Der Name „Hektor“ bei Leica hat eine ganz besondere historische Bedeutung und bezieht sich sowohl auf die Namensgebungstradition als auch auf eine Person aus dem Umfeld von Oskar Barnack:
Inhaltsverzeichnis:
Herkunft des Namens „Hektor“:
- Benannt nach dem Hund von Max Berek
Max Berek war der erste und langjährige Chefkonstrukteur bei Leitz Wetzlar und entwickelte unter anderem das erste Leica-Objektiv, das Elmax (für Ernst Leitz und Max Berek).
Er benannte später einige Objektive – so auch das „Hektor“ – nach seinem Hund namens Hektor. Diese Anekdote ist mehrfach dokumentiert und wird von Leica selbst so überliefert. - Namenssystem bei Leica
Leica hat viele Objektive mit Eigennamen versehen (Summicron, Summilux, Elmarit, Noctilux etc.). Diese Namen geben oft Hinweise auf Lichtstärke oder Eigenschaften des Objektivs – bei Hektor ist das anders:- Der Name „Hektor“ ist keine technische Klassifikation, sondern ein individueller Produktname – eine Art Hommage.
Technische Verwendung des Namens:
Die Bezeichnung „Hektor“ wurde ab den 1930er-Jahren für mehrere Objektive verwendet, darunter:
- Leitz Hektor 2,5/50 mm
- Leitz Hektor 4,5/135 mm
- Leitz Hektor 2,5/85 mm
- Leitz Hektor 6,3/28 mm
- Leitz Hektor 2,5/12,5 cm

Diese Objektive zeichneten sich durch solide optische Leistung ihrer Zeit aus und gelten heute als klassische Leica-Vintage-Linsen, beliebt bei Sammlern und Liebhabern.

Hier ist eine Übersicht der wichtigsten Leitz/Leica Hektor Objektive, die zwischen den 1930er- und 1960er-Jahren hergestellt wurden – alle benannt nach dem Hund von Max Berek. Sie gelten heute als Sammlerstücke, manche auch als „Geheimtipps“ für Vintage-Fotografie mit Leica M oder LTM (Schraubgewinde).
Übersicht der Leica Hektor Objektive
| Objektivname | Brennweite / Lichtstärke | Baujahre | Typ / Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Hektor 2,5/50 mm | 50 mm f/2.5 | 1931–1949 | LTM (Leica Schraubgewinde), sehr selten, „Soft Glow“-Charakter, wunderschönes Bokeh |
| Hektor 2,5/85 mm | 85 mm f/2.5 | 1932–1952 | Porträtobjektiv, gilt als Vorläufer des Summarex, sehr gute Bildwirkung |
| Hektor 6,3/28 mm | 28 mm f/6.3 | 1935–1950 | Extrem kompakt, erstes Weitwinkel für die Leica, schwache Lichtstärke |
| Hektor 4,5/135 mm | 135 mm f/4.5 | 1933–1960er Jahre | Häufigstes Hektor-Objektiv, solide Qualität, guter Einstieg in Leica-Telefotografie |
| Hektor 10,5 cm f/6,3 | 105 mm f/6.3 | 1932–1937 | Seltenes, langbrennweitiges LTM-Objektiv |
| Hektor 12 cm f/2,5 | 120 mm f/2.5 | ca. 1940er Jahre | Hochlichtstarkes Porträtobjektiv, kaum erhalten |
| Hektor f/1.9 73 mm | 73 mm f/1.9 | Prototyp, 1930er | Extrem selten, hoher Sammlerwert |
Tipp für den Kauf
Wenn du dich für eines dieser Objektive interessierst, schau z. B. bei:
- Roter Punkt Kamera – Leica Pre-Owned Shop Berlin
- Leica Stores mit Vitrinen oder gebrauchten Objektiven
- Auktionen wie Leitz Photographica Auction
- eBay, aber mit großer Vorsicht (Zustand, Seriosität, Linsenfreiheit!)
Fazit:
Der Name Hektor bei Leica leitet sich nicht – wie etwa Summicron oder Noctilux – aus optischen Eigenschaften ab, sondern ist eine liebevolle Reminiszenz an den Hund des Objektivkonstrukteurs Max Berek.
Hektor-Objektive stehen für traditionsreiche, historische Leica-Optiken mit besonderem Sammlerwert.