Die Leica M10 markierte 2017 einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der digitalen Leica M. Ihr schlankeres Gehäuse orientiert sich wieder stärker an den Proportionen klassischer analoger M-Kameras, während der 24-Megapixel-Vollformatsensor und der optische Messsucher das Konzept einer digitalen Messsucherkamera konsequent weiterführen.

Heute ist die M10 vor allem auf dem Gebrauchtmarkt interessant. Neben der ursprünglichen M10 gehören auch M10-P, M10-D, M10 Monochrom und M10-R zur Generation. Die Unterschiede sind teilweise erheblich – und nicht für jeden Fotografen ist automatisch die jüngste oder höchstauflösende Variante die beste Wahl.

Leica M10 auf einen Blick

Markteinführung
2017
Sensor
24 MP Vollformat-CMOS
Objektivanschluss
Leica M-Bajonett
Fokussierung
manueller Messsucher
ISO
100 bis 50.000
Display
3 Zoll

Warum die Leica M10 bis heute besonders ist

Für viele Leica-Fotografen liegt die Bedeutung der M10 weniger in einzelnen technischen Daten als in ihrem Gesamtkonzept. Leica reduzierte das Gehäuse gegenüber der vorherigen digitalen M-Generation und näherte sich damit wieder den Abmessungen der analogen M-Kameras an.

Gleichzeitig blieb das Grundprinzip konsequent erhalten: optischer Messsucher, manuelle Fokussierung, direkte Bedienung und M-Bajonett. Die M10 versucht damit nicht, eine spiegellose Systemkamera mit möglichst vielen Funktionen zu ersetzen. Ihr Reiz liegt vielmehr in der Konzentration auf die klassische Arbeitsweise einer Leica M.

VG Wort

Die Leica M10 Familie – fünf unterschiedliche Konzepte

Aus der 2017 vorgestellten Leica M10 entwickelte Leica eine ganze Modellfamilie. Das Grundkonzept blieb erhalten: kompaktes M-Gehäuse, optischer Messsucher, manuelle Fokussierung und das Leica M-Bajonett. Die einzelnen Modelle setzen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte.

Neben der klassischen M10 entstanden die diskretere M10-P, die konsequent reduzierte M10-D, die hochauflösende M10-R und die ausschließlich für Schwarzweiß entwickelte M10 Monochrom.

ModellEinführungSensorBesonderheit
Leica M10201724 MP FarbeBasis der M10-Generation
Leica M10-P201824 MP Farbeleiserer Verschluss, Touchscreen, dezentes Design
Leica M10-D201824 MP Farbekein rückseitiges Display
Leica M10 Monochrom202040 MP SchwarzweißMonochrom-Sensor ohne Farbfilter
Leica M10-R202040 MP Farbehöhere Auflösung der Farbmodelle

Leica M10 – der Ausgangspunkt

Die ursprüngliche M10 ist für mich auch heute noch eine der interessantesten Kameras dieser Generation. Ihre 24 Megapixel reichen für sehr viele fotografische Anwendungen vollkommen aus, gleichzeitig bleiben Dateien und Arbeitsabläufe überschaubar.

Leica M10-P – leiser und diskreter

Die M10-P behält den 24-Megapixel-Sensor der M10 bei, verändert aber einige Details. Besonders auffällig sind der leisere Verschluss, der Touchscreen und das zurückhaltendere Erscheinungsbild ohne roten Leica Punkt auf der Vorderseite.

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Leica M10-D – digital fotografieren ohne Display

Die M10-D verfolgt innerhalb der Familie das konsequenteste Reduktionskonzept. Auf der Rückseite befindet sich kein Display. Damit soll die unmittelbare Bildkontrolle entfallen und die Arbeitsweise stärker an eine analoge Leica M erinnern.

Leica M10 Monochrom – ausschließlich Schwarzweiß

Die M10 Monochrom besitzt einen speziell für Schwarzweißaufnahmen ausgelegten 40-Megapixel-Sensor. Da keine Farbinformationen aufgezeichnet werden müssen, unterscheidet sie sich grundsätzlich von einer nachträglich in Schwarzweiß umgewandelten Aufnahme einer normalen Farb-M.

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Leica M10-R – 40 Megapixel in Farbe

Mit der M10-R erhielt die M10-Familie schließlich auch ein hochauflösendes Farbmodell. Ihr 40-Megapixel-Sensor bietet deutlich mehr Reserven für feine Details und Ausschnittvergrößerungen als die ursprünglichen 24-Megapixel-Modelle.

Meine Einschätzung

Wer nicht zwingend 40 Megapixel benötigt, sollte eine gut erhaltene M10 oder M10-P keinesfalls unterschätzen. Die M10-R ist vor allem dann interessant, wenn hohe Auflösung tatsächlich benötigt wird. Die M10 Monochrom und M10-D sind dagegen bewusst spezialisierte Kameras für Fotografen, die genau dieses reduzierte Konzept suchen.

Gehäuse, Bedienung und Messsucher der Leica M10

Eine der wichtigsten Veränderungen der Leica M10 erkennt man nicht an der Auflösung des Sensors, sondern bereits beim ersten Anfassen der Kamera. Leica gelang es, die digitale M wieder deutlich näher an die Proportionen der klassischen analogen M-Kameras heranzuführen.

Gerade für Fotografen, die zuvor mit einer analogen Leica M gearbeitet haben, ist dieser Unterschied bemerkbar. Die M10 wirkt kompakt, aufgeräumt und konzentriert sich bei der Bedienung auf wenige, unmittelbar erreichbare Funktionen.

Ein schlankeres Gehäuse – M10 und M6 im Vergleich

Wie nah die M10 wieder an eine klassische analoge M heranrückt, zeigt für mich der direkte Vergleich mit meiner Leica M6 besonders gut. Ich habe beide Kameras nebeneinander fotografiert und selbst vermessen.

Leica M10 und Leica M6 im Größenvergleich von oben
Leica M10 und meine Leica M6 im direkten Größenvergleich.

Selbst nachgemessen

Bei meinem eigenen Vergleich kam ich bei der Gehäusetiefe sowohl bei der Leica M6 als auch bei der Leica M10 auf rund 33,7 mm. Gerade dieser direkte Vergleich zeigt, wie nahe die digitale M10 in ihren Proportionen wieder an eine klassische analoge M herangerückt ist.

Leica M10 und Leica M6 seitlich im Größenvergleich
Leica M6 und Leica M10 auf gleicher Höhe – Größenvergleich aus meiner Praxis.

Direkte Bedienung und eigenes ISO-Rad

Auch bei der Bedienung folgt die M10 dem Gedanken der Reduktion. Eine besonders charakteristische Neuerung ist das ISO-Einstellrad auf der linken Seite der Deckkappe. Dort befand sich bei analogen M-Modellen traditionell die Rückspulkurbel.

Zusammen mit dem Zeitenrad lassen sich damit zwei zentrale Parameter unmittelbar an der Kamera einstellen. Der ISO-Bereich der M10 reicht von ISO 100 bis 50.000. Für die tägliche Arbeit bedeutet das: weniger Menübedienung und mehr direkte Kontrolle an der Kamera.

ISO-Einstellrad der Leica M10
Das herausgezogene ISO-Einstellrad der Leica M10 – ISO lässt sich direkt an der Kamera einstellen.

Der Messsucher der Leica M10

Der optische Messsucher ist das zentrale Element jeder klassischen Leica M. Bei der M10 wurde er gegenüber der vorherigen digitalen M-Generation überarbeitet. Die Suchervergrößerung beträgt 0,73×.

Gleichzeitig wurde das Sichtfeld vergrößert und der Augenabstand verbessert. Leica vergrößerte das Sichtfeld gegenüber der vorherigen Generation um rund 30 Prozent; der Augenabstand wurde um etwa 50 Prozent erhöht. Dadurch lässt sich das Sucherbild leichter überblicken.

Meine Erfahrung als Brillenträger

Für mich ist der verbesserte Suchereinblick besonders relevant, weil ich selbst mit Brille fotografiere. Bei einer Messsucherkamera entscheidet nicht nur die reine Suchervergrößerung darüber, wie angenehm sich die Kamera verwenden lässt. Ebenso wichtig ist, wie gut sich Sucherbild und Leuchtrahmen mit Brille überblicken lassen. Hier empfinde ich die M10 gegenüber früheren digitalen M-Modellen als angenehmer.

Leuchtrahmen für sechs Brennweiten

Die Bildfeldbegrenzung erfolgt bei der M10 über LED-beleuchtete Leuchtrahmen. Angezeigt werden die klassischen Rahmenpaare 28/90 mm, 35/135 mm und 50/75 mm.

Welches Rahmenpaar im Sucher erscheint, wird durch das angesetzte M-Objektiv bestimmt. Dadurch bleibt das für die Leica M typische Prinzip erhalten: Der Fotograf sieht nicht nur den eigentlichen Bildausschnitt, sondern auch einen Teil der Umgebung außerhalb des Rahmens.

Leica M Sucher mit Leuchtrahmen und Messfeld
Beispiel für Leuchtrahmen und Messfeld im optischen Sucher einer Leica M.

Rahmenvorschau ohne Objektivwechsel

Über den Rahmenwähler an der Vorderseite der Kamera lassen sich außerdem die Bildfelder anderer Brennweiten einblenden, ohne das angesetzte Objektiv wechseln zu müssen.

Das ist beispielsweise hilfreich, wenn man vor einer Aufnahme abschätzen möchte, wie sich das Motiv mit einer anderen Brennweite darstellen würde. Dieses kleine mechanische Detail gehört seit Generationen zu den charakteristischen Funktionen des Leica M-Systems.

M10 gegenüber der M (Typ 240)

Die Veränderungen der M10 werden besonders deutlich, wenn man sie unmittelbar mit der vorherigen digitalen Generation vergleicht. Neben dem schlankeren Gehäuse wurden Sucher, Bedienung und zahlreiche Details überarbeitet. Gleichzeitig rückte Leica das Erscheinungsbild wieder stärker in Richtung der klassischen M-Kameras.

Leica M10 und Leica M Typ 240 mit elektronischem Sucher im Vergleich
Leica M10 und Leica M (Typ 240) im direkten Vergleich mit aufgesetztem elektronischem Sucher.

Mein Fazit zu Gehäuse und Bedienung

Für mich liegt eine der größten Stärken der Leica M10 nicht in einer einzelnen technischen Neuerung. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus schlankerem Gehäuse, direkter Bedienung und verbessertem Messsucher. Dadurch fühlt sich die digitale M10 wieder erstaunlich nah an einer klassischen analogen Leica M an.

Service & Hilfe

Bedienungsanleitung für die Leica M10

Sie möchten eine bestimmte Funktion der Leica M10 nachschlagen? Hier finden Sie die ausführliche Bedienungsanleitung zur Kamera.

Leica M10 Bedienungsanleitung ansehen →

Weitere Informationen zur Leica M10 finden Sie auch auf der offiziellen Website von Leica Camera .

Display, Menü und Live View der Leica M10

Auch auf der Rückseite zeigt sich die Reduktion, die Leica mit der M10 verfolgt hat. Statt einer Vielzahl von Tasten konzentriert sich die Bedienung auf wenige Elemente. Gleichzeitig bietet die Kamera ein 3-Zoll-Display, Live View und ein individuell konfigurierbares Favoritenmenü.

Gerade im Vergleich zur vorherigen M (Typ 240) wirkt die Rückseite aufgeräumter. Für mich ist das eine der Verbesserungen, die man im täglichen Umgang mit der Kamera schnell zu schätzen lernt.

Das 3-Zoll-Display der Leica M10

Das rückseitige 3-Zoll-LCD besitzt eine Auflösung von mehr als einer Million Bildpunkten. Es dient zur Bildkontrolle, Menübedienung und für Aufnahmen im Live View. Die Helligkeit kann automatisch an das Umgebungslicht angepasst werden.

Für die Beurteilung von Bildausschnitt, Schärfe und Belichtung ist das Display in der Praxis gut nutzbar. Gerade bei der manuellen Fokussierung im Live View kann die vergrößerte Darstellung eine hilfreiche Ergänzung zum optischen Messsucher sein.

Display der Leica M10 mit Bildwiedergabe
Das 3-Zoll-Display der Leica M10 bei der Bildwiedergabe – eigene Aufnahme.

Reduziertes Drei-Tasten-Konzept

Besonders deutlich wird die neue Bedienphilosophie beim Blick auf die Rückseite. Links neben dem Display befinden sich bei der M10 nur noch die drei Tasten LV, PLAY und MENU.

Leica hat damit gegenüber der M (Typ 240) mehrere separate Bedienelemente entfernt. Funktionen wie Löschen oder das Aufrufen weiterer Einstellungen werden über das Menü beziehungsweise über die verbleibenden Bedienelemente gesteuert.

Leica M Typ 240 und Leica M10 Rückseite im Vergleich
M (Typ 240) und M10 von hinten: Bei der M10 wurde die Zahl der Tasten deutlich reduziert.

Bildwiedergabe und Löschen

Die reduzierte Anzahl der Tasten bedeutet nicht, dass häufig benötigte Funktionen fehlen. In der Bildwiedergabe lassen sich Aufnahmen direkt verwalten und beispielsweise über das entsprechende Menü löschen.

Nach kurzer Eingewöhnung wirkt die Bedienung für mich sehr übersichtlich. Statt für zahlreiche Funktionen jeweils eine eigene Taste vorzusehen, konzentriert sich die M10 auf ein klareres Bedienkonzept.

Bildwiedergabe und Löschen von Fotos bei der Leica M10
Bildverwaltung auf der Leica M10 – Funktionen wie das Löschen einer Aufnahme werden über das Menü aufgerufen.

Das Favoritenmenü

Besonders praktisch ist das individuell konfigurierbare Favoritenmenü. Häufig verwendete Einstellungen lassen sich dort zusammenfassen und schneller aufrufen, ohne jedes Mal durch das vollständige Kameramenü navigieren zu müssen.

Welche Funktionen dort liegen, kann an die eigene Arbeitsweise angepasst werden. Wer beispielsweise regelmäßig Weißabgleich, Dateiformat oder Belichtungseinstellungen verändert, kann sich genau diese Punkte schnell erreichbar zusammenstellen.

Favoritenmenü der Leica M10
Das Favoritenmenü der Leica M10 lässt sich an die eigene Arbeitsweise anpassen.

Live View – eine sinnvolle Ergänzung zum Messsucher

Trotz des klassischen Messsucherkonzepts verfügt die Leica M10 über Live View. Das Bild des Sensors kann auf dem rückseitigen Display angezeigt werden. Damit lässt sich der Bildausschnitt direkt kontrollieren und bei Bedarf vergrößert fokussieren.

Besonders hilfreich kann Live View bei sehr lichtstarken Objektiven, Nahaufnahmen oder Situationen sein, in denen eine besonders präzise Fokussierung erforderlich ist. Der optische Messsucher bleibt für mich trotzdem die eigentliche Arbeitsweise der M10 – Live View ist eine zusätzliche Möglichkeit und kein Ersatz dafür.

Spürbar schneller als die M (Typ 240)

Im direkten Vergleich mit der vorherigen digitalen M-Generation reagiert die M10 insgesamt schneller. Das betrifft nicht nur die Bedienung, sondern auch Live View, Bildverarbeitung und die allgemeine Reaktionsgeschwindigkeit der Kamera.

Die Serienbildgeschwindigkeit liegt bei bis zu 5 Bildern pro Sekunde. Damit wird die M10 natürlich nicht zur klassischen Sportkamera – das ist auch nicht ihr Anspruch. Für eine digitale Messsucherkamera bietet sie jedoch genügend Geschwindigkeit für viele fotografische Situationen.

Meine Einschätzung

Die Stärke der M10 liegt für mich auch hier in der Balance. Die Kamera bietet Display, Live View und moderne digitale Funktionen, ohne dass diese das klassische M-Konzept dominieren. Wer möchte, kann sehr reduziert mit Messsucher, Zeitenrad und ISO-Rad arbeiten – und die zusätzlichen Funktionen nur dann nutzen, wenn sie tatsächlich gebraucht werden.

Zubehör für die Leica M10 – Visoflex und Daumenauflage

Die Leica M10 lässt sich bewusst sehr reduziert verwenden. Einige Zubehörteile können die Arbeit mit der Kamera jedoch sinnvoll ergänzen. Zwei davon habe ich selbst über längere Zeit verwendet: eine Daumenauflage und den elektronischen Visoflex Typ 020.

Daumenauflage – mehr Halt für die M10

Eine Daumenauflage wird in den Zubehörschuh der Leica M10 eingeschoben und bietet der rechten Hand einen zusätzlichen Anlagepunkt. Gerade bei längeren Fototouren oder beim Fotografieren mit etwas schwereren M-Objektiven kann sich die Kamera dadurch sicherer greifen lassen.

Ich habe an meiner silbernen M10 eine ebenfalls silberne Daumenauflage verwendet. Neben der Funktion gefällt mir dabei, dass sie sich optisch unauffällig in das klassische Erscheinungsbild der Kamera einfügt.

Leica M10 mit silberner Daumenauflage
Meine Leica M10 mit silberner Daumenauflage – zusätzlicher Halt ohne große Veränderung der Kamera.

Visoflex Typ 020 – elektronischer Sucher für die M10

Wer nicht ausschließlich mit dem optischen Messsucher arbeiten möchte, kann die Leica M10 mit dem Visoflex Typ 020 ergänzen. Der elektronische Aufstecksucher wird über den Zubehörschuh mit der Kamera verbunden und ermöglicht die Bildkontrolle über das Live-View-Signal des Sensors.

Das kann besonders bei sehr präziser Fokussierung, bei Nahaufnahmen oder mit Objektiven hilfreich sein, bei denen die Arbeit über Live View Vorteile bietet. Der Sucher lässt sich außerdem nach oben schwenken, wodurch auch Aufnahmen aus niedrigeren Perspektiven komfortabler möglich sind.

Visoflex Typ 020 und älterer EVF im Vergleich

Interessant ist der direkte Vergleich mit dem elektronischen Sucher der vorherigen digitalen M-Generation. Der für die M10 vorgesehene Visoflex Typ 020 ist deutlich kompakter und fügt sich dadurch unauffälliger in die Kamera ein.

Leica Visoflex Typ 020 und älterer elektronischer Sucher im Vergleich
Zwei Generationen elektronischer Leica Aufstecksucher im direkten Größenvergleich.

In der praktischen Nutzung erfüllen beide Systeme ihren Zweck. Für mich persönlich war der Unterschied bei der reinen Sucherdarstellung weniger entscheidend als die deutlich kompaktere Bauform des zur M10 passenden Visoflex.

Leica M10 und Leica M Typ 240 mit elektronischen Visoflex Suchern
Leica M10 und M (Typ 240) mit den jeweils verwendeten elektronischen Aufstecksuchern.

Meine Erfahrung

Für meine Art zu fotografieren bleibt der optische Messsucher der eigentliche Sucher der Leica M10. Den Visoflex sehe ich deshalb nicht als Ersatz, sondern als sinnvolle Ergänzung für Situationen, in denen Live View und eine besonders genaue Bildkontrolle Vorteile bieten. Die Daumenauflage ist dagegen ein Zubehör, dessen Nutzen man bereits beim normalen Halten der Kamera unmittelbar spürt.

Sensor und Bildqualität der Leica M10

Im Zentrum der Leica M10 arbeitet ein 24-Megapixel-CMOS-Vollformatsensor mit einer Auflösung von 5.976 × 3.992 Pixeln. Leica verzichtet auf einen optischen Tiefpassfilter, um eine möglichst hohe Detailwiedergabe zu erreichen.

24 Megapixel wirken angesichts heutiger Kameras mit deutlich höheren Auflösungen zunächst vergleichsweise zurückhaltend. In der Praxis ist die Auflösung der M10 für sehr viele fotografische Anwendungen jedoch nach wie vor vollkommen ausreichend – von der klassischen Reportagefotografie über Reise und Street bis zu hochwertigen Fotobüchern und größeren Prints.

Wie gut sind 24 Megapixel heute noch?

Die entscheidende Frage ist weniger, wie viele Megapixel eine Kamera auf dem Datenblatt besitzt, sondern welche Auflösung tatsächlich benötigt wird. Ein sauber fokussiertes Bild der Leica M10 bietet genügend Reserven für die meisten Anwendungen.

Grenzen werden eher sichtbar, wenn sehr starke Ausschnittvergrößerungen geplant sind oder regelmäßig besonders große Druckformate benötigt werden. Wer genau dafür möglichst viel Auflösungsreserve sucht, findet beispielsweise mit der späteren M10-R eine höher auflösende Alternative innerhalb der M10-Familie.

Meine Erfahrung

Für mich ist die Auflösung der Leica M10 auch heute kein Grund, die Kamera als technisch überholt anzusehen. Entscheidend sind saubere Fokussierung, ein gutes M-Objektiv und die Art, wie das fertige Bild verwendet werden soll. Für meine fotografische Praxis reichen die 24 Megapixel in sehr vielen Situationen vollkommen aus.

Bildcharakter statt Megapixel-Wettbewerb

Die Qualität einer M10-Aufnahme lässt sich ohnehin nicht allein an ihrer Pixelzahl festmachen. Kontrast, Tonwertwiedergabe, Farben, Objektivcharakter und eine präzise Fokussierung haben erheblichen Einfluss auf das fertige Bild.

Gerade hochwertige Leica M-Objektive können ihr Potenzial am 24-Megapixel-Sensor sehr gut ausspielen. Gleichzeitig bleiben die Dateien vergleichsweise handlich – ein Vorteil bei Speicherung, Bildbearbeitung und Archivierung.

ISO 100 bis 50.000

Der Empfindlichkeitsbereich der Leica M10 reicht von ISO 100 bis ISO 50.000. Damit ist die Kamera wesentlich flexibler bei wenig Licht als frühere digitale M-Generationen.

Wie bei praktisch jeder Digitalkamera nimmt die Bildqualität mit steigender ISO-Einstellung schrittweise ab. Bildrauschen wird deutlicher und feine Details sowie Farbdifferenzierungen können zurückgehen. Die höchsten ISO-Werte sollte man deshalb eher als Reserve für Situationen betrachten, in denen eine Aufnahme sonst nicht möglich wäre.

Welche ISO-Werte sind in der Praxis sinnvoll?

Eine feste Grenze lässt sich nicht sinnvoll festlegen. Ob ein höherer ISO-Wert noch gut nutzbar ist, hängt vom Motiv, der Belichtung, dem gewünschten Ausgabeformat und auch vom persönlichen Anspruch an das Bildrauschen ab.

Gerade bei einer M-Kamera ist zudem ein anderer Punkt wichtig: Lichtstarke M-Objektive ermöglichen es häufig, länger mit niedrigeren ISO-Werten zu arbeiten. Ein Summicron oder Summilux kann deshalb bei wenig Licht einen erheblichen praktischen Unterschied machen.

Gebrauchtkauf

Sind 24 Megapixel heute ein Nachteil?

Wer eine Leica M10 gebraucht kaufen möchte, sollte sich von der nominell vergleichsweise niedrigen Auflösung nicht vorschnell abschrecken lassen. Für viele Fotografen sind 24 Megapixel ein sehr guter Kompromiss aus Detailauflösung, Dateigröße und Alltagstauglichkeit. Nur wer regelmäßig stark beschneidet oder sehr große Ausdrucke benötigt, profitiert deutlich von einer höher auflösenden M.

WLAN, Leica FOTOS und Akku der Leica M10

Die Leica M10 war die erste Leica M mit integriertem WLAN. Damit hielt eine Funktion Einzug in das M-System, die mit dem ansonsten bewusst klassischen Bedienkonzept zunächst fast wie ein Gegensatz wirkt. In der Praxis kann die drahtlose Verbindung jedoch durchaus sinnvoll sein – etwa für die Bildübertragung oder zur Fernsteuerung der Kamera.

Leica M10 mit WLAN

Über die WLAN-Verbindung lässt sich die M10 mit einem Smartphone oder Tablet verbinden. Bilder können drahtlos übertragen werden und die Kamera lässt sich über ein Mobilgerät fernsteuern.

Das kann beispielsweise bei Aufnahmen vom Stativ praktisch sein. Die Kamera muss beim Auslösen nicht berührt werden, und bestimmte Einstellungen lassen sich über das verbundene Mobilgerät kontrollieren.

Heute mit Leica FOTOS

In älteren Berichten zur M10 findet man häufig noch Hinweise auf die damalige Leica M-App. Diese Information ist inzwischen überholt. Heute erfolgt die Verbindung über Leica FOTOS.

Die Leica M10 wird von Leica FOTOS unterstützt. Darüber können unter anderem Aufnahmen auf ein Smartphone oder Tablet übertragen und Funktionen der Kamera ferngesteuert werden.

Gut zu wissen

Wer heute eine gebrauchte Leica M10 kauft und in älteren Bedienungsanleitungen, Tests oder Foren noch Hinweise auf frühere Leica Apps findet, sollte sich davon nicht irritieren lassen. Für die aktuelle Smartphone-Anbindung ist Leica FOTOS die relevante Anwendung.

Der Akku der Leica M10

Mit dem schlankeren Gehäuse der M10 musste Leica auch die Stromversorgung gegenüber der vorherigen M-Generation verändern. Die Kamera verwendet den Lithium-Ionen-Akku Leica BP-SCL5 mit einer Nennspannung von 7,4 Volt und einer Kapazität von 1.300 mAh.

Leica BP-SCL5 Akku für die Leica M10
Der Leica BP-SCL5 Lithium-Ionen-Akku der Leica M10.

Akkulaufzeit in der Praxis

Die tatsächliche Reichweite eines Akkus hängt stark davon ab, wie die Kamera verwendet wird. Wer überwiegend mit dem optischen Messsucher fotografiert und Display sowie WLAN nur gelegentlich nutzt, kommt naturgemäß länger mit einer Akkuladung aus.

Häufige Bildkontrolle auf dem Display, längere Live-View-Nutzung, der elektronische Visoflex und WLAN erhöhen dagegen den Stromverbrauch deutlich. Eine pauschale Zahl von Aufnahmen pro Akkuladung halte ich deshalb für die Praxis nur bedingt aussagekräftig.

Mein Praxistipp

Wer mit der Leica M10 einen ganzen Tag unterwegs ist, sollte einen zweiten geladenen BP-SCL5 dabeihaben. Besonders bei häufiger Nutzung von Live View oder Visoflex gibt ein Ersatzakku deutlich mehr Sicherheit, als ständig auf den verbleibenden Ladestand achten zu müssen.

Verschluss und Belichtung der Leica M10

Die Leica M10 arbeitet mit einem vertikal ablaufenden Metalllamellenverschluss. Die kürzeste Verschlusszeit beträgt 1/4.000 Sekunde. Damit folgt die Kamera weiterhin dem klassischen Konzept einer mechanisch arbeitenden Leica M und verzichtet auf einen elektronischen Verschluss.

Für die fotografische Praxis bietet die M10 sowohl eine vollständig manuelle Belichtungssteuerung als auch die für digitale M-Kameras typische Zeitautomatik. Der Fotograf kann also selbst entscheiden, ob er Verschlusszeit und Blende vollständig kontrollieren oder die Verschlusszeit von der Kamera bestimmen lassen möchte.

Manuelle Belichtung

Bei manueller Belichtung wird die Verschlusszeit über das Zeitenrad auf der Oberseite der Kamera gewählt. Zur Verfügung stehen Zeiten von 1/4.000 Sekunde bis 8 Sekunden. Längere Belichtungszeiten sind ebenfalls möglich.

Zusammen mit der manuell am M-Objektiv eingestellten Blende entspricht diese Arbeitsweise sehr stark dem klassischen Leica-M-Prinzip: Blende, Zeit und ISO können unmittelbar an Kamera und Objektiv eingestellt werden, ohne dafür ein Menü aufrufen zu müssen.

Zeitautomatik

Wird das Zeitenrad auf A gestellt, arbeitet die Leica M10 mit Zeitautomatik. Die Blende wird weiterhin manuell am Objektiv gewählt; die Kamera bestimmt dazu passend die erforderliche Verschlusszeit.

Gerade bei wechselnden Lichtverhältnissen ist das eine sehr praktische Arbeitsweise. Die gewünschte Blende und damit die Bildwirkung bleiben unter Kontrolle des Fotografen, während die Kamera auf Veränderungen des Umgebungslichts reagiert.

Die 1/4.000 Sekunde als praktische Grenze

Die kürzeste Verschlusszeit von 1/4.000 Sekunde ist für die meisten Situationen ausreichend. Eine Einschränkung kann sie allerdings bei sehr hellem Licht und gleichzeitig weit geöffneter Blende sein.

Wer beispielsweise mit einem lichtstarken Summilux bewusst bei offener Blende fotografieren möchte, kann bei starkem Sonnenlicht an die Grenze der kürzesten Verschlusszeit kommen. In solchen Situationen kann ein passender ND-Filter sinnvoll sein.

Aus meiner Praxis

Die Begrenzung auf 1/4.000 Sekunde empfinde ich im normalen fotografischen Alltag kaum als Problem. Relevant wird sie vor allem dann, wenn ich bei sehr hellem Licht bewusst mit weit geöffneter Blende arbeiten möchte. Wer diesen Bildlook häufig nutzt, sollte einen geeigneten ND-Filter in Betracht ziehen.

Selbstauslöser und längere Belichtungen

Für Aufnahmen vom Stativ bietet die M10 einen Selbstauslöser mit 2 oder 12 Sekunden Vorlaufzeit. Dadurch lässt sich die Kamera auslösen, ohne sie im entscheidenden Moment berühren zu müssen.

Das ist insbesondere bei längeren Belichtungen hilfreich und ergänzt die Möglichkeiten der M10 bei Landschafts-, Architektur- oder Nachtaufnahmen.

Leiser Verschluss – passend zum Charakter der M10

Ein wichtiger Punkt ist für mich nicht nur die Geschwindigkeit des Verschlusses, sondern auch sein Geräusch. Die M10 löst vergleichsweise dezent aus. Gerade bei Streetfotografie, Reportage oder in ruhigen Situationen passt das sehr gut zum unauffälligen Charakter einer Messsucherkamera.

Kurz zusammengefasst

Der Verschluss der Leica M10 ist technisch nicht spektakulär – und genau das passt zur Kamera. 1/4.000 Sekunde, manuelle Belichtung und Zeitautomatik decken die klassische M-Fotografie zuverlässig ab. Wer häufig mit sehr lichtstarken Objektiven bei voller Öffnung und hellem Tageslicht arbeitet, sollte lediglich die Grenze von 1/4.000 Sekunde im Hinterkopf behalten.

Leica M-Objektive an der M10 – Kompatibilität und 6-Bit-Codierung

Einer der großen Vorteile der Leica M10 ist die Kontinuität des M-Systems. Die Kamera besitzt das klassische Leica M-Bajonett und lässt sich mit einer großen Auswahl an M-Objektiven unterschiedlicher Generationen verwenden.

Das macht die M10 besonders interessant für Fotografen, die bereits ältere Leica M-Objektive besitzen. Ein vorhandenes Summicron, Summilux oder Elmarit muss nicht automatisch durch eine aktuelle Objektivgeneration ersetzt werden.

6-Bit-codierte Leica M-Objektive

Aktuellere Leica M-Objektive besitzen eine 6-Bit-Codierung am Bajonett. Über einen Sensor im Kamerabajonett erkennt die M10 das angesetzte Objektiv automatisch.

Die erkannten Objektivdaten werden unter anderem zur Optimierung der Bilddaten verwendet. Besonders bei Weitwinkelobjektiven und großen Blenden kann die Kamera beispielsweise eine mögliche Randabdunklung berücksichtigen. Außerdem werden entsprechende Objektivinformationen in den EXIF-Daten der Aufnahme gespeichert.

Auch ältere M-Objektive ohne 6-Bit-Codierung funktionieren

Eine fehlende 6-Bit-Codierung bedeutet jedoch nicht, dass ein älteres Leica M-Objektiv an der M10 nicht verwendet werden kann. Viele ältere M-Objektive lassen sich weiterhin ganz normal ansetzen und über den Messsucher fokussieren.

Die Kamera kann ein uncodiertes Objektiv lediglich nicht automatisch identifizieren. Bei vielen Objektiven lässt sich der entsprechende Objektivtyp deshalb im Menü der M10 manuell auswählen.

Mein Praxistipp

Bei einem uncodierten M-Objektiv würde ich zunächst prüfen, ob das entsprechende Objektivprofil in der M10 vorhanden ist. Gerade bei älteren Weitwinkelobjektiven ist die korrekte Objektivzuordnung sinnvoll. Bei vielen klassischen Brennweiten funktioniert die Kombination aber auch ohne 6-Bit-Codierung problemlos.

6-Bit-Codierung älterer Objektive nachrüsten

Für verschiedene ältere Leica M-Objektive besteht außerdem die Möglichkeit, eine 6-Bit-Codierung nachrüsten zu lassen. Ob dies bei einem bestimmten Objektiv möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Modell ab.

Notwendig ist eine Nachrüstung für die grundsätzliche Verwendung eines geeigneten älteren M-Objektivs an der Leica M10 jedoch nicht.

Sehr alte Leica Objektive an der M10

Auch zahlreiche ältere Leica Schraubobjektive können mit einem geeigneten M-Bajonettadapter an einer Leica M10 verwendet werden. Gerade dadurch eröffnet eine digitale M die Möglichkeit, sehr alte Leica Optiken weiterhin fotografisch einzusetzen.

Dabei sollte allerdings nicht pauschal davon ausgegangen werden, dass jedes historische Objektiv uneingeschränkt mit der M10 kompatibel ist. Bei einzelnen Konstruktionen können mechanische Besonderheiten oder Einschränkungen bestehen. Vor dem Einsatz eines ungewöhnlichen oder sehr alten Objektivs sollte die konkrete Kombination deshalb geprüft werden.

Welches M-Objektiv passt besonders gut zur Leica M10?

Eine allgemeingültige Antwort gibt es darauf nicht. Für mich gehören kompakte klassische Brennweiten zu den Kombinationen, die besonders gut zum Charakter der M10 passen. Ein 35-mm- oder 50-mm-M-Objektiv ergibt eine sehr kompakte Kombination und entspricht dem reduzierten Konzept der Kamera.

Lichtstarke Summicron- und Summilux-Objektive erweitern zudem die Möglichkeiten bei wenig Licht und ermöglichen eine gezielte Arbeit mit geringer Schärfentiefe. Welche Brennweite die richtige ist, hängt letztlich stärker von der eigenen Fotografie als vom Alter der M10 ab.

Wichtig beim Gebrauchtkauf

Wer bereits Leica M-Objektive besitzt und eine gebrauchte M10 kaufen möchte, sollte nicht nur auf die 6-Bit-Codierung achten. Entscheidend ist auch, ob Entfernungsmesser und Objektiv korrekt zusammenspielen. Besonders bei sehr lichtstarken Objektiven fällt eine fehlerhafte Fokussierung aufgrund der geringen Schärfentiefe schneller auf.

Einen ausführlichen Überblick über Kameras, Objektive und die Entwicklung des Systems finden Sie auf meiner Seite zum Leica M-System .

Technische Daten der Leica M10 im Überblick

Die wichtigsten technischen Daten der Leica M10 habe ich hier kompakt zusammengefasst. Für die praktische Einordnung sind vor allem Sensor, Sucher, Verschluss, Display, Abmessungen und Akkusystem relevant.

Kameratyp Digitale Messsucherkamera mit Leica M-Bajonett
Sensor CMOS-Vollformatsensor, ca. 24 × 36 mm, ohne optischen Tiefpassfilter
Auflösung 24 Megapixel
ISO ISO 100 bis 50.000
Dateiformate DNG und JPEG
Objektivanschluss Leica M-Bajonett mit Sensor für 6-Bit-Codierung
Sucher Optischer Messsucher mit 0,73× Vergrößerung
Leuchtrahmen 28/90 mm, 35/135 mm und 50/75 mm
Verschluss Vertikal ablaufender Metalllamellenverschluss
Verschlusszeiten Bis 1/4.000 Sekunde, längere Belichtungen möglich
Blitzsynchronzeit 1/180 Sekunde
Serienaufnahme ca. 5 Bilder pro Sekunde
Display 3-Zoll-TFT-LCD mit ca. 1,04 Millionen Bildpunkten
Live View Ja
WLAN Integriert, IEEE 802.11 b/g/n
Speicher SD-, SDHC- und SDXC-Speicherkarten
Akku Leica BP-SCL5 Lithium-Ionen-Akku
Gehäuse Metallgehäuse mit Magnesium-Druckguss und Metall-Deckkappen
Abmessungen ca. 139 × 80 × 38,5 mm
Gewicht ca. 660 g mit Akku
Betriebstemperatur 0 bis 40 °C

Einordnung

Die technischen Daten zeigen gut, warum die M10 auch heute noch interessant ist: 24 Megapixel, optischer Messsucher, kompaktes Gehäuse und ein vergleichsweise reduziertes Bedienkonzept. Technisch ist sie nicht mehr die jüngste digitale M – fotografisch ist sie deshalb aber keineswegs automatisch überholt.

Leica M10 gebraucht kaufen – worauf sollte man achten?

Wer heute eine Leica M10 gebraucht kaufen möchte, findet eine Kamera, die technisch nicht mehr zur aktuellen M-Generation gehört, fotografisch aber weiterhin sehr interessant ist. Gerade das kompakte Gehäuse, der klassische Messsucher und der 24-Megapixel-Sensor machen die M10 für viele Fotografen nach wie vor attraktiv.

Bei einer gebrauchten Leica M10 ist für mich allerdings nicht allein der äußere Zustand entscheidend. Viel wichtiger ist, ob die Kamera technisch einwandfrei funktioniert und insbesondere das Messsuchersystem korrekt arbeitet.

1. Messsucher und Entfernungsmesser prüfen

Der Messsucher ist eines der wichtigsten Bauteile einer Leica M10. Die beiden Sucherbilder müssen sich beim Fokussieren sauber zur Deckung bringen lassen. Besonders gut lässt sich die Genauigkeit mit einem lichtstarken Objektiv bei geöffneter Blende kontrollieren.

Liegt die tatsächliche Schärfe regelmäßig vor oder hinter dem eingestellten Punkt, kann eine Justierung von Kamera oder Objektiv erforderlich sein. Bei einem Gebrauchtkauf sollte deshalb nicht nur geprüft werden, ob der Entfernungsmesser grundsätzlich funktioniert, sondern auch, ob er präzise arbeitet.

2. Sensor sorgfältig kontrollieren

Der Sensor sollte auf auffällige Verschmutzungen oder Beschädigungen geprüft werden. Einzelne Staubpartikel sind bei einer gebrauchten Kamera zunächst nichts Ungewöhnliches und lassen sich normalerweise reinigen.

Anders sieht es bei tatsächlichen Beschädigungen der Sensoroberfläche aus. Eine Kontrolle mit einer gleichmäßig hellen Aufnahme bei stärker geschlossener Blende kann dabei helfen, Auffälligkeiten sichtbar zu machen.

3. Verschluss und Bedienelemente testen

Verschiedene Verschlusszeiten sollten ausprobiert werden. Ebenso sollten Zeitenrad, ISO-Rad, Auslöser, Einstellrad und die Tasten auf der Rückseite sauber und zuverlässig funktionieren.

Auch der Zubehörschuh, der Kartensteckplatz und die Kontakte im Akkufach gehören zu einer vollständigen Funktionsprüfung.

4. Display und Live View

Das rückseitige Display sollte gleichmäßig funktionieren und keine auffälligen Beschädigungen zeigen. Anschließend empfiehlt sich ein Test des Live View.

Wer einen Visoflex Typ 020 besitzt oder zusammen mit der Kamera erwerben möchte, sollte auch dessen Funktion an der M10 überprüfen.

5. Akku und Ladegerät nicht vergessen

Die Leica M10 verwendet den BP-SCL5. Bei älteren Akkus kann die nutzbare Kapazität gegenüber einem neuen Akku bereits deutlich nachgelassen haben.

Ein schwacher Akku ist für mich kein Grund, eine ansonsten gute M10 grundsätzlich abzulehnen. Man sollte diesen Punkt aber bei der Beurteilung eines Angebots und der möglicherweise notwendigen Folgekosten berücksichtigen.

6. Gebrauchsspuren richtig einordnen

Kleine Spuren an einer mehrere Jahre alten Kamera sind nicht ungewöhnlich. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen normalen Gebrauchsspuren und Hinweisen auf eine unsachgemäße Behandlung.

Stärkere Stoßspuren an Gehäusekanten, Beschädigungen am Bajonett, auffällige Schrauben oder andere Hinweise auf einen Sturz würde ich genauer betrachten. Eine äußerlich nahezu perfekte Kamera ist umgekehrt keine Garantie für einen technisch perfekten Zustand.

Aus meiner Erfahrung

Bei einer gebrauchten Leica M10 würde ich einen technisch einwandfreien Zustand immer höher bewerten als minimale optische Unterschiede. Eine schöne Kamera ist erfreulich – ein präziser Messsucher, ein sauber arbeitender Verschluss und eine zuverlässig funktionierende Elektronik sind für die Fotografie aber wesentlich wichtiger.

Ist die Leica M10 2026 noch empfehlenswert?

Ja – sofern ihre Eigenschaften zur eigenen Fotografie passen. Die M10 bietet keine extrem hohe Sensorauflösung und verzichtet auf viele Funktionen moderner Systemkameras. Genau darin kann aber ihr Reiz liegen.

Wer bewusst mit dem Messsucher fotografieren möchte, kompakte M-Objektive schätzt und keine Kamera benötigt, die möglichst viele Aufgaben automatisch übernimmt, erhält mit einer gut erhaltenen Leica M10 auch heute noch eine sehr interessante digitale M.

Leica M10 gebraucht beim Fachhändler oder privat kaufen?

Bei privaten Angeboten kann der Preis attraktiv sein. Der Käufer muss Zustand und Funktion der Kamera jedoch selbst beurteilen und sollte genau wissen, welche Punkte er kontrollieren muss.

Beim spezialisierten Händler sollte dagegen eine fachliche Prüfung der Kamera zum Angebot gehören. Gerade bei einer Messsucherkamera halte ich diesen Punkt für wichtiger als bei vielen gewöhnlichen Digitalkameras.

Leica M10 bei Roter Punkt Kamera

Gebrauchte Leica M10 Kameras gehören regelmäßig zu meinem Pre-Owned-Angebot. Entscheidend sind für mich dabei nicht nur Modell und äußerer Zustand, sondern insbesondere die technische Prüfung und eine realistische Beschreibung der jeweiligen Kamera.

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Häufige Fragen zur Leica M10

Die Leica M10 und ihre verschiedenen Modellvarianten sind auch heute für viele Fotografen und Käufer interessant. Hier beantworte ich die wichtigsten Fragen zu M10, M10-P, M10-R, M10 Monochrom, Objektiven und Gebrauchtkauf.

1. Ist die Leica M10 2026 noch empfehlenswert?

Ja. Wer bewusst mit einem optischen Messsucher fotografieren möchte und keine extrem hohe Sensorauflösung benötigt, erhält mit der Leica M10 auch 2026 noch eine sehr interessante digitale M. Der 24-Megapixel-Sensor, das kompakte Gehäuse und die direkte Bedienung sind für viele fotografische Anwendungen nach wie vor vollkommen ausreichend.

2. Sind 24 Megapixel bei der Leica M10 heute noch ausreichend?

Für die meisten Anwendungen ja. 24 Megapixel reichen problemlos für hochwertige Fotobücher, größere Prints und die übliche digitale Verwendung. Wer regelmäßig sehr starke Ausschnitte benötigt oder besonders groß druckt, kann dagegen von der höheren Auflösung einer Leica M10-R oder einer späteren M-Generation profitieren.

3. Was kostet eine gebrauchte Leica M10?

Der Gebrauchtpreis hängt erheblich von Zustand, Lieferumfang, Farbe, Händler oder Privatverkauf und der technischen Beschaffenheit der Kamera ab. Deshalb halte ich einen einzelnen pauschalen Preis für wenig sinnvoll. Wichtig ist, nicht nur den günstigsten Preis zu vergleichen, sondern auch Zustand und technische Sicherheit des jeweiligen Angebots.

4. Worauf sollte ich beim Kauf einer gebrauchten Leica M10 achten?

Besonders wichtig sind ein korrekt justierter Messsucher, ein einwandfreier Sensor, ein zuverlässig arbeitender Verschluss sowie funktionierende Bedienelemente. Auch Display, Live View, Kartensteckplatz, Akku und Zubehörschuh sollten geprüft werden. Äußere Gebrauchsspuren allein sagen dagegen wenig über den technischen Zustand einer M10 aus.

5. Was ist der Unterschied zwischen Leica M10, M10-P und M10-R?

Die ursprüngliche M10 besitzt einen 24-Megapixel-Sensor. Die M10-P basiert technisch weitgehend auf der M10, bietet unter anderem einen leiseren Verschluss und ein Touchdisplay. Die spätere M10-R erhöht die Auflösung deutlich auf rund 40 Megapixel. Welche Variante die bessere Wahl ist, hängt deshalb stark von den eigenen Anforderungen ab.

6. Was ist die Leica M10 Monochrom?

Die M10 Monochrom ist eine ausschließlich für Schwarzweißfotografie entwickelte Variante mit einem rund 40 Megapixel auflösenden Monochrom-Sensor. Da kein Farbfilterarray benötigt wird, besitzt sie einen ganz eigenen Bildcharakter und richtet sich gezielt an Fotografen, die ausschließlich in Schwarzweiß arbeiten möchten.

7. Was ist das Besondere an der Leica M10-D?

Die M10-D verzichtet auf das rückseitige Display. Damit verbindet Leica digitale Aufnahmetechnik mit einer besonders reduzierten Arbeitsweise, die sich stärker an einer analogen M orientiert. Die Bildkontrolle erfolgt nicht unmittelbar nach jeder Aufnahme auf der Kamerarückseite.

8. Welche Leica M-Objektive passen an die M10?

Die Leica M10 besitzt das Leica M-Bajonett und kann mit einer sehr großen Auswahl an M-Objektiven unterschiedlicher Generationen verwendet werden. 6-Bit-codierte Objektive werden automatisch erkannt. Viele ältere uncodierte M-Objektive lassen sich ebenfalls verwenden und können bei Bedarf manuell im Kameramenü ausgewählt werden.

9. Brauche ich für die Leica M10 6-Bit-codierte Objektive?

Nein. Die 6-Bit-Codierung erleichtert der Kamera die automatische Erkennung des angesetzten Objektivs und ermöglicht entsprechende Korrekturen und EXIF-Informationen. Für die grundsätzliche Nutzung vieler älterer M-Objektive ist eine 6-Bit-Codierung jedoch nicht erforderlich.

10. Können alte Leica Schraubobjektive an der M10 verwendet werden?

Zahlreiche Leica Schraubobjektive lassen sich mit einem geeigneten M-Adapter an der M10 verwenden. Allerdings sollte die konkrete Kombination bei sehr alten oder ungewöhnlichen Objektivkonstruktionen vorher geprüft werden, da nicht jedes historische Objektiv uneingeschränkt kompatibel ist.

11. Hat die Leica M10 Autofokus?

Nein. Die Leica M10 ist eine klassische Messsucherkamera und wird manuell fokussiert. Die Scharfstellung erfolgt normalerweise über das Messfeld im optischen Sucher. Zusätzlich können Live View und der elektronische Visoflex bei der präzisen manuellen Fokussierung helfen.

12. Was ist der Unterschied zwischen Leica M10 und M (Typ 240)?

Die M10 besitzt unter anderem ein schlankeres Gehäuse, einen überarbeiteten Messsucher, ein eigenes ISO-Rad und eine deutlich reduzierte Tastenanordnung. Für mich liegt einer der wichtigsten Unterschiede darin, dass sich die M10 hinsichtlich Proportionen und Bedienung wieder stärker wie eine klassische analoge Leica M anfühlt.

13. Was ist der Unterschied zwischen Leica M10 und M11?

Die M11 ist die deutlich jüngere Generation und bietet unter anderem wesentlich höhere Sensorauflösung und eine modernere digitale Ausstattung. Die M10 ist dagegen technisch einfacher und für viele Fotografen gerade wegen ihres reduzierten Charakters interessant. Die Entscheidung ist deshalb nicht ausschließlich eine Frage des Alters, sondern auch der gewünschten Arbeitsweise.

14. Für wen lohnt sich die Leica M10 heute besonders?

Die M10 passt besonders zu Fotografen, die das klassische Messsucherprinzip, manuelle Fokussierung und kompakte M-Objektive schätzen. Wer dagegen Autofokus, hohe Serienbildgeschwindigkeit, Video oder möglichst viele elektronische Assistenzfunktionen erwartet, findet bei anderen Kameras passendere Lösungen.

Sie möchten Ihre Leica M10 verkaufen?

Sie möchten Ihre Leica M10 verkaufen? Über das folgende Formular können Sie mir Ihre Kamera unverbindlich zum Ankauf anbieten. Auch komplette Leica M-Systeme mit Objektiven und Zubehör sind willkommen.

Je genauer Ihre Angaben zu Modell, Zustand, Seriennummer und Lieferumfang sind, desto besser kann ich Ihre Leica einschätzen. Fotos der Kamera können Sie direkt über das Formular mitsenden.

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