Die Leica M9 – Vollformat-Messsucherkamera mit Kodak-CCD-Sensor
Kaum eine digitale Leica hat Fotografen über einen so langen Zeitraum beschäftigt wie die Leica M9. Auch mehr als fünfzehn Jahre nach ihrer Vorstellung gehört sie für viele Leica-Fotografen zu den interessantesten digitalen Messsucherkameras überhaupt.
Ihre besondere Stellung verdankt sie nicht allein dem bekannten Kodak-CCD-Vollformatsensor. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel aus klassischer Leica-Messsuchertechnik, kompakten M-Objektiven, einer charakteristischen Bildwiedergabe und einer Arbeitsweise, die sich deutlich von modernen Digitalkameras unterscheidet.
Die Leica M9 nimmt dem Fotografen wenig Arbeit ab – und genau darin liegt für viele Besitzer ihr besonderer Reiz.
Inhaltsverzeichnis:
- 1 Die Leica M9 – Vollformat-Messsucherkamera mit Kodak-CCD-Sensor
- 2 Leica M9 – Schnellüberblick
- 3 Die Leica M9 Familie – drei Kameras mit einer gemeinsamen DNA
- 4 Warum die Leica M9 bis heute Kultstatus besitzt
- 5 Der Kodak-CCD-Sensor der Leica M9 – warum seine Bildwirkung bis heute begeistert
- 5.1 Aus meiner Praxis
- 5.2 Warum Leica einen CCD-Sensor von Kodak verwendete
- 5.3 Gut zu wissen
- 5.4 CCD und CMOS – unterschiedliche technische Schwerpunkte
- 5.5 Die Farbwiedergabe der Leica M9
- 5.6 Meine Einschätzung
- 5.7 Was bedeutet Mikrokontrast?
- 5.8 Häufige Fehleinschätzung
- 5.9 Der Kodak-CCD-Sensor besitzt auch klare Grenzen
- 5.10 Das Wichtigste in Kürze
- 6 Die Farben der Leica M9 – Mythos oder tatsächlich sichtbar?
- 6.1 Aus meiner Praxis
- 6.2 Ruhige Farben statt künstlicher Sättigung
- 6.3 Gut zu wissen
- 6.4 Besonders überzeugend bei natürlichem Licht
- 6.5 Hauttöne – eine der großen Stärken
- 6.6 Meine Einschätzung
- 6.7 Wo moderne Kameras überlegen sind
- 6.8 Die Rolle der Leica-M-Objektive
- 6.9 Häufige Fehleinschätzung
- 6.10 Mein persönlicher Eindruck
- 6.11 Das Wichtigste in Kürze
- 7 Leica M9 Bildqualität – wie gut sind 18 Megapixel heute noch?
- 7.1 Aus meiner Praxis
- 7.2 18 Megapixel sind mehr als viele vermuten
- 7.3 Gut zu wissen
- 7.4 Schärfe entsteht nicht durch Auflösung allein
- 7.5 Großformatige Ausdrucke relativieren technische Vergleiche
- 7.6 Meine Einschätzung
- 7.7 Wo moderne Kameras klar überlegen sind
- 7.8 Wo die Leica M9 ihre Stärken ausspielt
- 7.9 Auflösungsvergleich innerhalb der digitalen Leica-M-Reihe
- 7.10 Häufige Fehleinschätzung
- 7.11 Mein Fazit zur Bildqualität
- 7.12 Das Wichtigste in Kürze
- 8 Die Bedienung der Leica M9 – bewusst fotografieren statt Technik verwalten
- 8.1 Aus meiner Praxis
- 8.2 Weniger Funktionen – mehr Konzentration auf das Motiv
- 8.3 Gut zu wissen
- 8.4 Der Messsucher – das Herzstück der Leica M9
- 8.5 Meine Empfehlung für den Einstieg
- 8.6 Die wichtigsten Bedienelemente auf einen Blick
- 8.7 Das Menü – übersichtlich und auf das Notwendige reduziert
- 8.8 Häufige Fehleinschätzung
- 8.9 Manuelles Fokussieren verändert die Arbeitsweise
- 8.10 Wo die Bedienung an Grenzen stößt
- 8.11 Meine Einschätzung
- 8.12 Eine Kamera, die den Fotografen fordert
- 8.13 Das Wichtigste in Kürze
- 9 Leica M9 gebraucht kaufen – worauf Sie wirklich achten sollten
- 9.1 Aus meiner Praxis
- 9.2 Der Sensor ist immer mein erster Prüfpunkt
- 9.3 Gut zu wissen
- 9.4 Nicht jede Leica M9 benötigt einen ausgetauschten Sensor
- 9.5 Der Messsucher muss exakt arbeiten
- 9.6 Kaufempfehlung
- 9.7 Verschluss und Auslöser sorgfältig prüfen
- 9.8 Der äußere Zustand erzählt eine Geschichte
- 9.9 Häufige Fehleinschätzung
- 9.10 Display, Tasten und Einstellrad
- 9.11 Akku, Ladegerät und SD-Karte
- 9.12 Meine Empfehlung
- 9.13 Originalzubehör und Dokumentation
- 9.14 Meine persönliche Prüfreihenfolge
- 9.15 Das Wichtigste in Kürze
- 10 Leica M9 Sensor-Korrosion – was Käufer heute wissen müssen
- 10.1 Aus meiner Praxis
- 10.2 Was bedeutet Sensor-Korrosion bei der Leica M9?
- 10.3 Gut zu wissen
- 10.4 So entsteht eine aussagekräftige Testaufnahme
- 10.5 Kaufempfehlung
- 10.6 Staub, Kratzer oder Korrosion – worin liegt der Unterschied?
- 10.7 Welche Modelle können betroffen sein?
- 10.8 Häufige Fehleinschätzung
- 10.9 Was sagt die CCD-ID aus?
- 10.10 Meine Empfehlung zur Sensorhistorie
- 10.11 Kann Leica einen defekten M9-Sensor noch ersetzen?
- 10.12 Wichtiger Hinweis
- 10.13 Ist eine Leica M9 mit korrodiertem Sensor noch kaufenswert?
- 10.14 Kaufwarnung
- 10.15 Checkliste zur Prüfung des Leica-M9-Sensors
- 10.16 Was bedeutet ein dokumentierter Sensortausch für den Wert?
- 10.17 Das Wichtigste in Kürze
- 11 Leica M9, Leica M9-P oder Leica M Monochrom – welches Modell passt zu Ihnen?
- 11.1 Meine Erfahrung
- 11.2 Die drei Modelle im Überblick
- 11.3 Leica M9 – der Klassiker
- 11.4 Für wen eignet sich die Leica M9?
- 11.5 Leica M9-P – die elegante Weiterentwicklung
- 11.6 Besondere Merkmale der Leica M9-P
- 11.7 Leica M Monochrom – kompromisslos Schwarzweiß
- 11.8 Meine Einschätzung
- 11.9 Welches Modell würde ich heute kaufen?
- 11.10 Das Wichtigste in Kürze
- 12 Farbvarianten und Sondereditionen der Leica M9 Familie
- 13 Leica M9 Marktpreise und Wertentwicklung – lohnt sich der Kauf heute noch?
- 14 Die besten Objektive für die Leica M9 – meine Empfehlungen aus der Praxis
- 14.1 Meine Erfahrung
- 14.2 Das Leica Summicron-M 50 mm – meine erste Empfehlung
- 14.3 Empfehlung
- 14.4 Das Summilux-M 35 mm – der Klassiker für Reportage
- 14.5 Das Summicron-M 35 mm
- 14.6 Gut zu wissen
- 14.7 Portraitobjektive
- 14.8 Voigtländer und Zeiss
- 14.9 Meine Einschätzung
- 14.10 Meine persönlichen Empfehlungen
- 14.11 Das Wichtigste in Kürze
- 14.12 Meine persönlichen Lieblingskombinationen an der Leica M9
- 14.13 Mein persönliches Fazit
- 15 Mein persönliches Fazit – warum mich die Leica M9 bis heute begeistert
- 16 Häufige Fragen zur Leica M9
Aus meiner Praxis
Seit vielen Jahren begleite ich die Leica M9 nicht nur als Fotograf, sondern auch als Händler für hochwertige gebrauchte Leica-Kameras. In dieser Zeit hatte ich zahlreiche Leica M9, Leica M9-P und Leica M Monochrom in ganz unterschiedlichen Zuständen auf meinem Prüftisch. Manche wirkten beinahe unbenutzt, andere trugen sichtbare Spuren eines langen fotografischen Lebens.
Gerade diese Unterschiede machen die Beschäftigung mit der Leica-M9-Familie so interessant. Zwei äußerlich ähnliche Kameras können sich technisch, historisch und hinsichtlich ihres Marktwertes deutlich voneinander unterscheiden.
Deshalb möchte ich auf dieser Seite nicht einfach technische Daten wiederholen. Solche Informationen finden sich an vielen Stellen. Stattdessen verbinde ich die technischen Grundlagen mit meinen Erfahrungen aus dem praktischen Umgang, dem An- und Verkauf sowie der Beratung von Leica-Fotografen.
Sie erfahren unter anderem:
- welche Unterschiede zwischen Leica M9, Leica M9-P und Leica M Monochrom bestehen,
- warum der Kodak-CCD-Sensor bis heute so intensiv diskutiert wird,
- woran sich mögliche Sensor-Korrosion erkennen lässt,
- worauf Sie beim Kauf einer gebrauchten Leica M9 achten sollten,
- welche Marktpreise heute realistisch sind,
- und welche Leica-M-Objektive besonders gut mit der M9 harmonieren.
Für wen ist diese Seite gedacht?
Dieser Ratgeber richtet sich an Fotografen, die erstmals über den Kauf einer Leica M9 nachdenken, ebenso wie an langjährige Besitzer, Sammler und Interessenten einer Leica M9-P oder Leica M Monochrom. Mein Ziel ist eine fundierte Entscheidungshilfe – nicht eine unkritische Liebeserklärung.
Die Leica M9 besitzt große Stärken, aber auch altersbedingte Besonderheiten und klare Grenzen. Gerade deshalb sollte sie weder ausschließlich über ihre technischen Daten noch allein über den häufig genannten „CCD-Look“ beurteilt werden.
Entscheidend ist das Gesamtbild: der technische Zustand, die Sensorhistorie, der Messsucher, die verwendeten Objektive und die Frage, ob diese Art der Fotografie zu den eigenen Erwartungen passt.
Der Anspruch dieses Ratgebers
Diese Seite soll die Leica M9 nicht größer machen, als sie ist. Sie soll aber verständlich erklären, warum diese Kamera bis heute so viele Fotografen beschäftigt. Mein Anspruch ist eine möglichst vollständige, ehrliche und praxisnahe deutschsprachige Informationsseite über die Leica-M9-Familie.
Leica M9 – Schnellüberblick
Die Leica M9 ist eine digitale Vollformat-Messsucherkamera mit 18-Megapixel-Kodak-CCD-Sensor. Sie verzichtet bewusst auf Live View, Video und Autofokus und konzentriert sich auf die klassische Leica-M-Fotografie.
| Merkmal | Leica M9 |
|---|---|
| Vorstellung | September 2009 |
| Sensor | 18-Megapixel-Kodak-CCD im Vollformat |
| Sensorformat | 24 × 36 mm |
| Objektivanschluss | Leica-M-Bajonett |
| Fokussierung | Manuell über den optischen Messsucher |
| Display | 2,5 Zoll |
| Gewicht | ca. 585 g inklusive Akku |
| Video | Nein |
| Live View | Nein |
| Besonderheit | Erste digitale Leica-M-Messsucherkamera mit Vollformatsensor |
| Heute besonders gefragt bei | Leica-Enthusiasten, Messsucherfotografen und Sammlern |
Auf einen Blick
Die Leica M9 ist keine universelle Digitalkamera. Ihre Stärken liegen bei niedrigen ISO-Werten, in der bewussten Messsucherfotografie und im Zusammenspiel mit hochwertigen Leica-M-Objektiven. Wer Autofokus, Live View, Video oder sehr hohe ISO-Leistungen benötigt, ist mit einem neueren Leica-M-Modell besser beraten.
Die technischen Daten erklären die Leica M9 nur teilweise. Ihre anhaltende Faszination entsteht vor allem aus der Verbindung von klassischer Bedienung, kompakten Objektiven und dem besonderen Charakter ihrer CCD-Bilddateien.
Die Leica M9 Familie – drei Kameras mit einer gemeinsamen DNA
Wenn heute von der Leica M9 gesprochen wird, ist meist das ursprüngliche Modell aus dem Jahr 2009 gemeint. Tatsächlich umfasst die Leica-M9-Familie jedoch drei eng miteinander verwandte Kameras: die Leica M9, die Leica M9-P und die Leica M Monochrom. Alle drei Modelle basieren auf derselben technischen Plattform und dem legendären Kodak-CCD-Sensor – unterscheiden sich jedoch in einigen entscheidenden Details.
Aus meiner Sicht gehören diese drei Kameras untrennbar zusammen. Wer sich heute mit einer gebrauchten Leica M9 beschäftigt, sollte immer auch die Leica M9-P und die Leica M Monochrom kennen. Viele Kaufinteressenten vergleichen die Modelle miteinander oder wechseln im Laufe der Zeit ganz bewusst zwischen ihnen.

Meine Erfahrung
In den vergangenen Jahren hatte ich zahlreiche Leica M9, Leica M9-P und Leica M Monochrom Kameras auf meinem Prüftisch. Obwohl sich die drei Modelle technisch sehr ähnlich sind, entscheiden sich Käufer selten allein aufgrund der Ausstattung. Viel häufiger geben persönliche Vorlieben, die bevorzugte Art der Fotografie und das gewünschte Fotografiererlebnis den Ausschlag.
Die erste digitale Vollformat-Messsucherkamera von Leica
Als Leica die M9 im September 2009 vorstellte, markierte dies einen wichtigen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Erstmals bot Leica eine digitale Messsucherkamera mit einem Vollformatsensor im Kleinbildformat (24 × 36 mm) an.
Damit entfiel der Crop-Faktor der Leica M8. Klassische Leica-M-Objektive konnten wieder mit ihrem ursprünglichen Bildwinkel genutzt werden – ein 35-mm-Summicron entsprach wieder einem echten 35-mm-Weitwinkel und ein 50-mm-Summilux wieder einem klassischen Normalobjektiv.
Für viele langjährige Leica-Fotografen war dies der entscheidende Schritt zurück zum vertrauten Leica-Gefühl – jetzt auch in der digitalen Fotografie.
Warum die Leica M9 so besonders war
Die Leica M9 war nicht einfach nur ein neues Kameramodell. Sie verband erstmals den klassischen Leica-Messsucher mit einem Vollformatsensor und legte damit den Grundstein für alle späteren digitalen Vollformat-M-Modelle.
Mehr als nur technische Daten
Die Leica M9 überzeugt bis heute nicht allein durch ihre Ausstattung. Viele Fotografen schätzen vor allem ihre charakteristische Bildwirkung. Farben, Mikrokontrast und Tonwertabstufungen unterscheiden sich sichtbar von vielen modernen CMOS-Kameras.
Ob dieser häufig zitierte „CCD-Look“ gefällt, bleibt selbstverständlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Unbestritten ist jedoch, dass genau diese Bildwirkung wesentlich dazu beigetragen hat, dass die Leica M9 bis heute eine außergewöhnlich treue Fangemeinde besitzt.
Eine Aussage, die ich häufig höre
„Ich habe moderne Kameras ausprobiert – aber an den besonderen Charakter meiner Leica M9 kommt für mich keine heran.“
Drei Modelle – drei unterschiedliche Schwerpunkte
Obwohl Leica M9, Leica M9-P und Leica M Monochrom technisch eng miteinander verwandt sind, richten sie sich an unterschiedliche Fotografen und fotografische Vorlieben.
| Modell | Vorstellung | Sensor | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Leica M9 | 2009 | 18 MP Kodak CCD | Erste digitale Leica-Vollformat-Messsucherkamera |
| Leica M9-P | 2011 | 18 MP Kodak CCD | Saphirglas, dezente Front ohne Leica-Punkt |
| Leica M Monochrom | 2012 | 18 MP Kodak CCD Monochrom | Reine Schwarzweißfotografie ohne Farbfilter |
Welche Leica M9 passt zu Ihnen?
Eine allgemeingültige Empfehlung gibt es nicht. Jede Kamera besitzt ihren eigenen Charakter und spricht unterschiedliche Fotografen an.
Die Leica M9 ist der klassische Einstieg in die digitale Leica-Vollformatfotografie. Die Leica M9-P empfiehlt sich für alle, die das kratzfeste Saphirglas und das zurückhaltende Design schätzen. Die Leica M Monochrom richtet sich an Fotografen, die sich bewusst und ausschließlich der Schwarzweißfotografie widmen möchten.
Mein Fazit
Ob Leica M9, Leica M9-P oder Leica M Monochrom – alle drei Modelle besitzen bis heute ihren ganz eigenen Reiz. Welche Kamera letztlich die richtige ist, entscheidet weniger die technische Ausstattung als vielmehr die persönliche Art zu fotografieren. Genau das macht die Leica-M9-Familie auch viele Jahre nach ihrer Vorstellung noch immer so faszinierend.
Warum die Leica M9 bis heute Kultstatus besitzt
Wer die Leica M9 ausschließlich anhand ihrer technischen Daten beurteilt, wird ihren besonderen Reiz kaum verstehen. Verglichen mit aktuellen Digitalkameras wirkt vieles inzwischen überholt: 18 Megapixel Auflösung, ein kleines Display, kein Autofokus, kein Live View, keine Videofunktion und keine drahtlose Verbindung zum Smartphone.
Trotzdem gehört die Leica M9 auch viele Jahre nach ihrer Vorstellung zu den begehrtesten digitalen Messsucherkameras überhaupt. Ihre Faszination lässt sich nicht allein mit technischen Daten erklären. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel von klassischer Leica-Technik, dem charakteristischen Kodak-CCD-Sensor und einer Art zu fotografieren, die heute seltener geworden ist.

Meine Erfahrung
In den vergangenen Jahren habe ich viele Leica M9 Kameras gekauft, verkauft und selbst fotografiert. Dabei fällt mir immer wieder auf, dass Besitzer ihre Leica M9 häufig deutlich länger behalten als andere Digitalkameras. Viele berichten mir, dass sie zwischenzeitlich moderne Kameras ausprobiert haben – letztlich aber wieder zur Leica M9 zurückgekehrt sind.
Eine Kamera, die entschleunigt
Die Leica M9 übernimmt ihrem Fotografen nur wenig Arbeit. Es gibt keinen Autofokus, keine Motiverkennung und keine künstliche Intelligenz, die Entscheidungen abnimmt. Fotografiert wird ausschließlich über den klassischen Messsucher – genauso, wie es Leica-Fotografen seit Jahrzehnten gewohnt sind.
Jedes Bild beginnt mit einer bewussten Entscheidung: Motiv wählen, Entfernung einstellen, Bild gestalten und anschließend auslösen.
Gerade diese Konzentration auf das Wesentliche empfinden viele Fotografen heute als befreiend.
Warum viele Fotografen zur M9 zurückkehren
Die Leica M9 entschleunigt nicht nur den fotografischen Prozess. Sie fordert ihren Fotografen dazu auf, sich intensiver mit Motiv, Licht und Bildgestaltung auseinanderzusetzen. Genau das unterscheidet sie von vielen modernen Kameras.
Der Charakter zählt mehr als technische Höchstwerte
Natürlich bieten aktuelle Kameras eine höhere Auflösung, schnelleres Autofokus-System und deutlich bessere ISO-Leistungen. Dennoch entscheiden sich viele Fotografen ganz bewusst für eine Leica M9.
Der Grund liegt weniger in der Technik als im Fotografiererlebnis. Die Kamera vermittelt eine unmittelbare Verbindung zwischen Fotograf und Motiv. Viele Besitzer beschreiben genau dieses Gefühl als den eigentlichen Grund für ihre Begeisterung.
Der Leica-Look beginnt bereits bei der Aufnahme
Viele Fotografen schätzen die Leica M9 wegen ihrer natürlichen Farben, feinen Tonwertabstufungen und der plastischen Bildwirkung. Wie groß der Anteil des Kodak-CCD-Sensors daran tatsächlich ist, wird bis heute kontrovers diskutiert.
Unbestritten ist jedoch, dass viele Aufnahmen bereits direkt aus der Kamera sehr harmonisch wirken und häufig nur wenig Nachbearbeitung benötigen.
Auf die Besonderheiten des Kodak-CCD-Sensors gehe ich im nächsten Kapitel ausführlich ein.
Meine Einschätzung
Wenn mich Interessenten fragen, warum die Leica M9 bis heute so gefragt ist, spreche ich selten zuerst über technische Daten. Ich empfehle vielmehr, die Kamera einige Stunden selbst zu fotografieren. Erst dann wird verständlich, warum sie für viele Leica-Fotografen bis heute einen ganz besonderen Stellenwert besitzt.
Warum die Leica M9 ihren Wert behält
Gut erhaltene Leica M9 Kameras mit dokumentierter Historie und technisch einwandfreiem Sensor erzielen auch heute noch bemerkenswert stabile Marktpreise.
Verantwortlich dafür sind die vergleichsweise geringe Verfügbarkeit, die weltweit hohe Nachfrage, der besondere Bildcharakter sowie ihre historische Bedeutung als erste digitale Leica-Vollformat-Messsucherkamera.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Leica M9 begeistert durch ihren Charakter, nicht durch technische Höchstwerte.
- Der klassische Messsucher sorgt für ein bewusstes Fotografiererlebnis.
- Der Kodak-CCD-Sensor trägt wesentlich zur besonderen Bildwirkung bei.
- Gut erhaltene Kameras zählen bis heute zu den wertstabilsten digitalen Leica-Modellen.
Der Kodak-CCD-Sensor der Leica M9 – warum seine Bildwirkung bis heute begeistert
Fragt man Leica-Fotografen nach dem wichtigsten Grund für die anhaltende Beliebtheit der Leica M9, fällt fast immer dieselbe Antwort: der Kodak-CCD-Sensor. Kaum ein anderes Bauteil dieser Kamera wird so intensiv diskutiert. Manche sprechen vom sogenannten „CCD-Look“, andere vom „Leica-Look“. Wieder andere halten die sichtbaren Unterschiede zu modernen Sensoren für überbewertet.
Nach meiner Erfahrung liegt die Wahrheit dazwischen. Die Leica M9 erzeugt Bilder mit einem eigenen Charakter, doch dieser entsteht nicht allein im Sensor. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Kodak-CCD-Sensor, Leica-M-Objektiv, Licht, Belichtung und der späteren Entwicklung der Bilddatei.

Aus meiner Praxis
Immer wieder vergleichen Kunden ihre Leica M9 mit deutlich moderneren Kameras. Bei Auflösung, Dynamikumfang und hohen ISO-Werten liegen aktuelle Modelle meist klar vorn. Betrachtet man die Bilder jedoch ohne Blick auf das Datenblatt, entdecken viele Fotografen in den M9-Dateien eine eigene, häufig sehr harmonische Bildsprache.
Warum Leica einen CCD-Sensor von Kodak verwendete
Bei der Entwicklung der Leica M9 standen andere Anforderungen im Vordergrund als bei heutigen Digitalkameras. Es ging nicht um Video, Live View, hohe Serienbildgeschwindigkeit oder extreme ISO-Werte.
Leica benötigte einen Vollformatsensor, der mit dem kurzen Auflagemaß und den teilweise sehr schräg einfallenden Lichtstrahlen klassischer Leica-M-Objektive möglichst gut harmonierte. Der verwendete 18-Megapixel-Kodak-CCD-Sensor wurde deshalb speziell auf die Anforderungen des Leica-M-Systems abgestimmt.
Das Ergebnis war eine Kamera, deren Stärken vor allem bei niedrigen ISO-Werten, gutem Licht und sorgfältiger Belichtung sichtbar werden. Rückblickend hat diese technische Entscheidung den Charakter der Leica M9 entscheidend geprägt.
Gut zu wissen
Der Kodak-CCD-Sensor ist nicht automatisch „besser“ als ein moderner CMOS-Sensor. Er besitzt vielmehr andere Stärken und klare Grenzen. Wer diese Unterschiede kennt, kann die Leica M9 wesentlich realistischer beurteilen.
CCD und CMOS – unterschiedliche technische Schwerpunkte
CCD- und CMOS-Sensoren unterscheiden sich unter anderem in der Auslesung und Verarbeitung ihrer Bildsignale. Moderne CMOS-Sensoren arbeiten energieeffizienter, lassen sich schneller auslesen und ermöglichen Funktionen wie Live View, Video, hohe Serienbildraten und sehr gute Ergebnisse bei hohen ISO-Einstellungen.
Die Leica M9 verfolgt einen deutlich reduzierteren Ansatz. Ihr Sensor zeigt seine größte Stärke bei niedrigen Empfindlichkeiten und sorgfältig gesetzter Belichtung. Dort entstehen Dateien mit feinen Tonwertabstufungen, klarer Detailzeichnung und einer Bildwirkung, die viele Fotografen als besonders plastisch empfinden.
| Merkmal | Kodak-CCD der Leica M9 | Moderne CMOS-Sensoren |
|---|---|---|
| Beste Einsatzbedingungen | Niedrige ISO-Werte und kontrollierbares Licht | Sehr vielseitig, auch bei wenig Licht |
| Dynamikumfang | Begrenzt; sorgfältige Belichtung wichtig | Deutlich größere Reserven in Lichtern und Schatten |
| Hohe ISO-Werte | Nur eingeschränkt empfehlenswert | Meist wesentlich bessere Rauschleistung |
| Auslesegeschwindigkeit | Langsamer | Schnell und für Serienbilder geeignet |
| Live View und Video | Nicht vorhanden | In der Regel selbstverständlich |
| Typischer Reiz | Charaktervolle Dateien und klassisches Fotografiererlebnis | Hohe technische Flexibilität und große Bearbeitungsreserven |
Die Farbwiedergabe der Leica M9
Besonders häufig wird über die Farben der Leica M9 gesprochen. Viele Besitzer beschreiben Hauttöne, gedeckte Farben und warme Lichtstimmungen als angenehm natürlich.
Dabei sollte man nicht vergessen, dass der fertige Bildeindruck auch vom verwendeten Objektiv, dem Weißabgleich, der Belichtung und der RAW-Entwicklung beeinflusst wird. Dennoch besitzen die DNG-Dateien der Leica M9 eine Grundcharakteristik, die sich von den Dateien vieler moderner Kameras unterscheidet.
Vor allem bei Tageslicht und niedrigen ISO-Werten kann die Leica M9 sehr ausgewogene und fein abgestufte Farben liefern. Bei Mischlicht oder schwierigen Lichtsituationen benötigt die Datei dagegen häufig mehr Aufmerksamkeit in der Nachbearbeitung.
Meine Einschätzung
Nicht der Sensor allein macht das Bild. Er gibt der Datei jedoch eine bestimmte Grundlage. Zusammen mit einem charaktervollen Leica-M-Objektiv kann daraus eine Bildwirkung entstehen, die viele Fotografen auch Jahre später noch sofort mit der Leica M9 verbinden.
Was bedeutet Mikrokontrast?
Im Zusammenhang mit Leica-Objektiven und der Leica M9 fällt häufig der Begriff Mikrokontrast. Gemeint sind feine Helligkeitsunterschiede innerhalb kleiner Bilddetails.
Eine gute Wiedergabe dieser feinen Abstufungen kann Oberflächen, Gesichter und Strukturen plastischer erscheinen lassen, ohne dass das Bild künstlich überschärft wirkt. Der Effekt entsteht jedoch nicht nur durch den Sensor. Das verwendete Objektiv, die Beleuchtung und die Bildbearbeitung spielen mindestens ebenso wichtige Rollen.
Besonders klassische Summicron-, Summilux- und Elmarit-Objektive können an der Leica M9 eine sehr ausgewogene Verbindung aus Schärfe, Tonwertzeichnung und Bildcharakter erzeugen.
Häufige Fehleinschätzung
Der sogenannte CCD-Look ist keine fest definierte technische Eigenschaft, die automatisch in jeder Aufnahme sichtbar wird. Licht, Motiv, Objektiv und Bearbeitung können den Bildeindruck wesentlich stärker beeinflussen. Wer jede gute M9-Aufnahme ausschließlich dem Sensor zuschreibt, macht es sich zu einfach.
Der Kodak-CCD-Sensor besitzt auch klare Grenzen
Die Leica M9 verlangt eine sorgfältigere Belichtung als moderne Kameras. Überbelichtete helle Bildbereiche lassen sich nur begrenzt zurückholen, und bei hohen ISO-Werten nimmt das Bildrauschen sichtbar zu.
Auch die Verarbeitungsgeschwindigkeit ist aus heutiger Sicht langsam. Wer schnelle Bildfolgen, hohe ISO-Werte oder große Reserven bei der nachträglichen Aufhellung benötigt, wird mit einer modernen Leica M besser bedient sein.
Die M9 überzeugt nicht durch technische Universalität, sondern durch ihre besondere Stärke unter den richtigen Bedingungen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Kodak-CCD-Sensor ist ein wesentlicher Bestandteil des Charakters der Leica M9.
- Seine größten Stärken zeigt er bei niedrigen ISO-Werten und sorgfältiger Belichtung.
- Moderne CMOS-Sensoren bieten mehr Dynamikumfang, Geschwindigkeit und Reserven bei wenig Licht.
- Der Bildcharakter entsteht immer aus Sensor, Objektiv, Licht und Bearbeitung gemeinsam.
- Der sogenannte CCD-Look ist wahrnehmbar, aber weder magisch noch in jeder Aufnahme gleich ausgeprägt.
Die Farben der Leica M9 – Mythos oder tatsächlich sichtbar?
Kaum ein Thema wird unter Leica-Fotografen so intensiv diskutiert wie die Farbwiedergabe der Leica M9. Während moderne Kameras vor allem mit höherer Auflösung, größerem Dynamikumfang und besserer ISO-Leistung überzeugen, sprechen viele Besitzer der Leica M9 von etwas anderem: vom besonderen Eindruck ihrer Bilddateien.
Immer wieder höre ich Aussagen wie: „Die Farben der Leica M9 wirken natürlicher“ oder „Die Bilder benötigen erstaunlich wenig Nachbearbeitung.“
Solche Einschätzungen bleiben selbstverständlich subjektiv. Dennoch fällt auf, dass sich viele Leica-Fotografen unabhängig voneinander ähnlich äußern. Die Leica M9 erzeugt keine spektakulären Farben um jeden Preis, sondern häufig eine ruhige und in sich stimmige Gesamtwirkung.

Aus meiner Praxis
Wenn ich eine Leica M9 prüfe, fotografiere ich fast immer ähnliche Motive: Hauttöne, grünes Laub, Backstein, Himmel sowie helle und dunkle Bildbereiche. Gerade an diesen Motiven zeigt sich schnell, wie die Kamera Farben, Übergänge und feine Tonwerte wiedergibt.
Ruhige Farben statt künstlicher Sättigung
Die Stärke der Leica M9 liegt nach meiner Erfahrung nicht in besonders kräftigen oder auffälligen Farben. Vielmehr wirken viele Aufnahmen ruhig, ausgewogen und natürlich.
Gedeckte Farben behalten ihre feinen Abstufungen, ohne sofort flach zu wirken. Warme Töne erscheinen häufig angenehm, während die Bilder insgesamt nicht übermäßig gesättigt wirken.
Genau diese Zurückhaltung trägt dazu bei, dass viele M9-Aufnahmen auch Jahre später noch zeitlos erscheinen.
Gut zu wissen
Die Farbwiedergabe der Leica M9 hängt nicht allein vom Sensor ab. Weißabgleich, Belichtung, Objektiv, Licht und RAW-Entwicklung beeinflussen den fertigen Bildeindruck erheblich. Der häufig genannte M9-Look ist deshalb immer das Ergebnis mehrerer Faktoren.
Besonders überzeugend bei natürlichem Licht
Ihre größte Stärke zeigt die Leica M9 häufig bei gutem Tageslicht. Besonders in den Morgenstunden und am späten Nachmittag entstehen Dateien mit fein abgestuften warmen Farbtönen.
Die Kamera kann Lichtstimmungen sehr angenehm wiedergeben, sofern korrekt belichtet wird. Gerade bei Abendlicht entstehen häufig Bilder mit einer harmonischen Balance zwischen warmen Lichtern und kühleren Schatten.
Unter diesen Bedingungen wird besonders deutlich, warum viele Fotografen von einem typischen Leica-M9-Bildcharakter sprechen.
Hauttöne – eine der großen Stärken
Bei der Fotografie von Menschen fällt die Leica M9 vielen Besitzern besonders positiv auf. Hauttöne können warm und differenziert wirken, ohne zwangsläufig unnatürlich rötlich oder gelblich zu erscheinen.
Voraussetzung ist allerdings eine saubere Belichtung und ein passender Weißabgleich. Bei schwierigen Mischlichtsituationen kann die spätere Entwicklung der DNG-Dateien mehr Aufmerksamkeit verlangen.
In Verbindung mit einem Summicron-M 50 mm oder einem Summilux-M 35 mm entstehen Portraits mit feinen Tonwertübergängen und einer häufig sehr angenehmen Plastizität.
Meine Einschätzung
Die Farben der Leica M9 wirken für mich nicht grundsätzlich „richtiger“ als die Farben moderner Kameras. Sie besitzen jedoch eine eigene Grundcharakteristik, die bei gutem Licht und passenden Motiven sehr überzeugend sein kann. Besonders Hauttöne, Naturfarben und warme Lichtstimmungen profitieren davon.
Wo moderne Kameras überlegen sind
Moderne CMOS-Sensoren bieten bei schwierigen Lichtbedingungen deutlich mehr Reserven. Sie bewältigen hohe Kontraste, starke Schattenaufhellungen und hohe ISO-Werte souveräner.
Auch bei Mischlicht und wechselnden Beleuchtungssituationen liefern aktuelle Kameras häufig neutralere Ausgangsdateien. Die Leica M9 verlangt dagegen eine bewusstere Belichtung und gelegentlich mehr Feinarbeit bei der Bildentwicklung.
Ihre Stärke liegt nicht in maximaler technischer Sicherheit, sondern in der besonderen Wirkung ihrer Dateien unter passenden Bedingungen.
Die Rolle der Leica-M-Objektive
Über die Farben der Leica M9 wird häufig so gesprochen, als sei allein der CCD-Sensor dafür verantwortlich. Das greift zu kurz.
Ein klassisches Summicron, ein lichtstarkes Summilux oder ein kompaktes Elmarit besitzen jeweils eine eigene Kontrast- und Farbwiedergabe. Diese Eigenschaften beeinflussen die Bildwirkung deutlich.
Erst das Zusammenspiel aus Sensor und Objektiv erzeugt den Charakter, den viele Fotografen mit der Leica M9 verbinden.
Häufige Fehleinschätzung
Nicht jede Aufnahme aus einer Leica M9 besitzt automatisch einen unverwechselbaren Look. Bei ungeeignetem Licht, falscher Belichtung oder unpassender Bearbeitung kann das Ergebnis ebenso unspektakulär wirken wie bei jeder anderen Kamera. Die M9 bietet besondere Voraussetzungen – sie ersetzt aber nicht das bewusste Fotografieren.
Mein persönlicher Eindruck
Nach vielen Jahren mit der Leica M9 sehe ich ihre größte Stärke nicht in maximaler Farbsättigung oder technischer Perfektion. Ihre Bilder wirken häufig eher stimmig als spektakulär.
Genau das schätze ich an dieser Kamera. Sie erzeugt Dateien, die oft bereits eine klare Richtung besitzen und nicht erst durch starke Bearbeitung interessant gemacht werden müssen.
Wenn Licht, Motiv und Objektiv zusammenpassen, kann die Leica M9 eine Farbwiedergabe liefern, die auch heute noch sehr eigenständig wirkt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Leica M9 zeichnet sich häufig durch ruhige und fein abgestufte Farben aus.
- Hauttöne und warme Lichtstimmungen gehören zu ihren besonderen Stärken.
- Der fertige Bildeindruck entsteht aus Sensor, Objektiv, Licht und Bearbeitung gemeinsam.
- Moderne CMOS-Kameras bieten bei schwierigen Lichtbedingungen deutlich größere Reserven.
- Der sogenannte M9-Look ist sichtbar, aber nicht automatisch in jeder Aufnahme vorhanden.
Leica M9 Bildqualität – wie gut sind 18 Megapixel heute noch?
Eine der häufigsten Fragen zur Leica M9 lautet: Reichen 18 Megapixel heute überhaupt noch aus? Wer aktuelle Kameras mit 40, 45 oder 60 Megapixeln kennt, könnte vermuten, dass die Leica M9 inzwischen deutlich unterlegen ist. In der Praxis zeigt sich jedoch ein wesentlich differenzierteres Bild.
Nach vielen Jahren mit der Leica M9 und zahlreichen Kameras im An- und Verkauf kann ich sagen: Die reine Megapixelzahl ist nur ein Teil der Bildqualität. Entscheidend sind ebenso das verwendete Objektiv, die Belichtung, das Licht, die Präzision beim Fokussieren und die spätere Entwicklung der DNG-Datei.

Aus meiner Praxis
Bei meinen Beratungen spreche ich erstaunlich selten zuerst über Megapixel. Viel wichtiger ist die Frage, wie und wofür eine Kamera genutzt werden soll. Wer überwiegend bei gutem Licht fotografiert, sorgfältig fokussiert und hochwertige Leica-M-Objektive verwendet, kann mit den 18 Megapixeln der Leica M9 auch heute noch hervorragende Ergebnisse erzielen.
18 Megapixel sind mehr als viele vermuten
Die Leica M9 erzeugt Bilddateien mit einer Auflösung von 5212 × 3472 Pixeln. Das reicht für hochwertige Fotobücher, Kalender, Veröffentlichungen im Internet und großformatige Ausdrucke.
Ausdrucke bis DIN A2 sind bei sauberer Aufnahme und guter Dateiaufbereitung ohne Weiteres realistisch. Abhängig vom Motiv, der Schärfe und dem Betrachtungsabstand sind auch größere Formate möglich.
Für die meisten klassischen fotografischen Anwendungen ist die Auflösung der Leica M9 bis heute ausreichend.
Gut zu wissen
Eine höhere Megapixelzahl verbessert nicht automatisch jedes Bild. Sie bringt vor allem Vorteile bei starken Ausschnittsvergrößerungen, sehr großen Drucken und Motiven mit extrem feinen Details. Für viele Reportage-, Reise- und Portraitaufnahmen sind andere Faktoren wichtiger.
Schärfe entsteht nicht durch Auflösung allein
Ein häufiger Irrtum besteht darin, hohe Megapixelzahlen automatisch mit besserer Schärfe gleichzusetzen. Tatsächlich hängt die wahrgenommene Bildschärfe von mehreren Faktoren ab.
- Qualität und Charakter des verwendeten Objektivs
- exakte Fokussierung über den Messsucher
- Verwacklungsfreiheit
- Blende und Aufnahmeentfernung
- Kontrast und Lichtführung
- Bearbeitung und Ausgabeschärfung
Ein Summicron-M, Summilux-M oder Elmarit-M kann an der Leica M9 eine sehr feine Detailzeichnung liefern. Gerade Strukturen wie Holz, Mauerwerk, Stoffe oder Haut wirken häufig plastisch, ohne künstlich überschärft zu erscheinen.
Die Qualität der Aufnahme entscheidet deshalb oft stärker als die Zahl auf dem Datenblatt.
Großformatige Ausdrucke relativieren technische Vergleiche
Viele Interessenten vergleichen Kameras zunächst anhand von Auflösung und Labormesswerten. Sobald sie jedoch einen gut ausgearbeiteten Ausdruck einer Leica M9 sehen, verlieren diese Zahlen häufig an Bedeutung.
Die Bilder wirken ruhig, differenziert und geschlossen. Feine Details sind vorhanden, ohne dass die Aufnahme digital hart oder übermäßig analytisch erscheint.
Gerade auf Papier zeigt sich häufig, dass Bildwirkung und technische Auflösung nicht dasselbe sind.
Meine Einschätzung
Wer seine Bilder überwiegend am Monitor bei 100 Prozent betrachtet, wird die Vorteile moderner hochauflösender Sensoren schnell erkennen. Wer dagegen fotografische Serien, Bücher oder Ausdrucke betrachtet, bewertet die Leica M9 häufig anders. Dort zählt der Gesamteindruck mehr als die maximale Detailmenge.
Wo moderne Kameras klar überlegen sind
Die Leica M9 besitzt deutliche technische Grenzen. Moderne Sensoren bieten einen größeren Dynamikumfang, bessere Ergebnisse bei hohen ISO-Werten und erheblich mehr Reserven für starke Ausschnitte.
Wer regelmäßig Sport, Tiere, Veranstaltungen bei wenig Licht oder Motive mit extremen Helligkeitsunterschieden fotografiert, ist mit einer modernen Kamera besser beraten.
Auch für sehr große Ausstellungen oder häufige Ausschnittsvergrößerungen bieten aktuelle Modelle wie die Leica M11 deutlich mehr Spielraum.
Die Leica M9 ist deshalb keine universelle Hochleistungskamera, sondern ein bewusst reduziertes Werkzeug mit klaren Stärken und Grenzen.
Wo die Leica M9 ihre Stärken ausspielt
Besonders überzeugend arbeitet die Leica M9 bei Motiven, bei denen Zeit, Licht und Bildgestaltung bewusst kontrolliert werden können.
- Portraitfotografie
- Reisefotografie
- Architektur
- Straßenfotografie
- Landschaft
- Reportage
- Dokumentarische Fotografie
Gerade bei niedrigen ISO-Werten, gutem Licht und hochwertigen Objektiven entstehen Dateien mit feiner Zeichnung und einer sehr harmonischen Gesamtwirkung.
Auflösungsvergleich innerhalb der digitalen Leica-M-Reihe
| Kamera | Auflösung | Sensor | Praktischer Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| Leica M8 | 10 MP | CCD, APS-H | Klassische digitale Messsucherfotografie mit Crop-Faktor |
| Leica M9 | 18 MP | Kodak-CCD, Vollformat | Bewusste Fotografie bei niedrigen ISO-Werten |
| Leica M (Typ 240) | 24 MP | CMOS, Vollformat | Mehr Vielseitigkeit durch Live View und Video |
| Leica M10 | 24 MP | CMOS, Vollformat | Bessere ISO-Leistung und modernes M-Gehäuse |
| Leica M11 | 60 MP | BSI-CMOS, Vollformat | Maximale Auflösung und große Ausschnittsreserven |
Häufige Fehleinschätzung
18 Megapixel bedeuten nicht, dass die Leica M9 für heutige Ansprüche grundsätzlich zu niedrig auflöst. Entscheidend ist der Einsatzzweck. Für starke Ausschnitte und extrem große Drucke sind moderne Kameras überlegen; für viele klassische fotografische Anwendungen reicht die M9 weiterhin aus.
Mein Fazit zur Bildqualität
Die Leica M9 muss sich heute nicht über ihre Megapixelzahl definieren. Ihre Stärke liegt in der Verbindung aus hochwertiger Optik, präziser Messsucherfotografie und einem charakteristischen Bildeindruck.
Wer ausschließlich technische Daten vergleicht, wird sich wahrscheinlich für eine modernere Kamera entscheiden. Wer dagegen bewusst fotografiert, seine Motive sorgfältig gestaltet und den besonderen Charakter der M9-Dateien schätzt, kann mit 18 Megapixeln weiterhin sehr überzeugende Ergebnisse erzielen.
Die Leica M9 liefert nicht die größte Datei – aber unter den richtigen Bedingungen eine sehr stimmige.
Das Wichtigste in Kürze
- 18 Megapixel reichen für viele fotografische Anwendungen weiterhin gut aus.
- Objektiv, Fokussierung, Licht und Belichtung beeinflussen die Bildqualität stärker als die Auflösung allein.
- Großformatige Ausdrucke bis DIN A2 sind bei sauberer Aufnahme realistisch.
- Moderne Kameras bieten mehr Reserven bei hohen ISO-Werten, Dynamikumfang und Ausschnitten.
- Die Leica M9 überzeugt vor allem durch Bildwirkung und nicht durch technische Höchstwerte.
Die Bedienung der Leica M9 – bewusst fotografieren statt Technik verwalten
Die Leica M9 gehört zu den Kameras, die man nicht allein über technische Daten versteht, sondern vor allem über ihre Bedienung. Wer sie zum ersten Mal in die Hand nimmt, stellt schnell fest, dass hier vieles anders ist als bei modernen Digitalkameras.
Es gibt keinen Augenautofokus, keine Motivverfolgung, keine Motivprogramme und keine endlosen Menüseiten. Stattdessen konzentriert sich die Kamera auf wenige, klar definierte Aufgaben: Belichtung einstellen, Entfernung bestimmen, Bild gestalten und auslösen.
Gerade diese Reduktion empfinden viele Leica-Fotografen nicht als Einschränkung, sondern als Befreiung.

Aus meiner Praxis
Bei ersten Beratungsgesprächen höre ich häufig die Frage: „Wie soll ich ohne Autofokus sicher scharfstellen?“ Nach meiner Erfahrung verschwindet diese Unsicherheit meist schneller als erwartet. Wer sich ohne Zeitdruck mit dem Messsucher beschäftigt, versteht das Prinzip oft bereits nach einem kurzen Spaziergang.
Weniger Funktionen – mehr Konzentration auf das Motiv
Viele aktuelle Kameras bieten eine enorme Zahl an Funktionen und Einstellmöglichkeiten. Die Leica M9 verfolgt einen anderen Ansatz. Sie reduziert die Bedienung auf das Wesentliche und schafft dadurch einen klaren, direkten Arbeitsablauf.
Nach kurzer Eingewöhnung bleibt die Kamera während des Fotografierens häufig im Hintergrund. Die Aufmerksamkeit richtet sich stärker auf Licht, Entfernung, Bildausschnitt und den richtigen Moment.
Die Leica M9 verwaltet das Bild nicht – sie überlässt die Entscheidung dem Fotografen.
Gut zu wissen
Die Leica M9 besitzt kein klassisches Programmwahlrad. Die Verschlusszeit wird direkt am Kameragehäuse eingestellt, die Blende am Objektiv. Dadurch bleiben die wichtigsten Einstellungen jederzeit sichtbar und nachvollziehbar.
Der Messsucher – das Herzstück der Leica M9
Der optische Messsucher unterscheidet die Leica M9 grundlegend von modernen spiegellosen Kameras. Der Fotograf blickt nicht durch das Objektiv, sondern durch einen separaten optischen Sucher mit eingespiegeltem Messfeld.
Die Entfernung wird manuell über das sogenannte Doppelbild eingestellt. Sobald die beiden Bildteile exakt übereinanderliegen, ist das Motiv auf die gewählte Entfernung fokussiert.
Anfangs kann diese Arbeitsweise ungewohnt sein. Mit etwas Übung entwickelt sie sich jedoch zu einer schnellen und sehr präzisen Methode der Entfernungseinstellung.
Gerade bei Street-, Reise- und Reportagefotografie schätzen viele Fotografen den freien Blick durch den optischen Sucher und die direkte Kontrolle über den Schärfepunkt.
Meine Empfehlung für den Einstieg
Beginnen Sie nicht mit einem sehr lichtstarken Objektiv bei vollständig geöffneter Blende. Ein 35-mm- oder 50-mm-Objektiv bei Blende 4 oder 5,6 erleichtert die ersten Schritte deutlich. So lernen Sie den Messsucher kennen, ohne sich unnötig unter Druck zu setzen.
Die wichtigsten Bedienelemente auf einen Blick
| Bedienelement | Funktion | Praxisnutzen |
|---|---|---|
| Zeitenrad | Einstellung der Verschlusszeit und Zeitautomatik | Direkter Zugriff ohne Menü |
| Blendenring | Blendenwahl direkt am Objektiv | Kontrolle über Schärfentiefe und Belichtung |
| Entfernungsring | Manuelle Fokussierung über den Messsucher | Präzise und vollständig kontrollierbare Schärfe |
| Auslöser | Aktiviert Belichtungsmessung und Aufnahme | Kurzer, direkter Arbeitsablauf |
| ISO-Taste | Auswahl der Empfindlichkeit | Anpassung an wechselnde Lichtbedingungen |
| Rückwärtiges Einstellrad | Navigation und Auswahl im Menü | Einfache Bedienung der wenigen digitalen Funktionen |
| Display | Bildkontrolle und Menüanzeige | Für grundlegende Kontrolle ausreichend, aber nicht zur sicheren Schärfebeurteilung |
Das Menü – übersichtlich und auf das Notwendige reduziert
Das Menü der Leica M9 ist im Vergleich zu heutigen Kameras sehr überschaubar. Es enthält die wichtigsten Einstellungen, ohne den Fotografen mit zahlreichen Untermenüs zu beschäftigen.
Nach der Grundeinstellung werden viele Punkte nur noch selten verändert. Dazu gehören beispielsweise Dateiformat, Weißabgleich, automatische Bildkontrolle und grundlegende Kameraeinstellungen.
ISO und Belichtung bleiben im Alltag meist die entscheidenden digitalen Einstellungen.
Häufige Fehleinschätzung
Eine einfache Bedienung bedeutet nicht automatisch, dass die Leica M9 eine einfache Kamera ist. Sie bietet nur wenige Funktionen, verlangt dafür aber mehr Aufmerksamkeit bei Entfernung, Belichtung und Bildgestaltung. Die Reduktion ersetzt keine Erfahrung – sie macht deren Bedeutung sichtbarer.
Manuelles Fokussieren verändert die Arbeitsweise
Wer bisher ausschließlich mit Autofokus fotografiert hat, benötigt zunächst etwas Übung. Entfernungen werden bewusster eingeschätzt, Bewegungen genauer beobachtet und Motive oft sorgfältiger komponiert.
Mit zunehmender Erfahrung kann das manuelle Fokussieren sehr schnell werden. Viele Streetfotografen arbeiten zusätzlich mit vorgewählter Entfernung und Schärfentiefe, sodass beim entscheidenden Moment kaum noch nachfokussiert werden muss.
Die Leica M9 kann dadurch zu einer sehr direkten Kamera werden – vorausgesetzt, der Fotograf beherrscht ihre Arbeitsweise.
Wo die Bedienung an Grenzen stößt
Die reduzierte Bedienung ist nicht für jede Aufnahmesituation ideal. Schnell bewegte Motive, sehr geringe Schärfentiefe und wenig Licht stellen hohe Anforderungen an Erfahrung und Konzentration.
Auch das kleine Display erlaubt nur eine grobe Bildkontrolle. Eine zuverlässige Beurteilung von Schärfe, Sensorzustand oder feinen Details sollte später am größeren Monitor erfolgen.
Wer auf Live View, elektronische Suchervergrößerung oder moderne Fokussierhilfen angewiesen ist, findet in späteren Leica-M-Modellen mehr Unterstützung.
Meine Einschätzung
Die Leica M9 belohnt keine Hektik. Wer bereit ist, sich auf den Messsucher und die klare Bedienung einzulassen, erlebt eine sehr unmittelbare Form der Fotografie. Genau diese Verbindung aus Kontrolle, Konzentration und Reduktion macht für mich ihren besonderen Reiz aus.
Eine Kamera, die den Fotografen fordert
Die Leica M9 nimmt ihrem Besitzer nur wenig Arbeit ab. Sie fordert Aufmerksamkeit, Übung und ein gutes Gefühl für Licht und Entfernung.
Gleichzeitig lenkt sie kaum durch technische Funktionen ab. Nach der Eingewöhnung entsteht ein Arbeitsablauf, bei dem die Kamera tatsächlich hinter dem Motiv zurücktritt.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum viele Besitzer ihre Leica M9 über Jahre behalten und trotz moderner Alternativen immer wieder zu ihr zurückkehren.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Leica M9 konzentriert sich auf Blende, Verschlusszeit, Entfernung und Bildgestaltung.
- Der Messsucher arbeitet vollständig manuell und erfordert etwas Eingewöhnung.
- Das übersichtliche Menü lenkt nur wenig vom Fotografieren ab.
- Die Kamera bietet große Kontrolle, aber kaum technische Hilfestellung.
- Wer sich auf ihre Bedienung einlässt, erhält ein sehr direktes Fotografiererlebnis.
Leica M9 gebraucht kaufen – worauf Sie wirklich achten sollten
Eine gebrauchte Leica M9 zu kaufen, ist etwas anderes als der Kauf einer gewöhnlichen Digitalkamera. Die meisten Exemplare sind inzwischen mehr als fünfzehn Jahre alt. Einige wurden regelmäßig und intensiv genutzt, andere verbrachten einen großen Teil ihres Lebens in einer Sammlung.
Zwei äußerlich nahezu identische Kameras können sich deshalb technisch in einem vollkommen unterschiedlichen Zustand befinden. Gerade bei der Leica M9 entscheidet nicht allein das Erscheinungsbild über Qualität und Wert, sondern vor allem die technische Historie.
In den vergangenen Jahren habe ich zahlreiche Leica M9, Leica M9-P und Leica M Monochrom angekauft, geprüft und verkauft. Dabei hat sich immer wieder gezeigt: Der äußere Zustand ist wichtig – aber er ist nicht das entscheidende Kriterium.

Aus meiner Praxis
Viele Interessenten betrachten zuerst kleine Lackspuren, minimale Kratzer oder Abrieb an der Bodenplatte. Nach meiner Erfahrung entscheidet jedoch etwas anderes über den tatsächlichen Wert einer Leica M9: der technische Zustand. Ein einwandfreier Sensor, ein präzise arbeitender Messsucher und eine nachvollziehbare Historie sind wesentlich wichtiger als kaum sichtbare Gebrauchsspuren.
Der Sensor ist immer mein erster Prüfpunkt
Wenn eine Leica M9 auf meinen Prüftisch kommt, beginne ich nicht mit dem Lack, der Belederung oder der Bodenplatte.
Mein erster Blick gilt grundsätzlich dem Sensor.
Der Grund ist einfach: Eine leichte Gebrauchsspur am Gehäuse verändert kein einziges Bild. Ein beschädigter oder korrodierter Sensor kann dagegen die gesamte Nutzbarkeit und den Wert der Kamera beeinflussen.
Besonders wichtig ist die Frage, ob der Sensor bereits ausgetauscht oder überarbeitet wurde und ob dazu Belege oder andere nachvollziehbare Informationen vorhanden sind. Eine dokumentierte Sensorhistorie ist bei der Leica M9 ein wichtiger Bestandteil der Kaufentscheidung.
Gut zu wissen
Zahlreiche Leica-M9-Kameras wurden im Laufe der Jahre mit einem überarbeiteten oder ausgetauschten Sensor ausgestattet. Eine Rechnung, ein Leica-Servicebeleg oder eine andere nachvollziehbare Dokumentation kann den Kauf deutlich sicherer machen.
Nicht jede Leica M9 benötigt einen ausgetauschten Sensor
Immer wieder höre ich die Aussage, dass eine Leica M9 nur mit einem bereits ausgetauschten Sensor gekauft werden sollte. So pauschal lässt sich das nicht sagen. Entscheidend ist der aktuelle tatsächliche Zustand des Sensors und eine sorgfältige Prüfung der Kamera. Eine Leica M9 sollte deshalb individuell beurteilt werden und nicht allein aufgrund ihres Baujahres oder einer nicht belegten Sensor-ID.
Der Messsucher muss exakt arbeiten
Die Leica M9 lebt von ihrem optischen Messsucher. Deshalb kontrolliere ich bei jeder Kamera, ob das eingespiegelte Doppelbild sauber zusammenläuft und die Entfernung korrekt angezeigt wird.
Bereits geringe Abweichungen können sich bei lichtstarken Objektiven deutlich bemerkbar machen. Das gilt besonders bei einem Summilux-M 50 mm, einem Summilux-M 35 mm oder einem Noctilux-M.
Ich prüfe den Messsucher deshalb nicht nur auf eine einzige Entfernung, sondern sowohl im Nahbereich als auch auf größere Distanz.
Ein sauber justierter Messsucher gehört für mich zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen einer gebrauchten Leica M9.
Kaufempfehlung
Wenn Sie zwischen zwei ähnlich teuren Kameras wählen, entscheiden Sie sich im Zweifel für das technisch bessere Exemplar. Kleine Lackspuren beeinflussen Ihre Bilder nicht. Ein ungenau arbeitender Messsucher, ein problematischer Sensor oder ein unzuverlässiger Verschluss dagegen schon.
Verschluss und Auslöser sorgfältig prüfen
Auch der Verschluss verdient besondere Aufmerksamkeit. Die Kamera sollte bei allen eingestellten Zeiten nachvollziehbar und ohne ungewöhnliche Geräusche auslösen.
Wichtig ist außerdem das Gefühl am Auslöser. Er sollte sauber arbeiten und nicht auffällig schwergängig oder ungleichmäßig reagieren.
Ein kurzer Funktionstest reicht für eine fundierte Beurteilung nicht immer aus. Deshalb wird die Kamera mehrfach ausgelöst und mit unterschiedlichen Einstellungen getestet.
Gerade bei älteren Digitalkameras ist nicht nur entscheidend, ob eine Funktion grundsätzlich arbeitet, sondern auch, ob sie zuverlässig und wiederholbar arbeitet.
Der äußere Zustand erzählt eine Geschichte
Erst nach den technischen Prüfpunkten richte ich meinen Blick ausführlich auf das Gehäuse.
Leichter Abrieb an den Kanten, feine Spuren auf der Bodenplatte oder glänzende Stellen an häufig berührten Bereichen sind bei einer regelmäßig genutzten Leica M9 nicht ungewöhnlich.
Solche Spuren können sogar einen gewissen Reiz besitzen. Sie zeigen, dass die Kamera nicht nur aufbewahrt, sondern tatsächlich zum Fotografieren genutzt wurde.
Deutlich kritischer sind dagegen:
- sichtbare Sturzschäden,
- verformte Gehäuseteile,
- beschädigte Gewinde oder Anschlüsse,
- ein beschädigtes oder ausgeschlagenes Bajonett,
- Spuren unsachgemäßer Reparaturen.
Häufige Fehleinschätzung
Eine äußerlich nahezu neuwertige Leica M9 ist nicht automatisch die bessere Kamera. Ich habe mehrfach sehr gepflegte Gehäuse gesehen, bei denen technische Fragen wichtiger waren als der optische Eindruck. Umgekehrt können Kameras mit ehrlicher Patina technisch hervorragend funktionieren.
Display, Tasten und Einstellrad
Das Display der Leica M9 ist nach heutigen Maßstäben klein und niedrig aufgelöst. Trotzdem sollte es gleichmäßig arbeiten und keine auffälligen Ausfälle oder Darstellungsfehler zeigen.
Auch sämtliche Tasten, das rückwärtige Einstellrad und die Menüführung werden kontrolliert. Die Bedienung muss nachvollziehbar und ohne Aussetzer funktionieren.
Kleine Kratzer auf dem Display sind bei gebrauchten Kameras nicht ungewöhnlich. Bei einer Leica M9-P ist zusätzlich das kratzfeste Saphirglas ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal.
Akku, Ladegerät und SD-Karte
Ein alter Akku kann noch funktionieren und trotzdem bereits deutlich an Kapazität verloren haben. Deshalb sollte überprüft werden, wie schnell sich der Akku entlädt und ob er sich zuverlässig laden lässt.
Ein originales Ladegerät ist für viele Käufer besonders wichtig. Ersatz kann zwar erhältlich sein, doch ein vollständiger Lieferumfang ist grundsätzlich attraktiver.
Auch die Funktion des Speicherkartenschachts sollte getestet werden. Nicht jede moderne SDXC-Karte arbeitet in der Leica M9 zuverlässig. Bewährt haben sich hochwertige SD- beziehungsweise SDHC-Karten mit moderater Speicherkapazität, die den technischen Vorgaben der Kamera entsprechen.
Die Speicherkarte sollte nicht nur erkannt werden: Die Kamera muss Bilder zuverlässig speichern und die Dateien anschließend fehlerfrei auslesen lassen.
Meine Empfehlung
Lassen Sie sich bei einer gebrauchten Leica M9 nach Möglichkeit zeigen, dass die Kamera tatsächlich fotografiert, speichert und die entstandenen Dateien fehlerfrei ausliest. Ein vollständiger Funktionstest ist aussagekräftiger als die bloße Aussage „funktioniert einwandfrei“.
Originalzubehör und Dokumentation
Originalkarton, Bedienungsanleitung, Ladegerät, Akku, Trageriemen, Kaufbelege und Serviceunterlagen sind mehr als eine nette Zugabe.
Sie können Hinweise darauf geben, wie sorgfältig die Kamera behandelt wurde, und erhöhen häufig den späteren Wiederverkaufswert.
Besonders positiv bewerte ich Kameras, bei denen die Seriennummer auf dem Originalkarton und gegebenenfalls auf vorhandenen Unterlagen eindeutig mit der Seriennummer des Kameragehäuses übereinstimmt.
Besonders bei einer Leica M9-P, einer Leica M Monochrom oder einer seltenen Sonderausführung können vollständige Unterlagen und Zubehörteile einen erheblichen Unterschied machen.
Je seltener die Kamera, desto wichtiger wird ein nachvollziehbarer und möglichst vollständiger Lieferumfang.
Meine persönliche Prüfreihenfolge
| Prüfpunkt | Priorität | Warum wichtig? |
|---|---|---|
| Sensor inklusive Sensorhistorie | Sehr hoch | Entscheidend für Bildqualität, Nutzbarkeit, Sicherheit und Wert |
| Messsucher | Sehr hoch | Muss im Nahbereich und auf größere Entfernung präzise arbeiten |
| Verschluss und Auslöser | Sehr hoch | Müssen zuverlässig, gleichmäßig und wiederholbar funktionieren |
| Bajonett | Hoch | Wichtig für sicheren Objektivsitz und korrekte Messsucherkopplung |
| Display und Bedienelemente | Hoch | Menü, Bildkontrolle und Einstellungen müssen zuverlässig funktionieren |
| Speicherkartenschacht | Hoch | Bilder müssen zuverlässig gespeichert und ausgelesen werden |
| Akku und Ladegerät | Mittel bis hoch | Alter und Kapazität beeinflussen den praktischen Einsatz |
| Originalzubehör und Dokumentation | Mittel | Relevant für Vollständigkeit, Historie und Wiederverkaufswert |
| Optischer Zustand | Individuell | Wichtig für persönliche Ansprüche und besonders für Sammler |
Das Wichtigste in Kürze
- Der aktuelle Sensorzustand und die dokumentierte Sensorhistorie sind besonders wichtig.
- Ein bereits ausgetauschter Sensor ist nicht das einzige Qualitätskriterium.
- Der Messsucher muss im Nahbereich und auf größere Entfernung präzise arbeiten.
- Verschluss, Display, Tasten und Speicherkartenschacht sollten praktisch getestet werden.
- Originalzubehör und Unterlagen sind besonders bei Sammlermodellen wertvoll.
- Eine ehrlich genutzte Kamera kann technisch besser sein als ein äußerlich makelloses Exemplar.
Nach vielen Jahren als Leica-Pre-Owned-Händler hat sich für mich eine Erfahrung immer wieder bestätigt: Eine technisch ehrliche Leica M9 mit nachvollziehbarer Historie ist fast immer die bessere Wahl als ein äußerlich perfektes Sammlerstück mit ungeklärter Vergangenheit.
Im nächsten Kapitel geht es um das wichtigste und zugleich am häufigsten diskutierte Thema beim Kauf einer Leica M9: die Sensor-Korrosion.
Dort erkläre ich, wie sich mögliche Veränderungen zeigen, welche Sensorhistorie wichtig ist und warum pauschale Aussagen bei diesem Thema nicht weiterhelfen.
Leica M9 Sensor-Korrosion – was Käufer heute wissen müssen
Kein anderes Thema verunsichert Interessenten einer gebrauchten Leica M9 so sehr wie die mögliche Sensor-Korrosion. Sie betrifft nicht jede Kamera, darf beim Kauf aber keinesfalls ignoriert werden.
Betroffen sein können Kameras aus der CCD-basierten Modellgeneration: Leica M9, Leica M9-P, Leica M Monochrom und Leica M-E. Dabei liegt das Problem nicht im Kameragehäuse und auch nicht in der normalen Verschmutzung des Sensors, sondern im Bereich des vor dem eigentlichen Sensor liegenden Deck- beziehungsweise Filterglases.
Staub lässt sich reinigen. Eine strukturelle Veränderung des Sensordeckglases dagegen nicht. Genau diese Unterscheidung ist für eine seriöse Beurteilung entscheidend.

Aus meiner Praxis
Wenn eine Leica M9 auf meinen Prüftisch kommt, verlasse ich mich weder auf den äußeren Zustand noch auf eine mündliche Zusicherung. Der Sensor wird grundsätzlich anhand einer geeigneten Aufnahme kontrolliert. Nur so lassen sich Staub, mögliche Veränderungen des Deckglases und andere Auffälligkeiten sinnvoll voneinander unterscheiden.
Was bedeutet Sensor-Korrosion bei der Leica M9?
Der Begriff Sensor-Korrosion hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch durchgesetzt. Gemeint ist eine Veränderung im Bereich des Glases beziehungsweise der Beschichtung vor dem eigentlichen CCD-Sensor.
Auf Bildern kann sich diese Veränderung durch kleine helle oder dunkle Flecken, unregelmäßige Punkte, kreisförmige Strukturen oder feine netzartige Erscheinungen bemerkbar machen.
Besonders deutlich werden solche Auffälligkeiten häufig bei:
- geschlossener Blende, beispielsweise Blende 16,
- gleichmäßigen hellen Flächen,
- blauem Himmel oder einer weißen Wand,
- leicht unscharf gestelltem Motiv,
- erhöhter Kontrastdarstellung bei der Bildkontrolle.
Bei weit geöffneter Blende oder detailreichen Motiven können entsprechende Stellen dagegen lange unbemerkt bleiben. Eine Kamera kann deshalb im normalen Alltag scheinbar unauffällig fotografieren und bei einem gezielten Test dennoch Veränderungen zeigen.
Gut zu wissen
Nicht jeder sichtbare Punkt auf einer Testaufnahme ist automatisch Sensor-Korrosion. Normaler Sensorstaub kann auf ähnliche Weise erscheinen. Staub verändert häufig seine Position oder verschwindet nach einer fachgerechten Reinigung. Strukturelle Veränderungen des Deckglases bleiben dagegen bestehen.
So entsteht eine aussagekräftige Testaufnahme
Für eine erste Beurteilung eignet sich eine einfache, aber sorgfältig erstellte Testaufnahme.
- Ein sauberes Objektiv ansetzen.
- Die Blende möglichst weit schließen, beispielsweise auf Blende 16.
- Die Entfernung bewusst unscharf einstellen.
- Eine gleichmäßig helle Fläche fotografieren.
- Die Kamera während der Aufnahme leicht bewegen, damit Strukturen des Motivs verschwimmen.
- Die Datei anschließend am großen Monitor kontrollieren.
- Bei Bedarf Kontrast und Klarheit vorübergehend erhöhen, um Auffälligkeiten sichtbar zu machen.
Eine Aufnahme des blauen Himmels ist möglich, kann aber durch Wolken oder Helligkeitsverläufe schwerer zu beurteilen sein. Eine gleichmäßig beleuchtete helle Wand oder eine matte Fläche ist häufig einfacher.
Entscheidend ist die Kontrolle der Originaldatei am Monitor. Das kleine rückwärtige Display der Leica M9 reicht für eine verlässliche Beurteilung nicht aus.
Kaufempfehlung
Bitten Sie beim Kauf einer Leica M9 nicht nur um die Aussage, der Sensor sei „in Ordnung“. Lassen Sie sich nach Möglichkeit eine aktuelle Testaufnahme in voller Auflösung zeigen. Eine stark verkleinerte Datei oder ein Foto des Kameradisplays ist für eine zuverlässige Prüfung ungeeignet.
Staub, Kratzer oder Korrosion – worin liegt der Unterschied?
| Auffälligkeit | Typisches Erscheinungsbild | Mögliche Einordnung |
|---|---|---|
| Staub | Meist einzelne, weich begrenzte Punkte | Kann häufig fachgerecht entfernt werden |
| Fest sitzende Verschmutzung | Hartnäckige Punkte oder Schlieren | Benötigt möglicherweise eine professionelle Reinigung |
| Kratzer oder mechanische Beschädigung | Linienförmige oder scharf begrenzte Struktur | Nicht durch normale Reinigung zu beseitigen |
| Sensor-Korrosion | Unregelmäßige, punktförmige, kreisförmige oder netzartige Erscheinungen | Strukturelle Veränderung des Deck- beziehungsweise Filterglases |
Diese Tabelle kann nur eine erste Orientierung geben. Eine eindeutige Diagnose sollte nicht allein anhand einer kleinen Webdarstellung gestellt werden. Im Zweifelsfall ist eine fachkundige Prüfung sinnvoll.
Welche Modelle können betroffen sein?
Das Thema betrifft die CCD-basierte Modellgeneration und damit insbesondere:
Die drei von uns auf dieser Seite ausführlich behandelten Modelle – Leica M9, M9-P und M Monochrom – sollten deshalb beim Gebrauchtkauf immer mit entsprechender Aufmerksamkeit betrachtet werden.
Aus dem Modellnamen, der Farbe oder dem äußerlichen Erhaltungszustand lässt sich nicht zuverlässig ableiten, ob ein Sensor betroffen ist.
Häufige Fehleinschätzung
Eine Kamera ohne aktuell sichtbare Flecken besitzt nicht automatisch eine vollständig geklärte Sensorhistorie. Ebenso bedeutet eine einzelne Verunreinigung nicht automatisch Korrosion. Entscheidend sind eine fachgerechte Prüfung, nachvollziehbare Unterlagen und eine aktuelle Testaufnahme.
Was sagt die CCD-ID aus?
Im Zusammenhang mit der Leica M9 werden häufig bestimmte CCD- beziehungsweise Sensor-IDs genannt. Sie sollen Hinweise auf die verbaute Sensorgeneration geben.
Solche Angaben können bei der Einordnung helfen, sind aber kein alleiniger und zweifelsfreier Nachweis für einen tatsächlich erfolgten Sensortausch.
Eine angezeigte ID kann nicht dieselbe Sicherheit bieten wie:
- eine Rechnung über den Sensortausch,
- ein Leica-Servicebeleg,
- eine schriftliche Bestätigung des Leica Customer Care,
- eine eindeutig nachvollziehbare Reparaturhistorie.
Verlassen Sie sich daher niemals ausschließlich auf eine im Kameramenü oder in den Bilddaten ausgelesene Kennung.
Meine Empfehlung zur Sensorhistorie
Bewerten Sie eine Leica M9 immer nach mehreren Kriterien: aktuelle Testaufnahme, tatsächlicher Sensorzustand, vorhandene Serviceunterlagen und Herkunft der Kamera. Eine einzelne Nummer sollte niemals das einzige Kaufargument sein.
Kann Leica einen defekten M9-Sensor noch ersetzen?
Die Herstellung der ursprünglichen CCD-Sensoren für die Leica-M9-Modellgeneration wurde eingestellt. Nach aktuellem Stand stehen Leica deshalb keine neuen Ersatzsensoren mehr für einen klassischen Sensortausch zur Verfügung.
Andere Reparaturen an dieser Modellgeneration können abhängig vom konkreten Defekt und der Ersatzteilverfügbarkeit weiterhin möglich sein.
Für Käufer bedeutet das: Der vorhandene Sensorzustand ist heute wichtiger als je zuvor.
Es gibt außerhalb des regulären Leica-Sensortauschs spezialisierte Anbieter, die Arbeiten am Sensordeckglas beziehungsweise alternative Reparaturverfahren anbieten. Diese Leistungen müssen jedoch hinsichtlich Anbieter, Verfahren, Garantie, Transportweg und Wirtschaftlichkeit individuell geprüft werden.
Eine solche externe Reparatur sollte nicht mit einem werksseitigen Austausch durch Leica gleichgesetzt werden.
Wichtiger Hinweis
Reparaturmöglichkeiten und Programme können sich verändern. Lassen Sie sich vor einer Kaufentscheidung oder Einsendung immer schriftlich bestätigen, welche konkrete Leistung angeboten wird, welche Kosten entstehen und welche Garantie für die ausgeführte Arbeit gilt.
Ist eine Leica M9 mit korrodiertem Sensor noch kaufenswert?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.
Entscheidend sind:
- die Stärke und Lage der sichtbaren Veränderungen,
- der vereinbarte Kaufpreis,
- die geplante fotografische Nutzung,
- eine realistisch verfügbare Reparaturlösung,
- die zu erwartenden Gesamtkosten,
- der spätere Wiederverkaufswert.
Eine sehr günstig angebotene Kamera kann auf den ersten Blick verlockend wirken. Wenn jedoch unklare Reparaturkosten, Versandrisiken und ein eingeschränkter Wiederverkaufswert hinzukommen, kann sich das vermeintliche Schnäppchen schnell relativieren.
Für die meisten Käufer ist eine nachweislich unauffällige Kamera mit nachvollziehbarer Historie die sicherere Wahl.
Kaufwarnung
Kaufen Sie eine Leica M9 mit sichtbarer Sensorauffälligkeit nur dann, wenn der Mangel eindeutig beschrieben wurde, Sie die möglichen Folgen verstehen und der Preis das zusätzliche Risiko tatsächlich berücksichtigt. Ein unsicherer Reparaturweg sollte niemals als fest zugesagte Lösung einkalkuliert werden.
Checkliste zur Prüfung des Leica-M9-Sensors
- Wurde eine aktuelle Testaufnahme bei geschlossener Blende erstellt?
- Liegt die Testdatei in voller Auflösung vor?
- Wurde der Sensor vor dem Test gegebenenfalls fachgerecht gereinigt?
- Sind Punkte, Kreise oder netzartige Strukturen erkennbar?
- Gibt es einen Leica-Servicebeleg über einen früheren Sensortausch?
- Stimmen Seriennummer und Unterlagen eindeutig mit der Kamera überein?
- Wird lediglich eine CCD-ID genannt oder liegt eine belastbare Dokumentation vor?
- Ist der Verkäufer bereit, konkrete Fragen zum Sensor schriftlich zu beantworten?
- Wurde der Sensorzustand ausdrücklich in der Kaufbeschreibung festgehalten?
- Ist bei vorhandenen Auffälligkeiten das finanzielle Risiko im Preis berücksichtigt?
Was bedeutet ein dokumentierter Sensortausch für den Wert?
Eine nachvollziehbare Dokumentation kann den Verkauf einer Leica M9 erheblich erleichtern. Sie beantwortet eine der wichtigsten Fragen potenzieller Käufer und reduziert Unsicherheit.
Entscheidend ist jedoch nicht allein, dass irgendwann eine Arbeit am Sensor vorgenommen wurde. Ebenso wichtig bleibt der heutige tatsächliche Zustand.
Auch eine Kamera mit vorhandener Servicehistorie sollte deshalb aktuell geprüft werden.
Umgekehrt ist eine fehlende Rechnung nicht automatisch ein Beweis für einen schlechten Sensor. Sie bedeutet lediglich, dass die Historie weniger eindeutig dokumentiert ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Sensor-Korrosion ist nicht dasselbe wie normaler Sensorstaub.
- Eine geeignete Testaufnahme bei geschlossener Blende ist unverzichtbar.
- Das rückwärtige Kameradisplay genügt nicht für eine verlässliche Kontrolle.
- Eine CCD-ID allein beweist keinen tatsächlich erfolgten Sensortausch.
- Serviceunterlagen und eine aktuelle Testdatei schaffen wesentlich mehr Sicherheit.
- Neue Original-CCD-Sensoren stehen Leica nicht mehr für einen regulären Austausch zur Verfügung.
- Eine Kamera mit sichtbarer Auffälligkeit sollte nur mit vollständiger Kenntnis des Risikos gekauft werden.
Im nächsten Kapitel betrachten wir die verschiedenen Ausführungen der Leica-M9-Familie genauer: die Leica M9, die Leica M9-P und die Leica M Monochrom sowie ihre schwarzen, silbernen, stahlgrauen und seltenen grauen Sammlervarianten.
Leica M9, Leica M9-P oder Leica M Monochrom – welches Modell passt zu Ihnen?
Wer sich heute für eine Leica M9 interessiert, steht häufig vor einer grundsätzlichen Entscheidung: Soll es die klassische Leica M9 werden, die hochwertig ausgestattete Leica M9-P oder die kompromisslose Leica M Monochrom? Alle drei Kameras basieren auf derselben technischen Plattform und besitzen den legendären CCD-Sensor. Dennoch unterscheiden sie sich in vielen Details deutlich stärker, als es auf den ersten Blick scheint.
Nach vielen Jahren im An- und Verkauf dieser Kameras werde ich häufig gefragt, welches Modell ich persönlich empfehlen würde. Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht – denn jedes Modell spricht eine andere Art von Fotograf an.

Meine Erfahrung
Viele Käufer beginnen ihre Suche mit einer Leica M9 und wechseln später bewusst zur Leica M9-P oder sogar zur Leica M Monochrom. Nicht weil die Kameras technisch überlegen wären – sondern weil sich ihre persönliche Art zu fotografieren verändert hat.
Die drei Modelle im Überblick
| Modell | Vorstellung | Sensor | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Leica M9 | 2009 | 18 MP Kodak CCD | Erste digitale Vollformat-M |
| Leica M9-P | 2011 | 18 MP Kodak CCD | Saphirglas, kein roter Leica-Punkt |
| Leica M Monochrom | 2012 | 18 MP CCD ohne Farbfilter | Ausschließlich Schwarzweiß |
Leica M9 – der Klassiker
Die Leica M9 war die erste digitale Leica M mit Vollformatsensor und ist bis heute das Modell, mit dem die meisten Fotografen in die CCD-Welt einsteigen.
Sie verbindet klassische Leica-Technik mit einem außergewöhnlichen Bildcharakter und bietet das authentische Messsucher-Erlebnis, das viele Fotografen schätzen.
Für wen eignet sich die Leica M9?
- Fotografen, die erstmals eine digitale Leica M kaufen möchten.
- Liebhaber des Kodak-CCD-Looks.
- Sammler der ersten digitalen Vollformat-M.
- Straßen-, Reise- und Reportagefotografen.
Leica M9-P – die elegante Weiterentwicklung
Die Leica M9-P ist technisch nahezu identisch mit der Leica M9. Leica hat sich vielmehr auf zahlreiche Detailverbesserungen konzentriert.
Dazu gehören insbesondere das kratzfeste Saphirglas auf der Displayabdeckung sowie die bewusst zurückhaltende Frontgestaltung ohne den bekannten roten Leica-Punkt.
Gerade diese dezente Gestaltung macht die Leica M9-P für viele Fotografen besonders attraktiv.
Besondere Merkmale der Leica M9-P
- Saphirglas über dem Display.
- Keine rote Leica-Plakette auf der Vorderseite.
- Dezente Gravur auf der Deckkappe.
- Häufig etwas höhere Marktpreise.
- Besonders beliebt bei Sammlern.
Leica M Monochrom – kompromisslos Schwarzweiß
Mit der Leica M Monochrom verfolgte Leica einen völlig neuen Ansatz.
Der Sensor besitzt keinen Farbfilter und zeichnet ausschließlich Schwarzweißbilder auf.
Dadurch entsteht eine Bildqualität, die sich deutlich von einer nachträglichen Schwarzweißumwandlung unterscheidet.
Diese Kamera richtet sich bewusst an Fotografen, die Schwarzweiß nicht als Effekt verstehen, sondern als eigenständige fotografische Ausdrucksform.
Meine Einschätzung
Die Leica M Monochrom ist keine Kamera für jeden. Wer sich jedoch bewusst für die Schwarzweißfotografie entscheidet, erhält eine der faszinierendsten digitalen Leica-Kameras überhaupt.
Welches Modell würde ich heute kaufen?
Diese Frage höre ich nahezu täglich.
Meine Antwort lautet fast immer:
Es kommt darauf an, wie Sie fotografieren möchten.
- Leica M9 → der beste Einstieg in die CCD-Welt.
- Leica M9-P → für Fotografen, die Wert auf Ausstattung und Sammlerpotenzial legen.
- Leica M Monochrom → für leidenschaftliche Schwarzweißfotografen.
Das Wichtigste in Kürze
Farbvarianten und Sondereditionen der Leica M9 Familie
Die Leica M9 wurde nicht nur in verschiedenen Farbvarianten angeboten, sondern diente auch als Grundlage für mehrere exklusive Sondereditionen. Während die klassischen Ausführungen regelmäßig auf dem Gebrauchtmarkt zu finden sind, erscheinen einige limitierte Modelle heute nur noch äußerst selten und werden von Sammlern weltweit gesucht.
Für die meisten Käufer spielt jedoch nicht die Seltenheit einer Sonderedition die entscheidende Rolle, sondern der technische Zustand der Kamera. Deshalb sollte eine limitierte Ausführung niemals allein aufgrund ihrer Exklusivität gekauft werden.

Meine Erfahrung
In Beratungsgesprächen wird häufig zuerst nach einer seltenen Sonderedition gefragt. Nach meiner Erfahrung ist jedoch der technische Zustand deutlich wichtiger als eine limitierte Ausführung. Eine hervorragend erhaltene Serienkamera bereitet meist mehr Freude als eine seltene Edition mit unklarer Historie.
Die klassischen Farbvarianten
Die meisten Leica M9 Kameras wurden in den bekannten Serienfarben ausgeliefert.
| Farbe | Besonderheiten |
|---|---|
| Schwarz lackiert | Die häufigste Ausführung mit klassischer Leica-Optik. Mit der Zeit entwickelt der Lack häufig eine charakteristische Patina. |
| Silber chrom | Zeitloses Erscheinungsbild mit besonders hochwertiger Anmutung und hoher Beliebtheit. |
| Steel Grey | Deutlich seltener als Schwarz oder Silber und deshalb besonders gefragt. |
Gut zu wissen
Gerade bei der Farbe Steel Grey lohnt sich ein genauer Blick. Neben regulären Serienkameras existieren auch limitierte Sondermodelle in ähnlichen Farbtönen. Eine eindeutige Zuordnung gelingt häufig erst anhand der Seriennummer und der Originalunterlagen.
Bekannte Sondereditionen
Neben den Serienmodellen brachte Leica mehrere exklusive Sondereditionen auf den Markt, die heute zu den begehrtesten Sammlerstücken zählen.
- Leica M9 Titan – gestaltet von Walter de Silva, gefertigt aus Titan und ursprünglich als Set mit einem passenden Summilux-M 35 mm angeboten.
- Leica M9-P Hermès – eine besonders exklusive Edition mit hochwertiger Lederausstattung aus dem Hause Hermès.
- Leica M9-P Grey Hammertone – charakteristische Hammerschlag-Lackierung, die an historische Leica-Modelle erinnert.
- Leica M9-P Grey Rahn – Sonderedition zum Jubiläum des Fotofachhändlers Foto Rahn mit individueller Gravur und spezieller Ausstattung.
- Weitere limitierte Editionen entstanden anlässlich besonderer Jubiläen oder für ausgewählte Leica Stores und Handelspartner.
Sammlerhinweis
Bei limitierten Leica-Modellen sind Originalkarton, Zertifikate, Kaufbelege und vollständiges Zubehör häufig ebenso wichtig wie der technische Zustand. Sie können den Sammlerwert deutlich beeinflussen.
Seltenheit allein macht keine gute Kamera
Eine limitierte Edition ist nicht automatisch die bessere Leica. Wer regelmäßig fotografieren möchte, sollte den technischen Zustand immer höher bewerten als eine seltene Lackierung oder eine limitierte Seriennummer.
Aus meiner Sicht ist eine hervorragend erhaltene Leica M9 oder Leica M9-P mit nachvollziehbarer Servicehistorie häufig die bessere Wahl als eine seltene Sonderedition mit ungeklärter Vergangenheit.
Das Wichtigste in Kürze
- Schwarz, Silber und Steel Grey sind die wichtigsten Serienfarben.
- Titan, Hermès, Grey Hammertone und Grey Rahn gehören zu den bekanntesten Sondereditionen.
- Originalzubehör und Dokumentation spielen bei Sammlerkameras eine wichtige Rolle.
- Für Fotografen sollte der technische Zustand grundsätzlich wichtiger sein als die Seltenheit einer Edition.
Leica M9 Marktpreise und Wertentwicklung – lohnt sich der Kauf heute noch?
Die Leica M9 gehört zu den wenigen Digitalkameras, deren Marktwert sich über viele Jahre erstaunlich stabil entwickelt hat. Während zahlreiche Digitalkameras bereits wenige Jahre nach ihrem Erscheinen massiv an Wert verlieren, erfreut sich die Leica M9 bis heute einer konstant hohen Nachfrage.
Nach meiner Beobachtung liegt das nicht nur am legendären Kodak-CCD-Sensor. Ebenso entscheidend sind die vergleichsweise geringe Verfügbarkeit gut erhaltener Kameras, die hohe Nachfrage nach digitalen Messsucherkameras und die besondere Stellung der Leica M9 innerhalb der Leica-Geschichte.

Marktbeobachtung
In den vergangenen Jahren habe ich zahlreiche Leica M9, Leica M9-P und Leica M Monochrom Kameras angekauft und verkauft. Besonders gefragt sind technisch gepflegte Kameras mit dokumentierter Sensorhistorie, vollständigem Zubehör und einem nachvollziehbaren Vorbesitz. Solche Exemplare finden meist deutlich schneller einen Käufer als vergleichbare Kameras mit unklarer Herkunft.
Warum bleibt die Leica M9 so wertstabil?
Mehrere Faktoren tragen dazu bei, dass die Leica M9 auch viele Jahre nach ihrer Markteinführung weiterhin hohe Preise erzielt.
- Der unverwechselbare Bildcharakter des Kodak-CCD-Sensors.
- Die erste digitale Leica M mit Vollformatsensor.
- Ein begrenztes Angebot gut erhaltener Kameras.
- Eine weltweit aktive Leica-Community.
- Das anhaltende Interesse von Sammlern und Fotografen.
Diese Kombination findet man bei nur wenigen Digitalkameras und erklärt, warum die Leica M9 bis heute eine Sonderstellung auf dem Gebrauchtmarkt einnimmt.
Meine Erfahrung
Interessanterweise fragen viele Käufer zunächst nach der Auslösungszahl. Nach meiner Erfahrung ist diese deutlich weniger wichtig als der technische Gesamtzustand, eine nachvollziehbare Servicehistorie und ein einwandfreier Sensor.
Typische Marktpreise gut erhaltener Kameras
| Modell | Typischer Marktbereich* |
|---|---|
| Leica M9 | ca. 3.500 bis 4.900 Euro |
| Leica M9-P | ca. 4.200 bis 5.200 Euro |
| Leica M Monochrom | ca. 4.900 bis 5.900 Euro |
*Die genannten Preisbereiche beziehen sich auf technisch einwandfreie Kameras mit guter bis sehr guter Erhaltung. Zustand, Zubehör, Servicehistorie und Marktangebot können den tatsächlichen Preis beeinflussen.
Welche Faktoren beeinflussen den Marktpreis?
Nicht jede Leica M9 mit identischer Auslösungszahl erzielt denselben Preis. Nach meiner Erfahrung spielen insbesondere folgende Punkte eine Rolle:
- Sensorzustand und dokumentierte Sensorhistorie
- Präzise Justierung des Messsuchers
- Originalkarton und vollständiges Zubehör
- Service- und Reparaturunterlagen
- Optischer Gesamteindruck
- Seltene Farbvarianten oder Sondermodelle
- Angebot und Nachfrage
Kaufempfehlung
Wer eine Leica M9 langfristig nutzen möchte, sollte nicht ausschließlich nach dem günstigsten Angebot suchen. Eine technisch einwandfreie Kamera mit dokumentierter Historie ist häufig die bessere Investition als ein vermeintliches Schnäppchen mit unklarer Vergangenheit.
Welche Punkte mindern den Wert?
- Korrosion oder unklare Sensorhistorie
- Nicht nachvollziehbare Reparaturen
- Sturzschäden
- Defekte Bedienelemente
- Fehlendes Originalzubehör
- Starke Gebrauchsspuren
Besonders bei hochwertigen Leica-Kameras achten viele Käufer heute auf eine möglichst vollständige Dokumentation. Rechnungen, Servicebelege und Originalverpackung schaffen Vertrauen und erleichtern den späteren Wiederverkauf.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Leica M9 gehört zu den wertstabilsten digitalen Messsucherkameras.
- Der technische Zustand ist wichtiger als eine niedrige Auslösungszahl.
- Eine dokumentierte Sensorhistorie erhöht die Attraktivität deutlich.
- Originalzubehör und Serviceunterlagen können den Marktwert positiv beeinflussen.
- Gut erhaltene Kameras erzielen auch heute noch bemerkenswert stabile Preise.
Im nächsten Kapitel stelle ich die Leica M Objektive vor, die nach meiner Erfahrung besonders gut mit der Leica M9 harmonieren – von klassischen Summicron-Objektiven bis zu lichtstarken Summilux- und Noctilux-Modellen.
Die besten Objektive für die Leica M9 – meine Empfehlungen aus der Praxis
Eine Leica M9 entfaltet ihren besonderen Bildcharakter erst im Zusammenspiel mit einem hochwertigen Objektiv. In den vergangenen Jahren hatte ich unzählige Leica M Objektive an der Leica M9 im Einsatz – vom klassischen Elmar bis zum lichtstarken Noctilux. Dabei zeigt sich immer wieder, dass nicht jedes Objektiv denselben Charakter besitzt.
Oft werde ich gefragt: „Welches Objektiv würdest Du für die Leica M9 empfehlen?“
Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Entscheidend ist immer die Art der Fotografie. Dennoch haben sich einige Objektive in der Praxis besonders bewährt.

Meine Erfahrung
Wenn mich Kunden nach dem „perfekten Objektiv“ für die Leica M9 fragen, nenne ich selten das teuerste Modell. Viel wichtiger ist die Frage, welche Motive fotografiert werden sollen. Die richtige Brennweite bringt mehr Freude als die höchste Lichtstärke.
Das Leica Summicron-M 50 mm – meine erste Empfehlung
Wenn ich mich auf ein einziges Objektiv für die Leica M9 festlegen müsste, wäre es das Leica Summicron-M 50 mm.
Es verbindet hohe Schärfe, harmonische Kontraste und eine natürliche Bildwirkung mit einer kompakten Bauform. Gerade am Kodak-CCD-Sensor entsteht eine Bildsprache, die viele Leica-Fotografen bis heute begeistert.
Für Reportage, Reise, Alltag und Portrait gehört das Summicron-M 50 mm für mich zu den ausgewogensten Kombinationen überhaupt.
Empfehlung
Wer seine erste Leica M9 kauft, macht mit einem Summicron-M 50 mm nur selten etwas falsch.
Das Summilux-M 35 mm – der Klassiker für Reportage
Das Leica Summilux-M 35 mm gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Leica-Objektiven. Es eignet sich hervorragend für Reportage, Streetfotografie und Reisen.
Die Kombination aus 35 mm Brennweite und hoher Lichtstärke passt hervorragend zur Arbeitsweise der Leica M9.
Das Summicron-M 35 mm
Wer etwas kompakter unterwegs sein möchte, findet im Summicron-M 35 mm eine hervorragende Alternative. Die Kombination aus geringer Größe, hoher optischer Leistung und klassischer Brennweite macht dieses Objektiv zu einem der beliebtesten Leica-M-Objektive überhaupt.
Gut zu wissen
Viele klassische Leica-M-Objektive harmonieren mit dem CCD-Sensor der Leica M9 besonders gut. Moderne Höchstleistung allein ist nicht immer entscheidend – häufig spielt auch der individuelle Bildcharakter eine wichtige Rolle.
Portraitobjektive
Für Portraits bevorzuge ich Brennweiten zwischen 50 mm und 90 mm. Besonders ein Summicron-M 90 mm oder ein lichtstarkes Summilux-M 50 mm erzeugen eine sehr angenehme Freistellung und harmonieren hervorragend mit dem Charakter der Leica M9.
Voigtländer und Zeiss
Immer wieder werde ich gefragt, ob auch Objektive von Zeiss oder Voigtländer sinnvoll sind.
Ja – durchaus. Beide Hersteller bieten ausgezeichnete M-Bajonett-Objektive mit sehr hoher optischer Qualität.
Wer jedoch den klassischen Leica-Bildcharakter sucht, wird häufig bei den originalen Leica-M-Objektiven fündig.
Meine Einschätzung
Zeiss und Voigtländer bauen hervorragende Objektive. Dennoch greife ich persönlich an einer Leica M9 meist zu Leica-M-Objektiven. Nicht weil sie grundsätzlich schärfer wären, sondern weil mir ihre Bildwirkung und ihr Zusammenspiel mit der Kamera besonders gut gefallen.
Meine persönlichen Empfehlungen
| Einsatzgebiet | Empfehlung |
|---|---|
| Allround | Summicron-M 50 mm |
| Street | Summilux-M 35 mm |
| Reise | Summicron-M 35 mm |
| Portrait | Summicron-M 90 mm |
| Available-Light | Summilux-M 50 mm |
Das Wichtigste in Kürze
- Das Summicron-M 50 mm ist meine erste Empfehlung für die Leica M9.
- 35 mm eignen sich hervorragend für Reportage und Streetfotografie.
- 50 bis 90 mm sind ideal für Portraits.
- Auch Zeiss und Voigtländer bieten interessante Alternativen.
- Entscheidend ist nicht nur die Schärfe, sondern der Bildcharakter.
Im nächsten und letzten Kapitel ziehe ich ein persönliches Fazit und beantworte die Frage, warum die Leica M9 auch heute noch zu meinen absoluten Lieblingskameras gehört.
Meine persönlichen Lieblingskombinationen an der Leica M9
Im Laufe der vergangenen Jahre hatte ich die Möglichkeit, nahezu alle klassischen Leica M Objektive an der Leica M9 zu fotografieren. Natürlich liefert jedes Objektiv hervorragende Ergebnisse. Dennoch gibt es einige Kombinationen, zu denen ich immer wieder gerne greife. Nicht, weil sie auf dem Papier die höchste Auflösung bieten, sondern weil sie einen ganz eigenen Bildcharakter besitzen und einfach Freude beim Fotografieren machen.
Die folgenden Empfehlungen spiegeln meine persönlichen Erfahrungen als Leica-Händler und Fotograf wider.
Leica M9 + Summicron-M 50 mm
Wenn mich ein Kunde nach dem ersten Objektiv für seine Leica M9 fragt, fällt meine Empfehlung sehr häufig auf das Leica Summicron-M 50 mm. Es ist kompakt, hervorragend verarbeitet und liefert an der Leica M9 eine außergewöhnlich harmonische Bildwirkung. Farben, Mikrokontrast und Schärfe ergänzen den Charakter des Kodak-CCD-Sensors auf ideale Weise. Für Reportage, Reisen und den fotografischen Alltag gehört diese Kombination für mich zu den ausgewogensten Leica-Systemen überhaupt.
Leica M9 + Summilux-M 35 mm FLE
Wer häufig bei natürlichem Licht oder am Abend fotografiert, findet im Summilux-M 35 mm FLE einen außergewöhnlichen Begleiter. Die hohe Lichtstärke eröffnet kreative Möglichkeiten, ohne den typischen Leica-Charakter zu verlieren. Gerade bei Available-Light-Aufnahmen entstehen Bilder mit einer beeindruckenden Plastizität und einer sehr natürlichen Lichtstimmung.
Leica M9 + Elmarit-M 28 mm ASPH.
Für Städte, Architektur und Reisen greife ich gerne zum Elmarit-M 28 mm ASPH.. Es ist angenehm kompakt, hervorragend korrigiert und harmoniert ausgezeichnet mit dem CCD-Sensor der Leica M9. Wer gerne unterwegs fotografiert und trotzdem leichtes Gepäck bevorzugt, erhält mit dieser Kombination ein äußerst vielseitiges Werkzeug.
Leica M9 + Summicron-M 35 mm (11310) – der „King of Bokeh“
Wenn ich nur eine Objektivkombination nennen dürfte, die den besonderen Charakter der Leica M9 perfekt widerspiegelt, wäre es das Leica Summicron-M 35 mm f/2 (11310). Dieses Objektiv genießt unter Leica-Fotografen nicht ohne Grund den Beinamen „King of Bokeh“. Es überzeugt weniger durch maximale technische Perfektion als vielmehr durch seine außergewöhnlich harmonische Bildwirkung.
Zusammen mit dem Kodak-CCD-Sensor entstehen Bilder mit einer weichen Hintergrundunschärfe, fein abgestuften Tonwerten und einer angenehmen Plastizität. Gerade Menschen, Reportagen und Available-Light-Aufnahmen profitieren von dieser Kombination. Für mich besitzt kaum ein anderes Leica-M-Objektiv einen vergleichbaren Charakter.
Ausführliche Informationen zu diesem außergewöhnlichen Objektiv finden Sie auch in meinem Beitrag über das Leica Summicron-M 35 mm (11310) – den „King of Bokeh“.
Einen ausführlichen Test mit Beispielbildern, Hintergrundinformationen, Seriennummern und Kaufberatung finden Sie in meinem Beitrag über das
Leica Summicron-M 35 mm (11310) – den legendären „King of Bokeh“
.
Mein persönliches Fazit
Nach vielen Jahren mit der Leica M9 bin ich überzeugt, dass nicht das teuerste oder seltenste Objektiv automatisch die beste Wahl ist. Viel wichtiger ist eine Kombination, die zum eigenen fotografischen Stil passt. Genau deshalb empfehle ich meinen Kunden lieber ein Objektiv, das sie regelmäßig mit Freude benutzen, als eines, das nur aufgrund technischer Daten beeindruckt. Eine Leica M9 lebt vom Zusammenspiel aus Kamera, Objektiv und dem Menschen hinter dem Sucher.
Mein persönliches Fazit – warum mich die Leica M9 bis heute begeistert
In den vergangenen Jahren hatte ich viele Leica Kameras in den Händen – von der analogen Leica M3 über die Leica M6 bis hin zu modernen Digitalkameras wie der Leica M10, M11 oder SL-Serie. Jede dieser Kameras besitzt ihre eigenen Stärken und ihren ganz besonderen Charakter.
Trotzdem gibt es eine Kamera, zu der ich immer wieder gerne zurückkehre: die Leica M9.

Meine persönliche Erfahrung
Als Leica-Pre-Owned-Händler sehe ich regelmäßig Kameras aus nahezu allen Leica-Generationen. Manche beeindrucken durch modernste Technik, andere durch höchste Auflösung oder außergewöhnliche Geschwindigkeit. Die Leica M9 fasziniert mich aus einem anderen Grund: Sie entschleunigt das Fotografieren und lenkt den Blick wieder auf das Wesentliche – das Bild.
Technik allein macht keine guten Bilder
Natürlich ist die Leica M9 aus heutiger Sicht keine moderne Digitalkamera mehr. Der Monitor wirkt klein, der Autofokus fehlt, die Serienbildgeschwindigkeit ist überschaubar und auch die ISO-Leistung erreicht nicht das Niveau aktueller Modelle.
Und genau darin liegt für mich einer ihrer größten Reize.
Die Leica M9 fordert ihren Fotografen heraus. Sie zwingt dazu, bewusster zu arbeiten, Motive genauer zu beobachten und sich Zeit für das Bild zu nehmen. Gerade diese entschleunigte Arbeitsweise macht für mich einen großen Teil ihrer Faszination aus.
Was ich meinen Kunden oft sage
Wer die Leica M9 ausschließlich nach technischen Daten beurteilt, wird wahrscheinlich zu einer moderneren Kamera greifen. Wer dagegen Freude an bewusster Fotografie, klassischer Messsuchertechnik und einem unverwechselbaren Bildcharakter hat, versteht sehr schnell, warum die Leica M9 bis heute eine so treue Fangemeinde besitzt.
Warum die Leica M9 ihren besonderen Platz behalten hat
Viele Digitalkameras verschwinden nach einigen Jahren nahezu vollständig vom Gebrauchtmarkt. Die Leica M9 hat einen anderen Weg genommen. Sie wird bis heute gesucht, geschätzt und regelmäßig fotografiert.
Nach meiner Überzeugung liegt das nicht nur am legendären Kodak-CCD-Sensor. Es ist vielmehr die Kombination aus klassischer Leica-M-Technik, Vollformatsensor, außergewöhnlicher Bildwirkung und einer Haptik, die bis heute begeistert.
Eine Leica M9 kauft man selten nur mit dem Kopf – sondern häufig auch mit dem Herzen.
Meine Kaufempfehlung
Wenn Sie sich für eine Leica M9 entscheiden, achten Sie weniger auf die niedrigste Auslösungszahl oder den günstigsten Preis. Wichtiger sind ein technisch einwandfreier Zustand, eine nachvollziehbare Historie und eine sorgfältig geprüfte Kamera. Eine gute Leica M9 begleitet ihren Besitzer oft über viele Jahre.
Mein Fazit
Würde ich heute wieder eine Leica M9 kaufen?
Ja – jederzeit.
Nicht weil sie die modernste Leica M ist. Nicht weil sie die höchste Auflösung besitzt. Sondern weil sie etwas vermittelt, das sich nur schwer in technischen Daten ausdrücken lässt: Freude am bewussten Fotografieren.
Genau deshalb gehört die Leica M9 für mich auch heute noch zu den faszinierendsten digitalen Leica Kameras, die jemals gebaut wurden.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Leica M9 überzeugt bis heute durch ihren einzigartigen Bildcharakter.
- Sie richtet sich an Fotografen, die bewusst und entschleunigt arbeiten möchten.
- Ein guter technischer Zustand ist wichtiger als eine möglichst niedrige Auslösungszahl.
- Für mich zählt die Leica M9 auch heute noch zu den faszinierendsten digitalen Leica M Kameras überhaupt.
Ich hoffe, dieser Ratgeber konnte Ihnen die Leica M9 ein Stück näherbringen und Ihnen bei Ihrer Entscheidung helfen. Sollten Sie Fragen zur Leica M9, Leica M9-P oder Leica M Monochrom haben, stehe ich Ihnen mit meiner langjährigen Erfahrung als Leica-Pre-Owned-Händler gerne persönlich zur Verfügung.
Ein persönlicher Gedanke zum Schluss
Vielleicht ist genau das der Grund, warum die Leica M9 auch viele Jahre nach ihrer Vorstellung noch immer so viele Fotografen begeistert. Sie ist keine Kamera für jeden. Aber für diejenigen, die ihre besondere Art der Fotografie schätzen, ist sie weit mehr als nur eine Digitalkamera. Sie entschleunigt, fordert zum bewussten Fotografieren auf und erinnert daran, dass ein gutes Bild nicht von immer mehr Technik lebt, sondern von dem Menschen hinter der Kamera. Für mich ist die Leica M9 deshalb bis heute eines der faszinierendsten Kapitel der Leica-Geschichte – und eine Kamera, die auch in Zukunft nichts von ihrer besonderen Ausstrahlung verlieren wird.
Häufige Fragen zur Leica M9
Die Leica M9, Leica M9-P und Leica M Monochrom beschäftigen Käufer und Sammler bis heute. Hier beantworte ich die wichtigsten Fragen zu Bildqualität, CCD-Sensor, Sensor-Korrosion, Gebrauchtkauf, Objektiven und aktuellen Marktpreisen.
1. Lohnt sich der Kauf einer Leica M9 heute noch?
Ja, sofern Sie bewusst mit einem Messsucher fotografieren möchten und den besonderen Bildcharakter des Kodak-CCD-Sensors schätzen. Die Leica M9 ist technisch nicht mit modernen Digitalkameras vergleichbar, bietet aber ein sehr direktes und konzentriertes Fotografiererlebnis. Wichtig sind ein einwandfreier Sensor, ein präzise arbeitender Messsucher und eine nachvollziehbare Historie.
2. Was ist das Besondere am Kodak-CCD-Sensor der Leica M9?
Der 18-Megapixel-Vollformatsensor ist für eine natürliche Farbwiedergabe, feine Tonwertabstufungen und einen ausgeprägten Mikrokontrast bekannt. Der häufig beschriebene „CCD-Look“ entsteht jedoch nicht allein durch den Sensor, sondern durch das Zusammenspiel aus Sensor, Leica-M-Objektiv, Licht und Bildbearbeitung.
3. Reichen die 18 Megapixel der Leica M9 heute noch aus?
Für Reportage, Reise, Streetfotografie, Portraits, Fotobücher und hochwertige Ausdrucke reichen 18 Megapixel weiterhin gut aus. Die Dateien besitzen eine Auflösung von 5212 × 3472 Pixeln. Wer sehr starke Ausschnitte anfertigt oder regelmäßig extrem große Druckformate benötigt, profitiert dagegen von einer modernen Kamera mit höherer Auflösung.
4. Was unterscheidet die Leica M9 von der Leica M9-P?
Beide Kameras besitzen im Wesentlichen dieselbe technische Plattform und denselben 18-Megapixel-Kodak-CCD-Sensor. Die Leica M9-P bietet zusätzlich ein kratzfestes Saphirglas über dem Display und eine dezentere Front ohne roten Leica-Punkt. Außerdem trägt sie eine klassische Leica-Gravur auf der Deckkappe.
5. Was ist der Unterschied zwischen Leica M9 und Leica M Monochrom?
Die Leica M9 nimmt Farbbilder auf. Die Leica M Monochrom der ersten Generation arbeitet mit einem CCD-Sensor ohne Farbfilter und zeichnet ausschließlich Schwarzweißbilder auf. Dadurch erreicht sie eine besonders feine Detail- und Tonwertwiedergabe, bietet jedoch keinerlei Möglichkeit zur nachträglichen Farbausgabe.
6. Welche Leica aus der M9-Familie ist die beste?
Eine allgemeingültig beste Ausführung gibt es nicht. Die Leica M9 ist der klassische Einstieg in die CCD-basierte Vollformat-M-Fotografie. Die Leica M9-P empfiehlt sich bei Wunsch nach Saphirglas und dezenter Gestaltung. Die Leica M Monochrom richtet sich an Fotografen, die sich konsequent auf Schwarzweiß konzentrieren möchten.
7. Was ist die Sensor-Korrosion der Leica M9?
Mit Sensor-Korrosion wird eine Veränderung im Bereich des Deck- beziehungsweise Filterglases vor dem CCD-Sensor bezeichnet. Auf Bildern kann sie sich durch unregelmäßige Punkte, kreisförmige Strukturen oder netzartige Flecken zeigen. Sensor-Korrosion ist nicht mit normalem Sensorstaub gleichzusetzen.
8. Wie lässt sich der Sensor einer Leica M9 auf Korrosion prüfen?
Empfehlenswert ist eine Aufnahme einer gleichmäßig hellen Fläche bei möglichst geschlossener Blende, beispielsweise Blende 16. Das Motiv sollte unscharf eingestellt und die Datei anschließend in voller Auflösung am Monitor kontrolliert werden. Das kleine Kameradisplay ist für eine verlässliche Beurteilung nicht ausreichend.
9. Ist Sensor-Korrosion immer ein Ausschlusskriterium?
Für die meisten Käufer ist eine nachweislich unauffällige Kamera die sicherere Wahl. Eine Kamera mit sichtbarer Sensorauffälligkeit sollte nur gekauft werden, wenn der Mangel eindeutig beschrieben ist, der Preis das Risiko berücksichtigt und eine realistische Reparaturmöglichkeit vorher geklärt wurde.
10. Beweist eine bestimmte CCD-ID einen erfolgten Sensortausch?
Nein. Eine ausgelesene CCD- oder Sensor-ID kann bei der Einordnung helfen, ist aber kein zweifelsfreier Beleg für einen Sensortausch. Mehr Sicherheit bieten eine Leica-Service-Rechnung, eine schriftliche Bestätigung oder eine nachvollziehbare Reparaturhistorie. Entscheidend bleibt außerdem der aktuelle Zustand des Sensors.
11. Worauf sollte man beim Kauf einer gebrauchten Leica M9 besonders achten?
Besonders wichtig sind Sensorzustand, Messsucher, Verschluss, Bajonett, Display, Tasten, Akku, Ladegerät und Speicherkartenschacht. Aussagekräftige Originalfotos, eine aktuelle Sensortestaufnahme und vorhandene Serviceunterlagen sind meist wichtiger als eine möglichst niedrige Auslösungszahl.
12. Wie wichtig ist die Auslösungszahl bei einer Leica M9?
Die Auslösungszahl ist nur ein Teil der Gesamtbewertung. Nach meiner Erfahrung sind der tatsächliche technische Zustand, die Sensorhistorie, die Funktion des Verschlusses und ein präzise justierter Messsucher wichtiger. Eine regelmäßig genutzte und gepflegte Kamera kann die bessere Wahl sein als ein äußerlich neuwertiges Exemplar mit ungeklärter Historie.
13. Was kostet eine gut erhaltene Leica M9?
Nach meiner Marktbeobachtung liegen technisch einwandfreie Leica-M9-Kameras typischerweise zwischen etwa 3.500 und 4.900 Euro. Zustand, Sensorhistorie, Farbe, Zubehör, Serviceunterlagen und Händlergewährleistung können den tatsächlichen Preis beeinflussen.
15. Ist die Leica M9 eine Wertanlage?
Die Leica M9 hat sich wertstabiler entwickelt als viele andere Digitalkameras. Eine garantierte Wertsteigerung gibt es dennoch nicht. Wer sie ausschließlich als Geldanlage kauft, trägt Risiken durch technische Defekte, Reparaturmöglichkeiten und Veränderungen der Nachfrage. In erster Linie sollte die Leica M9 als Kamera zum Fotografieren betrachtet werden.
16. Welche Objektive passen besonders gut zur Leica M9?
Besonders ausgewogen sind Kombinationen mit dem Summicron-M 50 mm, Summicron-M 35 mm, Summilux-M 35 mm oder Elmarit-M 28 mm ASPH. Für Portraits eignen sich lichtstarke 50-mm-Objektive sowie Brennweiten zwischen 75 und 90 mm. Entscheidend ist jedoch, dass Brennweite und Bildcharakter zur eigenen Fotografie passen.
17. Können auch Zeiss- oder Voigtländer-Objektive an der Leica M9 verwendet werden?
Ja, sofern sie über einen passenden Leica-M-Anschluss verfügen und mechanisch korrekt mit dem Messsucher gekoppelt sind. Zeiss und Voigtländer bieten optisch sehr gute Alternativen. Ich persönlich bevorzuge an der Leica M9 häufig Leica-M-Objektive, weil mir deren mechanische Abstimmung und Bildcharakter besonders gut gefallen.
18. Leica M9 oder Leica M10 – welche Kamera ist besser?
Die Leica M10 ist technisch moderner und bietet unter anderem eine bessere ISO-Leistung, ein hochwertigeres Display und mehr Reserven bei schwierigen Lichtverhältnissen. Die Leica M9 wird dagegen wegen ihres CCD-Bildcharakters und ihrer besonderen Stellung in der Leica-Geschichte geschätzt. Die M10 ist die vielseitigere, die M9 für viele Liebhaber die charaktervollere Kamera.
19. Welche Farbvarianten der Leica M9 gibt es?
Zu den bekannten Serienausführungen gehören Schwarz, Silber chrom und Steel Grey. Darüber hinaus existieren seltene Sondereditionen wie die Leica M9 Titan, Leica M9-P Hermès, Leica M9-P Grey Hammertone und Leica M9-P Grey Rahn. Bei Sammlermodellen sind Originalunterlagen und vollständiges Zubehör besonders wichtig.
20. Für wen ist die Leica M9 heute die richtige Kamera?
Die Leica M9 eignet sich für Fotografen, die gerne manuell fokussieren, bewusst gestalten und überwiegend bei gutem oder kontrollierbarem Licht arbeiten. Wer moderne Automatikfunktionen, Live View, Video, sehr hohe ISO-Werte oder maximale Auflösung benötigt, ist mit einem neueren Modell besser beraten. Wer dagegen klassische Messsucherfotografie und einen eigenständigen Bildcharakter sucht, kann mit der Leica M9 sehr glücklich werden.