Der Name „Summarit“ bei Leica steht für eine bestimmte Objektivlinie, die sich historisch und technisch klar einordnen lässt – sowohl im Hinblick auf Lichtstärke, Positionierung und Bildcharakteristik.
Inhaltsverzeichnis:
Was bedeutet der Name „Summarit“ bei Leica?
Namensherkunft:
Der Name Summarit leitet sich – wie viele Leica-Bezeichnungen – vom lateinischen „summus“ (der höchste, der größte) ab. Er steht in der Leica-Namenslogik für eine hohe Lichtstärke, allerdings nicht die höchste im Sortiment.
Historische Einordnung:
1. Ursprung (1949):

- Erste Verwendung: Summarit 50mm f/1.5
- Es war der Nachfolger des Xenon 50mm f/1.5 und das lichtstärkste Standardobjektiv von Leica in der Nachkriegszeit.
- Konstruktiv basierend auf dem klassischen Double-Gauss-Design.
- Eingesetzt für Available-Light-Fotografie, Porträt und Reportage.
2. Wiederbelebung (2007–heute):
- Leica belebte den Namen „Summarit“ neu, diesmal aber für eine kompaktere, preislich attraktivere Objektivlinie.
- Diese Objektive sind:
- leichter, kleiner
- mechanisch exzellent verarbeitet, aber einfacher als Summilux oder APO-Summicron
- lichtschwächer als Summilux/Summicron, typischerweise f/2.4 oder f/2.5

Beispiele:
- Summarit-M 35 mm f/2.5
- Summarit-M 50 mm f/2.5
- Später (ab 2014) mit f/2.4 aktualisiert
Positionierung im Leica-Portfolio:
| Leica Objektivlinie | Typische Lichtstärke | Charakter / Einsatz | Preisniveau |
|---|---|---|---|
| Noctilux | f/0.95 – f/1.0 | Extrem lichtstark, künstlerisch | Sehr hoch |
| Summilux | f/1.4 | Lichtstark, Porträt / Reportage | Hoch |
| Summicron | f/2.0 | Universell, ausgewogen | Mittel |
| Summarit | f/2.4 – f/2.5 | Kompakt, leicht, günstiger | Einstieg |
| Elmarit | f/2.8 | Kompakt, oft bei Weitwinkel | Mittel |
| Elmar | f/3.5 – f/4.0 | Sehr kompakt / Reiseobjektive | Budget oder Vintage |
Für wen ist ein Summarit ideal?
- Fotografen, die Wert auf:
- geringes Gewicht
- klassisches Rendering
- gute Verarbeitungsqualität
- und erschwinglicheren Preis legen.
- Ideal für Street, Reise, Dokumentation – besonders an kompakten M-Kameras.
Die Leica Summarit Objektive werden von Leica Camera AG entwickelt und vertrieben – aber nicht ausschließlich in Deutschland gefertigt. Die Produktion erfolgt teilweise in Deutschland und teilweise bei spezialisierten Partnern in Portugal, unter strenger Qualitätskontrolle durch Leica selbst.
Wo werden Summarit-Objektive produziert?
Design & Entwicklung:
- 100 % in Wetzlar, Deutschland
Die optische und mechanische Konstruktion aller Summarit-Objektive erfolgt im Leica Stammhaus – inklusive Linsenberechnung, Gehäusedesign und Qualitätsstandards.
Fertigung & Montage:
- Teilweise in Wetzlar (Deutschland)
- Teilweise in Famalicão (Portugal)
Leica betreibt dort seit vielen Jahren eine eigene Produktionsstätte. Sie ist hochmodern, ISO-zertifiziert und wird vollständig von Leica Camera AG geführt. Dort werden z. B.:- mechanische Komponenten gefertigt
- Objektive montiert
- Endkontrollen durchgeführt
Zulieferer & Partnerfirmen:
Leica arbeitet bei der Glasverarbeitung und bei bestimmten Komponenten mit hochqualifizierten Spezialfirmen in Deutschland, Japan und Europa zusammen – etwa für:
- Linsenrohlinge (z. B. von Schott oder Ohara)
- Vergütungen (in-house oder beschichtet durch Partner)
- Metallbearbeitung (präzise Drehteile)
Aber: Jede Linse wird final geprüft und freigegeben durch Leica. Die Toleranzen sind extrem streng – auch bei Summarit-Modellen.
Fazit:
Der Begriff „Summarit“ steht bei Leica für:
- ehemals sehr lichtstarke Objektive (f/1.5) in der Nachkriegszeit
- heute: kompakte, hochwertige M-Objektive mit Lichtstärke f/2.4–2.5
- Eine gute Mischung aus Qualität, Leica-Charakter und Alltagstauglichkeit – besonders für Nutzer, die kein f/1.4 benötigen, aber trotzdem Leica-Optik wollen.
| Bereich | Ort |
|---|---|
| Optisches Design | Wetzlar, Deutschland |
| Mechanisches Design | Wetzlar, Deutschland |
| Fertigung (teilweise) | Famalicão, Portugal (Leica-eigen) |
| Endkontrolle | Leica Wetzlar oder Portugal |
| Vertrieb & Branding | Leica Camera AG |