, die sagen, dass bereits 1957 mit der Produktion begonnen wurde.
- Stückzahl: ca. 82.000
- Sucher: 0,72-fache Vergrößerung
- Preislich günstiger als die M3
Leica M1 (1959–1964) – Die Spezial-Leica

Eine Leica ohne Messsucher? Ja – die M1 war als reine Sucherkamera für wissenschaftliche Anwendungen und Mikrofotografie gedacht.
- Produktionszeitraum: 1959–1964
- Stückzahl: ca. 9.500
- Kein Messsucher, nur ein einfacher Sucher für 35 und 50 mm
Leica MD (1964–1966) – M4 ohne Messsucher
Die Leica MD war eine Variante der M2, aber ohne Messsucher – nur mit optischem Sucherfenster.
- Gedacht für wissenschaftliche Anwendungen, z. B. Mikroskopie.
- Nur ca. 3.500 Stück gebaut.
Leica MDa (1966–1976) – MD auf Basis der M4
Nachfolger der MD, ebenfalls ohne Messsucher.
- Produktionszeitraum: 1966–1976
- Stückzahl: ca. 15.000
- Sehr robust, meist für wissenschaftliche oder industrielle Zwecke genutzt.
Leica M4 (1967–1975) – Eleganz und Perfektion

Die M4 gilt für viele als die schönste aller analogen Leicas:
- Produktionszeitraum: 1967–1975
- Stückzahl: ca. 58.000
- Neuerungen: Schnellaufzughebel, Rückspulkurbel, verbesserter Filmtransport
- Sucherrahmen: 35, 50, 90, 135 mm
Leica M5 (1971–1975) – Der Außenseiter

Die M5 war die erste M mit eingebautem Belichtungsmesser – technisch spannend, optisch aber sperrig.
- Produktionszeitraum: 1971–1975
- Stückzahl: ca. 33.000
- Sucher: Rahmen 35, 50, 90, 135 mm
- Besonderheit: CdS-Messstab im Strahlengang
Leica M4-2 (1977–1980) – Neustart in Kanada

Nach der Krise der 1970er Jahre verlagerte Leica die Produktion teilweise nach Kanada. Die M4-2 war eine abgespeckte Neuauflage der M4.
- Produktionszeitraum: 1977–1980
- Stückzahl: ca. 15.000
- Besonderheit: Blitzschuh, vereinfachte Mechanik
Leica MD-2 (1980–1987) – Letzte Messsucherlose M
Die MD-2 war die letzte Variante ohne Messsucher, basierend auf der M4-2/M4-P.
- Produktionszeitraum: 1980–1987
- Stückzahl: ca. 6.000
- Ebenfalls primär für technische und wissenschaftliche Anwendungen.
Leica M4-P (1980–1986) – Mehr Sucherrahmen

Die M4-P erweiterte das Sucherangebot:
- Produktionszeitraum: 1980–1986
- Stückzahl: ca. 22.000
- Sucherrahmen: erstmals auch 28 mm und 75 mm
Leica M6 (1984–1998) – Die moderne Legende

Die M6 brachte Leica endgültig in die Moderne:
- Produktionszeitraum: 1984–1998
- Stückzahl: ca. 175.000
- Besonderheit: Integrierter Belichtungsmesser mit LED-Pfeilen im Sucher
- Sucherrahmen: 28, 35, 50, 75, 90, 135 mm
Leica M6 TTL (1998–2002) – Mit TTL-Blitzmessung

Die M6 TTL führte die Blitzmessung durch das Objektiv ein.
- Produktionszeitraum: 1998–2002
- Erkennungsmerkmal: Größeres Zeitenrad (dreht sich entgegengesetzt)
Leica M7 (2002) – Elektronik hält Einzug

Die M7 brachte als erste M eine elektronisch gesteuerte Zeitenautomatik (A-Modus).
- Produktionszeitraum: 2002–2018
- Besonderheit: Hybrid aus klassischer M und elektronischem Komfort
- Kritik: Ohne Batterie nur 1/60 und 1/125 s mechanisch verfügbar
Leica M6 Neuauflage (2022) – Tradition lebt weiter

Fast 40 Jahre nach der ersten M6 präsentierte Leica im Oktober 2022 eine Neuauflage der M6. Damit reagierte man auf den weltweiten Trend zur analogen Fotografie und das große Sammlerinteresse.
- Design: Optisch nah am Original, klassische Mechanik, Messsucher, rein analog
- Verbesserungen: Optimierte Fertigung, moderner Messsucher mit vergüteten Gläsern, robustere Materialien
- Preis bei Einführung: 5.050 € (Nov. 2022)
- Preis ab Oktober 2023: ca. 5.800 €
Die Neuauflage machte klar: Analoge Fotografie ist nicht Nostalgie, sondern eine lebendige Kunstform – und Leica ist weiterhin der Maßstab.
Fazit zu den analogen Klassikern
Von der M3 bis zur M7 und schließlich der Neuauflage der M6 entwickelte Leica eine Reihe, die Tradition, Handwerkskunst und Innovation vereint. Während die ersten Modelle mechanische Perfektion symbolisieren, steht die Neuauflage der M6 dafür, dass analoge Fotografie auch 70 Jahre nach der M3 noch eine Zukunft hat.
Die digitalen Leica M-Modelle von 2004 bis 2009
Der digitale Übergang (2004–2009)
Mit Beginn der 2000er Jahre stand Leica vor einer existenziellen Frage: Wie kann eine Marke, deren Herzstück analoge Messsucherkameras sind, im digitalen Zeitalter überleben? Während Canon, Nikon und später auch Sony den Markt mit hochmodernen DSLRs dominierten, hielt Leica lange am Analogen fest. Doch der Druck stieg – und so entschied man sich, das Wagnis einzugehen: die Entwicklung einer digitalen M.
Leica M8 (2006) – Der erste Schritt ins Digitale

Die Leica M8 war 2006 die erste digitale Messsucherkamera mit M-Bajonett. Sie stellte eine Zäsur dar: Erstmals konnten Leica-Fotografen ihre M-Objektive ohne Film verwenden.
- Sensor: 10,3 MP CCD (APS-H, Cropfaktor 1,33x)
- ISO-Bereich: 160–2500
- Display: 2,5 Zoll
- Besonderheiten: Kompatibilität mit fast allen M-Objektiven
Stärken:
- Endlich eine digitale M, die M-Fotografen im Workflow hielt
- Farben und Schärfe charakteristisch für den Kodak-CCD-Sensor
- Weiterhin klassisches M-Handling
Schwächen:
- Kein Vollformat → 35 mm wurde zu 46 mm, 50 mm zu 67 mm
- Infrarot-Empfindlichkeit des Sensors: Fotografen mussten spezielle IR-Sperrfilter verwenden, um falsche Farbwiedergabe (z. B. schwarze Stoffe wirkten violett) zu vermeiden
- Akkulaufzeit und Display nach damaligen Maßstäben schwach
Trotz Kritik war die M8 ein Meilenstein – sie hielt Leica am Leben und machte den Weg frei für das Vollformat.
Leica M8.2 (2008) – Die Verfeinerung

Zwei Jahre später erschien die M8.2, eine verbesserte Version mit Fokus auf Praxistauglichkeit:
- Neuer, leiser Verschluss → besser für Street Photography
- Kratzfestes Saphirglas-Display
- Snapshot-Modus für schnelle Automatikbelichtung
- Designänderungen: dezenter roter Punkt, klassische Gravuren
Die M8.2 zeigte, dass Leica auf Kritik reagierte und die Kamera optimierte. Heute gilt sie als die „bessere M8“, aber weiterhin mit Cropfaktor.
Leica M9 (2009) – Endlich Vollformat

Die eigentliche Revolution kam 2009 mit der Leica M9 – der ersten digitalen Vollformat-Messsucherkamera.
- Sensor: 18 MP CCD (36 × 24 mm, Kodak)
- ISO-Bereich: 160–2500
- Objektive: Endlich ohne Crop nutzbar
- Design: Klassische M-Form, mit größerem Display (2,5 Zoll)
Bedeutung:
- Erste digitale Vollformatkamera mit Messsucher überhaupt
- Klassiker-Handling mit modernem Sensor
- Bildlook: berühmt für den „M9 CCD-Glow“, eine Farbwiedergabe, die bis heute von Fans geschätzt wird
Die M9 machte Leica wieder zu einer relevanten Marke im digitalen Zeitalter. Sie war nicht perfekt – hoher Stromverbrauch, eingeschränkter ISO-Bereich – aber sie brachte Leica zurück auf die Landkarte und bereitete den Weg für die M Typ 240.
Leica M9-P (2011) – Die dezente Profiversion

Zwei Jahre nach der M9 brachte Leica die M9-P auf den Markt. Sie war technisch nahezu identisch, setzte aber auf ein dezenteres, professionelles Design:
- Sensor: 18 MP Vollformat-CCD (wie M9)
- Display: Saphirglas, kratzfest
- Design: Kein roter Punkt, dafür klassische Leica-Gravur auf der Oberseite
- Zielgruppe: Berufsfotografen, die unauffälliges Arbeiten bevorzugen
Die M9-P wurde geschätzt für ihre Robustheit und Eleganz. Gerade Street-Fotografen mochten den Verzicht auf den roten Punkt, da die Kamera damit diskreter wirkte.
Leica M Monochrom (2012) – Die Revolution in Schwarzweiß

2012 stellte Leica die erste digitale Kamera der Welt vor, die ausschließlich Schwarzweißbilder aufnehmen konnte: die Leica M Monochrom (basierend auf der M9-P).
- Sensor: 18 MP Vollformat-CCD ohne Farbfilter
- ISO-Bereich: 160–10.000
- Bildqualität: Deutlich höhere Detailauflösung, besserer Dynamikumfang, unvergleichliches Schwarzweiß-Tonwertspektrum
- Besonderheit: Kein JPEG-Farbbild möglich – absolute Reduktion auf Monochromfotografie
Die M Monochrom polarisierte: Für viele war sie zu speziell, für andere ein Traum. Sie öffnete eine neue Ära in der Leica-Geschichte, denn es folgten weitere Monochrom-Generationen (Typ 246, M10 Monochrom, M11 Monochrom).
Fazit zum digitalen Übergang
Die Jahre 2006 bis 2012 markieren den digitalen Übergang der Leica M:
- Mit der M8 wagte Leica den ersten Schritt, wenn auch mit Kinderkrankheiten.
- Die M9 brachte 2009 endlich Vollformat.
- Mit der M9-P (2011) und der ersten M Monochrom (2012) zeigte Leica, dass man nicht nur digital mithalten, sondern auch neue fotografische Wege beschreiten konnte.
Ohne diese Modelle wäre die spätere M-Serie nicht das geworden, was sie heute ist: eine Symbiose aus Tradition und digitaler Innovation.
Zeitreise: Die Leica M-Modelle von 2012 bis 2016
Die digitale Reife (2012–2016)
Nach dem Erfolg der Leica M9 musste Leica zeigen, dass die M-Serie mehr sein konnte als eine „digitale Kopie der Filmzeit“. 2012 präsentierte man eine neue Generation: die M Typ 240. Zum ersten Mal erhielten die M-Kameras Funktionen, die sie technisch in eine neue Liga hoben.
Leica M Typ 240 (2012) – Die moderne M

Die M Typ 240 war die erste M mit CMOS-Sensor, was neue Möglichkeiten eröffnete.
- Sensor: 24 MP CMOS (Vollformat)
- ISO-Bereich: 200–6400
- Besonderheiten:
- Live-View → erstmals Bildkontrolle über Display möglich
- Video-Funktion (1080p) → für viele überraschend
- Kompatibilität mit R-Objektiven via Adapter
- Akku: deutlich leistungsfähiger als bei der M9
Die M240 war robust, modern und vielseitig. Sie wurde von Puristen kritisiert („zu digital“), aber sie öffnete die Tür für neue Arbeitsweisen.
Leica M-P Typ 240 (2014) – Dezenter und professioneller
2014 folgte die M-P Typ 240 – eine Variante für Profis.
- Unauffälliges Design: Kein roter Punkt, klassische Gravur „Leica“ auf der Oberseite
- Kratzfestes Saphirglas-Display
- Doppelter Speicher: 2 GB interner Speicher (M240 nur 1 GB)
- Preis: höher als die Standard-M240
Die M-P bewies, dass Leica den Puristen entgegenkam: dezentes Auftreten, robuste Ausstattung.
Leica M Monochrom Typ 246 (2015) – Die Kunst der Reduktion

Ein Jahr später brachte Leica die zweite Generation der digitalen Monochrom. Die M Monochrom Typ 246 war die erste mit CMOS-Sensor.
- Sensor: 24 MP CMOS (ohne Farbfilter)
- ISO-Bereich: 320–25.000 → extrem gute Low-Light-Performance
- Besonderheit: Keine Farbfotos, nur Schwarzweiß, dafür maximale Schärfe und Dynamik
Die Monochrom-Kameras sind Nischenmodelle, aber sie haben Kultstatus. Viele Fotografen schätzen die Reinheit und Detailfülle, die nur ein echter Schwarzweiß-Sensor liefern kann.
Leica M Typ 262 (2016) – Digital

2016 sorgte Leica für Aufsehen: Die M Typ 262 war eine digitale Kamera
- Sensor: 24 MP CMOS
- ISO-Bereich: 200–6400
- Rückseite: Statt Display ein ISO-Einstellrad
- Philosophie: „Zurück zum Wesentlichen“ – fotografieren ohne Ablenkung
Die M-D teilte die Community: Für Puristen war sie genial, für Kritiker ein „unnötiger Rückschritt“. Doch sie zeigte: Leica wagt es, digitale Kameras wie analoge zu gestalten.
Fazit zur digitalen Reife
Mit der M Typ 240 und ihren Varianten bewies Leica, dass die digitale M nicht nur ein nostalgisches Produkt war, sondern sich technisch behaupten konnte. Live-View, Video, Monochrom-Sensoren und sogar eine Version ohne Display zeigten die Bandbreite der M-Serie.
Diese Generation legte den Grundstein für die nächste große Entwicklung: die M10, die ab 2017 kam und das klassische M-Gefühl in die digitale Welt zurückbrachte.
Die Leica M-Modelle von 2017 bis 2021
Moderne Ikonen (2017–2021)
Nach der M Typ 240 und ihren Varianten war klar: Leica hatte die digitale M technisch etabliert. Doch viele Fotografen wünschten sich eine Rückkehr zur Kompaktheit der analogen Modelle. Mit der M10 erfüllte Leica diesen Traum – und schuf die Grundlage für eine Reihe, die bis heute als eine der beliebtesten gilt.
Leica M10 (2017) – Zurück zum analogen Formfaktor

Die M10 war ein Meilenstein, weil Leica das Gehäuse so schlank baute wie bei der klassischen M7. Endlich fühlte sich eine digitale M wieder so kompakt und elegant an wie die analogen Vorbilder.
- Sensor: 24 MP Vollformat-CMOS
- ISO-Bereich: 100–50.000
- Sucher: Größerer Augenabstand, besser für Brillenträger
- Neuer ISO-Regler auf der Oberseite → direkte, analoge Bedienung
- Konnektivität: WLAN integriert
Bedeutung:
Die M10 war der perfekte Spagat zwischen Moderne und Tradition – digital, aber so puristisch wie möglich.
Leica M10-P (2018) – Leise und dezent

Ein Jahr später folgte die M10-P, die für viele Leica-Fotografen die „wahre“ M10 war.
- Unauffälliges Design: Kein roter Punkt, nur Gravur „Leica“
- Extrem leiser Verschluss – laut Leica der leiseste aller M-Modelle
- Touchscreen-Display
- Preis: deutlich über der Standard-M10
Die M10-P wurde zur bevorzugten Wahl vieler Street- und Reportagefotografen, die Wert auf Diskretion legten.
Leica M10-D (2018) – Digital ohne Display
Parallel brachte Leica die M10-D heraus – eine Kamera, die polarisiert wie kaum eine andere.
- Besonderheit: Kein Display, stattdessen ISO- und WLAN-Drehrad auf der Rückseite
- Philosophie: Absolute Konzentration aufs Fotografieren, digitale Bilderkontrolle nur via Smartphone-App
- Design: Sehr nah an der analogen M6/MP
Die M10-D richtete sich an Puristen, die das klassische Leica-Gefühl suchten – digital, aber ohne Ablenkung.
Leica M10 Monochrom (2020) – 40 Megapixel in Schwarzweiß

Die M10 Monochrom brachte die reine Schwarzweißfotografie auf ein neues Niveau:
- Sensor: 40 MP Vollformat-CMOS ohne Farbfilter
- ISO-Bereich: 160–100.000
- Bildqualität: Maximale Detailtreue, feinste Grauabstufungen
- Design: Dezent, ohne rote Logos
Für viele Schwarzweiß-Fotografen ist die M10 Monochrom bis heute eine der besten Digitalkameras überhaupt.
Leica M10-R (2020) – Höchste Auflösung

Ebenfalls 2020 erschien die M10-R, die mit 40 MP Farbsensor das Limit der M10-Serie nach oben verschob.
- Sensor: 40 MP Vollformat
- ISO-Bereich: 100–50.000
- Besonderheiten: Größerer Dynamikumfang, längere Belichtungszeiten bis 16 Minuten
Die M10-R wurde zum neuen Favoriten vieler Fotografen, die maximale Auflösung in Kombination mit dem Messsucher suchten.
Fazit zu den modernen Ikonen
Mit der M10-Serie gelang Leica eine Rückkehr zur Eleganz und Puristik der analogen Ära. Jede Variante bediente ein anderes Bedürfnis:
- M10: Der universelle Klassiker
- M10-P: Dezent und leise für Reportage
- M10-D: Puristisch ohne Display
- M10 Monochrom: Schwarzweiß-Perfektion
- M10-R: Maximale Auflösung
Damit bereitete Leica den Weg für die nächste Generation – die M11, die 2022 erschien und den digitalen Messsucher ins 60-MP-Zeitalter führte.
Die Leica M-Modelle von 2022 bis heute
Die aktuelle Generation
Mit der Leica M11 läutete Leica 2022 ein neues Kapitel ein. Erstmals in der Geschichte der M-Kameras kam ein 60-Megapixel-BSI-Sensor mit „Triple Resolution Technology“ zum Einsatz. Gleichzeitig brachte Leica die M6 als analoge Neuauflage zurück – ein Beweis, dass digitale und analoge Fotografie bei Leica gleichberechtigt nebeneinander existieren.
Leica M11 (2022) – Die High-Tech-M

Die M11 verbindet das klassische Messsucherprinzip mit modernster Digitaltechnik.
- Sensor: 60 MP BSI-CMOS, Triple Resolution (60 / 36 / 18 MP)
- ISO-Bereich: 64–50.000
- Speicher: Interner Speicher (64 GB) + SD-Kartenfach
- Konnektivität: USB-C, direktes Tethering
- Batterie: Neuer Akku BP-SCL7 mit längerer Laufzeit
- Gewicht: ca. 530 g (Messing-Version schwerer)
Bedeutung:
Die M11 ist die bislang leistungsfähigste digitale M. Mit der Wahl der Auflösung können Fotografen flexibel arbeiten – volle 60 MP für maximale Details, 36 oder 18 MP für kleinere Dateien und bessere Low-Light-Performance.
Leica M11-P (2023) – Content Credentials

Die M11-P ist äußerlich dezent – kein roter Punkt, stattdessen die Gravur „Leica“ – aber mit einer echten Innovation ausgestattet.
- Erste Kamera mit Content Credentials (C2PA-Standard) → Bilder enthalten verifizierbare Herkunftsdaten, ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Bildmanipulation und Fake News.
- Saphirglas-Display
- Alles andere wie M11
Damit positioniert sich die M11-P nicht nur als Werkzeug für Fotografen, sondern auch als Antwort auf eine gesellschaftliche Herausforderung: Vertrauen in digitale Bilder.
Leica M11 Monochrom (2023) – 60 MP in Schwarzweiß
Auch in der M11-Serie darf die Monochrom nicht fehlen:
- Sensor: 60 MP BSI-CMOS ohne Farbfilter
- ISO-Bereich: 125–200.000 (!)
- Bildqualität: Maximale Details, noch mehr Dynamik als die M10 Monochrom
- Design: Minimalistisch, keine Leica-Logos, alles in Schwarz
Die M11 Monochrom ist eine kompromisslose Kamera für Fotografen, die reine Schwarzweißfotografie auf höchstem Niveau betreiben wollen.
Leica M11-D (2024) – Digital ohne Display
Im September 2024 wurde die M11-D vorgestellt – eine konsequente Fortführung der Idee „Wesentliches ohne Ablenkung“.
- Besonderheit: Kein Display, stattdessen klassisches ISO-Rad auf der Rückseite
- Technik: Alles wie bei der M11, inklusive 60 MP Triple Resolution
- Workflow: Bilder können über WLAN oder USB-C übertragen werden
- Philosophie: Absolute Konzentration auf das Motiv – digital fotografieren wie mit Film
Die M11-D wurde von Puristen gefeiert, die sich eine moderne „digitale M6“ wünschten.
Gesamttabelle: Leica M-Modelle 1954–2025
| Modell | Baujahre | Typ | Film / Sensor | Besonderheiten | Marktpreis (ca. 2025) |
|---|---|---|---|---|---|
| M3 | 1954–1966 | analog | 35mm Film | Erste M, Messsucher 0,91, Parallaxenausgleich | 2.500–5.000 € |
| MP | 1956–1957 | analog | 35mm Film | Profi-Version der M3, nur ca. 400 Stück | > 50.000 € |
| MP2 | 1958–1959 | analog | 35mm Film | Motorisierte Leica, nur ca. 20 Stück gebaut | Museumswert |
| M2 | 1958–1967 | analog | 35mm Film | Reportagekamera, Sucher 0,72 | 1.800–3.500 € |
| M1 | 1959–1964 | analog | 35mm Film | Ohne Messsucher, für Wissenschaft | 1.500–2.500 € |
| MD | 1964–1966 | analog | 35mm Film | Variante ohne Messsucher (auf Basis M2) | 1.500–2.200 € |
| M4 | 1967–1975 | analog | 35mm Film | Schnellaufzug, Rückspulkurbel | 2.000–4.000 € |
| MDa | 1966–1976 | analog | 35mm Film | Messsucherlos, für Wissenschaft, auf Basis M4 | 1.200–2.000 € |
| M5 | 1971–1975 | analog | 35mm Film | Erste mit Belichtungsmesser, ungewöhnliches Design | 2.500–3.800 € |
| M4-2 | 1977–1980 | analog | 35mm Film | Produktion Kanada, Blitzschuh | 1.800–2.800 € |
| M4-P | 1980–1986 | analog | 35mm Film | Sucher auch für 28 + 75 mm | 2.000–3.500 € |
| MD-2 | 1980–1987 | analog | 35mm Film | Letzte Messsucherlose M, auf Basis M4-P | 1.200–2.000 € |
| M6 | 1984–1998 | analog | 35mm Film | Belichtungsmesser integriert, Klassiker | 3.500–6.000 € |
| M6 TTL | 1998–2002 | analog | 35mm Film | TTL-Blitzmessung, größeres Zeitenrad | 3.800–6.500 € |
| M7 | 2002–2018 | analog | 35mm Film | Elektronische Zeitenautomatik | 2.500–4.500 € |
| MP (neu) | 2003–heute | analog | 35mm Film | Rückkehr zum Purismus, rein mechanisch | 5.000–6.800 € |
| M8 | 2006–2008 | digital | 10 MP CCD, APS-H | Erste digitale M, Crop 1,33 | 1.000–1.800 € |
| M8.2 | 2008–2010 | digital | 10 MP CCD, APS-H | Leiser Verschluss, Saphirglas | 1.200–2.200 € |
| M9 | 2009–2011 | digital | 18 MP CCD, Vollformat | Erste digitale Vollformat-M | 2.000–3.500 € |
| M9-P | 2011–2012 | digital | 18 MP CCD, Vollformat | Dezentes Design, Saphirglas | 2.500–4.500 € |
| M Monochrom (CCD) | 2012–2014 | digital | 18 MP CCD, Vollformat | Erste digitale Monochrom | 2.800–4.800 € |
| M Typ 240 | 2012–2015 | digital | 24 MP CMOS, Vollformat | Live-View, Video, R-Adapter | 2.500–4.200 € |
| M-P Typ 240 | 2014–2016 | digital | 24 MP CMOS, Vollformat | Dezentes Design, Saphirglas | 3.200–4.800 € |
| M Monochrom Typ 246 | 2015–2019 | digital | 24 MP CMOS, Vollformat | Monochrom, hohe ISO | 3.800–5.500 € |
| M-D Typ 262 | 2016–2018 | digital | 24 MP CMOS, Vollformat | Ohne Display, ISO-Rad hinten | 3.500–5.200 € |
| M10 | 2017–2022 | digital | 24 MP CMOS, Vollformat | Schlankes Gehäuse, ISO-Rad | 4.500–6.200 € |
| M10-P | 2018–2022 | digital | 24 MP CMOS, Vollformat | Leiser Verschluss, Touchscreen | 5.200–7.200 € |
| M10-D | 2018–2020 | digital | 24 MP CMOS, Vollformat | Ohne Display, WLAN-Rad | 4.500–6.500 € |
| M10 Monochrom | 2020–2022 | digital | 40 MP CMOS, Vollformat | Reine Schwarzweißfotografie | 6.000–8.500 € |
| M10-R | 2020–2022 | digital | 40 MP CMOS, Vollformat | Höchste Auflösung M10-Serie | 5.800–8.000 € |
| M11 | 2022–heute | digital | 60 MP BSI-CMOS, Vollformat | Triple Resolution, USB-C | 6.250 € neu |
| M11-P | 2023–heute | digital | 60 MP BSI-CMOS | Erste Kamera mit Content Credentials | 7.100 € neu |
| M11 Monochrom | 2023–heute | digital | 60 MP BSI-CMOS | Monochrom, ISO bis 200.000 | 9.100 € neu |
| M11-D | 2024–heute | digital | 60 MP BSI-CMOS | Ohne Display, Purismus | ca. 7.000 € |
| M6 Neuauflage | 2022–heute | analog | 35mm Film | Klassische M6, modernisiert | 5.800 € neu |
FAQ
Welche Leica M ist die beste für Einsteiger?
Für Einsteiger in die analoge Fotografie eignet sich die Leica M6, da sie einen eingebauten Belichtungsmesser hat und noch zu vernünftigen Preisen erhältlich ist. Digital ist die Leica M10 eine gute Wahl: klassisches Handling, modern, aber ohne Überladung.
Welche Leica M hat den höchsten Sammlerwert?
Besonders frühe M3-Modelle, limitierte Editionen wie die M6 „Titan“ oder seltene Sondermodelle erzielen hohe Sammlerpreise. Auch die M Monochrom der ersten Generation ist bei Sammlern begehrt.
Wird die Leica M-Serie weiterhin produziert?
Ja, Leica produziert die M-Serie kontinuierlich weiter. Aktuell (2025) sind die M11, M11-P, M11 Monochrom und M11-D erhältlich – parallel dazu auch die analoge M6 Neuauflage und die MP.
Warum sind Leica M-Kameras so teuer?
Leica fertigt Kameras in Deutschland in Handarbeit mit extrem geringen Toleranzen. Dazu kommt die Langlebigkeit, der Ruf und die Wertstabilität. Viele Modelle werden nach Jahrzehnten noch genutzt oder zu hohen Preisen gehandelt.
Sind analoge Leica M-Modelle noch sinnvoll?
Ja. Viele Fotografen schätzen die entschleunigte Arbeitsweise mit Film. Mit der Neuauflage der M6 (2022) zeigt Leica, dass die Nachfrage nach analoger Fotografie wieder stark wächst.
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Ob analog oder digital – die Leica M ist seit 1954 eine lebende Legende. In unserem Shop finden Sie geprüfte Pre-Owned-Modelle und aktuelle Neuheiten – mit Fachberatung und Werkstattservice.
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